Meine Gründe dieses Thema auszusuchen sind zum einen die Erfahrungen die ich mit den Kindern gemacht habe. Ihnen fehlt oft die Möglichkeit ihre Gedanken, Bedürfnisse, Wünsche, Geschehnisse und Spielideen mit den Erziehern auszutauschen. Sie möchten gerne ihre Interessen und Meinungen mitteilen. Durch den derzeitigen Personalmangel spüren die Kinder, dass hier oft die Zeit für den Ideenaustausch fehlt. Zum anderen meine persönlichen Interessen im Bereich Medien. Insbesondere die Bearbeitung von Musikstücken, Videosequenzen und Bildbearbeitung haben mir schon immer viel Spaß gemacht. Außerdem ist mir bei der Hausaufgabenbetreuung zunehmend aufgefallen, dass viele Kinder den Spaß am Lernen verloren haben, Konzentrationsschwächen zunehmen und sich ein allgemeiner Frust breit macht.
Warum immer mit Frust Lernen? Wieso nicht mit Spaß lernen?
Durch die Vielfalt der heutigen Medien können Kinder und Jugendlichen spielend leicht lernen und damit sogar zwei Lernbereiche gleichzeitig abdecken. Es gibt zu jeden schulischen und beruflichen Themen Lernsoftware, die Themen spielerisch bearbeiten und im gleichen Moment lernen die Kinder mit dem PC, Laptop, Handy, Foto und anderen Mediengeräten umzugehen. Kleine aber regelmäßige Übungsphasen sind wichtiger und effektiver als stundenlanges Pauken. Für Kinder, die Lust haben zu schreiben, ist es wichtig, dass sie eine Plattform haben, die ihnen die Möglichkeit gibt ihre Gedanken, Fragen und Antworten auszudrücken.
Inhaltsverzeichnis
1. Überblick
2. Theoretische Informationen zum Thema
3. Theorie- Praxisverbindung
4. Durchführung des Projekts
4.1 Informationen zum Projekt / Gesamtziele / Überblick des Projekts
4.2 Exemplarische Darstellungen
5. Gesamtreflexion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit dokumentiert die Planung und Durchführung eines medienpädagogischen Projekts im Hort, bei dem Kinder gemeinsam eine eigene Kinderzeitung erstellen. Das primäre Ziel ist es, den Kindern durch den praktischen, interessengeleiteten Umgang mit verschiedenen Medien (PC, Kamera, Internet, Zeitung) eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, ihre Medienkompetenz zu fördern und ihnen eine Plattform zur freien Äußerung ihrer Gedanken und Interessen zu bieten.
- Vermittlung von technischer Kompetenz im Umgang mit Hard- und Software
- Förderung der Medienkompetenz und eines kritischen Blicks auf digitale Inhalte
- Stärkung der Partizipation und Selbstwirksamkeit durch freies Schreiben und Redaktionsarbeit
- Einsatz des Situationsansatzes in der außerschulischen Bildung
Auszug aus dem Buch
Lernen lernen, mit Medien!
Einer der wichtigsten Punkte in der Medienpädagogik ist der kreative Medieneinsatz. Oft wird die Meinung vertreten, dass die Medienwelt passives Lernen darstellt. Dies ist aber nicht der Regelfall. Die Erzieherin kann die Medien auch zur Unterstützung des aktiven Lernens einsetzen, z.B. können nach einem Wald- oder Zoobesuch die Beobachtungen durch Medien festgehalten und nachgearbeitet werden.
Ein Kind erobert die Welt mit der ihm angeborenen Neugier (Konrad Lorenz nannte dies, „Explorationsbedürfnis“) und lernt so, sich zu Recht zu finden, Erfahrungen zu sammeln und zu nutzen. Erzieher, Eltern und andere Bezugspersonen helfen, die gemachten Erfahrungen zu deuten und aufkommende Fragen zu beantworten.
Ein Vorteil der neuen Medien ist auch die Reproduzierbarkeit von Material. Alles was man macht, kann so oft wie man will vervielfältigt werden. Kinder können gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten, wie zum Beispiel einem Hörspiel. Dieses wird dann mehrfach kopiert und jedes Kind kann sich eine Kassette oder CD mit dem Hörspiel mit nach Hause nehmen.
Ich habe mich mit den Kindern auf das Medium Zeitung geeinigt, weil es alle Medien vereint und weil die Kinder im Produkt "Zeitung" etwas Greifbares im wahrsten Sinne des Wortes haben. Durch das Zeitungsprojekt werden verschiedene Medien miteinander verbunden. Die Kinder nehmen ihren Alltag oder Ausflüge mit Hilfe von Fotokameras auf und später werden die Ereignisse in einem Bericht dokumentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick: Der Autor erläutert die Motivation für das Projekt, die aus Beobachtungen im Hortalltag und persönlichen Interessen an Medienarbeit resultiert, und stellt die Grundidee der Kinderzeitung vor.
2. Theoretische Informationen zum Thema: Dieses Kapitel verortet die Medienpädagogik im Informationszeitalter und diskutiert die Bedeutung von Computerliteracy sowie die Rolle der außerschulischen Bildung bei der Vermittlung technischer Kompetenzen.
3. Theorie- Praxisverbindung: Es wird die Verknüpfung von pädagogischem Anspruch und praktischer Umsetzung beleuchtet, wobei der Fokus auf dem kreativen, aktiven Medieneinsatz und dem Prinzip „Lernen durch Handeln“ liegt.
4. Durchführung des Projekts: Hier werden die konkreten Lernziele, die Rahmenbedingungen, die Materialplanung und der redaktionelle Prozess sowie die praktische Umsetzung anhand von zwei Situationsbeispielen und einem zeitlichen Überblick detailliert beschrieben.
5. Gesamtreflexion: Der Autor reflektiert kritisch den Projektverlauf, inklusive technischer Rückschläge, sowie die persönlichen Erkenntnisse aus dem Jahrespraktikum und die Bedeutung der Arbeit mit Kindern im Team.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Kinderzeitung, Medienkompetenz, Außerschulische Bildung, Hort, Projektarbeit, Partizipation, Situationsansatz, Computerliteracy, Redaktionsarbeit, Digitale Medien, Lernsoftware, Schreibförderung, Medienerziehung, Medienpraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt ein medienpädagogisches Projekt in einem Hort, bei dem Kinder unter pädagogischer Anleitung eine eigene Zeitung erstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Medienpädagogik, Medienkompetenz von Kindern, die Verbindung von Theorie und Praxis im Hort sowie projektorientiertes Arbeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Kindern Wege aufzuzeigen, wie sie sich Gehör verschaffen, ihre Meinung vertreten und Medien spielerisch und kreativ zur Dokumentation ihrer Lebenswelt einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt den Situationsansatz und beschreibt ein praxisorientiertes Vorgehen, bei dem die Bedürfnisse und Interessen der Kinder im Vordergrund stehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Medienpädagogik, die didaktische Planung des Zeitungsprojekts, die konkrete Durchführung mit Zeitplan sowie die methodischen Schritte wie Recherchieren, Schreiben und Gestalten detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Medienpädagogik, Kinderzeitung, Medienkompetenz, Projektarbeit und Partizipation.
Wie gehen die Kinder mit technischen Problemen im Projekt um?
Nach einem schweren Datenverlust durch einen Virusbefall am Computer lernten die Kinder durch ein begleitendes Computerspiel, gemeinsam Lösungen zu finden, was ihr Gemeinschaftsgefühl stärkte und die Motivation für einen Neustart des Projekts förderte.
Warum spielt das Medium "Zeitung" eine so zentrale Rolle?
Der Autor wählte die Zeitung aus, weil sie verschiedene Medien miteinander vereint und den Kindern ein greifbares, bleibendes Produkt ihrer Arbeit bietet.
- Quote paper
- Julia Mahr (Author), 2009, Arbeit mit Kindern und Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166520