Chinas Engagement in Afrika

Eine neue Form der Entwicklungshilfe?


Hausarbeit, 2010
14 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Entwicklungshilfe
2.1. Entwicklungshilfe der alten Akteure
2.2. Entwicklungshilfe der neuen Akteure Beispiel Chinas

3. Chinas Interesse an Afrika

4. Chinas Engagement in Afrika und deren Auswirkungen auf die Entwicklung Afrikas
4.1. Wirtschaftliche Hilfe/Komponente
4.1.2. In der Rohstoffindustrie
4.1.3. In der Textilindustrie
4.1.4. In der Holzindustrie
4.2. Direktinvestitionen
4.3. Soziale Hilfe/Komponente

5. Folgen für die alten Akteure und die EZ

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Chinas Engagement in Afrika ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen und wird von der westlichen Welt mit Argwohn betrachtet. In den geführten Diskussionen werden immer wieder die gleichen Fragen aufgeworfen. Was genau will China in Afrika? Betreibt China Entwicklungshilfe oder beutet es Afrika wirtschaftlich aus? Ist China eine Gefahr für die Entwicklungszusammenarbeit der alten Akteure?[1]

In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich das Engagement Chinas in Afrika näher untersuchen.

Zuerst ist zuklären, ob man das Wirken Chinas überhaupt aus dem Blickwinkel der Entwicklungszusammenarbeit betrachten kann. Dazu wird kurz eine Definition der Entwicklungshilfe und deren Ziele gegeben und untersucht inwiefern Chinas Aktivitäten in diese Sparte hineinfallen.

Im Hauptteil der Arbeit möchte ich deutlich die Vor-und Nachteile der Aktivitäten Chinas im Bezug auf Afrika darlegen. Da noch immer kaum belastbare Daten und nur wenige empirische Untersuchungen vorliegen[2], werde ich den Schwerpunkt auf die Zusammenhänge legen und nicht spezifisch auf die einzelnen Details eingehen.

Das Ziel der Arbeit ist eine abschließende Bewertung der Aktivitäten Chinas in Bezug auf Afrika und dessen Entwicklung sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Entwicklungszusammenarbeit der alten Akteure.

2. Allgemeine Entwicklungshilfe

Um zu klären, ob China eine neue Form der Entwicklungshilfe leistet, muss erst einmal geklärt werden, welches die alten Formen der Entwicklungshilfe sind und inwiefern China Entwicklungshilfe betreibt.

Entwicklungshilfe wird von Industriestaaten und Nichtregierungsorganisationen geleistet. Sie versuchen die allgemeinen Lebensbedingungen in Entwicklungs-und Schwellenländern denen der Industriestaaten anzugleichen.

Die genauen Ziele der Entwicklungspolitik sind vom jeweiligen Land bzw. Organisation abhängig.[3]

2.1. Entwicklungshilfe der alten Akteure

Als Beispiel sind die hauptsächlichen Ziele der BMZ, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Bekämpfung der Armut, Friedenssicherung, Umwelt und Ressourcen zu bewahren, Bildung zu fördern, Menschrechte wahren und die Demokratie fördern, Good Governance und ein Gesundheitswesen aufbauen.[4]

Die Entwicklungshilfe erfolgt hauptsächlich in Form von Krediten, Spenden, Förderung der Wirtschaft und durch Aufklärung. An die Förderungen sind Bedingungen, meist in Form von sozialen oder politischen Auflagen. In der Regel gehören Friedenserzwingende militärische Maßnahmen nicht zur Entwicklungspolitik.

2.2. Entwicklungshilfe der neuen Akteure Beispiel Chinas

Es wird zurzeit noch diskutiert ob China ein neuer Akteur in der Entwicklungspolitik ist oder nicht. Einige Punkte sprechen für ein aktives Engagement im Bereich der Entwicklungshilfe. Der Hauptpunkt ist die offizielle Existenz einer EZ-Politik Chinas.

China vergibt Kredite an Afrika, fördert mit Projekten das dortige Bildungswesen, hilft mit die Infrastruktur des Landes aufzubauen und sorgt mit Handel für einen Aufschwung der afrikanischen Wirtschaft. Damit werden einige Ziele der Entwicklungshilfe unterstützt. Doch andere entwicklungsbetreffenden Ziele der westlichen Länder werden dagegen boykottiert wie z. B. die Bewahrung der Umwelt und Ressourcen.[5] Zudem liefert China Waffen in den Sudan.[6] Die militärische Zusammenarbeit ist nach europäischen Ansichten jedoch noch kein Feld der Entwicklungszusammenarbeit.

China kann nicht von einer gebenden Entwicklungshilfe sprechen, da sie selber Entwicklungshilfe beziehen. Wenn sie in der Lage wären, anderen zu helfen, wäre sie auch in der Lage sich selber zu helfen und dürften keine Hilfe weiter beziehen. Daher leisten sie lediglich ´Unterstützung` bzw. Entwicklungszusammenarbeit und keine explizite Entwicklungshilfe. Zumal könnte es die chinesische Bevölkerung negativ auffassen, dass die eigene Regierung anderen Ländern hilft, anstatt erst einmal dem eigenen.

Ein weiterer Grund dafür, dass China sich selber nicht als Entwicklungshelfer direkt bezeichnet, könnte die Tatsache sein, dass Entwicklungshilfe in erster Linie uneigennützig sein sollte. Sofern sich wirtschaftliche Vorteile ergeben ist dies natürlich zu begrüßen, aber keine direkte Anstrebung. China unterstützt jedoch bevorzugt afrikanische Staaten, die für sie wirtschaftlich und/oder politisch vom Vorteil sind.[7]

„Die westliche Art, anderen Ländern die eigenen Werte und das eigene politische System aufzuzwingen, ist für China nicht akzeptabel. Wir konzentrieren uns auf gegenseitige Entwicklung und nicht darauf, ein Land auf Kosten des anderen zu fördern“, erklärte der Afrikaspezialist Wang Hongyi vom chinesischen Institut für Internationale Studien im Vorfeld der Konferenz.[8] Statt einer ´gönnerhaften Geber` – ´dankbarer Nehmer`-Beziehung wird eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Beziehung angestrebt, eine Art Hilfe zur Selbsthilfe zwischen Gleichgestellten.

Im Kapitel Vier wird untersucht, ob dies wirklich der Fall ist und ob diese Hilfe in beiden Ländern zu besseren Lebensbedingungen führt und somit als neue Art der Entwicklungshilfe gesehen werden kann oder ob nur einer davon profitiert. Als Beispiel dient die chinesich-und afrikanische Beziehung.

[...]


[1] Vgl. Schäfers (2007), S. 11 und Vgl. Asche/Schüller (2007), S. 4, Vorwort

[2] Vgl. Asche (2008), S. 1

[3] Vgl. http://entwicklungspolitik.via-weltwaerts.de/akteure-der-ep/

[4] Vgl. http://www.bmz.de/de/ziele/grundsaetze/index.html

[5] Vgl. Kappel/Schneidenbach (2006), S.1

[6] Vgl. Gerhardt (2009), S. 3 und Vgl Asche/Schüller (2007), S. 69

[7] Vgl Asche/Schüller (2007), S. 20

[8] http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/China/afrika2.html

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Chinas Engagement in Afrika
Untertitel
Eine neue Form der Entwicklungshilfe?
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V166210
ISBN (eBook)
9783640818693
ISBN (Buch)
9783640821952
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungshilfe, Entwicklungspolitik, China, Afrika
Arbeit zitieren
Nicole Lenz (Autor), 2010, Chinas Engagement in Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166210

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