Geschichte der Sozialpolitik, während der Regierungszeit Bismarcks


Seminararbeit, 2009

13 Seiten


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Der Anfang staatlicher Sozialpolitik (1839 - 1890)
2.1. Der geschichtliche Hintergrund der Entstehung 4 der Sozialpolitik
2.2. Bismarcks Sozialpolitik
2.3. Geteilte Last
2.4. Die soziale Gesetzgebung

3. Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende 9 des Ersten Weltkrieges (1890 - 1918)
3.1. Bismarcks Verlust der Parlamentsmehrheit
3.2. Die Weiterentwicklung der Sozialpolitik
3.3. Die Sozialgesetzgebung unter Wilhelm II.

4. Fazit

5. Literatur

1. Einleitung

Die Funktion der Sozialpolitik richtet sich auf die Absicherung der existentiellen Risiken wie beispielsweise Krankheit, Invalidität oder Unfall. Die Geschichte der Sozialpolitik zeigt die Entwicklung des Systems der sozialen Sicherung. Die Institutionen der sozialen Sicherung, die wir heute kennen, entstanden nach der industriellen Revolution. Das Versicherungssystem in Deutschland ist um die 130 Jahre alt, etwa seit Bismarcks Neuorientierung der Innenpolitik.

Vor der Schaffung eines Sicherheitssystem lag die Verantwortung bei dem Individuum, der Familie und der Nachbarschaft. Daher kann erst nach der Industrialisierung von einem modernen, Sozialstaat gesprochen werden. Dabei kann die Sozialpolitik folgendermaßen definiert werden:

„Der Begriff der Sozialpolitik faßt jene Einstellungen und Verhaltensweisen, Entscheidungen und Maßnahmen des Staates zusammen, die auf die Angleichung und Sicherung des sozialen Status seiner Bürger gerichtet sind.“1

Der Mensch, Aristoteles nach ist von Natur aus ein Gemeinschaftswesen. Der Mensch fühlt sich, sicher in einer Gruppe, in jeder Gruppe gibt es Menschen, die auf die Hilfe der anderen Gruppenmitglieder angewiesen sind. Hierbei kann das Beispiel der Familie oder der Nachbarschaft als Verdeutlichung dienen. Um eine Sozialpolitik in einer größeren Gemeinschaft, wie in einem Staat, bedarf es an höheren Instanzen, die das mit Vertrauen regeln.

Die Geschichte der staatlichen Sozialpolitik in Deutschland bis 1918 lässt sich in folgende Epochen einteilen:

1. der Anfang staatlicher Sozialpolitik (1839 - 1890)
2. von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890 - 1918)

Diese Hausarbeit wird sich mit diesen ersten zwei Epochen der staatlichen Sozialpolitik beschäftigen. Dabei wird versucht die Gründe für die Entstehung der Sozialpolitik unter dem Reichskanzler Bismarck zu erörtern.

2. Der Anfang staatlicher Sozialpolitik

(1839 - 1890)

Es lag in der Tradition des Staates den in Not geratenen Menschen zu helfen, seit 1871 wurde aber der Schutzgedanke des Staates weiterentwickelt. „Allein in Preußen waren zehn Jahre vor der Einführung der reichsweiten Krankenversicherung (1883) rund eine Million Arbeitnehmer gegen Krankheit und teilweise auch gegen Unfall und Invalidität versichert.“2

„Der Marsch in den Sozialstaat begann auf einem niedrigeren Niveau wirtschaftlicher Entwicklung als in Belgien, England, den Niederlanden und den USA und im Rahmen einer Staatsverfassung, in der das autokratische Element das demokratische überwog.“3

2.1. Der geschichtliche Hintergrund der Entstehung der Sozialpolitik

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde durch die Industrialisierung das traditionelle Handwerk ersetzt. Dadurch stieg die Zahl der Arbeitslosen an, was zu sowohl schlechten Arbeitsbedingungen als auch zu schlechten Lebensstandard führte. Die Unternehmen nutzten die Situation indem sie 70-80 Stunden produzieren ließen und dafür die Arbeiter wenig entlohnten. Die hohe Belastung der Arbeiter verursachte immer mehr Unfälle am Arbeitsplatz, die nicht entschädigt wurden. Als Folge solcher Umstände wurden Streiks von den Arbeitnehmern organisiert. Einige Unternehmen waren nicht bereit Sozialleistungen zu bezahlen weil sie dadurch im internationalem Vergleich nicht Konkurrenzfähig wären. Es gab auch Unternehmen, die erkannten, dass sie durch bessere Motivation der Arbeitnehmer höhere Leistungen erzielen könnten.

„In Deutschland des 19. Jahrhunderts ist es allerdings weder zu einer Renaissance des absolutistischen Wohlfahrtsstaats noch zur Etablierung einer rein liberalen Marktgesellschaft gekommen. Charakteristisch sind vielmehr Übergangsformen: von der Agrar- zur Industrieproduktion, vom Absolutismus zur parlamentarischen Demokratie sowie von der staatlich gesteuerten Ökonomie zu mehr oder weniger freien Märkten.“4

Da es aber in dem Parlament der Länder keine Vertretung der Arbeiter gab wie beispielsweise durch eine Arbeiterpartei kann bestätigt werden, dass die institutionellen Voraussetzungen für eine staatliche Sozialpolitik ungünstig waren. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Sozialpolitik waren aufgrund des Wirtschaftswachstums und dem Anstieg der Beschäftigten also nicht ungünstig.

Die ökonomische und politische Veränderung durch neue Maschinen wie Beispielsweise Dampfmaschine und die Wanderungsbewegungen von Land in die Städte dienen als der Ausgangspunkt der „sozialen Frage“.

Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich im 19. Jahrhundert. Die Menschen zogen immer mehr in die Industriezentren, dadurch geriet das traditionelle Handwerk in Gefahr. Die Berliner Arbeiter forderten im März 1948 vom preußischen König ein Ministerium für Arbeiter zu gründen. Dieses Ministerium soll von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern besetzt werden. Die Unterdrückung und der Verbot der Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verbrüderung von 1854 befestigte die Arbeiterbewegungen. Daraufhin gründete Ferdinand Lassalle 1863 den "Allgemeine(n) Deutsche(n) Arbeiterverein". Sechs Jahre später wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei formiert. Diese Organisationen, nach ihrem Zusammenschluss, werden später als eine parlamentarische Fraktion auftreten.5

Der Anfang der heutigen Zwangsversicherung wurde mit der Generalverordnung von 1845 in den Weg geleitet. Dadurch wurde jeder Beschäftigte gezwungen an eine Ortskasse seine Beiträge einzuzahlen.

2.2. Bismarcks Sozialpolitik

Die Entstehung des sozialen Versicherungssystems wurde am meisten von Bismarck beeinflusst. Dabei stand die Unfallversicherung im Mittelpunkt seines Interesses, das Ziel war die Unfallversicherung in ein Gesetz zu formulieren. Denn die Arbeiter waren nach dem Reichshaftpflichtgesetz nur dann zu entschädigen wenn die Schuld für einen Unfall den Unternehmen nachgewiesen wurde. Dadurch werden nur wenige Arbeiter entschädigt. Daher nahm sich Bismarck zur Aufgabe die Sozialpolitik persönlich zu gestalten.

[...]


1 Hentschel, Geschichte der Deutschen Sozialpolitik, S. 7.

2 Schmidt, Sozialpolitik in Deutschland, S. 21.

3 Ebenda.

4 Stolleis, Grundlagen der Sozialpolitik, S. 228.

5 Vgl. Stolleis, Grundlagen der Sozialpolitik, S. 226f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Geschichte der Sozialpolitik, während der Regierungszeit Bismarcks
Hochschule
Hochschule für Politik München
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V166657
ISBN (eBook)
9783640830046
ISBN (Buch)
9783640830343
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte, sozialpolitik, regierungszeit, bismarcks
Arbeit zitieren
Muhamed Jugo (Autor), 2009, Geschichte der Sozialpolitik, während der Regierungszeit Bismarcks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166657

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