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Wie fiktiv ist die Autobiographie "La mala memoria" von Heberto Padilla

Title: Wie fiktiv ist die Autobiographie "La mala memoria" von Heberto Padilla

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Alona Gordeew (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Die Autobiographie wurde noch Anfang des 20. Jahrhunderts als geistes- bzw. sozialgeschichtliches Dokument verstanden. So legten die Leser ihr Interesse besonders auf die Faktizität, weniger auf die literarische Qualität der autobiographischen Werke. Erst in den 1950er Jahren lernte man diese als literarisches Kunstwerk kennen und schätzte sowohl ihren historischen als auch ihren ästhetischen Wert. Während in dieser Zeit der Kunstcharakter der Autobiographie betont wurde und sie sich damit von anderen historischen Quellen durch ihren Kunstcharakter unterschied, trat ab den 1970er Jahren die Abgrenzung von anderen literarischen Nachbargenres in den Mittelpunkt.
Insofern begann ab den 1970er Jahren der literaturwissenschaftliche Diskurs über die Kriterien der Gattung „Autobiographie“, besonders im Vergleich zum autobiographischen Roman und zur fingierten Autobiographie
Anhand des Beispiels der Autobiographie von Heberto Padilla, der Ende der 1960er Jahre international bekannt wurde, als er für seinen revolutionskritischen Gedichtband mit dem Literaturpreis des nationalen Schriftstellerverbands Kubas (U.N.E.A.C.) geehrt und in Folge dessen von der Staatsgewalt in Haft genommen wurde, soll untersucht werden, inwieweit diese Fiktionalität in seiner Autobiographie ausfindig gemacht werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Padillas Biographie

3. Gattungsgeschichte der Autobiographie

3.1 Von 1900 bis in die 1970er Jahre

3.2 Lejeunes Definition und der „pacte autobiographique“

3.3 Die Neue Autobiographie

4. Fiktive Elemente in La mala memoria

4.1 Die Reflexion über den Prozess des Schreibens

4. 2 Unzulänglichkeiten des Gedächtnisses bezüglich des Zitierens

4.3 Das Wissen über die Funktionsweise des Gedächtnisses

4.4 Distanz zu seinem jüngeren Ich

4.5 Spiel mit der Referenz Literatur

4.6 Filmische und kompositorische Techniken

5. Persönliche Elemente

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Werk "La mala memoria" des kubanischen Autors Heberto Padilla auf seinen fiktionalen Charakter hin. Ziel ist es, in Bezug zur Gattungsgeschichte der "Neuen Autobiographie" aufzuzeigen, wie Padilla die Möglichkeiten und Grenzen der Erinnerung reflektiert und das Genre der Autobiographie durch den Einsatz fiktionaler und erzähltechnischer Mittel sowie durch die Einbettung in literarische und politische Diskurse konsequent hinterfragt.

  • Fiktionalität innerhalb der Autobiographie am Beispiel von Heberto Padilla
  • Die Gattung der "Neuen Autobiographie" im theoretischen Diskurs
  • Die Reflexion über den Schreibprozess und die Unzulänglichkeit des Gedächtnisses
  • Der Stellenwert der Literatur als Orientierungspunkt und stilistisches Mittel
  • Der Einfluss politischer Auseinandersetzungen auf die Identitätskonstruktion des Autors

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Reflexion über den Prozess des Schreibens

Padilla sah sich schon Jahre vor dem Erscheinen seiner Autobiographie mit der Frage konfrontiert, was eine Autobiographie ausmacht und ab welchem Alter sie geschrieben werden kann. Dies integriert er in den Text:

En esos días [un amigo ruso, Anm d. Verf.] estaba escribiendo sus memorias.

- Las memorias sólo pueden escribirlas los viejos - dijo - Boris Pasternak escribió las suyas a los treinta años. ¿Qué edad es esa? Su libro Salvoconducto no es un libro de memorias.

Para él los libros de memorias tenían que ser libros ríos, que fuesen creciendo con los años. Sólo en la vejez podía uno recordar perfiles, rasgos de personas, años, gente que antes no alcanza a cobrar una dimensión verdadera. (...) «Quisiera escribir un libro de memorias algún día» me dijo pensativo mientras andábamos calle Gorki abajo.

- ¿Por qué no lo haces? le pregunté.

- Tal vez necesito la vejez, como dice Ehrenburg.

- Te sobran experencias, le dije.

¿Te gustaría hacer lo mismo?

- No lo sé.

- Haz un diario de todo lo que veas. Tienes el privilegio de estar presenciado una revolución en Cuba.

- Los libros sobre las revoluciones los escriben los extranjeros, los que apenas pueden recordarlas, ni lo quieren.

- Pero mi libro no podría ser tan preciso en su cronología como dice Ehrenburg - apuntó Pedro-. ¿Cómo empezarías tú?

- Tal vez como Pío Baroja, pero cambiando un tiempo verbal. En lugar de «Yo he nacido en el País Vasco», etc., escribiría: «Nací en Pinar del Río, Cuba...»

- ¡Esas eran partidas de nacimiento! - protestaba Pedro. El suyo elegería el verdadero momento en que se nace, el más crucial de la existencia, lo trataría de recordar bien y después haría como en los tapices del Asia Central: panales abigarrados donde se acumulan figuras, estaciones de trenes, caballos, árboles, camino, casas y castillos, donde el verdadero discurso no es linel sino cargado de múltiples bifurcaciones como la propia vida. (...)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Person Heberto Padilla und die Fragestellung bezüglich der Fiktivität in seinem autobiographischen Werk.

2. Padillas Biographie: Abriss über Padillas Leben, sein journalistisches Schaffen und die politische Verfolgung in Kuba.

3. Gattungsgeschichte der Autobiographie: Darstellung der theoretischen Entwicklung der Autobiographie, insbesondere der Konzepte von Lejeune und der "Neuen Autobiographie".

4. Fiktive Elemente in La mala memoria: Zentrale Analyse des Werkes unter verschiedenen Aspekten wie Schreibprozess, Gedächtnis, Distanzierung und literarische Referenz.

5. Persönliche Elemente: Betrachtung der privaten Aspekte im Werk und die Feststellung, dass diese hinter den politisch-literarischen Themen zurücktreten.

6. Zusammenfassung: Fazit der Untersuchung mit der Bestätigung, dass Padillas Werk bewusst fiktive Züge trägt.

Schlüsselwörter

Heberto Padilla, La mala memoria, Autobiographie, Neue Autobiographie, Fiktionalität, Gedächtnis, Erinnerung, Philippe Lejeune, pacte autobiographique, Fidel Castro, Caso Padilla, Literatur, Politische Literatur, Identität, Erzähltechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das autobiographische Werk "La mala memoria" von Heberto Padilla hinsichtlich seiner fiktionalen Elemente und seiner Einordnung in die Gattung der "Neuen Autobiographie".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Gedächtnisses beim Schreiben, die Problematik des Zitierens in Autobiographien, das Verhältnis von Literatur und Politik sowie Padillas Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern Padilla bewusst die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verwischt und die Unmöglichkeit einer vollkommen wahrheitsgetreuen Nacherzählung des Lebens in seiner Autobiographie thematisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung basierend auf literaturwissenschaftlichen Theorien zur Autobiographie, insbesondere unter Anwendung des Konzepts der "Neuen Autobiographie" und des "Autobiographischen Pakts".

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Padillas Reflexion über den Schreibprozess, die Unzulänglichkeit seiner Erinnerung, sein Spiel mit literarischen Referenzen und den Einsatz filmischer Erzählstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Autobiographie, Fiktionalität, Gedächtnis, Neue Autobiographie, Heberto Padilla und Literatur.

Welche Rolle spielt Fidel Castro in der Analyse?

Castro dient als zentrale Figur in Padillas Auseinandersetzung mit dem kubanischen Regime und als Beispiel dafür, wie der Autor literarische Referenzen und Gespräche nutzt, um sein eigenes Selbstverständnis in einem politisch aufgeladenen Kontext zu definieren.

Warum wird "La mala memoria" als "Neue Autobiographie" klassifiziert?

Weil das Werk die Trennung von Wirklichkeit und Fiktion aufhebt, den Schreibprozess selbst reflektiert und anerkennt, dass das Gedächtnis lückenhaft und selektiv ist, statt einen objektiven Wahrheitsanspruch zu erheben.

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Details

Title
Wie fiktiv ist die Autobiographie "La mala memoria" von Heberto Padilla
College
University of Heidelberg  (Romanistik)
Course
Cuba en el corazón – 50 Jahre Geschichte im Spiegel, von kubanischen Romanen und Erzählungen
Grade
1,5
Author
Alona Gordeew (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V166831
ISBN (eBook)
9783640828555
ISBN (Book)
9783640829019
Language
German
Tags
Lejeune die Neue Autobiographie pacte autobiographique
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alona Gordeew (Author), 2009, Wie fiktiv ist die Autobiographie "La mala memoria" von Heberto Padilla, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166831
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