Erstes Dogma des Empirismus nach Quine

Die Unterscheidung von analytischen und synthetischen Aussagen


Essay, 2010

5 Seiten


Leseprobe

Das erste Dogma des Empirismus ist die Unterscheidung zwischen synthetischen und analytischen Wahrheiten. Das zweite Dogma wird als Reduktionismus bezeichnet. In diesem Essay werde ich mich hauptsächlich mit dem ersten Dogma auseinandersetzen. Willard Van Quine kritisiert in seinem Aufsatz „Zwei Dogmen des Empirismus“ die Begründung beider Dogmen. Seiner Meinung nach sei die Unterscheidung der Wahrheiten von synthetischen und analytischen Aussagen nicht sinnvoll.[1] Quine bezweifel, dass ein hinreichend gültiges Kriterium, welches eine Unterscheidung von synthetischen und analytischen Aussagen rechtfertigen würde, existiert.

Während analytische Wahrheiten unabhängig von Tatsachen gelten, sind synthetische Wahrheiten von empirischen Tatsachen abhängig.

Synthetische Wahrheiten sind demnach Tatsachenwahrheiten. Sie gründen sich auf empirische Tatsachen und konnten nicht allein durch Denken erschlossen werden. Ein Beispiel für eine synthetische Aussage ist folgender Satz:

„Alle Lebewesen mit Herz haben auch eine Niere.“

Die Wahrheit solcher Sätze kann nicht allein über die Bedeutung der Wörter herausgefunden werden. Allein aufgrund empirischer Tatsachen werden Sätze solcher Art wahr. Sie sind also wahr a posteriori.

Analytische Aussagen hingegen sind wahr aufgrund ihres Sinnes. Folgt man der Kantischen Definition, so sind es Aussagen, die ihrem Subjekt nichts hinzufügen.[2]

Leibniz bezeichnete sie als Verstandeswahrheiten, die gar nicht falsch sein können und somit in allen möglichen Welten wahr sind. Beide meinen Aussagen, die der Form:

 „Kein unverheirateter Mann ist verheiratet“

entsprechen. Solche Aussagen sind logische Wahrheiten. Eine logische Wahrheit ist eine Aussage, welche „bei allen Interpretationen ihrer Bestandteile neben den logischen Partikeln wahr ist und bleibt.“[3] D.h. diese Aussagen sind also wahr, allein aufgrund der im Satz beteiligten Wörter. Dazu ist es nicht notwendig, empirische Untersuchungen oder Erfahrung herbeizuziehen; dieser Satz ist also wahr a priori.

[...]


[1] Vgl. Quine. S. 191

[2] Vgl. Quine. S. 168

[3] Quine. S. 170

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Erstes Dogma des Empirismus nach Quine
Untertitel
Die Unterscheidung von analytischen und synthetischen Aussagen
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Politikwissenschaften und Philosophie)
Veranstaltung
Grundfragen der Sprachphilosophie
Autor
Jahr
2010
Seiten
5
Katalognummer
V166799
ISBN (eBook)
9783640827855
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erstes, dogma, empirismus, quine, unterscheidung, aussagen
Arbeit zitieren
Mendina Morgenthal (Autor), 2010, Erstes Dogma des Empirismus nach Quine, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166799

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