Sophokles: Antigone - Analyse des 2. und 3. Stasimons


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
10 Seiten, Note: 1-

Leseprobe

Inhalt

Analyse des zweiten Stasimons

Analyse des dritten Stasimons

Staatsvorstellung von Kreon

Gottesvorstellung von Antigone

Generationenkonflikt zwischen Vater und Sohn

Absicht und Wirkung des Dialogs

Kurze Inhaltsbestimmung von erstem bis drittem Stasimon

Analyse des zweiten Stasimons

Diese Arbeit liefert eine Analyse des zweiten Stasimons der Tragödie „Antigone“ von Sophokles. Im Folgenden wird das Stasimon kurz zusammengefasst und in den Handlungszusammenhang eingeordnet. Sein Bezug zum Mythos wird verdeutlicht und die verwendeten sprachlichen und stilistischen Mittel und deren Funktion werden erläutert. Zuletzt werden die drei letzten Verse ausführlich erörtert, wobei die Konzeption der gesamten Tragödie berücksichtigt wird.

Im zweiten Stasimon geht es um das Schicksal des Menschen. Es wird gesagt, dass jeder Mensch in seinem Leben Unheil erfährt. Im Bezug darauf wird ein Fluch erwähnt. Er wird von den Göttern über ein Geschlecht gesprochen, sodass alle Nachkommen von ihm heimgesucht werden. So zum Beispiel ergeht es dem Labdakiden-Geschlecht, dem Antigone angehört. Trotzdem hoffen viele Menschen darauf, dem Unheil zu entgehen. Aber auch wenn sie in guter Absicht handeln, können sie sich schuldig machen, weil die Götter es so wollen. Die conditio humana wird als ewiges Gesetz bezeichnet. Das heißt, Mensch-Sein bedeutet unausweichlich Unheil-Erleiden.

Das zweite Stasimon ist hinter das zweite Epeisodion einzuordnen, in dem sich der Höhepunkt (= Klimax) der Tragödie vollzieht. Der Spannungshöhepunkt kommt zu- stande, weil sich im zweiten Epeisodion Antigones Schicksal entscheidet. Sie muss sterben, da sie Kreons Gesetz gebrochen hat. Das zweite Stasimon steht nun am Be ginn der fallenden Handlung, die in der Katastrophe endet. Es soll dem Zuschauer An- tigones Schicksal erklären und ihm die Unausweichlichkeit der Ereignisse verdeutli- chen.

Obwohl Antigone im Sinne der Götter handelt, muss sie sterben. Im Sinne der Götter ist es nämlich, den Toten mit einem Begräbnis Ehre zu erweisen. Selbst den gefallenen Feind soll man begraben, da man sich den unaufgeschriebenen Gesetzen der Götter zufolge „befleckt“, wenn man einen Toten nicht wenigstens symbolisch mit einer Hand voll Erde bewirft. Denn die Götter wollen nicht, dass Feindschaft den Tod überdauert. Trotzdem muss Antigone sterben, denn ihr Schicksal ist durch den Fluch vorherbe- stimmt.

Dem zweiten Stasimon folgt das dritte Epeisodion, in dem es um den Streit zwischen Kreon und Haimon geht. Hier kann sich der Zuschauer im Bezug auf das vorangegan- gene Stasimon ausmalen, dass auch Kreon und Haimon ihrer conditio humana nicht entgehen können. Kreon erfährt insofern Unheil, als dass er erstens eine große Ernied- rigung als König erleidet: Eine Frau setzt sich über seine Gesetze hinweg! Zweitens ent- spricht Haimon nicht seinen Vorstellungen von einem Sohn: „Ja, Kind, so halte es in deinem Herzen fest: Des Vaters Wille geht vor in allem.“ (Vers 639, 640). Haimons un- ausweichliches Unheil erfüllt sich im Tod Antigones. Außerdem machen ihm die Ver- blendungen und Uneinsichtigkeiten seines Vaters sehr zu schaffen.

Das zweite Stasimon besteht aus vier Strophen. In der ersten Strophe ist der Fluch das zentrale Thema. Seine Wesensart kommt zum Ausdruck, und seine schrecklichen Folgen werden durch metaphorische Beispiele beschrieben. Es wird gesagt, dass ein Gott einen Fluch über ein Haus, das heißt ein Geschlecht, sprechen könne. Alle Kinder, die in dem Haus geboren werden, symbolisch für alle Nachkommen, wären diesem Fluch unterworfen. „Denn wo Gott ein Haus erschütterte, schwillt ihm unablässig durch alle Geschlechter Unheil.“ (S. 1, Vers 2, 3).

Die zweite Strophe geht speziell auf den Fluch des Labdakiden-Geschlechts ein. Die konsequente Fortsetzung des Fluchs bis zu den letzten Nachkommen wird nochmals unterstrichen durch den Verweis auf Antigone. „Noch lag ein Licht auf letztem Sproß des Ödipus, nun mäht auch ihn der Todesgötter Mördersichel“ (S. 2, Vers 5, 6).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Sophokles: Antigone - Analyse des 2. und 3. Stasimons
Hochschule
Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium
Note
1-
Autor
Jahr
1999
Seiten
10
Katalognummer
V166736
ISBN (eBook)
9783640845903
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antigone, Sophokles, Analyse, Interpretation, Tragödie, Kreon, Haimon
Arbeit zitieren
Diplom-Pädagogin Anna Bachem (Autor), 1999, Sophokles: Antigone - Analyse des 2. und 3. Stasimons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166736

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