Was zeichnet die adventistische Reformationsbewegung aus?

Eine Untersuchung zu den Hintergründen und einzelnen Glaubenssätzen


Hausarbeit, 2009

14 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der STA
2.1 Die Identitätszeichen der STA
2.2 Die Bedeutung der Offenbarung

3. Die Anfänge der Reformationsbewegung und deren weitere Entwicklung

4. Die 37 Glaubensgrundsätze der Reformadventisten
4.1Glaubensleben im Alltag

5. Die Bedeutung der Bibel
5.1 Der Wert Ellen G. Whites Schriften

6. Anspruch auf Exklusivität

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Vegetarischer Lebensstil, Kriegsdienstverweigerung, wörtliche Auffassung der 144.000, der Heilige Geist als Kraft, unbedingte Einhaltung des Sabbats, die vollständige Annahme der Schriften Ellen G. Whites und züchtige Kleiderordnung sind Aspekte, die angeblich zur Abspaltung der Siebenten-Tags-Adventisten führte. Die daraus entstandene adventistische Reformationsbewegung besteht noch bis heute. Doch wie hat es sich tatsächlich zugetragen? Was waren die Gründe, die eine Gruppe von Adventisten dazu veranleitete eine eigene Glaubensgemeinschaft zu bilden? Wie sieht das Alltagsleben aus? Welche Bedeutung nimmt die Bibel tatsächlich ein und welchen Part übernimmt die Prophetin Ellen G. White? Werden ihre Schriften über die der Bibel gestellt?

Um diesen Fragen eine zufrieden stellende Antwort abzuverlangen, ist es nötig sich mit der Entstehungsgeschichte der Adventisten auseinanderzusetzen. Wann entstand der Adventismus? Wer waren die einflussreichen Charaktere dieser Zeit? Was waren anfängliche

Identitätszeichen der Siebenten-Tags-Adventisten? Die „Namens-Adventisten-Gemeinschaft“- so die Anschuldigung – sei vom Glauben abgefallen und habe den Weg verlassen, während die Reformationsbewegung in der alten Tradition stehe.

In den Anfangsjahren der STA Reformationsbewegung liegt der Schwerpunkt noch auf Militär-Kriegsdienst- und Sabbatfrage, so wird dies nun durch die Frage der Lebensführung und der Gesundheitsreform ergänzt. Bei Betrachtung der 37 Glaubensgrundsätzen bekommt man ein klareres Bild von dem was es heißt der Reformationsbewegung anzugehören. Was wird beispielsweise über das Aussprechen des „Eids“ gesagt und welcher Standpunkt wird bei der „Dreieinigkeit“ eingenommen. Die Gabe der Weissagung wird zu einem zentralen Punkt der Gemeinschaft, welche ebenfalls Einfluss auf die Glaubenspunkte nehmen. Doch diese theoretischen Glaubensaspekte zeichnen sich auch in der Art und Weise der Lebensführung aus. Das Glaubensleben im Alltag bringt so vieles mit, was man von anderen Christen Gemeinschaften nicht kennt. Der Bezug zu „weltlichen“ Dingen wird so weit es geht vermieden und Ansichten über Mode, Medien und Sexualität zeigen einen Lebensstil, den man sonst nicht gewohnt ist. Aber auch die Auffassung der Bibel nimmt einen besonderen Platz in der Gemeinschaft ein. So wird beispielsweise die historisch-kritische Methode abgelehnt, da die „Heilige Schrift“ als von Gott vollständig inspiriert gilt. Die Bezeichnung „Sekte“ erlangte die Gemeinschaft unter anderem dadurch, dass ein angeblicher „Exklusivitätsanspruch“ vorlag. Doch wie sieht es in der Wirklichkeit aus? Wie lauten Argumente, die gegen eine solche Behauptung sprechen? Hat Ellen G. White mit ihren Schriften und Visionen tatsächlich neue „Offenbarungsquellen“ einfließen lassen?

2. Die Entstehung der Siebenten-Tags-Adventisten

Zurückzuführen ist die Entstehung der Siebenten-Tags-Adventisten auf das 19. Jahrhundert. Der so genannte „Adventismus“, d.h. die baldige Erwartung der Ankunft (Advent) Jesu Christi, war eine Bewegung, die viele Angehörige verschiedener christlicher Kirchen erfasste. Grundlage dieser Hoffnung war ein wörtliches Verständnis des Buches Offenbarung, wobei unter anderem auch die Errichtung des 1000jährigen Reiches[1] erwartet wurde. William Miller[2] kam aufgrund seiner Berechnungen zu dem Ergebnis, dass Christus zwischen dem 21. März 1843 und dem 21. März 1844 wiederkehren würde. Diese Annahme entstammt aus dem apokalyptischen Buch Daniel (8,14), wo es heißt „Und er antwortete mir: Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen um sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden“. Der Erweckungsbewegung Millers hatten sich Anfang der 40er Jahre hunderttausende Menschen angeschlossen, darunter auch ca. 300 Geistliche verschiedener Konfessionen. Das Ausbleiben der Wiederkunft Christi führte dazu, dass sich einzelne Gruppen und Gemeinschaften aus der Millerbewegung herauskristallisierten. Darunter fielen Gemeinschaften wie die „Evangelical Adventists“, oder die „Advent Christian Church“. Aus diesen Gemeinschaften entstand jedoch nicht die Siebenten-Tags-Gemeinde. 1863 erst organisierten James White und Joseph Bates (der bedeutendste Verkündiger der Sabbatlehre) die „Seventh-day-Adventist Church“. Bereits im Namen wird auf die „Heiligung des siebenten Tages“ hingewiesen, welcher sich auf den biblischen Sabbat stützt. James White heiratet 1846 seine Frau Ellen Gould White, geb. Harmon (1827-1915), die seit dem 22. Dezember 1844 zahlreiche Visionen, Gesichte und prophetische Träume hatte. Insgesamt wurden rund 2.000 überliefert, welche zur weiteren wegweisenden Entscheidungen der Siebenten-Tags-Adventisten dienten. 1975 fand die Bewegung der Siebenten-Tags-Adventisten auch in Europa ihren Weg. John Nevins Andrews (1829-1883) beginnt die Mission in Europa. Zusätzlichen Antrieb gibt der Bewegung der Besuch Ellen G. Whites 1888/89 in Deutschland. Die Siebenten-Tags-Adventisten sind heute noch die anführende Kraft im Adventismus geblieben und sind in nahezu allen Ländern der Erde aktiv. Am 11.07.2007 zählte man 38.216[3] Glieder in Deutschland. „Die Adventisten unterhalten weltweit 6.064 Schulen, Colleges und Universitäten, 567 Krankenhäuser und Kliniken sowie 158 Alten-, Kinder- und Waisenheime. Aufgrund von Stagnationserscheinungen in den Industrieländern leben inzwischen rund 80% der STA in Ländern der `Dritten Welt´, die sich unter anderem wegen der intensiven Sozial- und Bildungsarbeit der STA angeschlossen haben.“ (Hermann Ruttmann 2002, Seite 35). Des weiteres hatte die STA anfänglich den Ruf als „Sekte“. Gründe hierfür waren vier entscheidende Punkte: „1. die eschatologische Spekulation der Miller-Bewegung, 2. die Einführung des Sabbatheiligung, 3. die Rolle einer Frau als ´Geist der Weissagung´ und 4. der Exklusivitätsanspruch `Gemeinde der Übrigen`“(Geldbach 1992, S. 48). Der Hauptaspekt hierbei sei die Stellung Ellen G. Whites gewesen, die mit ihren Schriften „zusätzliche Offenbarungsquellen“ hervorgebracht haben soll. Ellen G. Whites Schriften sind „im Vergleich zur heiligen Schrift letzten Endes ohne fundamentale Bedeutung“(Geldbach 1992, S. 49). Erst in den 50er Jahren wurden die Siebenten-Tags-Adventisten als „Christen“ anerkannt. „Die weitere Geschichte der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten stellt den Weg einer kleinen `Winkelsekte` zu einer beachtenswerten christlichen Denomination vor Augen, oder genauer: sie zeigt die Entwicklung von einer apokalyptischen Endzeitgemeinde mit stark separatischen und perfektionistischen Zügen zu einer weltbezogenen Missionsgemeinschaft.“(Reimer 1979, S. 189). Weiter heißt es „Bei der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten handelt es sich nicht um eine `Sondergemeinschaft`, die sich durch einen sektiererischen Absolutheitsanspruch von allen übrigen Christen und Kirchen abhebt oder die bestimmte Sonderlehren vertritt, die nicht in der Bibel verankert sind und dem gesamtchristlichen Bekenntnis zum dreieinigen Gott und zur Erlösung durch Jesus Christus widersprechen. Die Siebenten-Tags-Adventisten verstehen sich nicht als alleinseligmachende Kirche. Doch sehen sie, wie die meisten anderen Kirchen für sich auch, in ihrer Gemeinschaft die jetzt erreichbare Fülle der Glaubenserkenntnis und des Glaubensgehorsams gegeben“(Rössler 1991, S. 153).

2.2 Die Identitätszeichen der Siebenten-Tags-Adventisten

Folgende ethische Ansichten der STA zeichnet diese Glaubensgemeinschaft aus und prägt auch die adventistische Reformationsbewegung:

- „Die Heiligung des Sabbats (vom Untergang der Sonne am Freitagabend bis zum Samstagabend) als Dank für die Heilstat Christi
- Die hohe Bedeutung der Zehn Gebote als Grundprinzipien des moralischen und religiösen Lebens
- Die Taufe von Erwachsenen, die eigenständig ihr Bekenntnis vor der Gemeinde ablegen
- Das in der Regel viermal im Jahr gefeierte Abendmahl als Gedächtnismahl mit Traubensaft und ungesäuertem Brot, eingeleitet mit der johanneischen Fußwaschung
- Der Zehnte an Vermögen und Einkommen als Beitrag zur Vollendung des endzeitlichen Werkes
- Das Verbot des Genusses von Rauschmitteln wie Alkohol, Nikotin, Koffein und Teein
- Die Ablehnung des Genusses von Schweinefleisch, Blutwurst und unreinen Tieren wie Kaninchen, Hasen oder ungeschuppter Meerestiere und die Propagierung einer tendenziell vegetarischen Ernährung“(Hermann Ruttmann 2002, S. 38).

[...]


[1] Offenbarung 20,1: „Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan, und band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführe, bis vollendet würden die tausend Jahre.“

[2] Lebte 1782-1849 und war Prediger einer Babtistengemeinde in Low Hampton/New York

[3] Vgl. http://www.remid.de/remid_info_zahlen.htm (17.04.2009)

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Details

Titel
Was zeichnet die adventistische Reformationsbewegung aus?
Untertitel
Eine Untersuchung zu den Hintergründen und einzelnen Glaubenssätzen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Gesellschaftswissenschaften und Philosophie)
Veranstaltung
Neben den Kirchen – Aktuelle Entwicklungen bei christlichen Sondergemeinschaften
Note
1,6
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V166344
ISBN (eBook)
9783640823734
ISBN (Buch)
9783640823215
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reformationsbewegung, eine, untersuchung, hintergründen, glaubenssätzen
Arbeit zitieren
Rebecca Ganci (Autor), 2009, Was zeichnet die adventistische Reformationsbewegung aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166344

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