Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) im Hinblick auf dessen landeskundliche Inhalte


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
22 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Begriffsdefinitionen
2.1.1. Landeskunde
2.1.2. interkulturelle Kompetenz
2.2. Vorgaben des hessischen Lehrplans zu landeskundlichen Inhalten
2.3. Das besondere Potential des Mediums CD-ROM

3. Kriterien zur Analyse
3.1. Erweiterter Kriterienkatalog nach Funke (1988)
3.2. Modifizierter Kriterienkatalog zur Analyse von CD-ROM Lehrwerken

4. Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven hinsichtlich der landeskundlichen Inhalte

5. Beurteilung des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven
5.1. Beurteilung hinsichtlich der landeskundlichen Inhalte
5.2. Beurteilung hinsichtlich der Ausnutzung der multimedialen Möglichkeiten in der Präsentation der landeskundlichen Inhalte

6. Literaturangaben

7. Anhang

1. Einleitung

Im Wintersemester 2002/2003 habe ich mich – gemeinsam mit zwei Kommilitonin­nen – im Rahmen des Seminars Das Bild der englischsprechenden Welt im deutschen Englischlehrwerk mit den landeskundlichen Inhalten von drei CD-ROM Lehrwerken für die 5. Klasse (Gymnasium) beschäftigt[1]. Es stellte sich heraus, dass landeskundli­che Inhalte in allen drei Lehrwerken nur am Rande und in keinem Fall explizit be­handelt werden. Weiterhin fiel auf, dass das besondere Potential des Mediums CD-ROM (Einbindung von Videosequenzen, Fotos etc.) kaum bis überhaupt nicht ge­nutzt wird. Die Frage drängte sich auf, ob dies eventuell daran liegt, dass im ersten Lernjahr die noch sehr eingeschränkten sprachlichen Möglichkeiten eine umfangrei­chere und explizitere Landeskunde verhindern. Daraus ergab sich das Thema dieser Hausarbeit, in der ich die landeskundlichen Inhalte des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) für die gymnasiale Oberstufe systematisch analy­sieren werde. Dabei wird es schwerpunktmäßig um eine inhaltliche Bestandsauf­nahme sowie eine Untersuchung der Art der Darstellung dieser Inhalte gehen. Die Kriterien, die der hessische Lehrplan für die landeskundlichen Inhalte vorgibt, dienen als ein wichtiger Orientierungspunkt bei der Beurteilung des Lehrwerks. Mein Au­genmerk gilt außerdem der Frage, in wie weit die multimedialen Möglichkeiten der CD-ROM genutzt werden, um landeskundliche Inhalte für Schüler zugänglich und greifbar zu machen.

2. Theoretischer Hintergrund

Der Begriff Landeskunde ist in der Vergangenheit viel diskutiert und dadurch nie einheitlich interpretiert worden. Es ist daher unerlässlich, dieser Arbeit eine kurze Begriffsdefinition voranzustellen. Im Kontext der Landeskunde-Diskussion hat in den letzten Jahren ein weiterer Begriff zunehmend an Bedeutung gewonnen: Der Unterricht soll den Schülern eine Fähigkeit vermitteln, die allgemein als interkultu­relle Kompetenz bezeichnet wird. Auch dazu werde ich meiner Arbeit eine Begriffs­definition voranstellen. Wei­terhin werde ich zusammenfassend darstellen, welche landeskundlichen Inhalte der hessische Lehrplan (als Referenz für die anschließende Analyse und Beurteilung des Lehrwerks) fordert und welches besondere Potential das Medium CD-ROM für die Präsentation landeskundlicher Inhalte besitzt.

2.1. Begriffsdefinitionen

2.1.1. Landeskunde

Der landeskundliche Bereich des Fremdsprachenunterrichts hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Die Benutzung unterschiedlicher Begriffe (Realienkunde, Kulturkunde, Englandkunde etc.) und teils unterschiedlicher, teils ähnlicher Kon­zepte, die hinter diesen Begriffen standen und stehen, führte zu Unklarheit in der Definition.

Der Begriff Landeskunde soll hier „alle Bezüge auf die Gesellschaft(en), deren Spra­che im Fremdsprachenunterricht gelehrt wird“ (Buttjes 1991:112) bezeichnen. Dabei werden alle kulturellen Gegebenheiten dieser Gesellschaften berücksichtigt, also beispielsweise Literatur und Kunst (die üblicherweise dem klassischen Kulturbegriff zugerechnet werden) ebenso wie die sogenannte „Alltagskultur“.

2.1.2. interkulturelle Kompetenz

Der moderne Fremdsprachenunterricht zielt (u.a.) darauf ab, die Schüler in die Lage zu versetzen, mit Hilfe der erlernten Fremdsprache mit anderen Menschen zu kom­munizieren. Kommunikation findet jedoch nie in einem kulturellen Vakuum statt, sondern immer vor dem Hintergrund der Kulturen, denen die beiden Sprecher ange­hören. „Begegnung zwischen Menschen ist immer auch die missverständnis­trächtige Begegnung zwischen den Kulturen, denen sie entstammen“ (Picht 1991:54). Beide Sprecher beziehen sich (oft unbewusst) auf die ihnen vertraute Lebenswirklichkeit mit ihren Normen, Werten und Gebräuchen, die jedoch dem Gesprächspartner unter Umständen weniger oder gar nicht bekannt ist. Ein entscheidendes Lernziel zu dem die Landeskunde beitragen kann, ist die Sensibilisierung für diese Problematik. In­terkulturelle Kompetenz bezeichnet also die Fähigkeit auf möglicherweise aufkom­mende Probleme der Kommunikation zwischen (mindestens) zwei Kulturen vorbe­reitet zu sein, und ihnen mit einer angemessenen Sensibilität zu begegnen, so dass die Kommunikation erfolgreich verlaufen kann.

2.2. Die Vorgaben des hessischen Lehrplans zu landeskundlichen Inhalten

Für das Land Hessen ist vor kurzer Zeit ein neuer Lehrplan konzipiert worden. Wäh­rend dieser für die Klassen 5 – 10 bereits in Kraft ist, soll er für die gymnasiale Oberstufe ab August 2003 in Kraft treten. Da ich ein Lehrwerk für die gymnasiale Oberstufe untersuche ist es wichtig, die Vorgaben des Lehrplans zu den landeskund­lichen Inhalten zu kennen. Der neue Lehrplan spiegelt außerdem weitestgehend die aktuellen Konzepte von landeskundlichem Lernen und interkultureller Kompetenz wider.

Der neue Lehrplan definiert „landeskundliches Lernen und interkulturelle Kompe­tenz“ als einen der zentralen Lernzielbereiche. In der Auflistung der Lernzielbereiche ist die Landeskunde damit gleich an zweiter Stelle nach „Spracherwerb (Sprach- und Sprachhandlungskompetenz)“ genannt[2]. An der Zusammenfassung von landeskundli­chem Lernen und interkultureller Kompetenz in einen Zielbereich lässt sich die enge Verknüpfung der beiden Bereiche ablesen. Der Bereich „landeskundliches Lernen und interkulturelle Kompetenz“ umfasst im Einzelnen folgende Unterpunkte (Lehrplan für den Bildungsgang Gymnasium 2002:2):

- die Begegnung mit dem anderen, d.h. die Heranbildung des Bewusstseins um die relative Gültigkeit der gewohnten ‚Ordnung der Dinge’; das Erkennen, dass Welt auch anders als gewohnt gestaltet sein kann, dass wohlvertraute Wertvorstellungen nicht zwingend auch andernorts verbindlich sind, (das Aufs-Spiel-Setzen“ der eigenen selbstverständlichen Ordnungs- und Wertvorstellungen);

- Horizonterweiterung;
- Kennenlernen und Auseinandersetzen mit Geschichte, Gesellschaft und Kultur des zielsprachli­chen Raums;
- Beschäftigung mit englischsprachiger Literatur
- Zurechtfinden im zielkulturellen (Alltags-) Kontext;
- Entwicklung der eigenen Identität in der Begegnung und Auseinandersetzung mit der Kultur (den Kulturen) der Zielsprache;
- Entwicklung von Einstellungen wie Toleranz und Achtung vor dem anderen und von Empathie­fähigkeit gegenüber anderen Kulturen.

Erwünscht ist, dass die Schüler beginnen, sich in zunehmendem Maße aktiv auf eine fremde Kultur einzustellen und dieser mit Aufgeschlossenheit und Empathie zu be­gegnen. Damit gehen immer auch Erkenntnisse über die eigene Kultur einher. Es soll dadurch für die Schüler deutlich werden, wie stark die eigenen Grundannahmen, Werte und Normen gesellschaftlich und kulturell bedingt sind. In diesem Sinne soll die Landeskunde also einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler leisten.

„Horizonterweiterung“ wird mehrfach als Lernziel deklariert, jedoch folgt keine De­finition. Gemeint ist wohl das Kennenlernen von Lebenswirklichkeit außerhalb des eigenen, unmittelbaren Erfahrungsbereichs. Der neue Lehrplan misst diesem „Blick über den Tellerrand“ große Bedeutung im Streben nach einem friedlichen Zusam­menleben der verschiedenen Kulturen bei.

Landeskunde bedeutet nach dem neuen Lehrplan keinesfalls nur die Vermittlung von Daten und Fakten über die Kultur der Zielsprachenländer. Vielmehr soll eine kriti­sche Auseinandersetzung mit der Kultur der englischsprachigen Länder erfolgen. Einhergehen damit soll die Sensibilisierung für interkulturelle Kommunikation und die naturgemäß damit verbundenen Schwierigkeiten. Waren früher geschichtliche Fakten und Daten der Historie des Zielsprachenlandes ein fester Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts, so wird im neuen Lehrplan die Geschichte als einbetten­der Kontext der Alltagskultur unterrichtet.

Insgesamt soll der Unterricht die Teilbereiche Sprache, Landeskunde und Literatur miteinander verbinden. Nur im Zusammenspiel dieser klassischen Teilbereiche kann sich dem Schüler ein umfassendes Bild von der Kultur des Zielsprachenlandes er­schließen (daher ist auch Beschäftigung mit englischsprachiger Literatur als Unter­punkt der Landeskunde aufgeführt). Speziell für die gymnasiale Oberstufe werden folgende Zielsetzungen als vorrangig formuliert (Lehrplan für den Bildungsgang Gymnasium 2002:12):

- die Schärfung der interkulturellen Wahrnehmung und der Erwerb von Fertigkeiten zur Klärung von Differenzen/Missverständnissen
- die Sensibilisierung für die Grenzen interkulturellen Verstehens
- die Sensibilisierung für die Problematik von Selbst- und Fremdbildern
- die Befähigung zur Empathie und (aktiven) Toleranz des Fremden

Allgemein wird hier also der Schwerpunkt des Unterrichts verschoben vom schlich­ten Vermitteln von rein kognitivem Wissen über die Kultur des Zielsprachenlandes hin zur Sensibilisierung für die möglichen Schwierigkeiten interkultureller Kommu­nikation. Im Schüler sollen Weltoffenheit und Verständigungsbereitschaft geweckt und weiter ausgebildet werden.

In der gymnasialen Oberstufe (für die das im Folgenden untersuchte Lehrwerk kon­zipiert ist) sollen folgende geographische Gebiete mit ihrer spezifischen kulturellen Thematik vorgestellt und bearbeitet werden (Lehrplan für den Bildungsgang Gymnasium, Januar 2002:50-54):

11. Klasse:

Großbritannien und USA (kein spezieller Schwerpunkt)

12. Klasse:

1. USA (exemplarischer Einblick in die Dynamik der Entwicklung des westlichen Verständnisses vom Individuum, seinen Rechten und Pflichten)
2. The United Kingdom (Beispiel für die Verquickung von Tradition und Wandel und die historische Bedingtheit von Entwicklungen)
3. Die (ehemaligen) Kolonien: z.B. Südafrika, Indien, Nigeria, Pakistan, die Phillipinen, Singapur etc. (die Probleme von noch nicht industrialisierten Ländern bzw. Schwellenländern; Spannungsfeld zwischen kulturellen Traditionen und (post-) kolonialem westlichen Einfluss)

13. Klasse:

1. Die Neue Welt: z.B. Australien, Kanada, Neuseeland (Britische Traditionen und Eigenständigkeit; moderne Utopien?)

2. Europa (Englisch als lingua franca in Europa)

[...]


[1] Im Einzelnen: Take 1: Robin Hood (Klett 1998), English Coach Multimedia 1 (Cornelsen 1997) und Notting Hill Gate (Diesterweg 1999)

[2] Die übrigen Bereiche sind „Methoden- und Lernkompetenz“, „studien- und berufsorientierende Kompetenz“, „Medienkompetenz“, „fächerübergreifendes und fächerverbindendes Lernen“ und „Präsentationskompetenz“.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) im Hinblick auf dessen landeskundliche Inhalte
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für England- und Amerikastudien)
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V16661
ISBN (eBook)
9783638214445
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Neben der Analyse des Lehrwerks auf landeskundliche Inhalte hin gibt es viele Informationen über landeskundliche Inhalte in Lehrwerken allgemein sowie eine Definition des Begriffs &quot,Landeskunde&quot, und &quot,interkulturelle Kompetenz&quot,. Der zweite Schwerpunkt ist die Bewertung hinsichtlich des Mediums CD-ROM: werden die Möglichkeiten, die dieses Medium bietet ausgeschöpft? Viele der Ergebnisse lassen sich weitgehend auf andere CD-ROM Lehrwerke übertragen.
Schlagworte
Analyse, CD-ROM, Lehrwerks, English, Coach, Eleven, Hinblick, Inhalte
Arbeit zitieren
Miriam Volkmann (Autor), 2003, Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) im Hinblick auf dessen landeskundliche Inhalte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16661

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) im Hinblick auf dessen landeskundliche Inhalte


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden