Emile Durkheim

Eine Untersuchung der sozialen Arbeitsteilung mit Bezug auf die Kulturwissenschaften


Hausarbeit, 2009
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kulturbegriff

3. Biographie Emile Durkheims

4. Arbeitsteilung
4.1 Die mechanische Solidarität
4.2 Die organische Solidarität

5. Durkheims Einfluss auf die Kulturwissenschaft
5.1 Die elementaren Formen des religiösen Lebens

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Da Kulturtheorie einen theoretischen Entwurf zum Verständnis von Kultur darstellt und somit im „Schnittpunkt“ vieler verschiedener Wissenschaften steht, wie zum Beispiel Ethnologie, Soziologie, Anthropologie, oder auch Politikwissenschaften, wird deutlich, dass Kulturtheorie an sich sehr stark von anderen Disziplinen beeinflusst wird. Das grundlegende Verständnis über die Gesamtheit menschlichen Zusammenlebens im sozialen Umfeld steht dabei im Vordergrund. In Kulturtheorien sollen theoretische Grundlagen erarbeitet werden, um das Verständnis von Kulturen zu erweitern, dabei werden andere Kulturen gewissermaßen beobachtet. Der Begriff „Theorie“ kommt vom griechischen und bedeutet: beobachten, betrachten oder auch anschauen. Nun gibt es äußerst viele Theoretiker, oder Wissenschaftler, die das Verständnis der Kulturtheorie mit ihren Anschauungen beeinflussten. Inwieweit dies von statten ging soll im Folgenden beschrieben werden. Dabei soll eine Auseinandersetzung mit dem einflussreichen Soziologen „Emile Durkheim“ geschehen, um so seine Gedankengänge veranschauliche zu können. Was genau macht seine Theorie aus? In welche Zeitspanne ist diese einzuordnen? Wo und unter welchen Umständen entstand diese Theorie? Zu allererst soll eine Definition dessen entstehen, was Kultur genau ausmacht. Was umfasst Kultur, wodurch entsteht Kultur, worauf basiert diese und wodurch wird Kultur vermittelt.

Anschließend erfolgt eine Biographie Emile Durkheims, um ein Verständnis dieser Person erlangen zu können. Vor allem seine Analyse der sozialen Arbeitsteilung soll im weitesten Sinne dargestellt werden. Was genau ist mechanische und solidarische Arbeitsteilung und worin liegen nach Durkheim die Ursachen darin? Wenn diese Faktoren geklärt sind, kann der nächste Punkt eingeleitet werden, nämlich wie sich seine Theorie in der gegenwärtigen Kulturtheorie auszeichnet. Inwieweit beeinflusste Emile Durkheim durch seine theoretischen Ansätze die Entwicklung der Kulturwissenschaft? Hierbei wird vor allem deutlich werden, dass der so genannte Funktionalismus seinem Einfluss unterlag. Mit seinen Regeln der soziologischen Methode, seinen Studien über die soziale Arbeitsteilung und die elementaren Formen religiösen Lebens legte er die Grundlagen für eine strukturalistisch-funktionalistische Denkweise und war somit auch Vorläufer für Claude Levi Strauss’, Michel Foucault oder Pierre Bourdieu. Nach welchen Prinzipien dies verlief, soll im Folgenden genauer betrachtet werden, wobei eine genauere Definition des Funktionalismus dabei eine Rolle spielen wird.

2. Der Kulturbegriff

„Kultur, so heißt es einmal, sei einer der schlimmsten Begriffe, die je gebildet wurden – und die Beobachtung von Religion oder Kunst als Kultur habe verheerende Folgen gehabt.“[1] Nach diesem Zitat, sollte relativ deutlich geworden sein, wie komplex und wie enorm die Schwierigkeit ist, einen genauen „Kulturbegriff“ herzustellen. Selbst Luhmann hat sich nur an wenigen Stellen explizit zum Kulturbegriff geäußert und mit seinem oben genannten Zitat verdeutlicht er seine Skepsis gegenüber dessen Ergiebigkeit. Kultur umfasst nach heutigem Verständnis die Materielle und die nichtmaterielle Welt. Dazu gehören Güter, genauso wie auch Ideen, Ideologien oder Innovationen. Kultur entsteht durch soziales handeln, die Interaktionen beinhalten Kommunikation und Beziehungen. Kultur basiert auf das Wirklichkeitsverständnis. Das Wirklichkeitsverständnis wird durch Symboliken und Zeichen verdeutlicht. Kultur ist Bedeutung, die durch den subjektiven Sinn, wie Werte und Normen ausgezeichnet wird. Vermittelt wird Kultur durch soziale Verbreitung. Hierfür nötig ist gesellschaftliche Akzeptanz, Rituale, oder auch Traditionen. Der Kulturbegriff, wie er heute gebraucht wird, zeichnet sich durch seine inhaltliche Breite aus. „Wir sprechen von Kulturpolitik, Kulturphilosophie, Kulturbewusstsein, Kulturkreisen, Kulturnationen, von Subkultur, Geisteskultur, Massenkultur, Industriekultur, Bodenkultur und streiten über Leitkultur.“[2] Betrachtet man Kultur im ethnologischen Sinne, umfasst der Begriff die Gesamtheit der sozialen, politischen und künstlerischen Lebenssituationen eines Volkes. Weiter heißt es, dass der Begriff „Kultur“ von dem lateinischen Wort „cultura“ abstammt, welches von dem Verb „colere“ (hegen, pflegen, bebauen) abgeleitet wurde. Der Begriff „cultura“ bezieht sich mehr auf die Pflege von Ackerbau, jedoch kann hierzu eine Metapher zum gesellschaftlichen Kulturbegriff angewandt werden. „Sowohl bezüglich des Ackerbaus als auch des menschlichen Geistes sind Anstrengungen erforderlich – etwas bereits Vorhandenes wird durch Arbeit veredelt und verbessert.“[3] Nach Emile Durkheim sind Kultur und Gesellschaft ineinander vielfältig verschränkt und verschachtelt. Folgendes Zitat untermauert seine Gedanken: „Als Kultur legt sich jede Gesellschaft (…) in eine Vielfalt von Bereichen, Ebenen, Kräften, Aspekten und Einrichtungen auseinander, die sich teils verflechten und überschneiden, teils verwerfen und verdrängen. Selbst die interne und dynamische Logik der kulturellen Bedeutungssysteme bleibt gegenüber dem Handelnden immer offen und vieldeutig.“[4] Soviel zu Luhmanns Beitrag, Kultur sei einer der schlimmsten Begriffe, die je gebildet wurden. Dieser kleine Einblick des Versuches der Bildung des Kulturbegriffs, demonstriert wieder aufs Neue die Komplexität mit der sich die Kulturwissenschaft beschäftigt.

3. Biographie Emile Durkheims

David Émile Durkheim (1858 - 1917) war ein französischer Soziologe und Ethnologe. Er gilt als einer der Begründer der empirischen soziologischen Wissenschaft mit einer eigenständigen Methode, die nicht nur der Illustration von Hypothesen, sondern auch zu deren Beweis dient. Am 15. April 1858 wird er als Sohn einer jüdischen Familie im französischen Elsaß geboren. „Emile Durkheim wurde (…) als Nachfahre mehrerer Generationen von Rabbinern geboren. (…) Für Durkheim sei das Amt eines Rabbiners vorgesehen gewesen, er habe nach anfänglicher in dieser Richtung vollzogener Erziehung sich aber schon als Schuljunge entschlossen, die Familientradition nicht fortzusetzen.“[5] Im Jahre 1879 bis zum Jahre 1882 studiert Emile Durkheim Philosophie und Geschichte, was sein Denken im weitesten Sinne zu beeinflussen beginnt. Er ist danach zunächst als Lehrer der Philosophie an Gymnasien tätig. Mit seinem 27. Lebensjahr erfolgt ein einjähriger Aufenthalt in Deutschland als Stipendiat. Der Grund hierfür war, dass die Franzosen nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 vermuteten, dass die Schwachstellen in ihrem Universitätssystem maßgeblich zu ihrer Niederlage beigetragen hatten. Daher sollten junge talentierte Akademiker mittels Stipendien gefördert und nach Deutschland geschickt werden, damit diese dort den neuesten Stand der Technik kennen lernen konnten. Durkheim studiert infolge dessen in Berlin, Leipzig und Marburg. Nach seinem Studienaufenthalt in Deutschland publiziert er zwei Artikel über seine Stipendienzeit. Sein erster Artikel thematisiert die Philosophie in Deutschland. Durkheims Begeisterung für die Vielfalt der Lehrveranstaltungen wird deutlich und besonders der Philosoph und Psychologe Wilhelm Wundt beeinflussen sein weiteres Denken. Wilhelm Wundt (1832-1920) präsentiert zu seiner Zeit neue Ansätze auf dem Gebiet der Moralforschung. Nach Wundts Ansicht ist die Moral für die Integration des Einzelnen in einen größeren sozialen Zusammenhang verantwortlich. Sein zweiter Artikel stellt eine detaillierte Erläuterung zu Wundts Ansätzen der Moralforschung dar. Indem thematisiert Durkheim hauptsächlich die Auffassung, dass Moral auf sozialen Tatsächlichkeiten basiert da diese nur durch Beobachtungen und Handlungen erkannt werden kann. Diese Artikel bilden nicht nur das Fundament für seine spätere Tätigkeit in der Soziologie, sondern machen ihn auch bekannt und führen dazu, dass er vom Leiter der Hochschulabteilung im Erziehungsministerium 1887 einen Lehrauftrag für Sozialwissenschaft in Bordeaux erhält. 1887 -1902 hat er seine erste Professur für Soziologie. Er verfasst seine Habilitationsschrift und wird in Folge dessen zum Professor ernannt. 1893 publiziert Durkheim sein Werk „Über soziale Arbeitsteilung“. Danach folgen noch weitere Publikationen wie zum Beispiel: „Die Regeln der sozilogischen Methode“, oder auch „Der Selbstmord“. Im Jahre 1902 – 1906 nimmt Durkheim eine Lehrtätigkeit an der Pariser Universität Sorbonne auf, wo er 1906 einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften erhält. Durkheim verstirbt im Alter von 59 Jahren an einem Herzanfall und hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

[...]


[1] Günter Burkart und unter Runkel, 2004, S. 14

[2] Anne Löchte 2005, S. 27

[3] Anne Löchte 2005, S. 27

[4] Klaus P. Hansen 1993, S. 171

[5] Ulrich Joachim Maßner, 2001, S. 3

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Emile Durkheim
Untertitel
Eine Untersuchung der sozialen Arbeitsteilung mit Bezug auf die Kulturwissenschaften
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Gesellschaftswissenschaften und Philosophie)
Veranstaltung
Kulturtheorien
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V166342
ISBN (eBook)
9783640823727
ISBN (Buch)
9783640823208
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emile Durkheim, Kulturwissenschaft, Arbeitsteilung
Arbeit zitieren
Rebecca Ganci (Autor), 2009, Emile Durkheim , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166342

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Emile Durkheim


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden