Einleitung
Motivation ist allgemein nicht als fest stehendes Objekt zu sehen, sondern als ein Vorgang oder Prozess. Der Ursprung des Begriffs Prozess verweist auf das lateinische procedere, also voranschreiten. Das Wort Motivation stammt aus dem Lateinischen, von movere und motus ab. Motus ist gleich zu setzen mit Bewegung. So ist auch der Motivationsbegriff zu verstehen. (Loffing; Hofmann; Splietker, 2006: S. 17)
In der Psychologie gilt Philip Zimbardo, Professor für Psychologie an der Stanford University, als einer der führenden Theoretiker der Motivationsforschung. Er definiert den Begriff kurz als das generelle Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten von körperlichen und psychischen Aktivitäten. Dies schließt auch Mechanismen ein, die die Auswahl und Favorisierung bestimmter Handlungen als auch die Stärke und Beharrlichkeit von Reaktionen leiten. (Zimbardo, 2004: S. 503)
Auf seine Ausführungen der verschiedenen Motivationstheorien der Psychologie werde ich im Text einen Schwerpunkt legen.
Motivation kann auch als ein Motor für das Handeln bezeichnet werden. Die Energie dieses Motors hat aber keine Konstante. Der Motivationsbegriff ist eine Größe, die variieren kann. Ein Student A kann hoch motiviert sein, eine Verschriftlichung eines Referats vorzunehmen, weil er sich davon viele erstrebenswerte Vorteile verspricht. Student B dagegen, empfindet es aber als reine Lästigkeit und arbeitet nur alleine deswegen daran, weil er sonst seinen Prüfungsnachweis nicht bekommt. Das Energetische beim Handeln, also dem Verfassen der Hausarbeit, unterscheidet sich bei Student A stark von dem von Student B. Unterschiedlichste Formen des Selbsterlebens können mit Motivation verbunden sein. Von dem fesselnden Verlangen mehr zu lernen im Vergleich zu dem mit Frustration beladenen Zwang dies tun zu müssen.
Motivation ist daher eher als eine Abstraktion zu begreifen, anstatt als ein feststehender Faktor. Falko Rheinberg, Vertreter der Motivationspsychologie und Professor an der Universität Potsdam, argumentiert, das Motivation deswegen keine klar umrissene und natürliche Erlebens- und Verhaltenseinheit ist. Vielmehr definiert er den Begriff als eine auf eine bestimmten positiv bewerteten Zielzustand ausgerichtete Aktivität. Bei der Ausrichtung sind verschiedenste Abläufe im Handeln und Erleben beteiligt, so der Professor. (Rheinberg, 1995: S.12 ff.)
Inhaltsverzeichnis
1) Begriffsklärung
1.1) Definition: Was ist Motivation?
1.2) Definition: Anreiz, Instinkt, Kognition und Trieb
2) Welche Theorien zum Begriff werden unterschieden?
2.1) Motivation durch Instinkte
2.2) Die Trieb-Theorie
2.3)Die Reversal-Theorie
2.4) Die Kognitive Theorie
3) Vergleich der motivationstheoretischen Ansätze
4) Hierarchie der Bedürfnisse nach Maslow
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Begriff der Motivation sowie den zentralen theoretischen Strömungen der Motivationspsychologie auseinander. Ziel ist es, unterschiedliche Erklärungsansätze für menschliches Handeln zu systematisieren, kritisch zu vergleichen und abschließend die Bedeutung von Motiv-Hierarchien, insbesondere am Beispiel von Maslows Bedürfnispyramide, zu erörtern.
- Grundlagendefinitionen von Motivationsprozessen
- Klassische Instinkt- und Triebtheorien
- Differenzierung kognitiver und reaktiver Motivationsmodelle
- Vergleichende Analyse motivationstheoretischer Ansätze
- Humanistische Perspektiven auf menschliche Bedürfnishierarchien
Auszug aus dem Buch
2.3) Die Reversal-Theorie
Die Reversal-Theorie verneint die Theorie der Spannungsreduzierung. Sie beschäftigt sich mit den Widersprüchen der Motivation. Michael Apter und andere Vertreter dieser Richtung sagen, dass es immer zwei gegensätzliche Pole von motivationalen Zuständen gibt, die sich gegenseitig entgegen stehen. So beispielsweise zielorientierte und ernste Motive gegenüber verspielten und auf freie Tätigkeit orientierten. Eine Hausarbeit zu schrieben und ernsthaft zu recherchieren um diese qualitativ gut zu machen ist eine Sache. Nebenbei im Internet nach interessanten Nachrichten oder Musik zu schauen um sich abzulenken, eine andere. Die Umkehrung oder Reversion einer Motivation in eine andere sich in Opposition zu ihr befindende wird durch die Reversal-Theorie erklärt. Befindet sich Student A in einer ernsten, konzentrierten Verfassung, hat er daraufhin nach einer bestimmten Zeit auch wieder das Verlangen in eine spielerischen, freien Zustand zu kommen. Die Theorie besagt auch, dass sich entgegenstehende motivationale Zustände ausschließen, also nicht gleichzeitig nebeneinander bestehen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert Motivation als dynamischen Prozess und Prozess der Verhaltensausrichtung unter Einbeziehung zentraler Begriffe wie Anreiz, Instinkt, Kognition und Trieb.
2) Welche Theorien zum Begriff werden unterschieden?: Hier werden vier klassische Motivationsmodelle vorgestellt, die den menschlichen Antrieb durch Instinkte, Triebe, Reversal-Dynamiken oder kognitive Prozesse erklären.
3) Vergleich der motivationstheoretischen Ansätze: Die Kapitelinhalte werden einer kritischen Synthese unterzogen, wobei insbesondere die Kontroverse zwischen externalen und internalen Ursachen für menschliches Verhalten beleuchtet wird.
4) Hierarchie der Bedürfnisse nach Maslow: Das abschließende Kapitel erläutert die stufenweise Anordnung menschlicher Bedürfnisse vom biologischen Überleben bis hin zur Selbstverwirklichung und Transzendenz.
Schlüsselwörter
Motivation, Motivationspsychologie, Instinkttheorie, Triebtheorie, Reversal-Theorie, Kognitive Theorie, Bedürfnispyramide, Abraham Maslow, Selbstverwirklichung, Verhaltensbereitschaft, Handlungsverursachung, Humanistische Psychologie, Interne Motivation, Externe Motivation, Leistungsbereitschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in das Themenfeld der Motivationspsychologie, indem sie wesentliche Definitionen und historische sowie moderne Theorien zur Entstehung menschlichen Handelns darlegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Motivation, der Gegenüberstellung unterschiedlicher psychologischer Erklärungsmodelle und einer abschließenden Einordnung menschlicher Bedürfnisse in eine hierarchische Struktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, dem Leser einen Überblick über die verschiedenen motivationspsychologischen Ansätze zu geben und deren Stärken sowie Schwächen im Kontext menschlichen Verhaltens aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und den Vergleich etablierter psychologischer Konzepte sowie Forschungsergebnisse renommierter Wissenschaftler wie Maslow, Zimbardo und Hull.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Motivationsfaktoren, die detaillierte Darstellung von Instinkt-, Trieb-, Reversal- und kognitiven Theorien sowie einen wertenden Vergleich dieser Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff „Motivation“ sind insbesondere die „Bedürfnispyramide“, „Attribution“, „Instinkt“ und „Trieb“ für das Verständnis der Arbeit zentral.
Warum wird die Reversal-Theorie gesondert betrachtet?
Die Reversal-Theorie ist deshalb besonders interessant, da sie die gängige Spannungsreduktionstheorie infrage stellt und stattdessen von gegensätzlichen motivationalen Zuständen ausgeht, die situativ wechseln.
Wie bewertet der Autor die Maslowsche Bedürfnishierarchie?
Der Autor würdigt Maslows Modell als aufschlussreiches Ordnungssystem für menschliche Bedürfnisse, weist jedoch kritisch darauf hin, dass die strikte Hierarchie der Stufen in der Realität nicht immer in dieser starren Form Bestand hat.
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- Sebastian Förster (Author), 2007, Motivation und Motivationstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166247