Vermiedene Entwaldung in Entwicklungsländern (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation in Developing Countries, REDD) in den internationalen Klimaverhandlungen


Studienarbeit, 2010
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fünf Gründe, warum REDD Eingang in die Klimadebatte finden sollte

2 Berechnung der Kosten von vermiedener Entwaldung

3 Unsicherheiten der Kostenberechnung

4 Kostenvergleich von REDD und anderer Maßnahmen

1 Fünf Gründe, warum REDD Eingang in die Klimadebatte finden sollte

Wälder enthalten 46% des terrestrischen Kohlensstoffs, davon sind 37% in den tropischen Wäldern gespeichert und davon wiederum 50% in der Vegetation (WBGU 1998: 14). Alleine im Amazonasgebiet ist mehr CO2 gebunden, als in zehn Jahren anthropogen emittiert wird (Lindsey 2007: 6). Sekundäre Grasländer welche nach Brandrodung entstehen und landwirtschaftliche Kulturen binden hingegen nur wenig CO2 (WBGU 1998: 14ff). Somit verwundert es nicht, wenn der Beitrag der Entwaldung in den Tropen zu den anthropogenen Treibhausgasemissionen auf 20-25% geschätzt wird (Moutinho /Schwartzman /Santilli 2005: 7).

Entwaldung führt nicht nur zu einem Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre, sondern ebenfalls zu einem Verlust von Biodiversität, der Zerschneidung von Lebensräumen und zu Beeinträchtigungen der natürlichen Funktionen des Ökosystems Wald. Die Folgen sind u.a. eine geringere Wasserspeicherkapazität des Bodens, die Auswaschung von Nährstoffen und damit verbundene negative Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion (vgl. Karousakis 2007: 8). Die Vertreibung indigener Gemeinschaften aus ihren traditionellen Gebieten zum Zwecke der Abholzung führt zu sozialen Konflikten bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzung und beraubt sie ihrer Lebensgrundlage (vgl. Lindsey 2007: 4).

Entwicklungsländer müssen sich nicht an den Reduktionszielen von Treibhausgasemissionen beteiligen, da ihnen das Recht zur Entwicklung zugestanden und ihren begrenzten Möglichkeiten Rechnung getragen wird. Dies führt jedoch au dazu, dass sie für ihre Anstrengungen zur CO2-Reduktion nicht belohnt und an den Gewinnen aus dem Handel mit Zertifikaten nicht beteiligt werden. REDD stellt eine Möglichkeit dar, Entwicklungsländer an den internationalen Anstrengungen zum Klimaschutz zu beteiligen ohne sie mit zusätzlichen Kosten zu belasten.

Im Rahmen der Clean Development Mechanismen (CDM) werden Zertifikate aus Aufforstungs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen (AR) anerkannt, solche zur Vermeidung von Entwaldung jedoch bisher nicht. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass Bemühungen unterstützt werden entstandenen Schaden zu reparieren, jedoch nicht solche die verhindern, dass der Schaden überhaupt entsteht (vgl. Schlamadinger et al. 2005: 53ff).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einbeziehung von REDD in das Kyoto-Protokoll die Ursachen des Klimawandels bekämpft, den größten Verursacher von Treibhaisgasemissionen adressiert, Anreize für Entwicklungsländer schafft, die CO2-Emmissionen durch Abholzung zu reduzieren und sie an den Gewinnen des Emissionshandels beteiligt, sowie weitere positive Auswirkungen auf die Umwelt hat. Wie unter Punkt 4 noch erläutert wird, können dadurch außerdem die globalen Kosten der Verminderung von CO2-Emmissionen reduziert und eine nachhaltige Finanzierung etabliert werden (vgl. Karousakis 2007: 8).

2 Berechnung der Kosten von vermiedener Entwaldung

Durch die Vermeidung von Entwaldung entstehen seitens der Landnutzer und des Staates Kosten. Den größten Posten bei der Berechnung der Kosten vermiedener Entwaldung stellen die Opportunitätskosten, also entgangenen Gewinne. Im diesem Fall ist es jener Wert der ökonomischen Aktivität pro Hektar, der zur Entwaldung geführt hätte. Normalerweise handelt es ich dabei um Landwirtschaft wie Viehhaltung, Kaffee- oder Sojaanbau. Ebenfalls hinzugerechnet werden sollten Gewinne aus dem Verkauf des Holzes, sofern dieser stattfand (Grieg-Gran 2006 1ff). Des Weiteren treten Transaktionskosten bei den Antragstellern von Kompensationsmaßnahmen auf, beispielsweise wenn diese durch Mittelsmänner unterstützt werden (vgl. Grieg-Gran 2006 7ff).

Aber auch seitens des Staates sind Opportunitäts- und Transaktionskosten zu erwarten, wobei hier die Transaktionskosten überwiegen dürften. Zu nennen sind hier vor allem Durchführungs- und Monitoringkosten der Regierungen beim Schutz der Wälder. Geht man davon aus, dass die geschützte Waldfläche jährlich zunimmt, so steigen auch die damit verbundenen Verwaltungskosten jährlich an (Grieg-Gran 2006 1ff). Anbetracht der Tatsache dass in den meisten Entwicklungsländern erst ein entsprechendes Verwaltungssystem aufgebaut und Forstinventuren erstellt werden müsste, ist jedoch besonders zu Beginn mit hohen Investitionskosten zu rechnen (vgl. Schlamadinger et al 2005: 56). Als Opportunitätskosten sind entgangene Staatseinnahmen durch den Export des Holzes oder landwirtschaftlicher Produkte zu nennen (vgl. Stern 2006 zitiert in Karousakis 2007: 13).

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Details

Titel
Vermiedene Entwaldung in Entwicklungsländern (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation in Developing Countries, REDD) in den internationalen Klimaverhandlungen
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Klimaverhandlungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V166454
ISBN (eBook)
9783640825479
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
REDD Klimaverhandlungen, Reducing Emissions from Deforestation and Degradation in Developing Countries, REDD, Klimaverhandlungen, VO2 Emissionen, Klimawandel, vermiedene Entwaldung, internationale Umweltpolitik, marktbasierte Mechansimen
Arbeit zitieren
Claudia Mannherz (Autor), 2010, Vermiedene Entwaldung in Entwicklungsländern (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation in Developing Countries, REDD) in den internationalen Klimaverhandlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166454

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