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Die Familie im Kaiserreich im Spiegel der Schichten

Title: Die Familie im Kaiserreich im Spiegel der Schichten

Term Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. Maximilian Stangier (Author)

Pedagogy - Family Education
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Im Rückblick gilt die Wilhelminische Ära vielen als „die gute alte Zeit“. Die Ältesten haben noch lebendige Erinnerungen; sie waren Kinder oder Jugendliche, gingen in Matrosenkleidung, auch die Mädchen hörten mitunter respektvoll von „Seiner Majestät“ reden, und wenn sie Glück hatten, erblickten sie einmal die stattliche Erscheinung in Uniform und Ordensschmuck, mit dem charakteristischen Zwirbelbart, den jeder zweite Bürovorsteher und Dorfpolizist zum Zeichen entliehener Würde trug (Zentner 1986, S.7). Je weiter diese Zeit zurückliegt, und die Zeilen des Zitates sind mittlerweile auch vor über zwanzig Jahren geschrieben worden, desto mehr tritt Wissen über die Kaiserzeit in den Hintergrund. Es wird dazu noch überlagert durch die übermächtige Position der Zeit des Nationalsozialismus in der Geschichte, sowie der Schrecken des zweiten Weltkrieges.
Diese Ausarbeitung stellt den schriftlichen Teil zum Referat dar, welches im Rahmen des Blockseminars „Kindheit und Jugend im Kaiserreich“ im Herbsttrimester gehalten wurde. Begreift man das deutsche Kaiserreich (1871-1918) als Keimzelle vieler moderner Bewegungen und als Ort der Entwicklung eines modernen bürgerlichen Systems wird klar, dass mit Blick auf aktuelles Geschehen die Retrospektive nicht vernachlässigt werden kann. Wenn es um das Kaiserreich geht, ist dieser Blick jedoch oft getrübt durch eine Versöhnlichkeit, die ferne Rückblicke oft mit sich bringen. Gerade vor dem Hintergrund der Schrecken des 2. Weltkrieges und der Verbrechen der Nationalsozialisten ist im Vergleich dazu die deutsche Kaiserzeit für die meisten mit wenig aber positiv gefärbten Wissen präsent. Aber vor welchem Hintergrund? Gerade das Kaiserreich ist in der Geschichtswissenschaft eines der Gebiete, welches die gravierendsten Veränderungen im gesellschaftlichen System erlebt hat...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gesellschaft im Ausgang des 19. Jahrhunderts

3. Soziale Schichtung

3.1 Die Schichten im Einzelnen

4. Die Familie

5. Die Typen der Familie

5.1 Die bürgerliche Familie

5.2 Die ländlich- bäuerliche Familie

5.3 Die Arbeiterfamilie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Sozialstrukturen von Familien im Deutschen Kaiserreich unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen sozialen Schichtzugehörigkeit, um die soziokulturellen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf das Familienleben kritisch zu beleuchten.

  • Soziale Schichtung und Klassenstrukturen im Kaiserreich
  • Stellung der Familie als gesellschaftliche Institution
  • Merkmale und Vergleich bürgerlicher, bäuerlicher und Arbeiterfamilien
  • Einfluss von ökonomischer Lage und Bildung auf das Familienleben
  • Rolle von Erziehung und traditionellen Geschlechterrollen

Auszug aus dem Buch

5.1 Die bürgerliche Familie

Auf dem Bild finden sich Joachim von Elbe (der zweite von rechts) und seine Familie, das Bild entstand 1909, die wegen der Landratsstellung des Vaters als Beamtenfamilie den Typus der Familie in gutbürgerlicher Schicht vertreten. Für heutige Verhältnisse erscheint die siebenköpfige Familie vielleicht groß, ist aber im Vergleich zu anders gestellten Schichten normal. Sie ist Kernfamilie die, schließt man das Personal aus, nur die leiblichen Eltern und deren Kinder umfasst.

Die ökonomische Situation der Familie lässt sich in erster Linie über die Wohnsituation und das angestellte Personal fassen, genauso wie sich darüber die soziale Geltung erschließen lässt. So wurde dem Landrat eine Dienstwohnung zur Verfügung gestellt, welche neben dem Angebot von Raum für die siebenköpfige Landratsfamilie auch Repräsentationspflichten zu erfüllen hatte. „Es gab sehr viel Platz im Haus: im Souterrain die Küche mit einem Herd, […]; eine Vorratskammer; einen Abwaschraum; die Waschküche; das Bügelzimmer und den Kohlenkeller. Im Erdgeschoss durch den »Vordereingang« zugänglich, befanden sich um eine Halle mit einem runden, stets mit Blumen geschmückten Tisch in der Mittel das Bibliothekszimmer meines Vaters; ein Empfangssalon; das Zimmer meiner Mutter, von dem aus eine Doppeltür in das Büro meines Vaters führte; ein Musikzimmer, wo der große Flügel stand und ein Notenständer, der unserem Urgroßonkel, dem Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, gehört hatte; ein geräumiges Esszimmer mit anschließender Veranda zum Garten und eine Anrichte, zu der die Speisen mit einem handbetriebenen Aufzug von der Küche heraufgeholt wurden“ (von Elbe 1985, S. 22). Die Beschreibung erstreckt sich so weiter über die Schlafgemächer, Wohnzimmer und Bad. Die Großzügigkeit dieser Wohnung zeigt nun nicht nur die gesellschaftliche Position, die der Landrat und damit seine Familie bekleidet, sondern auch schlicht, dass die Familie ökonomisch gut situiert war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Kaiserreich historisch und stellt die Forschungsfrage nach den sozialen Systemen und der Familienerziehung im Spannungsfeld zwischen Autorität und Liberalität.

2. Die Gesellschaft im Ausgang des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel beleuchtet den wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerjahre, die Rolle Bismarcks und die Bedeutung des Bildungsausbaus für die soziokulturelle Entwicklung.

3. Soziale Schichtung: Hier wird der theoretische Rahmen zur Schichtungsanalyse nach Kocka und anderen Autoren dargelegt, um Familien anhand ihrer ökonomischen Lage und Lebensführung einzuordnen.

3.1 Die Schichten im Einzelnen: Das Unterkapitel differenziert die gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere das Bürgertum, den Adel und die aufstrebende Arbeiterschicht, sowie deren gegenseitige Abgrenzung.

4. Die Familie: Es wird das allgemeine Bild der Familie im Wilhelminischen Reich als unantastbare private Gemeinschaft und „Keimzelle des Staates“ mit patriarchalischen Strukturen beschrieben.

5. Die Typen der Familie: Dieses Kapitel dient der Einleitung des Typenvergleichs von bürgerlicher, bäuerlicher und Arbeiterfamilie anhand ökonomischer und bildungsbezogener Kriterien.

5.1 Die bürgerliche Familie: Anhand einer Fallstudie der Familie von Elbe wird das Idealbild der gutbürgerlichen, wohlhabenden und bildungsorientierten Familie illustriert.

5.2 Die ländlich- bäuerliche Familie: Hier wird die traditionelle bäuerliche Produktionsgemeinschaft thematisiert, die nur langsam mit industriellen Veränderungen und Bildungsanforderungen in Berührung kommt.

5.3 Die Arbeiterfamilie: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der Arbeiterfamilie, deren Leben stark durch die industrielle Erwerbsnotwendigkeit geprägt ist und der kaum Mittel zur gesellschaftlichen Geltung verbleiben.

Schlüsselwörter

Deutsches Kaiserreich, Sozialstruktur, Soziale Schichtung, Bürgertum, Arbeiterfamilie, Bäuerliche Familie, Industrialisierung, Bildungsbürgertum, Familiensoziologie, Wilhelminische Ära, Patriachat, Lebensführung, Klasse, Soziale Mobilität, Historische Erziehungswissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Lebenswirklichkeiten von Familien im Deutschen Kaiserreich im Kontext ihrer jeweiligen sozialen Schichtzugehörigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Schichtung der Gesellschaft, das Familienbild im Kaiserreich sowie die spezifischen Ausprägungen von bürgerlichen, bäuerlichen und Arbeiterfamilien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem idealisierten bürgerlichen Familienbild und der realen sozialen Lebenssituation verschiedener Schichten vor dem Hintergrund der Industrialisierung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz unter Verwendung von Primärquellen (wie Tagebuchaufzeichnungen) und einschlägiger Sekundärliteratur zur historischen Sozialforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Schichtung und eine vergleichende Analyse der drei Familientypen hinsichtlich ökonomischer Lage, Bildung und politischer Teilhabe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialstruktur, Kaiserreich, Bürgertum, Arbeiterfamilie, Lebensführung und soziale Ungleichheit.

Warum war das Bürgertum im Kaiserreich als soziale Formation so dominant?

Das Bürgertum definierte sich durch eine Kombination aus Besitz und Bildung, was es als gesellschaftliches Leitbild positionierte, das auch von anderen Schichten angestrebt wurde.

Inwiefern unterschied sich die bäuerliche Familie von anderen Modellen?

Die bäuerliche Familie war eine traditionelle Produktionsgemeinschaft, bei der individuelle Bildungsziele und Partnerwahl stark dem strategischen Erhalt des Hofes untergeordnet waren.

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Details

Title
Die Familie im Kaiserreich im Spiegel der Schichten
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Erziehungs- und Bildungswissenschaft)
Course
Erziehung, Bildung und Sozialisation in historischer Perspektive - Kindheit und Jugend im Kaiserreich
Grade
1,7
Author
B.A. Maximilian Stangier (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V166609
ISBN (eBook)
9783640829514
ISBN (Book)
9783640829422
Language
German
Tags
familie kaiserreich spiegel schichten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Maximilian Stangier (Author), 2008, Die Familie im Kaiserreich im Spiegel der Schichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166609
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