Der Essay beleuchtet die wachsenden gesellschaftlichen, politischen und fachlichen Anforderungen an den Unterricht in der Erzieher*innenausbildung. Im Fokus stehen die Entwicklung der Kindheitsforschung, veränderte Bildungsaufträge sowie die Bedeutung von Kompetenzorientierung in der Berufsbildung. Die Autorin zeigt, wie Lernzielorientierung und pädagogische Professionalität dazu beitragen, angehende Fachkräfte auf komplexe berufliche Anforderungen vorzubereiten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historische Entwicklung des Kindheitsbegriffs und der Kindheitsforschung
- Anfänge und frühe Entwicklung
- Entstehung der „neuen Kindheitsforschung“
- Anforderungen an die Bildung und Erziehung in der heutigen Gesellschaft
- Kompetenzen und curriculare Rahmenbedingungen für angehende Erzieher*innen
- Die Rolle pädagogischer Fachkräfte
- Lernzielorientierte Lehrpläne und Kompetenzentwicklung
- Fazit: Stetige Reflexion und Anpassung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den sich wandelnden Anforderungen an den berufsbildenden Unterricht für angehende Erzieher*innen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Ausbildung darauf vorbereiten kann, ein professionelles Handeln in allen beruflichen Situationen zu gewährleisten, indem sie auf gesellschaftliche Veränderungen und neue Erkenntnisse in der Kindheitsforschung reagiert.
- Der Wandel des Kindheitsbegriffs und seine Auswirkungen auf pädagogische Aufträge.
- Die historische Entwicklung der Kindheitsforschung von frühen Theorien bis zur „neuen Kindheitsforschung“.
- Die Rolle und der Auftrag pädagogischer Fachkräfte im Kontext gesellschaftlicher und politischer Veränderungen.
- Die Bedeutung von Kompetenzentwicklung und lebenslangem Lernen in der Erzieher*innenausbildung.
- Die Anpassung von Lehrplänen und die Notwendigkeit stetiger Reflexion in Bildungseinrichtungen.
Auszug aus dem Buch
Anforderungen an den berufsbildenden Unterricht für angehende Erzieher*innen
Die Phase der Kindheit wurde in einzelne Schritte unterteilt und Merkmale einer „richtigen“ Kindheit festgesetzt. „So kam es in den 1920er Jahren zu einer institutionellen Verankerung wissenschaftlich orientierter Kindheitsforschung.“ (Albers, 2008, S.5) Diese wurde später unterteilt in Kindheits- und Jugendforschung.
Durch sich häufende Kritik an der bisherigen Forschung in den folgenden Jahren wurde das Forschungsgebiet umstrukturiert und eine sozialwissenschaftliche Kindheitsforschung als eigenständige Forschungsdisziplin kristallisierte sich heraus. Die Begriffe des »Kindes« oder der »Kindheit« wurden neu definiert und ermöglichten den Forscher*innen weitere Perspektiven. In Deutschland verbreitete sich dieses Gebiet schließlich unter dem Namen der „neuen Kindheitsforschung“.
„Kinder und Kindergruppen werden von der,neuen‘ Kindheitsforschung als ,Akteure‘ in ihrer Umwelt und ,Konstrukteure‘ ihres Lebens betrachtet." (Heinzel, 2010, S.707). Kinder gelten als eine eigene Bevölkerungsgruppe mit eigenem Sozialstatus. Dabei dient die Phase der Kindheit als eine Art Schutzraum, die es den Kindern ermöglicht, sich eigenständig zu entfalten, bevor sie den Aufgaben, die das Erwachsenenleben mit sich bringt, entgegentreten müssen. Der Fokus der neuen Kindheitsforschung liegt somit nicht mehr in der Zukunft der Kinder, sonder in deren Gegenwart. Vielmehr wird erforscht, vor dem Hintergrund des Konstruktivismus, wie sich jedes Kind sein eigenes Weltbild konstruiert. Andauernde Frage dabei ist, wie die tatsächliche Sicht des Kindes dabei möglichst genau erfasst werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Stellt den Wandel des Kindheitsbegriffs und die daraus resultierenden neuen Anforderungen an pädagogische Fachkräfte und deren Ausbildung vor.
Historische Entwicklung des Kindheitsbegriffs und der Kindheitsforschung: Beschreibt die Entwicklung der Kindheitsforschung vom 18. Jahrhundert über die Entwicklungspsychologie bis hin zur "neuen Kindheitsforschung" und die damit verbundenen veränderten Sichtweisen auf Kinder.
Anforderungen an die Bildung und Erziehung in der heutigen Gesellschaft: Erläutert die wachsende Bedeutung von Bildung und lebenslangem Lernen in der Gesellschaft und die politischen Bestrebungen für einen universellen Zugang zu Bildung.
Kompetenzen und curriculare Rahmenbedingungen für angehende Erzieher*innen: Diskutiert die Notwendigkeit für pädagogische Fachkräfte, kontinuierlich auf Neuerungen zu reagieren, und die Aufgabe der Ausbildungsinstitutionen, zukunftsorientierte Kompetenzen statt nur Inhalte zu vermitteln, basierend auf lernzielorientierten Lehrplänen.
Fazit: Stetige Reflexion und Anpassung: Fasst zusammen, dass der berufsbildende Unterricht für Erzieher*innen auf einem guten Weg ist, jedoch eine kontinuierliche Reflexion und Anpassung der Konzepte von Schulen, Lehrkräften und Universitäten erfordert, um professionelles Handeln zu gewährleisten.
Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen für die Argumentation und wissenschaftliche Fundierung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Berufsbildender Unterricht, Erzieher*innen, Kindheit, Kindheitsforschung, Pädagogik, Bildung, Kompetenzen, Lernziele, Curricula, lebenslanges Lernen, soziale Arbeit, Entwicklungspsychologie, Professionalisierung, Kindeswohl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit thematisiert die sich ständig entwickelnden Anforderungen an den berufsbildenden Unterricht für angehende Erzieher*innen und wie dieser Unterricht sie auf ein professionelles Handeln in ihrem zukünftigen Berufsfeld vorbereiten kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen den Wandel des Kindheitsbegriffs, die historische Entwicklung und Ausrichtung der Kindheitsforschung, die gesellschaftlichen und politischen Bildungsaufträge sowie die notwendige Kompetenzentwicklung in der Ausbildung von Erzieher*innen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Anforderungen an den berufsbildenden Unterricht für angehende Erzieher*innen zu analysieren, um sicherzustellen, dass diese Fachkräfte befähigt werden, auch bei zukünftigen Veränderungen professionell zu agieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die verschiedene wissenschaftliche Perspektiven zur Kindheitsforschung, Pädagogik und Bildung diskutiert, um Argumente und Schlussfolgerungen abzuleiten. Es handelt sich um ein Essay, keine empirische Studie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Kindheitsforschung, die Entstehung der "neuen Kindheitsforschung", die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung und lebenslangem Lernen sowie die Notwendigkeit der Kompetenzorientierung und stetigen Reflexion in den Lehrplänen für angehende Erzieher*innen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Berufsbildender Unterricht, Erzieher*innen, Kindheit, Kindheitsforschung, Pädagogik, Bildung, Kompetenzen, Lernziele, Curricula, lebenslanges Lernen und Professionalisierung.
Wie hat sich der Kindheitsbegriff historisch entwickelt?
Der Kindheitsbegriff hat sich von der Betrachtung des Kindes als "kleiner Erwachsener" über die Festlegung von Merkmalen einer "richtigen" Kindheit bis hin zur Sichtweise des Kindes als "Akteur" und "Konstrukteur" seines eigenen Lebens entwickelt, insbesondere durch die "neue Kindheitsforschung" ab dem 20. Jahrhundert.
Welche Rolle spielen "Akteure" und "Konstrukteure" in der neuen Kindheitsforschung?
In der neuen Kindheitsforschung werden Kinder als "Akteure" in ihrer Umwelt und "Konstrukteure" ihres eigenen Lebens betrachtet. Das bedeutet, der Fokus liegt auf ihrer gegenwärtigen Selbstentfaltung und der Art und Weise, wie sie ihr Weltbild vor dem Hintergrund des Konstruktivismus entwickeln.
Warum ist eine kontinuierliche Reflexion der Lehrpläne im Erzieher*innenbereich wichtig?
Eine kontinuierliche Reflexion ist wichtig, da sich die Gesellschaft, ihre Bedürfnisse, Ziele und Prioritäten stetig wandeln. Schulen, Lehrkräfte und Universitäten müssen ihre Konzepte laufend überarbeiten, um sicherzustellen, dass angehende Erzieher*innen jederzeit professionell handeln und auf unvorhersehbare Situationen vorbereitet sind.
Welche drei Lernzielbereiche werden in den Lernplänen seit den 1970er Jahren unterschieden?
Seit den 1970er Jahren konzentrieren sich die lernzielorientierten Lernpläne auf die drei Lernzielbereiche Psychomotorik, Affektivität und Kognition, um ein breites Spektrum an Situationen und Herausforderungen abzudecken und die persönliche Entwicklung der Schüler*innen zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Luisa Wittenbrink (Autor:in), 2022, Anforderungen an den berufsbildenden Unterricht für angehende Erzieher*innen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1666797