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Johannes oder Maria Magdalena? Eine kritische Auseinandersetzung mit den Thesen von Dan Brown

Title: Johannes oder Maria Magdalena?  Eine kritische Auseinandersetzung mit den Thesen von Dan Brown

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Artiom Chernyak (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Schaut man sich den Film „The Da Vinci Code – Sakrileg“ an, wird man mit Argumenten konfrontiert, die als geschichtliche Fakten dargeboten werden. In der vorliegenden Seminararbeit möchte ich mich mit einem Teil der Thesen beschäftigen und mit Zuhilfenahme wissenschaftlicher Literatur den Wahrheitsgehalt prüfen. Der Film und die aufgestellten Behauptungen können in all ihren Facetten im Rahmen dieser Seminararbeit nicht behandelt werden. So werde ich mich in auf die von Dan Brown aufgestellten Thesen bezüglich Leonardo da Vincis Darstellung des Abendmahls beschränken. Hierbei soll untersucht werden inwieweit die Behauptungen bezüglich des Bildes den historischen und/oder kunsthistorischen Tatsachen entsprechen.
Zunächst einmal soll die Grundlage für das Verständnis durch eine kurze Handlungswiedergabe des Films und der relevanten Behauptungen, welche die Seminararbeit betreffen, gelegt werden. Anschließend erfolgt eine Zitierung des Abendmahls aus dem Matthäusevangelium.
Daraufhin werden verschiedene Abendmahlsdarstellungen in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung vorgestellt und besprochen, dies endet mit der Besprechung von da Vincis Abendmahl.
Hierbei soll keine detaillierte Bildanalyse im kunstwissenschaftlichen Sinne erfolgen. Vielmehr sollen die kunstwissenschaftlichen Aspekte des Bildes insoweit herangezogen werden, als sie für den Vergleich mit da Vincis „Abendmahl“ und zum Erfolg bei der Beantwortung offener Fragen hilfreich sind. Dabei soll bei jedem Bild zuallererst eine Bildbeschreibung, soweit sie thematisch von Relevanz erscheint, erfolgen und in einem zweiten Schritt auf die Deutung der Bildelemente eingegangen werden. Am Ende werden die einzelnen Bilder miteinander verglichen.
Die Intention der Arbeit zielt darauf ab einen Vergleich zwischen den einzelnen Abendmahlsdarstellungen verschiedener Künstler zu ziehen und zu diesen zu deuten. Hierbei soll anhand der Abendmahlsdarstellungen untersucht werden inwieweit da Vincis Darstellung des Abendmahls in einer bestimmten Tradition steht, wie sich die Tradition der Abendmahlsdarstellung entwickelt hat und inwiefern das mit den Thesen von Dan Brown zu vereinbaren ist beziehungsweise ob diese wissenschaftlich belegbar sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Wiedergabe der Handlung im Kontext der Seminararbeit

3. Das Abendmahl in der Bibel

4. Die Abendmahlsdarstellungen in der Malerei

4.1. Das Mosaik von Ravenna

4.2. Das Abendmahl von Taddeo Gaddi

4.3. Das Abendmahl von Andrea del Castagno

4.4. Dieric Bouts' Sakramentsaltar

4.5. Leonardo da Vincis Abendmahl

5. Vergleich und Deutung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und kunsthistorischen Thesen des Romans und Films "The Da Vinci Code – Sakrileg" von Dan Brown kritisch auf ihre wissenschaftliche Belegbarkeit, insbesondere in Bezug auf die ikonographische Darstellung des Abendmahls von Leonardo da Vinci.

  • Kritische Auseinandersetzung mit den Behauptungen von Dan Brown
  • Biblische Grundlagen des Abendmahls
  • Chronologische Analyse verschiedener Abendmahlsdarstellungen in der Malerei
  • Kunsthistorische Einordnung der Darstellung von Johannes und Maria Magdalena
  • Untersuchung von Komposition und Symbolik bei Leonardo da Vinci

Auszug aus dem Buch

4.5. Leonardo da Vincis Abendmahl

Das letzte zu besprechende Bild ist das Abendmahl von Leonardo da Vinci. Es schmückt die Nordwand des Refektoriums der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand und gilt als Höhepunkt in da Vincis malerischem Schaffen. Es ist in den Jahren 1494-1498 entstanden und ist heute relativ schlecht erhalten. Einige Bildelemente sind auf dem Originalbild schlecht oder gar nicht zu erkennen, was auch Grund dafür sein könnte, warum es teilweise wilde Spekulationen um den Inhalt beziehungsweise dessen Deutung gibt. Jedoch wurde das Bild in den letzten Jahren dank moderner Computertechnik restauriert und es gibt nun Quellen wo das Gemälde wieder vollständig zu betrachten ist. Inhaltlich bricht das Werk mit den traditionellen Motiven der vorangegangenen Künstler. Johannes ist zwar nach wie vor am Vorzugsplatz Christi zu seiner Rechten, aber liegt nicht mehr an seiner Brust, wie es in den vorigen Darstellungen üblich war. Die Isolierung Judas scheint in diesem Gemälde aufgehoben. Er sitzt in einer Reihe mit den anderen Jüngern. Und es ist zum ersten Mal nicht die zweite, sondern der erste Moment der Verratsankündigung, das heißt die eigentliche Ankündigung, als Motiv gewählt worden. Was auffällt ist, dass die Gestalt Jesu, die zum ersten Mal sich rein entfalten kann, das heißt weder durch Johannes noch durch Judas beeinträchtigt, im Gegensatz zu den Jüngern sehr ruhig ist. Er scheint die Arme liebevoll auszubreiten und die schmerzliche Neigung des Hauptes wandelt die Erhabenheit des Göttlichen zu milder Menschlichkeit. Ganz im Gegensatz dazu die Jünger in Unruhe und Aufregung. Sie bringen die emotionalen Reaktionen – jede einzelne individuell charakterisiert – auf Christi Worte „Einer unter Euch wird mich verraten“ zum Ausdruck. Johannes neigt sich mit gefalteten Händen, wohl wissend um seine besondere Stellung unter den Jüngern und ohne schlechtes Gewissen zur Seite beziehungsweise nach hinten. Judas hat den Geldbeutel in der rechten Hand und greift mit der linken Hand zur Schüssel. Beides Anzeichen, die ihn als Verräter entlarven. Petrus scheint Johannes mit Fragen zu bestürmen und hat dabei ein Messer in der Hand, womit er wie zufällig dem Verräter Judas sehr nahe kommt. Somit sind alle Jünger in Bewegung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, die Thesen von Dan Brown zum Abendmahl Leonardo da Vincis anhand kunsthistorischer Fakten zu prüfen.

2. Kurze Wiedergabe der Handlung im Kontext der Seminararbeit: Dieses Kapitel fasst die zentralen Behauptungen von Dan Brown zusammen, die in der Arbeit untersucht werden.

3. Das Abendmahl in der Bibel: Hier werden die neutestamentlichen Berichte zum Abendmahl aus den Evangelien zitiert, um die textliche Grundlage für die künstlerischen Darstellungen zu legen.

4. Die Abendmahlsdarstellungen in der Malerei: In diesem Teil werden ausgewählte historische Abendmahlsbilder chronologisch analysiert und kunsthistorisch eingeordnet.

5. Vergleich und Deutung: Dieser Abschnitt zieht einen direkten Vergleich zwischen den untersuchten Werken und stellt die künstlerische Tradition in den Kontext der modernen Spekulationen.

6. Fazit: Das Fazit widerlegt die Thesen von Dan Brown als wissenschaftlich unbegründet und führt die vermeintlichen Hinweise auf eine Maria Magdalena auf kompositionelle und traditionelle Gründe zurück.

Schlüsselwörter

Abendmahl, Leonardo da Vinci, Dan Brown, Sakrileg, The Da Vinci Code, Maria Magdalena, Ikonographie, Kunstgeschichte, Verratsankündigung, Johannes, Biblische Exegese, Historische Analyse, Sakramentsaltar, Malerei, Renaissance.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit den historischen und theologischen Thesen auseinander, die Dan Brown in seinem Roman "The Da Vinci Code" über das Abendmahl von Leonardo da Vinci aufstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der biblischen Grundlage des Abendmahls, der kunsthistorischen Analyse verschiedener Abendmahlsdarstellungen der Renaissance und der Entkräftung populistischer Verschwörungstheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Behauptungen Browns über die Darstellung von Maria Magdalena statt Johannes dem Täufer wissenschaftlich belegbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative kunsthistorische Analyse, bei der ikonographische Elemente verschiedener Künstler chronologisch verglichen und mit biblischen Quellen abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Betrachtung von Abendmahlsdarstellungen, angefangen bei Mosaiken in Ravenna über Werke von Gaddi, Castagno und Bouts bis hin zu Leonardo da Vincis berühmtem Gemälde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Abendmahl, Ikonographie, Leonardo da Vinci, Maria Magdalena, Renaissance-Malerei und wissenschaftliche Kritik.

Wie wird die Rolle von Johannes in der Kunstgeschichte gedeutet?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die feinen Gesichtszüge und die Positionierung von Johannes in Abendmahlsdarstellungen der Renaissance eine etablierte künstlerische Tradition darstellen und keine geheimen Codes verbergen.

Warum hält der Autor die Thesen von Dan Brown für unseriös?

Der Autor argumentiert, dass Brown Mosaiksteine aus dem Kontext reißt und diese umdeutet, um seine Theorie zu stützen, anstatt die historischen und kompositionellen Hintergründe der Kunstwerke zu berücksichtigen.

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Details

Title
Johannes oder Maria Magdalena? Eine kritische Auseinandersetzung mit den Thesen von Dan Brown
College
University of Paderborn  (Historisches Institut)
Course
Der da Vinci Code – Ein Sakrileg?
Grade
2,3
Author
Artiom Chernyak (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V166469
ISBN (eBook)
9783640825554
ISBN (Book)
9783640825776
Language
German
Tags
Da Vinci Mittelalter Der da Vinci Code The Da Vinci Code Sakrileg Dan Brown Frühe Neuzeit Das letzte Abendmahl Jesus Christus Johannes der Täufer Maria Magdalena
Product Safety
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Quote paper
Artiom Chernyak (Author), 2010, Johannes oder Maria Magdalena? Eine kritische Auseinandersetzung mit den Thesen von Dan Brown, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166469
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