Die wissenschaftliche Reflexionsarbeit befasst sich mit der Planung, Durchführung und Analyse einer universitären Lehrveranstaltung, in der die Methode World Café erprobt wurde. Im Fokus stehen der didaktische Aufbau, gruppendynamische Prozesse, Herausforderungen bei der Umsetzung sowie Übertragungsmöglichkeiten auf den berufsschulischen Unterricht. Die Arbeit zeigt, wie kooperative Methoden Lernprozesse aktivieren und partizipative Lernatmosphären fördern können.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Reflexion der Sitzungsgestaltung
- 3. Fazit
- 4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Reflexionsarbeit beschreibt den ganzheitlichen Arbeitsprozess einer Gruppe, die im Rahmen des Seminars „Methoden und Medien in der beruflichen Bildung“ eine Sitzungsgestaltung erprobt hat. Das Hauptziel der Arbeit ist es, Schwierigkeiten im Prozessverlauf zu erkennen, ihre Auslöser zu untersuchen, die Folgen von Entscheidungen über den Einsatz von Methoden und Medien kritisch zu hinterfragen und Erkenntnisse über gelungene Aspekte zu gewinnen.
- Reflexion von Gruppenarbeitsprozessen
- Einsatz und Wirkung von Methoden und Medien
- Planung und Durchführung von Lehr-Lern-Prozessen
- Die Methode „World Café“ als spezifisches Fallbeispiel
- Anwendung beruflicher Didaktik
- Herausforderungen im berufsschulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
2. Reflexion der Sitzungsgestaltung
Um den Arbeitsprozess anzugehen ist es zunächst nötig, sich inhaltlich intensiv mit den Themen auseinander zu setzen. Aus der Themenliste filterte ich meine persönlichen Interessen um einzugrenzen, welche Sitzung ich gerne gestalten möchte. Dabei orientiere ich mich daran, in welchem Bereich ich bereits Vorwissen habe, über welche Methoden ich mehr erfahren möchte und welche Methoden meiner Meinung nach für meinen zukünftigen Schulalltag von hoher Relevanz sein können. Meine Gruppe bestand schließlich aus einer mir bereits bekannten und drei unbekannten Kommilitoninnen, die sich jedoch schon untereinander kennen. Ich arbeite gerne mit unterschiedlichen und auch unbekannten Menschen zusammen, da ich dabei oft neue Arbeitsweisen kennenlerne und andere Denkanstöße bekomme. Gleichzeitig birgt sich dabei die Gefahr von weniger aktiven Gruppenteilnehmer*innen, denen das Endergebnis vielleicht weniger wichtig ist als mir, oder die eine Arbeitsweise gewohnt sind, die mit meinen Gewohnheiten nicht gut vereinbar ist. Bereits zu Beginn des ersten Treffens wurde deutlich, dass wir ähnlich arbeiten, uns in unseren Stärken ergänzen und auch ähnliche Erwartungen an das Seminar haben.
In der Gruppe wurden zunächst Gruppenarbeitsmethoden gesammelt, schließlich einigten wir uns auf die Durchführung eines World Cafés. Die Methode war nur zwei Gruppenmitgliederinnen bekannt, von denen nur eine diese bereits durchgeführt hatte. Wir konnten somit auf Erfahrungswissen zurückgreifen, während der Großteil der Gruppe eine neue Methode erlernte. Ausschlaggebend für die Methode World Café ist die sogenannte Café-Atmosphäre, die den Teilnehmenden einen ungewohnten und neuen Zugang zu Lerninhalten bieten soll. Ziel der Methode ist das Anregen von neuen Ideen und Denkanstößen, durch die ein offener Austausch in Form einer Diskussion ermöglicht wird. Dabei werden an mehreren Tischen unterschiedliche Fragen zu einem gemeinsamen Thema erarbeitet.
In der Literatur wurde deutlich darauf hingewiesen, wie wichtig die richtige Formulierung bei der Fragestellung für eine solche Methode ist und dass dies die meiste Zeit in Anspruch nehmen sollte. „[Es ist] von großer Bedeutung, darauf zu achten, was unsere Fragestellungen bewirken können. [...] Fragen, die die Teilnehmer in eine bestimmte Richtung lenken sollen, sind zu vermeiden.“ (Steier/Gyllenpalm/ Bredemeier: S.174). Zunächst waren wir uns uneinig, ob wir uns thematisch freier bewegen oder nah am Thema Gruppenarbeiten bleiben sollten. Meine Befürchtung war, dass das thematische Erarbeiten einer oder mehrerer Methoden innerhalb der Methode World Café verwirren kann und die Teilnehmenden die unterschiedlichen Methoden schließlich nicht klar differenzieren können. Die Sitzungsgestaltung der Gruppe zum Thema „Methoden in Partnerarbeit“ stellte für uns ein gelungenes Beispiel dafür dar, wie der thematische Fokus auch innerhalb der Aufgabenstellung gut funktionieren kann. Hier wurden während der Durchführung einer Methode weitere Methoden zum Thema erarbeitet. Im Anschluss an diese Sitzung konnten wir uns einstimmig darauf einigen, mit unseren Fragestellungen für das World Café thematisch bei Gruppenarbeiten zu bleiben und die Teilnehmenden die Vor- und Nachteile der Methode aus Schüler*innen- sowie Lehrkraft-Perspektive zu diskutieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Seminar „Methoden und Medien in der beruflichen Bildung“ als Kontext der Arbeit vor und definiert das übergeordnete Ziel der Reflexion des Gruppenarbeitsprozesses sowie die Erwartungen der Autorin an das Seminar.
2. Reflexion der Sitzungsgestaltung: Hier wird der detaillierte Prozess der Themenauswahl, der Entscheidung für die Methode „World Café“, deren Umsetzung, die Gestaltung des Raumes und die spontane Reaktion auf unerwartete Teilnehmerzahlen beschrieben, inklusive einer kritischen Übertragung auf den Schulkontext.
3. Fazit: Das Fazit fasst die positiven Erfahrungen der Autorin mit der Sitzungsgestaltung zusammen, hebt die erfolgreiche Teamarbeit und das positive Feedback der Teilnehmenden hervor und reflektiert die Komplexität der Übertragung der gelernten Inhalte auf den zukünftigen Berufsalltag als Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Gruppenarbeit, World Café, Reflexion, Sitzungsgestaltung, berufliche Didaktik, Lehr-Lern-Prozesse, Methoden und Medien, Unterrichtsplanung, Seminar, Schulalltag, Teamarbeit, Partizipation, Sozialpädagogik, Lehrkraft-Perspektive.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit ist eine wissenschaftliche Reflexion des Arbeitsprozesses einer Gruppe, die im Rahmen eines Seminars eine Sitzungsgestaltung zur Methode „World Café“ im Kontext von Gruppenarbeit durchgeführt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Reflexion von Gruppenarbeitsprozessen, den Einsatz und die Wirkung von Methoden und Medien in Lehr-Lern-Prozessen, die spezifische Anwendung der Methode „World Café“ sowie die didaktische Planung und Durchführung einer Unterrichtseinheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Schwierigkeiten im Prozessverlauf zu erkennen und zu analysieren, Folgen von Entscheidungen über Methoden- und Medieneinsatz kritisch zu hinterfragen und Erkenntnisse über gelungene Aspekte der Sitzungsgestaltung zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit selbst ist eine Reflexionsarbeit, die eine Fallstudie (die Sitzungsgestaltung einer Lehr-Lern-Einheit) anhand der World Café Methode analysiert und wissenschaftlich reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Reflexion der Sitzungsgestaltung, beginnend bei der Auswahl des Themas und der Methode „World Café“, über die konkrete Planung und Durchführung bis hin zur Anpassung an unvorhergesehene Gegebenheiten und der kritischen Übertragung auf den Schulkontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Gruppenarbeit, World Café, Reflexion, Sitzungsgestaltung, berufliche Didaktik, Lehr-Lern-Prozesse, Methoden und Medien, Unterrichtsplanung, Schulalltag.
Warum wurde die Methode „World Café“ ausgewählt?
Die Methode „World Café“ wurde ausgewählt, da sie den Teilnehmenden durch eine spezielle „Café-Atmosphäre“ einen ungewohnten und neuen Zugang zu Lerninhalten bieten soll und die Anregung neuer Ideen sowie offener Diskussionen fördert.
Welche Rolle spielen Fragestellungen bei der World Café Methode?
Fragestellungen sind bei der World Café Methode von großer Bedeutung, da ihre Formulierung die Diskussion maßgeblich beeinflusst. Es muss darauf geachtet werden, dass sie die Teilnehmer nicht in eine bestimmte Richtung lenken, sondern einen offenen Austausch ermöglichen.
Wie wurde auf unerwartet geringe Teilnehmerzahlen beim World Café reagiert?
Die Gruppe reagierte flexibel und schnell, indem sie einen der geplanten Tische auflöste und die anwesenden neun Teilnehmenden auf die verbleibenden drei Tische mit vier Aufgaben verteilte, wodurch die Sitzung wie geplant fortgesetzt werden konnte.
Welche Unterschiede zum idealen Seminarrahmen sieht die Autorin im Schulalltag?
Die Autorin hebt hervor, dass der Schulkontext im Vergleich zum Seminar deutliche Unterschiede aufweist, insbesondere hinsichtlich des heterogenen Vorwissens und Bildungsstands der Schüler*innen sowie der Komplexität der Gestaltung eines störungsarmen Klassenklimas.
- Arbeit zitieren
- Luisa Wittenbrink (Autor:in), 2022, Methoden in Gruppenarbeit. Reflexion einer Sitzungsgestaltung zur Methode "World Café", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1666795