Entwicklung der schwedischen Alterssicherung


Seminararbeit, 2010
23 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Reform der schwedischen Alterssicherung

3. Entwicklung der schwedischen Alterssicherung

4. Fazit

5. Literatur

6. Anhang

1. Einleitung

Nach einem langen Beratungsprozess in der parlamentarischen „Working Group on Pensi- ons“, der uberparteilichen Rentenversicherungskommission des schwedischen Parlaments wurde im Juni 1994 die Reform der ersten Saule des Rentenversicherungssystems verabschie- det und ab 1999 schrittweise bis Januar 2003 eingefuhrt. Dabei hat das schwedische Renten- versicherungssystem einen Wandel vom Sozialversicherungsmodell zum ,,Mehr-Saulen- System“1 gemacht, einer der Hauptaspekte der Veranderungen ist der Wechsel von der Defined Benefit (DB) zur Defined Contribution (DC) Systemlogik. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einfuhrung eines kapitalgedeckten Rentenbestandteils (Pramienrente, Premium Pension), bei dem die Beitrage in unterschiedliche Finanzmarktprodukte investiert werden (Konberg 2006: 449 f; Wadensjo/Axelsson 2009: 9).

Nachdem dieses System sich mehr als 10 Jahre lang entwickelt hat (die Fonds der Pra­mienrente konnen schon seit ca. 15 Jahren mit dem Geld der Versicherten fnvestitionen tati- gen), kann nun eine Zwischenbilanz gezogen werden mit einer Einschatzung daruber, ob die- se Entwicklung einen fur die Versicherten positiven oder negativen Verlauf genommen hat. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit bezieht sich dementsprechend auf die Entwicklung des neuen Alterssicherungssystems und lautet: Wie haben sich das seit 1999 neu in Schweden eingefuhrte Rentenversicherungssystem und insbesondere das Kapital der Pramienrente ent­wickelt? Besonderes Augenmerk soll dabei auf die jungste Entwicklung in der Krise gelegt werden, die seit 2008 das globale Finanz- und Wirtschaftssystem in Bedrangnis bringt.

Daher wird im nachfolgenden Kapitel ein kurzer Einblick in die seit 1999 eingefuhrte ers- te (staatliche) Saule des schwedischen Alterssicherungssystems2 gegeben (2), und darauf folgt die Beschreibung der Entwicklung des neuen schwedischen Alterssicherungssystems mit besonderem Fokus auf die Pramienrente (3). Hierauf erfolgt im Fazit eine kurze Zusammen- fassung und ein Ausblick (4), und abschlieBend die Literaturangabe (5) und der Anhang (6) mit den Tabellen und Darstellungen.

1 Der Begriff ,,Mehr-Saulen-System“ kann irritierend wirken, da die unterschiedlichen Funktionssysteme oft unterschiedlichen Saulen zugeordnet werden. So besteht in dieser begrifflichen Unscharfe eine grundsatzliche Teilung zwischen den mittel- und osteuropaischen Landern und den ,,alten“ europaischen Mitgliedsstaaten, wo- bei in den mittel- und osteuropaischen Landern die kapitalgedeckte Rente zur zweiten Saule gerechnet wird, jedoch in den ,,alten“ europaischen Mitgliedsstaaten die zweite Saule die betriebliche Alterssicherung abdeckt (Schulz-Weidner 2010: 121). fn der vorliegenden Arbeit wird die kapitalgedeckte Alterssicherung (Pramienren­te) als Komponente der ersten Saule deklariert, das betriebliche Alterssicherungssystem auf die zweite Saule bezogen und das private Alterssicherungssystem auf die dritte Saule.

2 Neben der ersten staatlichen Saule der Alterssicherung bestehen noch zwei weitere Saulen in der schwedischen Alterssicherung, und zwar die betriebliche Alterssicherung und die private Alterssicherung. Diese Saulen konnen in der vorliegenden Arbeit keine ausfuhrliche Erorterung finden, da hier die Entwicklung des staatlichen Systems im Fokus steht, zur einleitenden Erlauterung dieser s. Wadensjo/Axelsson (2009).

2. Reform der schwedischen Alterssicherung

Damit im nachfolgenden Kapitel die Entwicklung der neuen schwedischen Alterssicherung, die 1999 eingefuhrt wurde, nachvollzogen und bewertet werden kann, werden im vorliegen- den Kapitel die staatlichen Bestandteile des neuen „Mehr-Saulen-Systems“ als hierfur notige Wissensbasis beschrieben. Zuerst werden grundsatzliche Veranderungen beschrieben, wonach die drei neuen Bestandteile des staatlichen Systems der Alterssicherung dargestellt werden.

Die 1999 in Kraft getretene Reform der Alterssicherung in Schweden betrifft die erste Saule der schwedischen Alterssicherung, hierbei sind zur Einfuhrung in das neue System Ubergangsbestimmungen fur die Versicherten bestimmt worden. Mit Einfuhrung der Reform treten die Geburtsjahrgange ab 1954 im vollen Umfang der reformierten staatlichen Renten- versicherung bei, fur die Geburtsjahrgange von 1938 bis 1953 gilt die Rente anteilig nach neuem und altem Recht, bspw. fur den Geburtsjahrgang 1938 gilt zu 16/20 die Berechnung der Rente anteilig nach altem Rechte und zu 4/20 anteilig nach neuem Recht und fur den Ge­burtsjahrgang 1939 zu 17/20 nach altem und zu 5/20 nach neuem Recht. Die Geburtsjahrgan­ge 1937 und alter verbleiben vollstandig im alten System (Konberg et al. 2006: 459; Letzner/Tippelmann 2003: 501 f). Der Funktionsmechanismus des neuen Systems hat sich geandert, und zwar ist ein Wechsel von DB zu DC erfolgt, ferner sind die Arbeitsunfahig- keitsrente und die Hinterbliebenenrente von der ersten Saule abgetrennt worden und nunmehr rein steuerfinanzierte Leistungen. Zudem werden alle nicht beitragsbezogenen Leistungen wie bspw. die Elternzeit und die Mindestsicherung explizit gemacht und auch aus Steuermitteln finanziert, in der Folge ist das Aquivalenzprinzip durch diese MaBnahmen gestarkt worden. Als weitere MaBnahme wurden Moglichkeiten zur Teilverrentung mit einer Ubergangszeit bis zum Jahr 2000 eingestellt, jedoch existieren seit 2003 und 2007 spezielle Teilzeitrentenrege- lungen fur Angestellte im Staatssektor (state sector) und in den kommunalen Regierun- gen/Verwaltungen (local government) (Konberg et al. 2006: 450; Wadensjo/Axelsson 2009: 13).

Durch die Reform sind Beitragssatzanderungen wirksam geworden, hiernach betragt der Beitragssatz fur die erste Saule nun 18,5%, der Arbeitgeberanteil sind 10,21% und der Ar- beitnehmeranteil 7%, was somit in der Summe 17.21% sind. Die Erklarung fur die Abwei- chung liegt beim Arbeitnehmeranteil, dieser betragt lediglich 7% da die Berechnungsgrundla- ge des Beitragssatzes 93% vom Bruttolohn sind (hier sind also schon die 7% des Beitrages zur Rentenversicherung abgezogen), der effektive Beitrag zur Rentenversicherung betragt da- durch 17,21% (18,5*0.93). Im Vergleich zum alten System hat sich der lohnbezogene Bei- tragssatz um 1,5% verringert[1] (Konberg et al. 2006: 451, 459; Swedish Social Insurance Agency 2009: 11; Wadensjo/Axelsson 2009: 9).

Da durch dieses neue (DC) System eine erhohte Notwendigkeit zur Information der Ver- sicherten erwachsen ist, wird auf Transparenz groBen Wert gelegt. Zur Einfuhrung der Re­form ist eine groB angelegte drei Jahre andauernde Informationskampagne in allen gangigen Median (Fernsehe, Radio, Zeitungen etc.) initiiert worden, zudem wurden Seminare zur Er- klarung dieses Systems veranstaltet. Seit dem erhalten die Versicherten jahrlich einen Ren- tenbescheid (Orange Envelope) uber die GroBe der voraussichtlichen Rentenzahlungen in der Auszahlungsphase, hierbei aber unterschiedliche Prognosen unter Berucksichtigung von un- terschiedlichen okonomischen Szenarien gegeben werden (Anderson 2005: 109; Konberg et al. 2006: 460).

Als ein fur die Entwicklung der Renten und Rentenanwartschaften wichtiges Element ist der ,,automatische Ausgleichsmechanismus“ in die Rentenberechnung eingefuhrt worden. Dieser Mechanismus soll in Krisenzeiten mit geringeren Einnahmen in die Rentenkasse eine automatische Anpassung der Renten und Rentenanwartschaften durchfuhren, die Renten also auf Dauer entpolitisieren. Tritt dieser Ausgleichsmechanismus in Kraft, wird die Anbindung an das Lohnwachstum ausgesetzt und die Renten und Rentenanwartschaften werden mit ei- nem Ausgleichsindex angepasst, der auf einer Ausgleichsrate (Balance Ratio) basiert. Wenn also die Gesamtverpflichtungen die Gesamteinnahmen plus die Ertrage der Pufferfonds[2] uber- steigen, werden die Rentenanwartschaften und die Renten nach unten angepasst. Verandert sich die Relation in der Folgezeit zu einem Einnahmeuberschuss hin, so werden die Renten und die Rentenanwartschaften langsam auf ein Niveau angepasst, welches ohne Ausgleichs­mechanismus bestand hatte (Konberg et al. 2006: 457; Letzner/Tippelmann 2003: 511 ff; Sunden 2009: 1 f; Swedish Social Insurance Agency 2009: 13).

Konkret wurden die zwei Elemente des alten Systems (folkspension (FP) und allmanna tillaggspension (ATP-Zusatzrente)) durch die drei neuen Elemente Inkomstpension (Ein- kommensrente), Guarantee Pension (Garantierente) und Premium Pension (Pramienrente) ersetzt. Die Einkommensrente ist obligatorisch und umlagefinanziert (PAYG, Pay As You Go), sie ist femer Beitragsbezogen (NDC, Non-Financial Defined Contribution oder Notional Defined Contribution), somit flieBen die eingezahlten Beitrage des gesamten Erwerbslebens (Prinzip: „Every krona counts“) in die Leistungsberechnung mit ein. In dieses Element wer- den 16% (effektiv 14,88%) der Beitragsbemessungsgrundlage abgefuhrt bis zum 8,07-fachen des income-related base amonts (2009 50.900 SEK[3], 2008 48.000 SEK), jedoch effektiv nur bis zum 7,5-fachen des income-related base amonts aufgrund der 93%-igen Beitragsbemes- sungsgrenze (das ist ca. das 1,5-fache des durchschnittlichen Einkommens). Fur den Arbeit- nehmeranteil besteht keine Beitragsbemessungsgrenze, jedoch wird der Betrag, der das 8,07- fache des income-related base amonts ubersteigt als Steuer in den Staatshaushalt abgefuhrt. Damit ein Einkommen rentenqualifizierend ist, muss das Minimaleinkommen erreicht wer- den, das auch zur Abgabe einer Steuererklarung verpflichtet (2003 waren das 42,3% des pri­ce-related base amounts: 0,423*41.000 SEK). Die Dynamisierung der Renten ist an die Ein- kommensentwicklung gekoppelt, berucksichtigt jedoch auch die vorzeitig gezahlten Renten. Das Renteneintrittsalter ist flexibel, Renten aus diesem Elemente konnen ab dem 61. Lebens- jahr ausgezahlt werden, wobei die volle Rente bezogen werden kann, wenn der Rentenan- spruch ab dem 65. Lebensjahr geltend gemacht wird. Die Leistungsberechnung in der Aus- zahlungsphase bezieht sich auf die eingezahlten Beitrage und wird geteilt durch die durch- schnittliche Lebenserwartung, wobei zwischen Frauen und Mannern nicht unterschieden wird, und ferner wird bei der Berechnung eine Lohnsteigerung von 1,6% angenommen, die jedoch in der Auszahlungsphase angepasst wird (Konberg et al. 2006: 455 ff; Letzner/Tippelmann 2003: 503 ff; OECD 2009: 259; Swedish Social Insurance Agency 2009: 11 ff; Wadensjo/Axelsson 2009: 9).

Die Garantierente ist eine bedarfsgeprufte Erganzung, jedoch bleiben Einkunfte aus kapi- talgedeckter, privater und betrieblicher Vorsorge unberucksichtigt, es werden aber die Ein- nahmen aus der Einkommensrente und Rentenanspruche aus dem Ausland berucksichtigt.[4] Sie ist steuerfinanziert und soll existenzsichernd wirken, denn normalerweise reicht die Ga rantierente plus Wohngeld, um das Existenzminimum zu erreichen, ansonsten mussen Sozial- hilfeleistungen in Anspruch genommen werden. Bei der Aufstockung der Garantierente auf die Einkommensrente wird fur alleinstehende Geringverdiener bis zum 1,26-fachen des price- related base amounts das Einkommen volle angerechnet, 2008 konnte eine Rente bis zum 2,13-fachen des price-related base amounts erreicht werden. Zwischen dem 1,26-fachen und dem 3,07-fachen des price-related base amounts erfolgt eine Anrechnung von 48% des Ein- kommens, hierbei kann bis zum 3,07-fachen des price-related base amounts aufgestockt wer­den. Fur Ehepartner ist die Berechnung abweichend, hier ist der Schwellenwert zur Anrech­nung des Einkommens das 1,14-fachen des price-related base amounts und die Anrechnung von 48% der Einkommens erfolgt mit der Hohe des 1,14-fachen bis zum 2,7-fachen des price- related base amounts, eine maximale Garantierenten war 2008 in Hohe des 1,9-fachen des price-related base amounts moglich (s. hierzu Abbildung 1 im Anhang). Die Dynamisierung erfolgt durch die Preisentwicklung, der maximale Bezug der Garantierente betrug 2009 7.597 SEK pro Monat fur Unverheiratete und 6.777 SEK pro Monat fur Verheiratete. Anspruchsbe- rechtigt sind Personen ab dem 65. Lebensjahr, die seit dem 25. Lebensjahr 40 Jahre ununter- brochen einen Wohnsitz in Schweden oder in einem anderen EU/EEA[5] Land haben (Ander­son 2005: 105 ff; Government of Sweden 2008: 35; Konberg et al. 2006: 455 ff; Letzner/Tippelmann 2003: 503 ff; Swedish Social Insurance Agency 2009: 14f; Wadensjo/Axelsson 2009: 10).

Die Pramienrente ist ein kapitalgedecktes und beitragsdefiniertes (FDC, Financial Defined Contribution) System, die Partizipation ist obligatorisch und der abzufuhrende Beitragssatz belauft sich auf 2,5% der Beitragsbemessungsgrundlage (effektiv 2,33%) (Letzner/Tippelmann 2003: 503 ff; OECD 2009: 259; Wadensjo/Axelsson 2009: 9). Der Ver- sicherte hat in diesem System die Auswahl zwischen verschiedenen Fonds, in denen dieser seine Beitrage anlegen kann. 2008 betrug die Anzahl zur Verfugung stehender Auswahlmog- lichkeiten 773 Fonds (Swedish Social Insurance Agency 2009: 12), welche in den letzten Jah- ren (s. Tabelle 1 im Anhang) stetig gewachsen ist. Das Kapital kann in bis zu 5 Fonds gleich- zeitig investiert werden, doch nur wenige Versicherte investieren selbst (2004 ca. 14%). Fur Beitragszahler, die keinen Fond auswahlen, wird das Kapital in dem Sonderfond fur „Nicht- wahler“[6] (im Rahmen des 7. Nationalen Rentenfonds) angelegt, der als „Pramiensparfond“ bezeichnet wird und ca. 70% in Wertpapiere, ca. 20% in auslandische und ca. 10% in schwe- dische Aktien investiert (Kellner 2001; Wadensjo/Axelsson 2009: 10). Zum Kauf und Ver- kauf von Anteilen der angebotenen Fonds und zur Kontofuhrung ist die staatliche Aufsichts- behorde Premiumpensionmyndigheten (PPM, Premium Pension Agency) eingerichtet worden, die unter Aufsicht des Reichsversicherungsamtes und des Finanzministeriums stand. Die Premium Pension Agency ist jedoch ab dem 01.01.10 eingestellt worden, die Einkommens- und die Pramienrente werden nun zusammen durch eine Behorde, die Pensionsmyndigheten (PM, Pension Agency) verwaltet. Diese Behorde tritt gegenuber den Anlagefonds als GroB- kunde auf um die Verwaltungskosten zu begrenzen.[7] Das in diesem Element der schwedi- schen Alterssicherung angesammelte Kapital kann nur verrentet und nicht vor dem 61. Le- bensjahr in Anspruch genommen werden. Hierbei erfolgt die Berechnung durch das Addieren von Einzahlungen, Ertrage und dem Uberlebensbonus fur die jeweilige Geburtskohorte ab- zuglich der Verwaltungskosten dividiert durch die durchschnittliche Lebenserwartung der bestimmten Kohorte. Die Auszahlungen sind geschlechtsneutrale monatliche Renten, wobei zwischen der Lebensannuitat und der variablen Annuitat als Auszahlungsmethode gewahlt werden kann. Bei der Lebensannuitat wird das gesammelte Vermogen aus dem Fond oder den Fonds auf ein individuelles Konto ubertragen und dann verrentet. Bei der variablen Annuitat verbleibt das Kapital in dem Fond oder den Fonds, und die jahrlichen Rentenzahlungen wer­den anhand der Ertragslage des Fonds berechnet. Die Pramienrente soll nach dem Basisszena- rio der schwedischen Regierung 2040 ca. 23% des Einkommens aus der ersten Saule ausma- chen (Kohler 2010: 114 f; Konberg et al. 2006: 459 f; Letzner/Tippelmann 2003: 506 f; Swedish Social Insurance Agency 2009: 14).

3. Entwicklung der schwedischen Alterssicherung

Das neue schwedische Alterssicherungssystem hat sich nunmehr uber 10 Jahre lang entwi- ckeln konnen, womit ein kleines Zwischenfazit uber diese Entwicklung angemessen erscheint.

[...]


[1] Im alten System betrug 1995 der Beitragssatz der Beitragsbemessungsgrundlage ca. 20% wobei 17,6% fur einkommensbezogene Leistungen und 2,2% fur nicht einkommensbezogene Leistungen aufgewendet wurden (Konberg et al. 2006: 451).

[2] Mit dem Aufbau der Pufferfonds (allmanna pensionsfonderna, Ap-fonderna) ist 1960 bei der Einfuhrung der ATP-Zusatzrente begonnen worden, um in Bezug auf die demographische Entwicklung vorzusorgen und um das mit Einfuhrung dieses Systems erwartete Sinken der Sparrate zu kompensieren, dafur sind die Beitragssatze entsprechend hoher angesetzt worden. Der Aufgabenbereich der mittlerweile funf Pufferfonds ist im neuen Sys­tem das Ausgleichen von demographischen Schwankungen (Kohler 2010: 109; Konberg et al. 2006: 451).

[3] Schwedische Kronen; der Kurs dieser Wahrung betrug 2009 im Durchschnitt in Relation zu einen Euro 10,6191 SEK (Bundesbank 2010).

[4] Dieser Punkt erscheint strittig, so ist Kohler (2010) der Ansicht, dass ,,die Garantierente [...] mit praktisch allen andern Einkunften (wichtigste Ausnahme: Betriebliche Altersleistungen) verrechnet“ wird. Im Orange Report 2008 steht jedoch: ,,The guaranteed pension is reduced for persons with an earnings-related pension“ (Swedish Social Insurance Agency 2009: 14) und ,,When the guaranteed pension is calculated, the premium pension is disregarded11 (Swedish Social Insurance Agency 2009: 15) und weiter im Abschnitt der Definitionen: ,,The guar­anteed pension is a supplement to the income-related pension11 (Swedish Social Insurance Agency 2009: 91). Im Einklang mit dem Orange Report steht im Sweden’s strategy report for social protection and social inclusion 2008 - 2010: “The guarantee pension is offset against other pension from the Swedish old-age pension system and against comparable foreign general pension, but is not reduced by wage income, capital income, occupation­al pensions or private pension insurance11 (Ministry of Health and Social Affairs 2008: 35). Die Ansicht von Kohler (2010) schlieBt die anderen Aussagen nicht aus, ist jedoch irrefuhrend wenn von ,,Ausnahmen“ geschrie- ben wird.

[5] EEA steht fur European Economic Area, s. hierzu: http://ec.europa.eu/external relations/eea/; Stand 26.07.10.

[6] Mittlerweile ist entschieden worden den Pramiensparfond schrittweise einzustellen und anstatt dessen einen „Generationsfond“ anzubieten, der sich an unterschiedliche Altersgruppen richtet. Das Portfolio der Versicherten soll damit nach erwarteter Eintrittszeit in die Auszahlungsphase strukturiert werden. Je naher der Versicherte an die Auszahlungsphase kommt, desto mehr Kapital wird aus Aktienanlagen hin zu festverzinslichen Geldanlagen umgeschichtet (Kohler 2010: 115). Ob festverzinsliche Anlageoptionen in jedem Fall die Altersrente sichern, ware jedoch zu klaren.

[7] Es ist anscheinend sehr forderlich, dass die Kunden durch eine staatliche Vermittlung Fondsanteile erwerben konnen, denn Schulz-Weidner (2010) hebt, sich auf den OECD Privat Pension Outlook 2008 berufend die nied- rigen Kosten dieses Systems im internationalen Vergleich hervor. Danach hat Schweden bezogen auf das ver- waltete Kapital im Durchschnitt ein Kostenniveau von 0,5%, vor Estland (1,5%), Lettland (1,5%), Polen (1,5%), der Slowakei (1,5%) und Ungam (2%). Fur das niedrige Kostenniveau in der kapitalgedeckten Alterssicherung in Schweden ist der Umstand entscheidend, dass die zwischengelagerte Behorde niedrige Vermarktungskosten der Fondsanbieter bedingt (Schulz-Weidner 2010: 130 f).

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Entwicklung der schwedischen Alterssicherung
Hochschule
Universität Bremen  (Zentrum für Sozialpolitik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V166788
ISBN (eBook)
9783640831272
ISBN (Buch)
9783640831005
Dateigröße
1068 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung, alterssicherung
Arbeit zitieren
Lukas Plewnia (Autor), 2010, Entwicklung der schwedischen Alterssicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166788

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