Diese Arbeit setzt sich mit der Thematik "Tierethik" innerhalb des schulischen Philosophie-Unterrichts auseinander. Hierzu wird zunächst das Themenfeld abgesteckt, danach erfolgen didaktisch-theoretische Gedanken zur Einbettung ins Unterrichtsgeschene. Zentrales Element der Arbeit ist die Darlegung einiger Beispiele, wie das Thema "Tierethik" praktisch im Philosophie-Unterricht umgesetzt werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einordnung und Historie der Tierethik
3 Didaktisch-methodische Erläuterungen
3.1 Einstieg in den Unterrichtsblock
3.2 Unterrichtsform
4 Darstellung der Unterrichtskonzeption
4.1 Unterrichtsblock „Mensch-Tier-Unterscheidung“
4.2 Unterrichtsblock „Tierversuche“
4.3 Lernkontrolle
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine didaktisch fundierte Unterrichtskonzeption zum Themenfeld Tierethik für die gymnasiale Oberstufe zu entwickeln, die den Schüler zur kritischen Auseinandersetzung mit moralischen Fragestellungen im Umgang mit Tieren anregt und durch den Einsatz der Sokratischen Methode zu eigenständigem Denken führt.
- Grundlagen der Tierethik und historische Entwicklung
- Methodische Gestaltungsmöglichkeiten des Ethikunterrichts
- Die Sokratische Methode als Instrument der Wissensvermittlung
- Anwendung ethischer Theorien auf konkrete Konfliktfelder
- Ethische Reflexion von Tierversuchen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Sokratische Methodik
Wie in den vorangegangen Kapiteln schon angeschnitten, sollen die Schüler zu klaren Aussagen motiviert, überspitzt formuliert sogar getrieben werden. Erst nach der Aufstellung von aus dem eigenen Verständnis entwickelten Urteilen ist es möglich, Konsequenzen und mögliche Widersprüche herauszuarbeiten. Letzteres bietet für den Lehrer die Möglichkeit, das starre Selbstverständnis des Schülers über seine unmittelbare Lebenswelt aufzuweichen und sich seines Scheinwissen bewusst zu werden (PFEIFER 2003:73). Der Schüler wird in eine positive Spannung versetzt, die ihn zu einer Lösung des Widerspruches animiert, um die ursprüngliche Klarheit über die Sache wiederherzustellen. Dabei soll der Schüler allerdings nicht alleine vor eine unüberwindbare intellektuelle Hürde gestellt werden, sondern bei der Findung einer befriedigenden Lösung im nötigen Maße unterstützt werden.
Zur Unterstützung einer solchen Arbeitsweise bietet sich die „Sokratische Methode“ nach Nelson und Heckmann an.5 6 Zu seiner didaktischen Konzeption schreibt der Neukantianer NELSON (1987:33f.): „Der Schüler, der zur selbständigen Beherrschung des philosophischen Lehrgehalts vordringen soll, kann es nicht erspart bleiben, aus der bloßen Kenntnisnahme der Probleme und ihrer Schwierigkeiten herauszutreten und in unablässiger Übung mit ihnen zu ringen, um sie, durch den täglichen Umgang mit ihnen, mit all ihren Tücken und Fallstricken und in ihren mannigfachen Gestalten meistern zu lernen.“ PFEIFER (2003:110) unterstreicht diesen Aspekt: „Nicht bloß wohlfeiler Austausch von Impressionen und Gefühlslagen ist gefordert, sondern anstrengende Gesprächs- und Denkarbeit, die konsequent sich an elementare Verhaltensregeln hält“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Tierethik im Kontext des Philosophieunterrichts und begründet die Relevanz einer anspruchsvollen, aber schülernahen Behandlung dieses Feldes.
2 Einordnung und Historie der Tierethik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen und theoretischen Grundlagen der Tierethik, von antiken Vorstellungen bis hin zu modernen Positionen wie denen von Peter Singer.
3 Didaktisch-methodische Erläuterungen: Hier werden didaktische Ansätze diskutiert, wobei insbesondere der Einstieg in das Thema sowie die Sokratische Methode als zentrale Unterrichtsform beleuchtet werden.
4 Darstellung der Unterrichtskonzeption: Dieses Kapitel präsentiert den konkreten Unterrichtsentwurf, unterteilt in die Schwerpunkte Mensch-Tier-Unterscheidung, Tierversuche sowie die abschließende Lernkontrolle.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert den Entwurf und betont, dass dieser primär theoretischer Natur ist und seine Praxistauglichkeit erst im direkten Einsatz unter Beweis stellen muss.
Schlüsselwörter
Tierethik, Philosophieunterricht, Sokratische Methode, Unterrichtskonzeption, Mensch-Tier-Unterscheidung, Tierversuche, Moralphilosophie, Albert Schweitzer, Peter Singer, Angewandte Ethik, Didaktik, Urteilsfähigkeit, Verantwortung, Utilitarismus, Mitleidsethik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung des Themas Tierethik für den Philosophie- und Ethikunterricht in der Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Tierethik, die methodische Unterrichtsgestaltung, der Umgang mit kontroversen Positionen sowie die konkrete didaktische Planung einer Unterrichtseinheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer schlüssigen Unterrichtskonzeption, die Schülern ermöglicht, sich mit der moralischen Problematik der Tier-Mensch-Beziehung auseinanderzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht vorgeschlagen?
Als methodisches Herzstück wird die Sokratische Methode empfohlen, da sie den kritischen Diskurs und die eigenständige Urteilsbildung der Schüler fördert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Methoden und konkrete Unterrichtsbausteine zu den Themen Mensch-Tier-Unterscheidung und Tierversuche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Tierethik, Sokratische Methode, Unterrichtskonzeption, Moralphilosophie und ethische Verantwortung charakterisiert.
Wie geht die Konzeption mit dem kontroversen Thema Tierversuche um?
Das Thema wird durch ein fiktives Szenario in den Unterricht eingebracht, um verschiedene Interessenlagen der Beteiligten sowie die Perspektivenvielfalt der Problematik zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielen Philosophen wie Schweitzer und Singer in diesem Entwurf?
Ihre Positionen dienen als theoretische Grundlage, um im Unterricht verschiedene ethische Prinzipien wie die Ehrfurcht vor dem Leben oder den Präferenzutilitarismus zu diskutieren.
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- Stefan Witzmann (Autor), 2006, Eine Unterrichtseinheit zur Tierethik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166576