Die vorliegende Bachelorarbeit behandelt die Frage, ob und wenn ja, wie die Nutzung virtueller sozialer Netzwerke die mittelfristige Lebensplanung 20- bis 29-jähriger Frauen in Bachelor-Studiengängen der Sozialen Arbeit in Deutschland beeinflusst. Ziel der Arbeit ist es, die Lebensphase, das Identitätsverständnis und die Lebensplanung der Zielgruppe nachzuvollziehen. Darüber hinaus soll ihr Nutzungsverhalten in Bezug auf drei ausgewählte virtuelle soziale Netzwerke untersucht und der mögliche Einfluss dieser Plattformen auf das reale Leben der Studentinnen aufgezeigt werden.
Hierfür wurden zunächst theoretische Recherchen in der Literatur angestellt und die drei großen Themenkomplexe der Zielgruppe, der Lebensgestaltung und der virtuellen sozialen Netzwerke aufgearbeitet. Sechs offene Leitfadeninterviews unterstützen exemplarisch die theoretischen Annahmen, verdeutlichen jedoch auch Unterschiede zwischen Theorie und Praxis und ermöglichen den LeserInnen ein besseres Verständnis für die persönlichen Bezüge und Empfindungen der Zielgruppe. Durch diesen Erkenntnisgewinn sollen die LeserInnen außerdem ein Bewusstsein für die Problematik entwickeln, folgend zur Reflexion angestoßen und somit für die möglichen Auswirkungen durch die Nutzung virtueller sozialer Netzwerke sensibilisiert werden.
Das zentrale Ergebnis dieser Forschungsarbeit ist, dass virtuelle soziale Netzwerke Auswirkungen auf die Zielgruppe haben, deren Intensität von verschiedenen Faktoren abhängt. Dabei geht es weniger um Folgen für konkrete Handlungen im Alltag der Zielgruppe, sondern mehr um den Einfluss auf Gedanken und Gefühle hinsichtlich getroffener Entscheidungen und geplanter Lebensentwürfe. Die Studentinnen erleben einen Zwiespalt in Bezug auf die Themenschwerpunkte Familienplanung und Karrierebestrebung. Die Interviewergebnisse verdeutlichen diese Herausforderung, mit der die Studentinnen konfrontiert sind und die durch die Nutzung virtueller sozialer Netzwerke verstärkt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass die Problematik des Themas weiterhin Bestand hat und sogar an Brisanz gewinnt.
Inhaltsverzeichnis
- Abstract
- Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Zielgruppe der jungen Studentinnen in Deutschland zwischen 20 und 29 Jahren
- 1. Das Lebensalter nach Lothar Böhnisch
- 1.1 Zentrale Theoriebausteine
- 1.1.1 Definition Lebensalter
- 1.1.2 Grunddimensionen der Lebensbewältigung
- 1.1.3 Lebenslauf versus Biografie
- 1.2 Das (junge) Erwachsenenalter
- 2. Die Lebensphase des jungen Erwachsenenalters
- 2.1 Emerging Adulthood
- 2.2 Entwicklungsaufgaben
- 2.2.1 Definition Entwicklungsaufgaben
- 2.2.2 Gesellschaftliche Bedeutung für die Zielgruppe
- 2.3 Social Clock
- 2. Die Lebensphase des jungen Erwachsenenalters
- 3. Bildungsstatus
- 4. Zusammenfassung
- 1.1 Zentrale Theoriebausteine
- 1. Das Lebensalter nach Lothar Böhnisch
- III. Virtuelle soziale Netzwerke
- 1. Was sind virtuelle soziale Netzwerke?
- 2. Twitter
- 3. Instagram
- 4. Facebook
- 5. Bedeutung und Auswirkungen der Nutzung virtueller sozialer Netzwerke
- 5.1 Darstellung und Wahrnehmung von Lebensentwürfen
- 5.2 Selbstwahrnehmung
- 5.3 Beziehungen
- 5.4 Der Schlüssel zum Glück?
- 6. Zusammenfassung
- IV. Identität und Lebensgestaltung 2.0
- 1. Was bedeutet 2.0?
- 2. Identität
- 2.1 Definition Identität
- 2.2 Identitätsentwicklung
- 2.3 Die fünf Säulen der Identität
- 2.4 Rollenidentität und Zugehörigkeit
- 2.5 Geschlechtsidentität junger Frauen
- 2.6 Gesellschaftliche Konstruktion
- 2.7 Selbstdarstellung
- 3. Lebensgestaltung
- 3.1 Definition Lebensgestaltung
- 3.2 Einflussfaktoren bei der Lebensgestaltung
- 3.2.1 Flexibilität versus Stabilität
- 3.2.2 Bedürfnisse
- 3.2.3 Wahrnehmungspsychologie
- 3.2.4 Entscheidungsprozesse
- 4. Zusammenfassung
- V. Empirische Untersuchung – Methoden und Ergebnisse
- 1. Gütekriterien empirischer Forschung
- 2. Das offene Leitfadeninterview als qualitative Methode
- 3. Verwertung des Interviewmaterials
- 4. Form der Darstellung und Auswertung: Qualitative Inhaltsanalyse
- 6. Ergebnisdarstellung der Interviews
- 6.1 Interview 1, Frau Br.
- 6.1.1 Person und Identität
- 6.1.2 Kind oder Karriere
- 6.1.3 Virtuelle soziale Netzwerke
- 6.1 Interview 1, Frau Br.
- 7. Zusammenfassung der Interviewergebnisse
- 7.1 Kategorie I – Person und Identität
- 7.2 Kategorie II – Kind oder Karriere
- 7.3 Kategorie III – Virtuelle soziale Netzwerke
- VI. Diskussion
- 1. Ergebnisdiskussion
- 1.1 Identität der jungen Studentinnen in Deutschland
- 1.2 Mittelfristige Lebensgestaltung der Zielgruppe
- 1.3 Nutzung und Einfluss virtueller sozialer Netzwerke
- 2. Methodendiskussion
- 1. Ergebnisdiskussion
- VII. Fazit
- Quellenverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss virtueller sozialer Netzwerke auf die mittelfristige Lebensplanung junger Studentinnen in Deutschland, insbesondere von 20- bis 29-jährigen Frauen in Bachelor-Studiengängen der Sozialen Arbeit. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und wie die Nutzung dieser Netzwerke die Lebensphase, das Identitätsverständnis und die Lebensplanung der Zielgruppe beeinflusst.
- Der Einfluss virtueller sozialer Netzwerke auf die Lebensplanung junger Studentinnen.
- Identitätsentwicklung und Lebensgestaltung im jungen Erwachsenenalter.
- Die Auseinandersetzung mit dem Zwiespalt zwischen Karriere und Familienplanung.
- Die Nutzung und Wahrnehmung spezifischer sozialer Medienplattformen (Twitter, Instagram, Facebook).
- Qualitative Interviewmethoden zur Erfassung individueller Erfahrungen und Perspektiven.
- Die Rolle gesellschaftlicher Erwartungen und Geschlechterrollen in der Lebensplanung.
Auszug aus dem Buch
Was sind virtuelle soziale Netzwerke?
Als virtuelle soziale Netzwerke werden Plattformen im Internet beschrieben, die es Nutzerinnen aus aller Welt ermöglichen, miteinander in Kontakt zu treten und sich auszutauschen, also ein sinnbildliches Netz zu spinnen. Netzwerke beschränken sich meist auf eine abgegrenzte Menge von Personen, die sich in der Welt des Internets jedoch nahezu beliebig erweitern lässt. Die virtuelle Komponente beschreibt die Kontakte unabhängig von Beziehungen im realen Leben. Beispielhaft für virtuelle soziale Netzwerke unserer Zeit und als Grundlage dieser Arbeit werden in diesem Kapitel Twitter, Instagram und Facebook näher beschrieben. Laut Statista ist Facebook dabei das mit Abstand beliebteste virtuelle soziale Netzwerk der deutschen Internetnutzerinnen. Mit 80,5 % Mitgliedern unter allen Internetnutzerinnen führt Facebook weit vor Twitter, das mit 23,1 % auf dem fünften Platz liegt und Instagram, welches mit 14,5 % sogar nur den achten Platz belegt (vgl. Statista, www.statista.de).
Es gibt verschiedene Funktionen, die die drei folgenden Netzwerke gemeinsam haben. Gleichzeitig gibt es Kennzeichen, die sie deutlich voneinander unterscheiden. Ich werde nicht in jedem Punkt auf jede Funktion eingehen, versuche aber Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich zu machen.
Die Plattform Twitter, die seit 2006 online ist, ermöglicht es den Nutzerinnen, Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen und Fotos auszutauschen. Nach dem Anlegen eines Profils können die Nutzer ihre Gedanken und Erlebnisse veröffentlichen und anderen „folgen“, um deren Nachrichten zu verfolgen. Kommentare sind für alle sichtbar, was von den Nutzerinnen bewusst in Kauf genommen wird. Ein zentrales Element ist das Hashtag (#), welches es ermöglicht, Beiträge zu bestimmten Themen zu suchen und zu verbreiten. Private Nachrichten sind möglich, werden aber kaum genutzt. Obwohl andere Netzwerke den Markt dominieren, ist Twitter vor allem bei Journalisten, Influencern, Politikern sowie Unternehmen und Verbänden beliebt (Gründerszene: 1:20, www.youtube.com). Twitter hat eine gesellschaftspolitische Bedeutung, da es schnelle, prägnante Informationen in Echtzeit verbreitet. Die Plattform gilt als Vorreiter für Status-Updates, wenngleich kurze Online-Nachrichten inzwischen auch auf anderen Plattformen verbreitet sind und ihre Bedeutung abnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Bachelorarbeit ein, stellt die Forschungsfrage vor und gibt einen Überblick über die Relevanz der Untersuchung zum Einfluss virtueller sozialer Netzwerke auf die Lebensplanung junger Studentinnen.
II. Zielgruppe der jungen Studentinnen in Deutschland zwischen 20 und 29 Jahren: Hier wird die Zielgruppe definiert und das Konzept des Lebensalters nach Böhnisch sowie die spezifischen Entwicklungsaufgaben und die Bedeutung des jungen Erwachsenenalters beleuchtet.
III. Virtuelle soziale Netzwerke: Das Kapitel erklärt, was virtuelle soziale Netzwerke sind, beschreibt deren Funktionen und stellt die für die Arbeit relevanten Plattformen Twitter, Instagram und Facebook detailliert vor, einschließlich ihrer Bedeutung und potenziellen Auswirkungen.
IV. Identität und Lebensgestaltung 2.0: In diesem Teil werden die Konzepte von Identität und Lebensgestaltung im Kontext des digitalen Zeitalters und der spezifischen Herausforderungen junger Frauen umfassend theoretisch erörtert.
V. Empirische Untersuchung – Methoden und Ergebnisse: Dieses Kapitel beschreibt die angewandte qualitative Forschungsmethode, insbesondere das offene Leitfadeninterview und die qualitative Inhaltsanalyse, und präsentiert die detaillierten Ergebnisse der durchgeführten Interviews.
VI. Diskussion: Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung werden hier kritisch mit den theoretischen Annahmen abgeglichen und hinsichtlich des Einflusses sozialer Netzwerke auf Identität und Lebensplanung junger Studentinnen interpretiert.
VII. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und beleuchtet die Implikationen für die persönliche Entwicklung der Zielgruppe sowie für die soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Virtuelle soziale Netzwerke, Lebensplanung, Studentinnen, Identität, Karriere, Familie, Geschlechtsrollen, Soziale Medien, Lebensentwürfe, Qualitative Forschung, Junges Erwachsenenalter, Deutschland, Einfluss, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit untersucht, welchen Einfluss virtuelle soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram auf die mittelfristige Lebensplanung von jungen Studentinnen zwischen 20 und 29 Jahren in Deutschland haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind der Einfluss virtueller sozialer Netzwerke, die Identitätsentwicklung, Lebensgestaltung, Geschlechterrollen, Karriere- und Familienplanung sowie qualitative Forschungsmethoden im Kontext junger Studentinnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob und wie die Nutzung virtueller sozialer Netzwerke die Lebensphase, das Identitätsverständnis und die Lebensplanung der Zielgruppe beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Forschungsmethode, die auf offenen Leitfadeninterviews mit jungen Studentinnen und einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zu Lebensalter, Identität und Lebensgestaltung, detaillierte Beschreibungen virtueller sozialer Netzwerke sowie die empirische Untersuchung mit Methodik, Ergebnisdarstellung und Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie virtuelle soziale Netzwerke, Lebensplanung, Studentinnen, Identität, Karriere, Familie, Geschlechtsrollen, Soziale Medien und Qualitative Forschung.
Wie werden die Auswirkungen virtueller sozialer Netzwerke auf Lebensentwürfe dargestellt?
Es wird festgestellt, dass soziale Netzwerke weniger direkte Auswirkungen auf konkrete Handlungen haben, sondern vielmehr Gedanken und Gefühle bezüglich getroffener Entscheidungen und geplanter Lebensentwürfe beeinflussen können.
Was ist der Kern des Zwiespalts "Kind oder Karriere" bei den befragten Studentinnen?
Der Kern des Zwiespalts liegt in der doppelten Herausforderung, individuelle Ziele für Studium und Karriere mit gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach Familienplanung in Einklang zu bringen, oft verstärkt durch den Vergleich mit anderen auf sozialen Medien.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2024, Kind oder Karriere 2.0. Der Einfluss virtueller sozialer Medien auf die mittelfristige Lebensplanung junger Studentinnen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1668269