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Demokratie spielerisch lernen und erfahren. Das Planspiel im Sozialkundeunterricht

Titel: Demokratie spielerisch lernen und erfahren. Das Planspiel im Sozialkundeunterricht

Examensarbeit , 2009 , 107 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Katharina Marr (Autor:in)

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Intention vorliegender Arbeit ist es, die Methode des Planspiels vorzustellen. Dabei soll im Besonderen der pädagogisch-didaktische Wert des Planspielverfahrens in der Schule, speziell im Fach Sozialkunde, erörtert werden. Es soll außerdem der Frage nachgegangen werden, warum Planspiele, trotz ihrer Fülle an Lernchancen, auch gegenwärtig immer noch selten Eingang in die Methodenrepertoires deutscher Lehrkräfte finden.

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Gibt es in der Didaktik eine Unterrichtsmethode, welche all jene pädagogischen Konzepte tiefer gehender Bildung in sich vereint?

Tatsächlich liefert eine seit Jahrtausenden bekannte Methode die Antwort: das Planspiel. Das zuvor im militärischen verwendete Spiel findet im Laufe seiner Geschichte Verwendung im pädagogischen Bereich, wo es aufgrund seines spielerischen, vereinfachten Simulationscharakters als Trainings- und Erfahrungsinstrument der komplexen Wirklichkeit dient. Die Methode des Planspiels eignet sich deshalb neben dem Einsatz in anderen Schulfächern auch für den politischen Unterricht.

Der Sozialkundeunterricht an Schulen hat den Auftrag, zunehmend komplexere gesellschaftliche und politische Zusammenhänge für den Lernenden durchschaubar zu machen. Er steht vor der Herausforderung, die Wirklichkeit praxisnah zu präsentieren, um die Heranwachsenden zu eigenverantwortlichem Handeln zu befähigen.

Politischer Unterricht soll dem Schüler außerdem ein komplexes Allgemeinwissen über die gesellschaftlichen Geschehnisse und Sachverhalte vermitteln, um ihm zur politischen Urteilsbildung zu verhelfen. Es stellt sich die Frage, was diesen zunächst sonderbar klingenden, ambivalenten Begriff des Planspiels ausmacht und inwiefern eine Simulation, noch dazu in Form eines Spiels, unsere jüngere Generation auf das reale Leben vorbereiten soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Politische Bildung in der Schule

1.1 Bildungs- und Erziehungsziele des Faches Sozialkunde

1.2 Leitziel ‚Der mündige, politisch aktive Bürger’

1.3 Methoden im Fach Sozialkunde

1.4 Spiele im politischen Unterricht

3 Das Planspiel im Sozialkundeunterricht- Demokratie spielerisch lernen und erfahren

3.1 Begriffsklärung ‚Planspiel’

3.1.1 Modell- und Simulationscharakter

3.1.2 Spielstruktur

3.2 Geschichte des Planspiels

3.2.1 Ursprung und Entwicklungslinien

3.2.2 Geschichte des Planspiels in Deutschland

3.3 Planspielarten

3.3.1 Funktionstypen

3.3.2 Formal-strukturelle Kriterien

3.3.3 Ausmaß der Steuerung

3.3.4 Mischformen

3.4 Besonderheiten in Abgrenzung zu anderen pädagogischen Methoden

3.5 Ansätze und Zwecke des Planspieleinsatzes im Sozialkundeunterricht

3.5.1 Didaktische Konzepte im Planspiel

3.5.2 Lernebenen und Lernziele des Planspiels

3.5.3 Vorteile der Planspielmethode

3.6 Durchführung des Planspiels im Politikunterricht

3.6.1 Voraussetzungen der Realisierung

3.6.2 Spielvorbereitung

3.6.3 Spielverlaufsphasen

3.6.4 Spielauswertung

3.7 Weiterer Prozess im Unterricht

3.8 Gründe für den seltenen Einsatz von Planspielen im Unterricht und Strategien zur Ermutigung und Überzeugung der Lehrer

3.8.1 Auf Ebene der Lehrer

3.8.2 Auf Ebene der Schulen

3.8.3 Auf Ebene der Schüler

3.8.4 Auf Ebene der Planspiele selbst

4 Über Sinn und Unsinn des Planspiels im Fach Sozialkunde

5 Durchführung eines selbst entworfenen Planspiels an einem Gymnasium

5.1 Praktischer Versuch des Planspiels „Der Weg der Gesetzgebung: Bundesweite Einführung von eLearning als fächerübergreifender Unterrichtsbestandteil an deutschen Schulen“

5.1.1 Thema des Planspiels

5.1.2 Kriterien der Themenwahl

5.1.3 Spielplanung, Medien und Materialien

5.1.4 Durchführung des Planspiels

5.2 Ergebnisse der Schülerbewertung

5.2.1 Darstellung und Interpretation

5.2.2 Schlussfolgerungen für den Planspieleinsatz in der Schule

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des pädagogisch-didaktischen Werts von Planspielen im Sozialkundeunterricht. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, inwieweit diese Methode in den Schulalltag integriert werden kann, um Lernziele effektiv zu erreichen, ohne das Unterrichtsklima oder die Wissensvermittlung negativ zu beeinflussen.

  • Pädagogischer Mehrwert von Planspielen im Politikunterricht
  • Ursachen für den seltenen Einsatz von Planspielen an Schulen
  • Methodische Durchführung und Konzeption eines eigenen Planspiels
  • Analyse der Akzeptanz und des Lernerfolgs bei Schülern

Auszug aus dem Buch

3.1 Begriffsklärung ‚Planspiel’

Im Planspiel wird ein in der realen, gesellschaftlichen Umwelt existierendes Problem bzw. ein Konflikt in einer hypothetisch-fiktiven Wirklichkeit spielerisch, möglichst realitätsgetreu nachgeahmt. Dazu schließen sich in der Regel mehrere Spielteilnehmer zu verschiedenen Spielgruppen zusammen, um die an der Problemlösung beteiligten gesellschaftlichen Interessengruppen durch Hineinversetzen in eine spezifische Rolle zu vertreten. Dabei wird dem Einzelnen die Ausgestaltung der Rolle nicht völlig selbst überlassen, sondern ist, wie auch der Spielablauf, vorgegeben, um eine wirklichkeitsnahe Interaktion zu gewährleisten. Eine individuelle Interpretation der Rollenvorgaben durch den Spieler ist allerdings unabdingbar und erwünscht.

Die Spielteilnehmer haben die Aufgabe, den zu Anfang gestellten Konflikt, gemeinhin ein höchst reales Handlungs- und Entscheidungsproblem, in mehreren Spielrunden auf Lösungsmöglichkeit hin ‚durchzuspielen’. Dabei geschieht die Lösungsfindung der in Planspielen simulierten Problemstellungen durch die Teilnehmer hauptsächlich infolge spielerischen Experimentierens, wobei jeweils auch die denkmöglichen Folgewirkungen einer bestimmten Lösung von Bedeutung sind. Basis des Planspiels ist im Prinzip eine jedem geläufige Lebenserfahrung: Versucht man ein Problem zu lösen, antizipiert der Mensch in Gedanken verschiedene Varianten bzgl. des eigenen Verhaltens, mögliche Gegenreaktionen des Gegenüber, um daraus neu entstehende eigene Verhaltensweisen zu kalkulieren. Jenes Verfahren wird im Planspiel lediglich systematisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit tiefer gehender politischer Bildung und führt das Planspiel als handlungsorientierte Methode ein.

2 Politische Bildung in der Schule: Dieses Kapitel definiert die Bildungsziele des Sozialkundeunterrichts, wie die Förderung des mündigen Bürgers und verschiedener Kompetenzen.

3 Das Planspiel im Sozialkundeunterricht- Demokratie spielerisch lernen und erfahren: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert das Planspiel als Methode, seine Geschichte, Arten und didaktische Konzepte wie Problemorientierung und Kontroversprinzip.

4 Über Sinn und Unsinn des Planspiels im Fach Sozialkunde: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Einwänden gegen das Simulationsverfahren.

5 Durchführung eines selbst entworfenen Planspiels an einem Gymnasium: Dieser Teil beschreibt die praktische Erprobung eines Planspiels zur Gesetzgebung an einer 10. Klasse und evaluiert die Ergebnisse.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des hohen Potentials von Planspielen für eine moderne politische Bildung.

Schlüsselwörter

Planspiel, Sozialkundeunterricht, Politische Bildung, Simulation, Handlungsorientierung, Demokratiefähigkeit, Rollenspiel, Schülerorientierung, Politische Mündigkeit, Unterrichtsmethode, Lernziele, Kompetenzentwicklung, Gesetzgebungsprozess, Politische Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den pädagogischen Nutzen von Planspielen im Sozialkundeunterricht und analysiert, wie diese Methode zur Vermittlung politischer Kompetenzen beiträgt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die politische Bildung in der Schule, die didaktische Einbettung des Planspiels sowie dessen praktische Umsetzung und Evaluation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Vorstellung des Planspiels als effektives Instrument, um komplexe politische Zusammenhänge greifbar und erfahrbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen didaktischer Konzepte mit einer empirischen Fallstudie (einem Praxisversuch) in einer 10. Klasse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert umfassend die Struktur, Geschichte und Arten des Planspiels sowie die didaktischen Ansätze wie Problemorientierung und schülerzentriertes Lernen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Planspiel, Sozialkundeunterricht, politische Bildung, Handlungsorientierung und Demokratiefähigkeit.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft im Planspiel?

Die Lehrkraft agiert primär als Spielleiter und Berater, der sich aus dem aktiven Spielgeschehen zurückhält, um eigenverantwortliches Lernen zu ermöglichen.

Wie bewerten die Schüler den praktischen Versuch?

Der Versuch zeigte, dass Schüler die Methode trotz Zeitmangels sehr positiv aufnahmen und insbesondere das freie Arbeiten sowie den spielerischen Zugang schätzten.

Welche Herausforderungen bei der Umsetzung werden genannt?

Als Haupthindernisse werden der Zeitdruck innerhalb des 45-Minuten-Takts, die Vorbereitungsintensität und die Raumkapazitäten an Schulen identifiziert.

Warum wird von einer Notenvergabe abgeraten?

Eine Benotung wird kritisch gesehen, da sie zu Leistungsdruck und Wettbewerbsdenken führt, was den spielerischen Charakter und die Lernfreude im Planspiel untergraben könnte.

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Details

Titel
Demokratie spielerisch lernen und erfahren. Das Planspiel im Sozialkundeunterricht
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Didaktik der Sozialkunde)
Note
1,00
Autor
Katharina Marr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
107
Katalognummer
V166675
ISBN (eBook)
9783668306479
ISBN (Buch)
9783668306486
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Planspiel im Sozialkundeunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Marr (Autor:in), 2009, Demokratie spielerisch lernen und erfahren. Das Planspiel im Sozialkundeunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166675
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Leseprobe aus  107  Seiten
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