Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the 20th century

Zur ethischen Beurteilung von Klonierungsverfahren am Menschen

Title: Zur ethischen Beurteilung von Klonierungsverfahren am Menschen

Examination Thesis , 2010 , 51 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Andreas Sommer (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Kaum eine fachwissenschaftliche Debatte wurde im letzten Jahrzehnt so sehr in die Öffentlichkeit getragen wie die Diskussion über das Klonen von Menschen. Voreilige Reaktionen oder Fehlschlüsse, man könne das Aussehen und die Fähigkeiten seiner Kinder zukünftig an Hand von Katalogen aussuchen und zusammenstellen lassen, wurden gezogen und erhitzten nicht zu Unrecht die Gemüter von Menschenrechtlern und aufgeklärten Fachwissenschaftlern. Auch Szenarien man könne Einstein oder andere Genies wieder auferstehen lassen wurden konstruiert.
Mittlerweile hat sich die öffentliche Diskussion wieder etwas beruhigt. Ungeachtet dessen spielen Klonierungsverfahren, speziell am Menschen, weiterhin eine gewichtige Rolle im internationalen Diskurs. Während sich Deutschland und andere westeuropäische Staaten ausdrücklich gegen das Klonieren am Menschen aussprechen, setzt England als eine der wenigen europäischen Ausnahmen seine Forschungsarbeiten bezüglich des therapeutischen Klonens seit geraumer Zeit fort.
Ich habe es mir in der vorliegenden Arbeit zur Aufgabe gemacht, die verschiedenen Positionen gegenüber dem Klonen von Menschen aus ethischer Sicht zu beleuchten. Dabei werde ich untersuchen, welche Argumentationen den jeweiligen Positionen zu Grunde liegen und wie diese ethisch zu bewerten sind. Ich maße mir dabei jedoch nicht an, eine Lösung in dieser kontroversen Diskussion zu finden, da die aufkommenden Fragen, wann beispielsweise menschliches Leben beginnt und ob an dieses die Menschenwürde in jeder Phase der Entwicklung zwingend und absolut gekoppelt ist, viel zu komplex und evident sind, um im Rahmen dieser Arbeit hinreichend genau beantwortet werden zu können.
Da Teile der Diskussion nur unter einem gewissen fachlichen Grundwissen zu verstehen sind, beginne ich meine Arbeit mit der Beschreibung der grundlegenden Begriffe und einer Erklärung der gängigen Klonierungsverfahren. Im Anschluss daran befasse ich mich mit der ethischen Betrachtung des reproduktiven Klonens, dessen Befürworter sich als primäres Ziel die Schaffung eines geklonten Menschen gesetzt haben. Im dritten Teil meiner Arbeit setze ich mich mit dem Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken auseinander. Diesbezüglich sind die international vertretenen Positionen äußerst kontrovers, weshalb die ethische Betrachtung hier den wohl umfangreichsten Teil der Arbeit darstellt. Ein persönliches Fazit über die ethischen Aspekte des Klonens schließt die vorliegende Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biologische Grundlagen und Begriffsbestimmungen

2.1 Begriffsbestimmungen

2.1.1 Klonen

2.1.2 Klonen zu Fortpflanzungszwecken und Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken

2.1.3 Embryo

2.1.4 Totipotenz

2.1.5 Pluripotente und adulte Stammzellen

2.1.6 Embryonale Stammzellen (ES-Zellen) und embryonale Keimzellen (EG-Zellen)

2.2 Klontechniken

2.2.1 Embryosplitting

2.2.2 Klonen durch Zellkerntransfer

3 Klonen zu Fortpflanzungszwecken

3.1 Ziele und Anwendungsmöglichkeiten des reproduktiven Klonens

3.2 Ethische Betrachtung

3.2.1 Aktuelle ethische Zulässigkeit

3.2.2 Prinzipielle ethische Zulässigkeit

3.2.2.1 Menschenwürde

3.2.2.1.1 Unnatürlichkeit und ethische Unzulässigkeit

3.2.2.1.2 Instrumentalisierung und Selbstzwecklichkeit

3.2.2.1.3 Genetische Identität und personale Individualität

3.2.2.1.4 Psychologische Faktoren der Identitätsfindung

3.2.2.2 Utilitaristische Argumentation

3.2.2.3 Folgen des reproduktiven Klonens für die Gesellschaft

3.3 Fazit

4 Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken

4.1 Ziele, Anwendungsmöglichkeiten und Risiken

4.2 Ethische Betrachtung

4.2.1 Schutzanspruch von Embryonen

4.2.1.1 Ethische Betrachtung aus Sicht der Religionen

4.2.1.2 internationale Standpunkte

4.2.1.3 Philosophische Argumentationen

4.2.1.3.1 Kontinuitätsargument

4.2.1.3.2 Identitätsargument

4.2.1.3.3 Potenzialitätsargument

4.2.1.3.4 Spezies-Argument

4.2.1.3.5 Menschenwürde

4.2.1.3.6 Mensch-Sein und Person-Sein

4.2.1.4 Zusammenfassung

4.2.2 Dammbruchargumente

4.3 Konsequenzen

4.3.1 Prinzipielles Verbot des Forschungsklonens zu therapeutischen Zwecken

4.3.2 Aktuelles Verbot des Forschungsklonens zu therapeutischen Zwecken

4.3.3 Aktuelle, aber begrenzte Zulassung des Forschungsklonens zu therapeutischen Zwecken

4.4 Fazit

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Klonierungsverfahren am Menschen, unterteilt in die Bereiche des reproduktiven Klonens und des Forschungsklonens zu therapeutischen Zwecken, um eine begründete ethische Bewertung der verschiedenen Positionen zu ermöglichen.

  • Grundlegende Definitionen und biologische Verfahren der Klonierung
  • Ethische Analyse des reproduktiven Klonens (Menschenwürde, Identität, Gesellschaft)
  • Ethische Debatte um das Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken (Schutzanspruch von Embryonen)
  • Diskussion von Dammbruchargumenten und gesellschaftlichen Folgen
  • Untersuchung internationaler Standpunkte und religiöser Perspektiven

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1.2 Instrumentalisierung und Selbstzwecklichkeit

Ein weiteres Argument, dass das Klonen gegen die Menschenwürde verstößt liefert Braun:

„Beim Klonen [...] liegt eine Verletzung der Menschenwürde vor, weil die so „gemachten“ Menschen nach Maßgabe der Zwecke anderer geschaffen werden; sie sollen bestimmte Eigenschaften, Merkmale oder Fähigkeiten haben, um bestimmte Zwecke zu erfüllen. Oder sie sollen schlicht der Vernutzung dienen.“

Der Klonierungsvorgang bedeutet hier also eine Instrumentalisierung des Klons. Der Klon dient einem bestimmten Zweck, würde es diesen nicht geben, so würde der Klon nicht existieren. Wenn es einmal als legitim gilt, einen Menschen als Instrument zu behandeln, so würde sich diese Betrachtungsweise schnell verallgemeinern. Denn wenn es in einem Fall legitim ist, warum sollte es dann in einem andern nicht auch legitim sein?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema der ethischen Debatte um das Klonen und Darlegung des Forschungsanliegens.

2 Biologische Grundlagen und Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Begriffe wie Klonen, Embryo, Stammzellen sowie Erläuterung der technischen Verfahren.

3 Klonen zu Fortpflanzungszwecken: Ethische Auseinandersetzung mit dem reproduktiven Klonen unter Berücksichtigung von Menschenwürde, Identitätsaspekten und gesellschaftlichen Folgen.

4 Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken: Analyse der Kontroverse um das Forschungsklonen, insbesondere bezüglich des Schutzanspruchs des Embryos.

5. Schlussbemerkung: Resümee der ethischen Bewertung, das sich kritisch gegen das reproduktive Klonen ausspricht und auch beim therapeutischen Klonen erhebliche Bedenken äußert.

Schlüsselwörter

Klonen, Menschenwürde, Embryo, Stammzellen, Reproduktives Klonen, Forschungsklonen, Bioethik, Instrumentalisierung, Identität, Totipotenz, Zellkerntransfer, Ethische Zulässigkeit, Therapeutisches Klonen, Embryosplitting, Schutzanspruch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit widmet sich der ethischen Beurteilung von Klonierungsverfahren am Menschen im Kontext der Philosophie und Ethik.

Welche zwei Hauptbereiche werden in der Arbeit unterschieden?

Die Arbeit ist in zwei Hauptteile gegliedert: das reproduktive Klonen (Erzeugung eines kompletten Menschen) und das Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verschiedenen ethischen Argumente und Positionen zum Klonen von Menschen zu beleuchten und kritisch zu bewerten, ohne dabei eine endgültige Lösung für die komplexe Debatte zu erzwingen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine philosophisch-ethische Untersuchung, die auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auseinandersetzung mit ethischen Prinzipien (wie der Menschenwürde und dem Utilitarismus) basiert.

Welche zentralen ethischen Konzepte spielen eine Rolle?

Besonders zentral sind die Menschenwürde, das Instrumentalisierungsverbot, die Identitätsfindung sowie der moralische Schutzanspruch von Embryonen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Klonen, Bioethik, Menschenwürde, Embryonenschutz und die Unterscheidung zwischen therapeutischem und reproduktivem Klonen.

Warum wird das reproduktive Klonen in der Arbeit primär abgelehnt?

Der Autor argumentiert, dass beim reproduktiven Klonen eine Verletzung der Menschenwürde vorliegt, da das Kind zum Mittel für fremde Zwecke (Instrumentalisierung) gemacht wird und die Identitätsentwicklung des Klons gefährdet ist.

Welche Problematik sieht der Autor beim Forschungsklonen zu therapeutischen Zwecken?

Die Hauptkritik richtet sich hier auf den hohen Bedarf an Eizellen und den damit verbundenen Verschleiß von Embryonen, was ethische Fragen hinsichtlich des Lebensbeginns und der Instrumentalisierung von Frauen bei der Eizellgewinnung aufwirft.

Excerpt out of 51 pages  - scroll top

Details

Title
Zur ethischen Beurteilung von Klonierungsverfahren am Menschen
College
University of Leipzig
Grade
1,5
Author
Andreas Sommer (Author)
Publication Year
2010
Pages
51
Catalog Number
V166287
ISBN (eBook)
9783640819461
ISBN (Book)
9783640822584
Language
German
Tags
Klonen Menschenwürde Stammzellforschung Utilitarismus Ethik Philosophie Embryonenforschung Forschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Sommer (Author), 2010, Zur ethischen Beurteilung von Klonierungsverfahren am Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166287
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  51  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint