Im der Arbeit wird eine Unterrichtssequenz zur Thematik „Sportphilosophie“ dargelegt und diskutiert werden. Dazu wird zunächst inhaltlich das Themenfeld beschrieben, um dann dieses fachdidaktisch in Beziehung zu setzen. Das Kernstück der Arbeit ist die stringente Darstellung der Unterrichtsreihe, verbunden mit einer kritischen Reflexion.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Sachanalyse
3 Fachdidaktische Überlegungen
4 Beschreibung der Lehrsequenz
4.1 Sport und Spiel
4.2 Freizeitsport und Leistungssport
4.3 Sport und Fairness
4.4 Lernkontrolle
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine didaktisch fundierte Unterrichtskonzeption zur Sportphilosophie für den Ethikunterricht an Gymnasien zu entwickeln, um Schülern ethische Fragestellungen im Kontext des Sports anhand konkreter Fallbeispiele zugänglich zu machen.
- Definition und philosophische Einordnung des Sportbegriffs
- Differenzierung zwischen Sport, Spiel und Leistungssport
- Ethische Reflexion von Fair-Play und moralischem Handeln im Wettkampf
- Methodische Anwendung des Sokratischen Gesprächs im Unterricht
- Verknüpfung von lebensweltlichen Erfahrungen mit philosophischer Theorie
Auszug aus dem Buch
4.1 Sport und Spiel
Die erste Doppelstunde der Unterrichtssequenz beschäftigt sich mit der Frage, was Sport per definitionem ist. Dazu werden zu Beginn der Stunde die Schüler aufgefordert, aus einem Pool von Vorschlägen dasjenige zu notieren, was für sie eine sportliche Tätigkeit ist. Die Vorschläge sehen wie folgt aus: Ein Volleyballspiel mit Freunden, ein dreistündige Bergwanderung mit den Eltern, ein Schachspiel zwischen zwei russischen Großmeistern, 1 Stunde Holzhacken zum Befeuern des Ofens in der Waldhütte, 8 Stunden Arbeit im Bergbau, mit dem Moped zur Schule fahren, ein Wettlauf über 100m bei einer Jugendmeisterschaft. Die Jugendlichen haben zehn Minuten Zeit, sich zu entscheiden. Danach soll ein Schüler seine Ergebnisse an der Tafel seine Ergebnisse in einer Tabelle, die zwischen Sport und „Nicht-Sport“ unterscheidet, festhalten. Der Lehrer fordert daraufhin die restlichen Schüler auf, jeweils eine Tätigkeit zu nennen, die sie anders einordnen würden. Diese Nennung soll schriftlich begründet werden.
Mit dieser Aufgabe soll die erste elementare Begriffsklärung verbunden sein. Die Schüler haben ein relativ festes Verständnis davon, was Sport ist. Allerdings greifen die oben genannten Beispiele auch bestimmte Probleme der Definition auf. Intuitiv werden sie das Volleyballspiel und den Wettlauf wahrscheinlich relativ eindeutig als Sport einordnen. Schwierigkeiten treten vermutlich beim Schachspiel und Holzhacken auf. Es ist vorstellbar, dass in der Debatte schon Merkmale von Sport genannt werden. Diese sollen nun explizit festgehalten und kritisch geprüft werden. Die Schüler werden nach der Diskussion aufgefordert, in Partnerarbeit zehn Minuten lang Kennzeichen von Sport zu bestimmen. Der Lehrer notiert nach dieser Phase zunächst alle Vorschläge unkommentiert an der Tafel.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit des Phänomens Sport in der modernen Gesellschaft und rechtfertigt die Notwendigkeit einer philosophischen Auseinandersetzung damit im schulischen Kontext.
2 Theoretische Sachanalyse: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung der Sportphilosophie im Spannungsfeld zwischen Sportwissenschaft und Philosophie unter Einbeziehung relevanter fachwissenschaftlicher Positionen.
3 Fachdidaktische Überlegungen: Das Kapitel analysiert die Einbettung des Themas in den Ethiklehrplan und begründet die Wahl des Sokratischen Gesprächs als zentrale methodische Gestaltungsgrundlage.
4 Beschreibung der Lehrsequenz: In diesem Hauptteil wird der chronologische Unterrichtsablauf inklusive konkreter Gedankenexperimente zu den Themen Sport, Spiel, Leistung und Fairness detailliert entworfen.
4.1 Sport und Spiel: Dieses Unterkapitel widmet sich der begrifflichen Schärfung von Sport, Spiel und Arbeit sowie deren Abgrenzung voneinander anhand praktischer Beispiele.
4.2 Freizeitsport und Leistungssport: Hier wird durch ein fiktives Fallbeispiel der kategoriale Unterschied zwischen breitensportlicher Freizeitaktivität und ökonomisch geprägtem Leistungssport erörtert.
4.3 Sport und Fairness: Dieser Abschnitt thematisiert das Spannungsfeld zwischen Wettbewerb, Regeln und moralischem Handeln, insbesondere durch die Analyse von Fair-Play-Situationen im Fußball.
4.4 Lernkontrolle: Hier werden Möglichkeiten zur Überprüfung des erworbenen Wissens und zur Reflexion des Lernfortschritts der Schüler vorgeschlagen.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass die vorgestellte Unterrichtskonzeption trotz ihrer theoretischen Natur eine wertvolle Bereicherung für die ethische Bildung an Schulen darstellt.
Schlüsselwörter
Sportphilosophie, Ethikunterricht, Sokratisches Gespräch, Fair-Play, Sport, Spiel, Leistungssport, Anthropologie, Unterrichtskonzeption, Doping, Moral, Gerechtigkeit, Verantwortung, Gedankenexperiment, Sozialphilosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer didaktischen Konzeption zur Sportphilosophie, die speziell für den Ethikunterricht an Gymnasien entworfen wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Sport und Spiel, die Abgrenzung von Leistungssport und Freizeitsport sowie die ethische Diskussion über Fair-Play und moralisches Handeln.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Schülern durch eine strukturierte Unterrichtsreihe philosophische Aspekte des Sports anschaulich zu vermitteln und sie zur kritischen Auseinandersetzung mit ethischen Dilemmata im Sport zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht angewandt?
Die methodische Gestaltung orientiert sich maßgeblich am Leitbild des Sokratischen Gesprächs nach Nelson und Heckmann, um durch gezielte Denkarbeit zu allgemeinen Einsichten zu gelangen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine schematisch-chronologische Darstellung der Unterrichtssequenz, die durch verschiedene Gedankenexperimente die Spannungsfelder zwischen Sport, Moral und gesellschaftlichem Druck analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportphilosophie, Ethikunterricht, Fair-Play, Sokratisches Gespräch und moralische Verantwortung charakterisiert.
Warum wird im Unterricht mit Gedankenexperimenten gearbeitet?
Gedankenexperimente dienen dazu, komplexe moralische Sachverhalte greifbar zu machen, Sachverhalte zu konterkarieren und die Schüler zur selbstständigen ethischen Urteilsbildung anzuregen.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Arbeit" und "Spiel" in der Konzeption?
In der Arbeit wird das Spiel als zweckfreies Tun um seiner selbst willen definiert, während der Leistungssport als sozio-ökonomisch eingeflochtene Tätigkeit beschrieben wird, die der Arbeitswelt ähnelt.
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- Stefan Witzmann (Author), 2007, Eine Unterrichtskonzeption zur Sportphilosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166577