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Die Familie im Ausgang des 19. Jahrhunderts – Bürgertum und Bildungsbürgertum

Title: Die Familie im Ausgang des 19. Jahrhunderts – Bürgertum und Bildungsbürgertum

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. Maximilian Stangier (Author)

Pedagogy - General
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Bei der Beschäftigung mit deutscher Geschichte in sozialgeschichtlichem Kontext ist auffallend, wie sehr der Schwerpunkt auf das 3. Reich, die Zeit des Nationalsozialismus gelegt wird. Geht man jedoch weiter zurück in der Geschichte wird das Wissen spärlicher. Eckdaten zum ersten Weltkrieg oder einige politische Hintergründe sind präsent, aber das Wissen um soziale Gegebenheiten aus einer Zeit vor Mutterkreuz, Hitlerjugend oder Weimarer Republik ist zumindest im Vergleich eher gering. Ich denke hierbei auch an die Akzente, welche in regulärer Schulbildung von Belang waren. Es sind Bilder einer vorindustriellen Zeit in den Köpfen zu finden von der bäuerlichen Großfamilie oder einem Ständesystem mit Adel und Klerus. Nehme ich mich als Beispiel, so habe ich einen relativ klaren Wissensstand von politischen oder ökonomischen Umständen. Aber die sozialen Gegebenheiten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts sind mir bis zu dem Besuch des Seminars, welches im Titel genannt wird, nicht in dem Umfang bewusst gewesen wie ich sie hier in dieser Arbeit bearbeiten möchte. Diese Zeitspanne, der Ausgang des 19. Jahrhunderts, als Keimzelle und Ursprung vieler moderner Bewegungen, Entwicklungen und Ideen ist somit Gegenstand dieser Arbeit.
Um ein umfassendes Bild zu erhalten werde ich zu Beginn versuchen die Umstände der soziokulturellen Entwicklung im deutschen Reich anzureißen. Ich will versuchen, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu beleuchten und auf Wandlungen innerhalb der Gesellschaft einzugehen, um dann die soziale Schichtung darzustellen. Besonderes Interesse gilt im Folgenden der bildungsbürgerlichen Familie. Ich werde versuchen die bildungsbürgerliche Familie in Abgrenzung zum Bürgertum darzustellen und ihre Lebensweise am Beispiel Rudolf Ditzens, alias Hans Fallada (1941), kurz darstellen. Die Darstellung einzelner Begebenheiten aus der Biographie soll die Lebensgestaltung einer bildungsbürgerlichen Familie idealtypisch darstellen und plastisch machen, was diesen Familienverbund auszeichnet.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gesellschaft im Ausgang des 19. Jahrhunderts

3. Soziale Schichtung

4. Bürgerlichkeit und Bildungsbürgertum

5. Vorüberlegungen zur Familie

6. Die Familie - Schichtübergreifend

7. Leitbild und Wirklichkeit

8. Eine bildungsbürgerliche Familie

9. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziokulturelle Struktur und das Familienleben im deutschen Kaiserreich am Ausgang des 19. Jahrhunderts, wobei der Fokus insbesondere auf den Werten und der Lebensgestaltung des Bildungsbürgertums liegt.

  • Historische Einordnung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des deutschen Kaiserreichs
  • Differenzierung zwischen Bürgertum und Bildungsbürgertum
  • Die Familie als privater Rückzugsort und identitätsstiftende Instanz
  • Analyse des bildungsbürgerlichen Erziehungsstils und Wertesystems
  • Fallbeispiel der Familie Ditzen (Hans Fallada) als idealtypische Darstellung

Auszug aus dem Buch

Eine bildungsbürgerliche Familie

Für eine genauere Betrachtung soll an dieser Stelle nun die Familie Ditzen betrachtet werden. Grundlage ist das Werk „Damals bei uns daheim“ von Hans Fallada welches anschaulich die Gestaltung einer Familie aufzeigt, die nach den genannten Kriterien bildungsbürgerlich war. Hans Fallada ist der Künstlername Rudolf Ditzens, welcher am 21. Juni 1893 in Greifswald geboren wurde. Sein Vater war Landrichter und wurde 1899 an das Kammergericht in Berlin versetzt. In dem autobiographischen Buch beschreibt Ditzen seine Kindheit in Berlin und später in Leipzig.

Die Familie Fallada bestand im Kern aus 6 Mitgliedern, Vater und Mutter, zwei Töchtern und zwei Söhnen. Als nicht verwandte Angestellte lebten im Haus ein Hausmädchen, eine Köchin und ein Portier. Die Familie war gut situiert, lebte in einem großen Haus und das innerfamiliäre Klima ist durchweg als gut zu bezeichnen. Die Eltern erzogen modern ohne Gewalt, mit psychologischem Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder und nach der Lektüre des Buches stellt sich das Gefühl ein, von einer überwiegend glücklichen Kindheit gelesen zu haben. Es soll nun an einigen ausgewählten Stellen Episoden des Lebens der Familie beschrieben werden, welche mir als geeignet erscheinen diese Erkenntnis zu belegen und das bildungsbürgerliche Moment festzuhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Motivation und der Zielsetzung der Arbeit, die sich mit den sozialen Gegebenheiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts befasst.

2. Die Gesellschaft im Ausgang des 19. Jahrhunderts: Analyse der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen nach der Reichsgründung 1871 und deren Auswirkungen auf das nationale Bewusstsein.

3. Soziale Schichtung: Untersuchung der sozialen Struktur im Kaiserreich sowie der Kriterien zur Abgrenzung von sozialen Formationen.

4. Bürgerlichkeit und Bildungsbürgertum: Definition der Merkmale von Bürgerlichkeit und die Besonderheiten, die das Bildungsbürgertum innerhalb dieser Schicht auszeichnen.

5. Vorüberlegungen zur Familie: Hinführung zum Thema Familie unter Berücksichtigung der schichtspezifischen sozialen Unterschiede.

6. Die Familie - Schichtübergreifend: Betrachtung der Familie als zentrale, moralische Keimzelle der Gesellschaft, unabhängig von der sozialen Schicht.

7. Leitbild und Wirklichkeit: Diskussion über die Diskrepanz zwischen dem idealisierten Bild der bürgerlichen Familie und der tatsächlichen Lebensrealität.

8. Eine bildungsbürgerliche Familie: Detaillierte Fallstudie der Familie des Autors Hans Fallada zur Veranschaulichung bildungsbürgerlicher Lebensweisen.

9. Schluss: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung von Familie, Bildung und Leistung als prägender Dreiklang.

Schlüsselwörter

Bildungsbürgertum, Bürgertum, 19. Jahrhundert, Deutsches Kaiserreich, Familie, Erziehung, Sozialgeschichte, Hans Fallada, Werte, Lebensführung, Industrialisierung, Bildungskonzept, soziale Schichtung, Patriarchat, Leistungsgesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den sozialen Rahmenbedingungen und der familiären Lebensgestaltung im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts, insbesondere mit dem spezifischen Milieu des Bildungsbürgertums.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die soziale Schichtung der Zeit, den Aufstieg des Bürgertums sowie das Familienideal als privaten Raum der Ordnung und moralischen Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Wesen der bildungsbürgerlichen Familie zu definieren und mittels biographischer Beispiele aufzuzeigen, wie Werte wie Bildung und Leistung das tägliche Familienleben prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialhistorische Analyse, die mit fachwissenschaftlicher Literatur arbeitet und das Werk „Damals bei uns daheim“ von Hans Fallada als Quellenbeispiel heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Einordnung der Zeit, die Charakterisierung bürgerlicher Lebensformen und eine detaillierte Auswertung erzieherischer Episoden in der Familie Fallada.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsbürgertum, Familienidentität, bürgerliches Werteensemble, soziale Schichtung und der Einfluss der Industrialisierung.

Warum spielt die Familie bei Hans Fallada eine zentrale Rolle für die Analyse?

Die Familie des Autors dient als idealtypisches Fallbeispiel, da sie die im theoretischen Teil aufgestellten Kriterien für bildungsbürgerliche Lebensführung, wie den Fokus auf Erziehung und Bildung, anschaulich verkörpert.

Welche Bedeutung hatte das "Einjährigenrecht" in diesem Kontext?

Das Einjährigenrecht war ein soziales Privileg, das gebildeten Männern den Militärdienst verkürzte und somit den staatlich geförderten Erwerb von Bildung direkt belohnte.

Wie unterscheidet sich die Erziehung in der untersuchten bildungsbürgerlichen Familie?

Die Erziehung zeichnete sich durch Besonnenheit, den Verzicht auf rohe Gewalt und ein psychologisches Interesse an der kindlichen Entwicklung aus, was einen bewussten Kontrast zu anderen, straffälligeren Erziehungsmethoden darstellte.

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Details

Title
Die Familie im Ausgang des 19. Jahrhunderts – Bürgertum und Bildungsbürgertum
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,7
Author
B.A. Maximilian Stangier (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V166607
ISBN (eBook)
9783640829507
ISBN (Book)
9783640829439
Language
German
Tags
familie ausgang jahrhunderts bürgertum bildungsbürgertum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Maximilian Stangier (Author), 2008, Die Familie im Ausgang des 19. Jahrhunderts – Bürgertum und Bildungsbürgertum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166607
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