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Hilfe und Kontrolle: Das doppelte Mandat der Sozialarbeit

Zu Formen der Hilfen in der Gesellschaft

Title: Hilfe und Kontrolle: Das doppelte Mandat der Sozialarbeit

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bernard Yaovi Agboyi (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Das Verhältnis zwischen den Menschen im alltäglichen Leben wird meistens bestimmt durch
unterschiedliche Hilfeleistungen in unterschiedlichen Formen. Im Allgemeinen braucht jeder
Mensch gewissermaßen Hilfe von einem anderen Menschen. Abgesehen von den häufigsten
Formen der Hilfe, nämlich Geld, Nahrung und Kleidung, wird das Helfen als ein Beitrag zur
Befriedigung der Bedürfnisse eines anderen Menschen verstanden. Außerdem hört man in
manchen Lebenssituationen Sätze , die von Menschen geäußert werden, die Hilfe brauchen:
beispielsweise : „Bitte, ich brauche Hilfe“, “Bitte, helfen Sie mir“, „ Komm mir bitte zur
Hilfe“, „ Was kann ich für Sie tun?“ usw. Manchmal kommt es vor, dass Hilfe eine
notwendige Voraussetzung für eine Person darstellt, um ihr Ziel zu erreichen. In der Sozialen
Arbeit wird Hilfe als eine Aufgabe thematisiert oder als ein Beitrag zur Regulierung des
sozialen Systems bezeichnet. Durch konkrete Programme und durch Planung, kommt Hilfe
zustande und der Versuch die Lebenssituation der Menschen zu verbessern gehört zu den
größten Herausforderungen der Sozialen Arbeit. Auch das Prinzip der Subsidiarität des
Staates gewinnt heutzutage an Bedeutung. In gewissem Maße wird die Herstellung von einem
sozialen Ausgleich oder einer sozialen Diskrepanz in der sozialen Arbeit erwartet. Die
Hilfeleistung führt zur sozialen Kontrolle. Zur Kontrolle dieses sozialen Systems, bedarf es
einer organisatorischen Struktur: von den klassischen Formen her wird die soziale Arbeit in
unterschiedlichen Problemaspekten neu definiert. Die Hilfeplanung wird neu angesetzt und
zielt darauf ab, Problemlösungsstrategien in spezifische Bereiche der Gesellschaft zu bringen.
In dieser Hausarbeit wird darauf hingewiesen, wie sich der Begriff Hilfe in unterschiedlichen
Gesellschaften zeitlich entwickelt hat und wie diese Änderungen nach wie vor zur
Legitimierung der Sozialen Arbeit beigetragen haben. Dabei wird das doppelte Mandat als
grundlegendes Prinzip der Sozialen Arbeit herangezogen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hilfe in alltäglichen Lebenssituationen: Formen und Funktion

2.2. Die Bedeutung der Gabe

2.2.1. Im Allgemeinen

2.2.2. In der primitiven Gesellschaft

2.3. Das Almosen

2.4. Unterschied zwischen arm und reich

3. Institutionalisierung von Hilfe

3.1. Neue Definition der Hilfe

3.2. Zur Entstehung der Sozialen Arbeit

4. Die Organisationsform der Hilfestruktur

4.1. Zur Bedeutung der Sozialen Arbeit

4.2. Ziel der Hilfestruktur

5. Das doppelte Mandat der Sozialarbeit

6.Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und strukturelle Entwicklung des Hilfebegriffs und dessen Transformation hin zur institutionalisierten Sozialen Arbeit, wobei ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen helfendem Handeln und sozialer Kontrolle liegt.

  • Historische Entwicklung von Hilfeformen (Gabe, Almosen)
  • Institutionalisierung und Spezialisierung des Helfens
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit im modernen Sozialstaat
  • Das Konzept des doppelten Mandats (Hilfe und Kontrolle)
  • Gesellschaftliche Integration und Bedürftigkeit

Auszug aus dem Buch

2.2.2. In der primitiven Gesellschaft

In der primitiven Gesellschaft hat die Gabe eine ganz andere Bedeutung. Die Gabe setzt ein Prinzip der Reziprozität voraus. Es ging nämlich um einen reziproken Austausch totaler Leistung. Diese Art und Weise Geschenke auszutauschen entwickelt/entwickelte sich nur unter Freunden und die Freunde sind nur diejenigen, die über Güter oder wertvolle Gegenstände verfügen. Der Tausch fand in den Volksstämmen statt, wobei ein Zeichen der Herrschaft, Macht oder Herausforderung zum Ausdruck kommen sollte. Sahle(1987) beschreibt in ihrem Werk welches der Gabe zugeschrieben wird, dass „das zentrale charakteristische Merkmal der Struktur (…) [ist] die Gleichzeitigkeit von Freiwilligkeit und Verpflichtung zum Austausch ist. Es ist Verpflichtung zum Schenken und Geben“ (Vgl. Sahle 1987:6)

Die Begründung der gegenseitigen Hilfe in der primitiven Gesellschaft erfolgt durch besondere feierliche Gelegenheiten am Beispiel von Kula und Potlatch.

Allerdings ist der Kula ein Tauschsystem und erstreckt sich auf 14 Inselgruppen vor dem östlichen Papua Neuginea. Getauscht werden beim Kula im Kreis der Inseln zwei Typen von Wertgegenständen aus Muscheln. Der Tausch der Kula-Objekte ist in ein komplexes Gefüge von sozialen Prozessen und religiösen Ritualen eingebunden. Im Rahmen des Kula-Tausches wird Reichtum transferiert, Status erworben, Allianzen zwischen Personen und Gruppen werden geschlossen. Die Reziprozität des Tausches ist die Etablierung der Tauschpartnerschaft um die soziale Beziehung indirekt herzustellen, erklärt Sahle (1987).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert die Bedeutung von Hilfe im Alltag und führt in die wissenschaftliche Fragestellung ein, wie Hilfe als Aufgabe der Sozialen Arbeit zu einer Form sozialer Kontrolle wurde.

2. Hilfe in alltäglichen Lebenssituationen: Formen und Funktion: Es wird die historische Genese des Hilfebegriffs durch die Konzepte der Gabe, des Almosens sowie der sozialen Stratifikation (arm/reich) analysiert.

3. Institutionalisierung von Hilfe: Hier wird der Prozess beschrieben, in dem Hilfe von einer moralischen, oft religiös motivierten Handlung in eine organisierte, gesellschaftliche Notwendigkeit überführt wurde.

4. Die Organisationsform der Hilfestruktur: Dieses Kapitel erläutert, wie Soziale Arbeit als spezialisiertes System Aufgaben übernimmt, um Individuen zu resozialisieren und in die Gesellschaft zu integrieren.

5. Das doppelte Mandat der Sozialarbeit: Der zentrale Begriff des doppelten Mandats wird expliziert: die Aufgabe des Sozialarbeiters, zwischen den Bedürfnissen des Klienten und den Erwartungen des Staates bzw. der Gesellschaft zu vermitteln.

6.Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass Soziale Arbeit als notwendig organisierte Hilfe fungiert, um bei Versagen privater Netzwerke Belastungssituationen zu mildern und Autonomie zu fördern.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Hilfe, Kontrolle, doppeltes Mandat, Reziprozität, Gabe, Almosen, Institutionalisierung, Sozialstaat, Bedürftigkeit, Resozialisierung, Integration, gesellschaftlicher Wandel, Hilfestruktur, Subsidiarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Transformation des Helfens von einer archaischen, wechselseitigen Handlung zu einer staatlich organisierten und professionell strukturierten Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung der Gabe und des Almosens, die Institutionalisierung von Hilfe in der Industriegesellschaft sowie die Entstehung der professionellen Sozialarbeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Fragestellung kreist darum, wie sich der Begriff "Hilfe" über die Zeit verändert hat und wie diese Entwicklung zur Entstehung und Legitimierung der Sozialen Arbeit sowie ihres doppelten Mandats beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse soziologischer Literatur (insb. Niklas Luhmann) und fallstudienorientierter Forschung (Sahle) basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Formen des Helfens, die Unterschiede zwischen archaischen und modernen Gesellschaftssystemen sowie die Rolle des Sozialarbeiters als Vermittler zwischen Klienteninteressen und staatlichen Vorgaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "doppeltes Mandat", "Soziale Kontrolle", "Reziprozität" und "Institutionalisierung von Hilfe" definiert.

Wie wird das "doppelte Mandat" in dieser Arbeit definiert?

Das doppelte Mandat bezeichnet die professionelle Rolle des Sozialarbeiters, der einerseits dem Klienten bei der Problemlösung hilft, andererseits aber auch staatliche Anforderungen zur sozialen Integration und Konformität umsetzen muss.

Welche Rolle spielt die "Gabe" in archaischen Gesellschaften im Vergleich zur heutigen Sozialhilfe?

In archaischen Gesellschaften war die Gabe an das Prinzip der Reziprozität und Verpflichtung gebunden, während heutige soziale Hilfe als staatlich organisierter Prozess zur Beseitigung von Problemfällen ohne direkte materielle Gegenleistung des Klienten erfolgt.

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Details

Title
Hilfe und Kontrolle: Das doppelte Mandat der Sozialarbeit
Subtitle
Zu Formen der Hilfen in der Gesellschaft
College
University of Bamberg  (Erziehungswissenschaft)
Course
Begründung sozialpädagogischer Handlungen
Grade
1,3
Author
Bernard Yaovi Agboyi (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V166381
ISBN (eBook)
9783640824656
ISBN (Book)
9783640824557
Language
German
Tags
hilfe kontrolle mandat sozialarbeit formen hilfen gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernard Yaovi Agboyi (Author), 2010, Hilfe und Kontrolle: Das doppelte Mandat der Sozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166381
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