Unterrichtsplanung zu Harper Lee´s 'To Kill a Mockingbird'

Inklusive Reihenplanung


Seminararbeit, 2009

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorüberlegungen

2. Sachanalyse

3. Didaktische Reduktion

4. Reihenplanung:

5. Begründung der methodischen Vorgehensweise in der Doppelstunde

6. Fazit

7. Literaturangaben:

1. Vorüberlegungen

Literatur ist ein feststehender Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts der Sekundarstufe II, d.h. die Klassenstufen 11 und 12. Neben der Förderung der sprachlichen Kompetenzen, wie z.B. der Rezeption, d.h. Hör-, Seh- und Leseverstehen, der Produktion und Interaktion, d.h. der Verbesserung des Sprechens und Schreibens und der sprachlichen Mediation (mündliche und schriftliche Sprachmittlung in zweisprachigen Kontexten), ist die Arbeit mit Literatur pädagogisch sehr wertvoll, denn die Schüler sollen dadurch nicht nur den Umgang mit verschiedenen Text-Genres kennenlernen, sondern auch ihre interkulturellen Kompetenzen bzw. die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kernthemenbereichen verbessern.

In den meisten Fällen ist der Umgang mit Literatur im Unterricht beliebt bei den Schülern, denn es handelt sich dabei um authentisches Material, durch das sie nicht nur ihren sprachlichen Horizont erweitern können, sondern auch Einblicke in andere Kulturkreise erhalten und sich bei intensiver Auseinandersetzung in die Lektüre rein-lesen können. Dabei hat der Lehrer verschiedene Möglichkeiten die Literatur, die im Falle dieser Unterrichtsreihe ein Roman ist, einzuführen. In Anbetracht des reifen Alters der Schüler sollte man den Fokus auf Schüler- orientierte Aktivitäten legen, denn dadurch werden sie angeregt eigenständig nachzudenken und in Gruppenarbeiten wird ihr Interesse erhalten (See Collie/Slater 3-11).

Da es sich beim vorliegenden Text, um einen Roman handelt, gibt es vor allem drei grundsätzliche Herangehensweisen die zu unterscheiden sind: pre-, while-and postreading. Bei der Betrachtung eines literarischen Textes, bevor die Schüler mit dem Lesen begonnen haben, hat man die Möglichkeit mittels verschiedener Medien wie beispielsweise Internet, Filmausschnitten, Artikeln oder Textausschnitten, die thematisch oder atmosphärisch adäquat sind, auf das Thema einzustimmen. Wenn man mit den Schülern zusammen den Text erschließen möchte, kann man vor allem das aktive Lesen fördern indem Textstellen gemeinsam gelesen werden, und u.a. Leseeindrücke reflektieren und das Textverständnis sichern. Bei der Betrachtung der Literatur, nachdem die Schüler den Leseprozess abgeschlossen haben, hat man die Möglichkeit sich mit der Analyse und Interpretation des gesamten Textes zu beschäftigen. Außerdem kann man das kreative Arbeiten fördern, indem die Lehrkraft die Schüler anregt, den Text umzuschreiben oder in ein anderes Medium zu übertragen.

Bei dem nachfolgenden Entwurf einer Unterrichtsreihe zu Harper Lees To kill a mockingbird möchte ich meinen Fokus vor allem auf innovative Unterrichtsmethoden und Gruppenarbeit legen, bei der die Schüleraktivität im Vordergrund steht und möglichst viele verschiedene Medien zum Einsatz kommen.

2. Sachanalyse

Harper Lee wurde am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, einem kleinen verschlafenen Ort in den Südstaaten Amerikas, geboren. Von ihren Lebensumständen als Kind und den sozialen Verhältnissen und Ereignissen zu dieser Zeit inspiriert, entstand ihr Roman To kill a mockingbird, der 1960 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde sogar erfolgreich mit Gregory Peck verfilmt und sie erhielt für die Erzählung 1961 den beliebten Pulitzer Preis. Danach veröffentlichte sie nie wieder ein Buch mit der Begründung: „When you have a hit like that, you can´t go anywhere but down“ (Robbins 6).

Die Ich- Erzählerin des Romans ist die 6-Jahre alte Jean Louise Finch, die von allen nur bei ihrem Spitznamen Scout gerufen wird. Sie wohnt mit ihrem 4-Jahre älteren Bruder Jem, ihrem Vater, einem Anwalt, und der dunkelhäutigen Haushaltshilfe Calpurnia auf einer Farm in dem verschlafenen kleinen Südstaatenort Maycomb. Die sozialen Verhältnisse sind von der Zeit der wirtschaftlichen Depression gezeichnet. Die eigentliche Handlung setzt während des Sommers ein, in dem die Geschwister sich mit dem Nachbarsjungen Dill anfreunden, der die Ferien bei seiner Tante Miss Rachel Haverford verbringt. Die Kinder, insbesondere Dill, sind fasziniert von den geheimnisvollen Geschichten über das Haus der Radleys, das sich in ihrer Nachbarschaft befindet. Arthur Radley, genannt Boo, wurde mit seinen Freunden früher wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses, was eigentlich eine Kleinigkeit war, zu einigen Jahren Besserungsanstalt verurteilt. Danach nahm ihn sein Vater in „häusliche Gefangenschaft“, wo ihm Boo sogar mit einer Schere ins Bein stach und daraufhin in den Keller des Rathauses gesperrt wurde. Nach dem Tod des Vaters kam Boos Bruder, um im Haus auf ihn aufzupassen. Man sagt in dem Haus spuke es, da man Boo und sein Bruder seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Kinder stellen den ganzen Sommer über ihren Mut auf die Probe und nähern sich dem Haus immer mehr, in der Hoffnung Boo zu sehen, was aber nie passiert.

Im darauffolgenden Sommer kommt Dill zurück und die Kinder beginnen wieder damit, ihr Spiel um den mysteriösen Arthur Radley aufzunehmen. Sie finden immer häufiger kleine Geschenke und erahnen, dass sie von Boo sind.

Als ein Mitschüler in Scouts Beisein Atticus als „Nigger-Anwalt“ bezeichnet, stellt sie ihren Vater zur Rede. Dieser berichtet, dass er den dunkelhäutigen Tom Robbins verteidige, der zu Unrecht beschuldigt wird die weiße 19-jährige Mayella Ewell, die Tochter eines bekannten gewalttätigen Alkoholikers, vergewaltigt zu haben. Schon in den folgenden Kapiteln vor dem Prozess, lernen die Kinder ihren Vater mit anderen Augen zu sehen. Er ist ein sehr gerechtigkeitsliebender Mann und trotz der allgemein feindlichen Atmosphäre im Dorf und der aussichtslosen Chancen für den Fall, lässt er sich nicht davon abbringen Tim zu verteidigen. Während des Prozess kristallisiert sich für den Leser heraus, dass Tom unschuldig ist, aber er wird trotzdem von der Jury einstimmig verurteilt. Bob Ewell, der Vater des angeblichen Opfers, schwört Atticus Rache, dass er den „Nigger“ verteidigt hat. Bei einem Fluchtversuch aus dem Gefängnis wird Tim Robbins später erschossen und alle Vorurteile gegen die schwarze Bevölkerung scheinen sich bestätigt zu haben. Als eines Nachts der aggressive Bob Ewell Jem und Scout angreift, kommt ihnen Arthur Radley zur Hilfe geeilt und tötet ihren Angreifer mit einem Küchenmesser. Atticus und sein Freund Mr. Tate vertuschen die Tat, um den schüchternen Boo vor der Öffentlichkeit, sprich der Gemeinde von Maycomb, zu schützen. Zum Schluss kann der Leser erkennen, dass Scout zwar ihre Kindlichkeit in den letzten beiden Jahren beibehalten konnte, aber durch die sehr ernsten Ereignisse reifer geworden ist.

Zunächst ist ein sehr interessantes und wichtiges Thema der historische Kontext des Buches. Dafür sollte man zuerst die Situation in Amerika, respektive die der Südstaaten, in den 30er Jahren betrachten, denn diese war vor allem durch die Nachwehen des Wirtschaftscrashs geprägt. Es gab fast keine Arbeit mehr und viele Menschen lebten an der Armutsgrenze, woraus auch ein großes Maß an Unzufriedenheit resultierte und die Suche nach Schuldigen oft bei der afro-amerikanischen Bevölkerung endete. Die Südstaaten waren auch zusätzlich die Verlierer des Bürgerkriegs und deshalb unzufrieden mit ihrer Lebenssituation. Da die Schwarzen dort früher nur Sklaven waren, räumte man ihnen zu dieser Zeit immer noch wenig Recht und fast keinen Respekt ein. Die Gesellschaft von Maycomb ist ein Paradebeispiel für die Gesellschaft zu dieser Zeit und im Laufe des Romans kann der Leser ihre Heuchelei und Doppelmoral erkennen; z.B. das Verhalten gegenüber Tim Robinson, aber die Distanzierung von den Nazis (Lee, Harper 266ff).

Außerdem kann man viele Parallelen in der Kindheit von Nelle Harper Lee und ihrer Protagonistin Scout finden: Lee wuchs fast zur gleichen Zeit und auch in einem kleinen verschlafenen Städtchen der Südstaaten auf und ihre häusliche Situation war ebenfalls ähnlich. Desweiteren gab es viele Spekulationen darüber, ob als Vorlage für Tims Prozess, die Verurteilung mehrerer schwarzer Männer in Scottsboro, Alabama wegen Vergewaltigung fungierte. Damals wurden nämlich viele Stimmen laut, die behaupteten, die Verurteilung beruhe nur auf Vorurteilen bezüglich der Rasse.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsplanung zu Harper Lee´s 'To Kill a Mockingbird'
Untertitel
Inklusive Reihenplanung
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Anglistik)
Veranstaltung
Literaturdidaktik
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V166425
ISBN (eBook)
9783640825356
ISBN (Buch)
9783640825684
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsplanung, harper, lee´s, kill, mockingbird, reihenplanung
Arbeit zitieren
Michelle Becker (Autor), 2009, Unterrichtsplanung zu Harper Lee´s 'To Kill a Mockingbird', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166425

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