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Das lernfähige Programm ohne Lernfähigkeit

Eine Kritik der Bund-Länder-Initiative "Soziale Stadt"

Titel: Das lernfähige Programm ohne Lernfähigkeit

Hausarbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Antonia van Delden (Autor:in)

Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Mai 1993 wird das Landesprogramm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ als integriertes Handlungskonzept in Nordrhein-Westfalen (NRW) lanciert. Neben anderen internationalen Ansätzen soll es später als Vorläuferprogramm zum Bundesprogramm Soziale Stadt gelten. Dieses Bund-Länderprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ wird 1999 von der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufen und stellt eine Reaktion auf die gestiegene soziale Polarisierung innerhalb deutscher Städte (Segregation) und den zunehmenden Bedeutungsgewinn des Sozialraumes für die individuellen Lebensentwicklung dar. Konnte das Programm seine Zielsetzung erreichen?
Das integrative Konzept hat ein experimentelles Projektdesign, das durch vielfache Evaluationen weiterentwickelt werden soll. In Hinblick auf bereits vorhandene Evaluationen soll in dieser Arbeit, nach einer knappen Vorstellung der Bund-Länder-Initiative Soziale Stadt, das Konzept in seiner bisherigen Form untersucht werden. Im Folgenden soll versucht werden Defizite aufzudecken, um dann in einem zweiten Schritt Handlungsempfehlungen formulieren zu können.
Die selektive Vorstellung und Einführung in das Konzept wird mit Fokus auf den Kern der Idee vorgenommen, der integrative Ansatz, der in dieser Arbeit variabel aufgefasst wird. Nicht nur ist damit der innovative Kern des Konzeptes, das integrierte Handlungskonzept, gemeint. Auch lässt sich das Stichwort Integration auf die Verbindung verschiedener Politikfelder beziehen. Gleichzeitig findet eine Integration unterschiedlicher Akteure im Quartier statt. Das Programm legt insoweit großen Wert auf die Verbindung von Gesamtstadt und benachteiligtem Quartier. Schlussendlich ist das Konzept auch eine Integration von Bund, Ländern und Kommunen. Diese Vielfalt des Integrationsbegriffes soll die Analyse leiten.
Das Programm lässt sich zudem aus zweierlei Perspektive betrachten. Anstatt der inhaltlichen Perspektive soll die instrumentell-strategische Perspektive bestimmender Rahmen der Analyse sein, um ein umfassendes Raster zur methodischen Bewertung des Programms zu haben. Des Weiteren wird der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Umsetzung der Bund-Länder-Initiative liegen und nicht auf der Phase der Lancierung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Vorstellung des Programms

3) Defizite in der Umsetzung

4) Empfehlungen und Perspektiven des Programms

5) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit der Bund-Länder-Initiative „Soziale Stadt“. Das primäre Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Analyse des Programms aufzuzeigen, inwieweit die gesetzten Integrationsziele erreicht werden können und wo strukturelle sowie operative Defizite in der Umsetzung bestehen.

  • Analyse des integrativen Handlungskonzepts der „Sozialen Stadt“
  • Untersuchung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit und Mittelbündelung
  • Evaluation der Einbindung der Quartiersbewohner in städtebauliche Projekte
  • Identifikation von Defiziten in der empirischen Erfolgsmessung
  • Diskussion über die Perspektiven für eine effektivere Quartierspolitik

Auszug aus dem Buch

Vorstellung des Programms

Die Soziale Stadt konzentriert sich auf den komplexen Sozialraum deutscher Städte, der durch Umwelteffekte zum Teil negativ auf seine Bewohner wirkt. Häußer- mann spricht von einem benachteiligten und benachteiligenden sozialen Raum.5 Es ist hier auf die Studie des Soziologen Wilson, durchgeführt in Chicago, zu verweisen, der zu dem Schluss kam, dass vor allem Kontexteffekte zu einer Benachteiligung von (Stadt-)Quartieren führen, die dann selbst wiederum benachteiligend wirken.

Da die Integration verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure im Mittelpunkt des Konzeptes steht, verdeutlicht sich hierin ein neues Verständnis vom aktivierenden Staat. Der Kern des Konzeptes besteht aus dem integrativen, ressortübergreifenden Handlungsansatz. Es wird als „Anreizprogramm“ verstanden und soll die Quartiersbevölkerung, die zivilgesellschaftlichen Elemente und die Privatwirtschaft mit in die Gestaltung des integrativen Handlungskonzeptes einbeziehen. Mithilfe dieses Konzeptes soll eine Verstetigung der Projekte erreicht werden. Ein wichtiger Bestandteil ist hierfür das Quartiersmanagement, das eine Koordinations- und Anlaufstelle vor Ort bildet. Das Konzept sollte jedoch eine einschränkende Perspektive vermeiden und immer das Quartier in der städtischen Gesamtstadteinbettung sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung führt in das Programm „Soziale Stadt“ ein, erläutert dessen Zielsetzung als integratives Handlungskonzept und beschreibt das methodische Vorgehen der vorliegenden Untersuchung.

2) Vorstellung des Programms: Dieses Kapitel skizziert das Konzept des aktivierenden Staates, die Rolle des Quartiersmanagements und die Struktur der Projektfinanzierung sowie der Auswahl der Projektgebiete.

3) Defizite in der Umsetzung: Hier werden kritische Aspekte beleuchtet, insbesondere die wissenschaftlichen Schwächen bei der empirischen Datenerhebung und die Herausforderungen einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit.

4) Empfehlungen und Perspektiven des Programms: Basierend auf den zuvor festgestellten Defiziten werden konkrete Verbesserungsvorschläge formuliert, wie etwa eine verstärkte Einbindung der Bewohner und eine optimierte Informationspolitik.

5) Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Grenzen der Initiative zusammen und reflektiert, ob das Ziel eines lernfähigen Programms unter den gegebenen politischen und finanziellen Bedingungen realisierbar ist.

Schlüsselwörter

Soziale Stadt, Stadtsoziologie, Quartiersmanagement, Integrationskonzept, Bund-Länder-Initiative, Sozialraum, aktivierender Staat, Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung, Mittelbündelung, empirische Evaluation, Stadtpolitik, benachteiligte Quartiere.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Bestandsaufnahme der Bund-Länder-Initiative „Soziale Stadt“ und hinterfragt deren konzeptionelle und praktische Wirksamkeit.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziale Segregation, die Wirksamkeit von Quartiersmanagement, die ressortübergreifende Zusammenarbeit und die Herausforderungen der Bürgerbeteiligung.

Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem Anspruch eines „lernfähigen Programms“ und der tatsächlichen Umsetzungspraxis aufzudecken sowie Verbesserungsvorschläge abzuleiten.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse unter Einbeziehung offizieller Dokumente und existierender Evaluierungen, um eine sozialwissenschaftliche Bewertung der Programminitiative vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Programms, eine detaillierte Kritik an den Umsetzungsdefiziten sowie die Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Zukunft.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Quartiersmanagement, soziale Segregation, Integrationskonzept und die kritische Analyse der ressortübergreifenden Politik.

Welche Rolle spielt das Quartiersmanagement laut Autorin?

Das Quartiersmanagement wird als unverzichtbare Koordinationsstelle vor Ort hervorgehoben, leidet jedoch unter mangelnder Einbindung der Bewohner und unzureichenden Mitteln.

Warum wird die „Lernfähigkeit“ des Programms in Frage gestellt?

Die Autorin argumentiert, dass aufgrund mangelhafter empirischer Datengrundlagen und fehlender Kontrollgruppen kein echter Lerneffekt nachgewiesen werden kann.

Welchen Einfluss hat der Föderalismus auf die Umsetzung der „Sozialen Stadt“?

Der Föderalismus erschwert laut Arbeit die notwendige Kooperation zwischen verschiedenen Ministerien und Ebenen, was zu einer ineffizienten Bündelung von Fördermitteln führt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das lernfähige Programm ohne Lernfähigkeit
Untertitel
Eine Kritik der Bund-Länder-Initiative "Soziale Stadt"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,0
Autor
Antonia van Delden (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V166441
ISBN (eBook)
9783640824847
ISBN (Buch)
9783640825066
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Stadt Bund-Länder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Antonia van Delden (Autor:in), 2010, Das lernfähige Programm ohne Lernfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166441
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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