Der Olympiapark München 1972 und das Reichssportfeld Berlin 1936 unter Einschluss des Olympischen Dorfes bei Döberitz unter sporthistorischer Betrachtung


Examensarbeit, 2010

269 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wie kam es zu den XI. Olympischen Spielen in Berlin 1936?

3 Das „Reichssportfeld“ Berlin - Eckdaten

4 Sport im Nationalsozialismus

5 Propaganda und ihre Inszenierung
5.1 Die „Podbielski-Eiche“
5.2 Die Olympiaglocke und das Olympia-Logo von Berlin
5.3 Der Olympische Fackellauf

6 Das Olympische Dorf bei Döberitz
6.1 Vorgeschichte
6.2 Planung und landschaftsarchitektonische Gestaltung
6.3 Die Anlage
6.3.1 Das Empfangs- und Verwaltungsgebäude
6.3.2 Die Wohnhäuser
6.3.3 Das Speisehaus der Nationen
6.3.4 Das Hindenburghaus

7 Die „Kampfstätten“
7.1 Der Architekt Werner March
7.2 Das Olympiastadion
7.3 Das Schwimmstadion
7.4 Die „Dietrich-Eckart-Freilichtbühne“

8 Die Langemarckhalle mit Glockenturm

9 Das Maifeld

10 Stimmen der internationalen Presse und persönliche Eindrücke von Zeitzeugen

11 Wie kam es zu den XX. Olympischen Spielen in München 1972?
11.1 Münchens Bewerbung
11.2 Eine „einmalige Chance“
11.3 Wo genau sollte der neue Olympiapark angelegt werden?

12 Der Olympiapark München - Eckdaten
12.1 Allgemeine Informationen
12.2 Geographische Lage
12.3 Nötige Baumaßnahmen im Umfeld: Schaffung einer ausreichenden Infrastruktur
12.4 Bereiche und Einrichtungen des Olympiaparks imüberblick

13 Die landschaftliche Gestaltung des Olympiaparks
13.1 Die Grundidee für das Parkgelände
13.2 Der „Olympia-Berg“
13.3 Der „Olympia-See“
13.4 Die Bepflanzung des Parkgeländes
13.5 Die Wege

14 Das Olympische Dorf
14.1 Das „Frauendorf“
14.2 Das „Männerdorf“

15 Die Sportstätten
15.1 Die Sportstätten imüberblick
15.2 Der Architekt Günter Behnisch und sein Konzept
15.3 Das Olympiastadion
15.4 Die Olympia-Schwimmhalle
15.5 Die Zeltdachkonstruktion

16 Das Erscheinungsbild der Olympischen Spiele 1972
16.1 Grundidee
16.2 Otto Aicher und seine „Piktogramme“
16.3 Logo, Plakate und Farben

17 Die Eröffnungsfeier und Stimmen der internationalen Presse
17.1 Die Eröffnungsfeier
17.2 Stimmen der internationalen Presse

18 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 zeigt einenübersichtsplan des Reichssportfeldes von 1936

Abbildung 2: Offiziere von morgen

Abbildung 3 zeigt die Podbielski-Eiche am Olympischen Tor

Abbildung 4 zeigt das von Johannes Boehland entworfene Logo der Spiele

Abbildung 5 zeigt eine Ehrenwache für die Olympiaglocke

Abbildung 6 zeigt die ehemalige Olympiaglocke als Denkmal

Abbildung 7 zeigt die Ankunft der Olympischen Flamme im Lustgarten von Berlin

Abbildung 8 zeigt eine Original-Postkarte zum Olympischen Dorf bei Döberitz von 1936

Abbildung 9: Das Olympische Dorf in Los Angeles 1932

Abbildung 10: Lageplan Olympisches Dorf, 1936

Abbildung 11 zeigt das Gelände des Olympischen Dorfes vor Baubeginn im Jahr 1934

Abbildung 12: Wohnhäuser des Dorfes in idyllischer Landschaft

Abbildung 13: Toreinfahrt des Empfangsgebäudes, 1936

Abbildung 14: Wohnhaus mit Tgesraum an der Stirnseite

Abbildung 15: Tagesraum mit Wandbild

Abbildung 16: Speisehaus der Nationen mit Innenhof, 1936

Abbildung 17: Hindenburghaus mit Ehrenhof

Abbildung 18: Wandrelief mit Hindenburg-Büste

Abbildung 19 zeigt eine Porträtaufnahme von Werner March aus dem Jahr 1936

Abbildung 20: Olympischer Platz mit Blick auf das Haupttor und das Olympiastadion 1936

Abbildung 21 zeigt den bronzenen Dreifuss am Marathontor

Abbildung 22 zeigt das Olympiastadion in der Bauphase um das Jahr 1935

Abbildung 23 zeigt das Olympiastadion - deutlich sichtbar der äußere Pfeilergang und im Westen der allesüberragende Glockenturm

Abbildung 24: Das Schwimmstadion

Abbildung 25 zeigt das Olympiastadion und rechts davon das Schwimmstadion

Abbildung 26 zeigt den Sprungturm - im Hintergrund gut sichtbar die Galerie des Olympiastadions

Abbildung 27: Das Schwimmstadion während der Olympischen Spiele 1936

Abbildung 28 zeigt die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne 1936

Abbildung 29 zeigt die Freilichtbühne im Bau zur Jahreswende 1935/1936

Abbildung 30: Die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne

Abbildung 31 zeigt die Gymnastik-Wettbewerbe in der Freilichtbühne während der Olympiade

Abbildung 32 zeigt die Langemarckhalle mit dem Glockenturm im Vordergrund links

Abbildung 33 zeigt die Ehrenhalle von innen. An den Wänden die Fahnen der an der Schlacht beteiligten Regimenter

Abbildung 34 zeigt die Langemarckhalle mit dem Führerturm und dem davor liegenden Maifeld aus Sicht des Marathontores

Abbildung 35: Das olympische Areal mit Maifeld (Bildmitte)

Abbildung 36: Olympische Marathonläufer beimüberqueren des Maifeldes

Abbildung 37 zeigt die Olympiamannschaften der einzelnen Nationen bei der Eröffnungsfeier 1972

Abbildung 38 zeigt von links nach rechts Willi Daume, Heide Rosendahl und Jesse Owens bei einem vorolympischen Empfang in New York

Abbildung 39: Avery Brundage gratuliert Dr. Hans-Jochen Vogel und Willi Daume zur erfolgreichen Wahl

Abbildung 40 zeigt das Oberwiesenfeld vor Baubeginn 1968

Abbildung 41 zeigt eine Militärparade auf dem Oberwiesenfeld um die Jahrhundertwende

Abbildung 42 zeigt die Flughafengebäude auf dem Oberwiesenfeld im Jahr 1932

Abbildung 43 zeigt den Olympiapark bei Dämmerung

Abbildung 44 zeigt ein Luftbild von München (Sicht aus ca. 11 km Höhe)

Abbildung 45:übersichtsplan vom Münchner U- & S-Bahnnetz 1972

Abbildung 46: Die rote Linie markiert die Linie U3 vom Marienplatz zum “Oberwiesenfeld“ (Distanz ca. 4 km)

Abbildung 47:übersichtskarte zu kurze Entfernungen zwischen den Unterkünften, den Sportstätten und der Verkehrsanbindung

Abbildung 48: Das Münchner U- & S-Bahnnetz heute

Abbildung 49 zeigt einen Original-Übersichtsplan des Olympiaparks von 1972

Abbildung 50 vermittelt einen Eindrucküber das Flair im Park

Abbildung 51 zeigt den Olympiaberg mit geschwungenen Wegen und der typischen Bepflanzung

Abbildung 52 zeigt den Olympia-See während der Olympischen Spiele 1972

Abbildung 53 zeigt den Olympia-See während der Olympischen Spiele 1972

Abbildung 54: Beispiel für Bepflanzung

Abbildung 55: Beispiel für die typische Weggestaltung im Park

Abbildung 56 zeigt einenübersichtsplan des Wegenetzes mit Straßennamen ...

Abbildung 57 zeigt das heutige Olympische Dorf (2006)

Abbildung 58 zeigt das Olympische Dorf während der Olympischen Spielen 1972

Abbildung 59 zeigt das „bunte Treiben“ im Olympischen Dorf während der Olympischen Spiele 1972

Abbildung 60 Unterteilung in Frauendorf (Nr.: 2) und Männerdorf (Rest)

Abbildung 61 zeigt Bungalows des Frauendorfs. Deutlich zu erkennen die vorgefertigten Betonsegmente

Abbildung 62: Frontansicht eines Bungalows im Frauendorf 1972

Abbildung 63 zeigt eine Nasszelle der Firma Moeller Sanitär

Abbildung 64: Die Innenausstattung

Abbildung 65: Die „arabische Dorfsiedlung“

Abbildung 66 zeigt einen von Studenten angemalten Bungalow

Abbildung 67 zeigt die drei Straßenzüge des Männerdorfs

Abbildung 68 zeigt die typische „Beschilderung“ im Männerdorf zur leichteren Orientierung (Bildausschnitt obere Hälfte)

Abbildung 69 zeigt das Olympische Dorf - deutlich sichtbar die drei Arme des Männerdorfs

Abbildung 70: Die Sportstätten

Abbildung 71 zeigt das Gebäude von Süden

Abbildung 72 zeigt die BMW Welt von Osten

Abbildung 73 zeigt Günter Behnisch

Abbildung 74 zeigt die Gewinner Günter Behnisch & Partner

Abbildung 75: Siegerentwurf von Behnisch & Partner

Abbildung 76: Luftbild der Gesamtanlage

Abbildung 77: Das Olympiastadion

Abbildung 78: Entwurf Stadion

Abbildung 79: Westtribühne mitüberdachung

Abbildung 80 Die drei Hauptsportstätten in der Bauphase - hinten das Stadion

Abbildung 81: Das Stadion im Bau

Abbildung 82: Stadion Westseite - deutlich sichtbar die Hochbaukonstruktion

Abbildung 83: Die Olympia-Schwimmhalle und die Olympiahalle im Bau

Abbildung 84 zeigt die Olympia-Schwimmhalle während der Bauphase - deutlich sichtbar die beiden großen Becken

Abbildung 85: Olympia-Schwimmhalle mit Theatron von Südweste]n

Abbildung 86: Olympia-Schwimmhalle (rechts) und Olympiahalle (links) von Süden

Abbildung 87: Deutlich sichtbar die mobile Osttribüne (rechts) an der Olympia-Schwimmhalle

Abbildung 88 zeigt das Olympia-Schwimmbad von innen - rechts die mobile Tribüne

Abbildung 89: Das Olympia-Schwimmbad von innen während der Olympiade

Abbildung 90: Das Olympiabad heute - gut erkennbar die eingezogene Glasfront

Abbildung 91: Das Zeltdach

Abbildung 92 zeigt den deutschen Pavillon bei der Weltausstellung 1967 in Montreal

Abbildung 93 zeigt Frei Otto

Abbildung 94 zeigt die spinnennetzartige Zeltdachkonstruktion des

deutschen Pavillons in Montreal 1967

Abbildung 95 zeigt den deutschen Pavillon in Montreal 1967

Abbildung 96 zeigt eineübersicht der 9 Sektionen

Abbildung 97 zeigt eins jener flexiblen Einzelnetze

Abbildung 98 zeigt ein solches haushohes Zugfundament

Abbildung 99 zeigt eins der Kugelgelenke

Abbildung 100 zeigt ein solches Drahtmessmodell

Abbildung 101: Verschiedene Anker, Gelenke und ein weiteres Drahtmodell...

Abbildung 102 zeigt Arbeiter auf der bereits errichteten Seilnetzkonstruktion

Abbildung 103 zeigt diese durchsichtigen Acryglasplatten

Abbildung 104 zeigt die Großform des Zeltdachs

Abbildung 105 zeigt, wie die drei Hauptsportstätten durch das Zeltdach miteinander verbunden sind (aufgenommen während der Olympiade 1972)

Abbildung 106 zeigt Otto Aicher vor seinen Piktogrammen

Abbildung 107:übersicht der Sportarten Piktogramme

Abbildung 108 zeigt das offizielle Logo der Olympischen Spiele von München 1972

Abbildung 109 zeigt ein Los der GlücksSpirale

Abbildung 110: Beispiel für die typische Farbwahl

Abbildung 111: Beispiel für „Regenbogenspiele“

Abbildung 112: Beispiel für Otto Aichers entworfene Sport-Poster

Abbildung 113: Otto Aichers Poster zu Kultur

Abbildung 114: Beispiel für die Ticketgestaltung Otto Aichers

Abbildung 115: Beispiel für die konsequente Farbgestaltung der unterschiedlichen Uniformen

Abbildung 116: Beispiel für das Erscheinungsbild Münchens.überall informieren bunte Informationstafeln die Besucher

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Einrichtungen des Münchner Olympiaparks, gegliedert nach der geographischen Lage „Park Nord“ und „Park Süd“

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist es, die beiden Olympiastätten - das Reichssportfeld von Berlin in Verbindung mit dem dazugehörigen Olympischen Dorf bei Döberitz von 1936 und den Olympiapark München von 1972 - sowohl in ihrer jeweiligen sportarchitektonischen Gesamtheit und Charakteristik darzustellen, als auch in deren sporthistorischer Bedeutung herauszuarbeiten.

Aufgrund der riesigen Ausmaße des Berliner Reichssportfeldes, deren Besichtigung bei Führungen bis zu acht Stunden, des Olympischen Dorfes in Döberitz bis zu vier Stunden und selbst beim Olympiapark in München noch vier bis fünf Stunden in Anspruch nimmt, lässt sich schon hier schnell die Komplexität der Thematik erkennen. Dies wird darüber hinaus noch deutlicher, wenn man die von Herrn Prof. Norbert Müller zur sporthistorischen Beurteilung entwickelten zahlreichen Historischen Dimensionen wie zum Beispiel Olympische Idee, Olympiastadt, nationale Politik, internationale Einflüsse, Medien, Internationalisierung, Olympische Wettkampfstätten, um nur einige zu nennen, für die Betrachtung dieser Arbeit berücksichtigen wollte. Folglich kann im Rahmen dieser Arbeit nicht auf alle die gesamten Anlagen kennzeichnenden Gebäudekomplexe und weitere Details eingegangen werden, so dass der Schwerpunkt der Arbeit in der Darstellung der architektonischen Gesamtgestaltung der drei Sportareale und deren sporthistorischer Bedeutung im Hinblick auf die Inszenierung von Olympischen Spielen liegt.

Diese Thematik wirft somit folgende entscheidende Fragen auf:

- Wer zeichnete für die Konzeption der beiden „Parklandschaften“, für die architektonische Gestaltung und Ausführung der Sportstätten und weiteren Gebäudekomplexen verantwortlich?
- Innerhalb welchem Zeitrahmen erfolgte die Planung und spätere Umsetzung?
- Inwieweit prägte das politische Umfeld und der damit verbundene Zeitgeist die architektonische Gesamtgestaltung und Inszenierung?
- Welche ideellen Ziele wurden mit der jeweiligen Architektur verfolgt? Was wollten die Verantwortlichen damit erreichen?
- Welche Neuerungen und Besonderheiten sind für das Reichssportfeld und den Olympiapark München kennzeichnend?
- Inwieweit unterstützte die Architektur und Gesamtgestaltung des Reichssportfeldes in Berlin 1936 die sicherlich gewollte Propaganda- Wirkung der Nationalsozialisten nach außen?
- Gab es 1972 in München eventuell ähnliche Bestrebungen einer
Außenwirkung der Verantwortlichen? Wenn ja, welche?
- Welche Unterschiede lassen sich aus der Gesamtkonzeption des Reichssportfeldes mit dem Olympischen Dorf bei Döberitz im Vergleich zum Erscheinungsbild des Olympiapark Münchens von 1972 erkennen?

Dies ist nur eine Auswahl an Fragen, mit der sich meine wissenschaftliche Prüfungsarbeit auseinandersetzen wird.

Zwei methodische Vorgehensweisen boten sich in diesem Zusammenhang an. Es bestand die Möglichkeit, die einzelnen Wettkampfstätten des Berliner Reichssportfeldes in direkter Beziehung denen des Münchener Olympiaparks gegenüberzustellen und so die unterschiedliche Ausgestaltung kenntlich zu machen. Der Vorteil bestünde darin, dass die Unterschiede der jeweiligen Sportarena für den Leser rascher sichtbar werden würden. Jedoch wäre damit der Nachteil verbunden, dass diese Art der Darstellung nur einen bruchstückhaften Gesamteindruck der verschiedenen Anlagen vermitteln könnte. Um aber dem innewohnenden Eigencharakter des Reichssportfeldes und des Olympiapark Münchens in ihrer Gesamtkonstruktion gerecht werden zu können, werden aus diesem Grund die Areale in ihrer unterschiedlichen Gesamterscheinung vorgestellt. Abgesehen davon wäre ein direkter Vergleich aller Bauten aufgrund der zu großen Unterschiede im architektonischen Gesamtbild nichtüberall möglich.

Im ersten Hauptteil meiner Arbeit wird das Reichssportfeld mit seinen wichtigsten Anlagen und das Olympische Dorf bei Döberitz vorgestellt. Der zweite Hauptteil beschäftigt sich dann mit der Beschreibung des Olympiapark Münchens und dessen wesentlichen Merkmalen.

Im zweiten Kapitel werden dem Leser kurz einige Hintergründe zur Vorgeschichte der XI. Olympischen Spiele von Berlin 1936, die Bewerbung, die Vergabe und die damaligen politischen Begleitumstände geschildert. Eine knappeübersicht des Reichsportfeldes in seinen Eckdaten erfolgt im dritten Kapitel. Einige der in diesem Abschnitt genannten Gebäude werden im späteren Verlauf der Arbeit ausführlicher vorgestellt.

Um die propagandistische Inszenierung der Olympischen Spiele von 1936 durch die Nationalsozialisten und das in seiner Erscheinung damit untrennbar verbundene Reichssportfeld zu veranschaulichen, ist es notwendig, sich zunächst ein Bild von der Bedeutung des Sports im Dritten Reich zu verschaffen. Dies wird in Kapitel vier behandelt. Daran schließt Kapitel fünf Propaganda und ihre Inszenierung an. Hierin werden die Podbielski-Eiche, die Olympiaglocke und der olympische Fackellauf im Hinblick auf ihre propagandistische Symbolwirkung für das Bild der Berliner Spiele und des Reichssportfeldes im Detail präsentiert.

Im Kapitel sechs wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Vorgeschichte, die Planung, die landschaftliche Gestaltung sowie auf die bauliche Ausführung einiger charakteristischer Gebäude des Olympischen Dorfes von 1936 gelenkt, bevor in Kapitel sieben das Olympiastadion, das Schwimmstadion und die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne als wesentliche Sportstätten des Reichssportfeldes ausführlich beschrieben werden.

Kapitel acht und neun beschäftigen sich mit der Langemarckhalle, dem Glockenturm und dem Maifeld, die jeweils eine Besonderheit des Reichssportfeldes darstellen.

Stimmen der internationalen Presse und persönliche Eindrücke von Zeitzeugen runden den ersten Hauptteil zum Reichssportfeld in Kapitel zehn ab.

Als Pendant zum Reichssportfeld wird im zweiten Teil der Arbeit in Kapitel elf zunächst auf die Bewerbung und ihr Zustandekommen für die XX. Olympischen Spiele von München 1972 eingegangen. Allgemeine Informationen, unter anderem zur geographischen Lage, zur Infrastruktur und eineübersicht von den typischen Einrichtungen des Olympiapark Münchens von 1972, werden im Kapitel zwölf Der Olympiapark München - Eckdaten dargeboten.

Die landschaftliche Gestaltung des Olympiaparks wird im darauffolgenden Kapitel dreizehn behandelt. Hier werden insbesondere der Olympia-Berg, der Olympia-See, die spezielle Bepflanzung und das Wegenetz näher betrachtet.

Das Olympische Dorf von München mit seinem Männer- und Frauendorf ist Thema von Kapitel vierzehn, an das sich der Abschnittüber die Sportstätten des Münchener Olympiaparks anschließt. Wie bereits im ersten Teil der Arbeit angesprochen, kann auch an dieser Stelle nur auf die wichtigsten Sportarenen eingegangen werden.

Das Kapitel sechszehn widmet sich im Anschluss daran dem Erscheinungsbild der Münchener Olympiade, bevor in Kapitel siebzehn Stimmen der ausländischen Presse zum Olympiapark und zu der Inszenierung der Olympischen Spiele in München 1972 den zweiten Teil meiner Arbeiten abschließen.

Das letzte Kapitel dient zur Zusammenfassung. In ihm werden noch einmal die wesentlichen Merkmale des Reichssportfeldes und des Münchener Olympiaparks zusammengefasst und die entscheidenden Unterschiede hervorgehoben.

Überleitend zum ersten Hauptteil meiner Arbeit - dem Reichssportfeld in Berlin mit dem Olympischen Dorf in Döberitz sollen folgende Zeilen vorangestellt werden:

„Ein großzügiger und reibungsloser Verlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin ist für das Ansehen des neuen Deutschlands in den Augen aller ausländischen Gäste von weittragendster Bedeutung. Die Olympischen Spiele sollen nach dem Willen des Führers ein einmütiges Bekenntnis deutschen Friedenwillens und deutscher Gastfreundschaft sein und den ausländischen Besuchern die Ordnung und Disziplin des nationalsozialistischen Staates vor Augen führen.“1

2 Wie kam es zu den XI. Olympischen Spielen in Berlin 1936?

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges (1914-1918) waren die Olympischen Spiele 1916 wegen der Kriegswirren ausgefallen und nach dessen Ende Deutschland von den Olympischen Spielen 1920 und 1924 vom IOC ausgeschlossen worden.2

Bis zurüberaus erfolgreichen Teilnahme der deutschen Mannschaft an der Olympiade 1928 in Amsterdam beharrte die NSDAP auf ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der internationalen Sportbewegung, da für sie nur die Kollektivleistung des Volkes und nicht die Höchstleistung eines Einzelnen zählte. Da jedoch der Sport in der Bevölkerung immer „populärer“ und somit zu einem wichtigen Bestandteil deutscher Freizeitaktivitäten wurde, führte er in der NSDAP im Hinblick auf die Bewerbung um die Olympischen Spiele in Berlin 1936 zu einem bewusst kalkulierten Gesinnungswandel.3 Denn „die neuen Herren erkannten bald die [damit verbundene] Chance der außenpolitischen Aufwertung.“4

Schon 1930, das NS-Regime war noch nicht an der Macht, äußerte Deutschland auf dem 28. Kongress des IOC seinen Wunsch, die Olympischen Spiele 1936 in Berlin austragen zu wollen und gab schließlich seine offizielle Bewerbung am 22. Mai 1930 bekannt. Bereits ein Jahr später verlautete aus dem IOC, dass sich Berlin gegen sieben andere Bewerber und letztendlich in einer Stichentscheidung am 27. April 1931 mit 43 zu 16 Stimmen gegen Barcelona durchgesetzt hatte5, wobei in diesem Zusammenhang wohl auch eine Empfehlung von Pierre de Coubertin, des Begründers der Olympischen Spiele der Neuzeit, eine wichtige Rolle gespielt haben soll.

Obwohl die Nationalsozialisten zuvor die Macht in Deutschlandübernommen hatten und „man für die Olympische Bewegung in Deutschland keine neuen Impulse erhoffen [konnte]. Man mußte [sic!] sogar um ihrüberleben bangen“6, vergab im Juni 1933 das IOC auch die Olympischen Winterspiele nach Garmisch und Partenkirchen.

Nach dem Bekanntwerdenüber vermehrt auftretende Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Sportler seitens des NS-Regimes und zahlreichen Anschlägen auf jüdische Einrichtungen wurden in einigen Ländern Stimmen7 laut, die Spiele in Berlin zu boykottieren. Daraufhin beeilten sich die deutschen IOC- Mitglieder, allen voran Theodor Lewald (Präsident des NOK der XI. Olympischen Spiele Berlin 1936) und Dr. Carl Diem (Generalsekretär des NOK der XI. Olympischen Spiele Berlin 1936) zu versichern, dass die Spiele in Berlin gemäß der olympischen Satzungen durchgeführt würden und auch jüdische deutschstämmige Sportler an den Spielen teilnehmen dürften.8 „Diese Maßnahme belegt, wie wichtig den deutschen Funktionären das Propagandaobjekt Olympia gewesen war. Es durfte unter keinen Umständen scheitern. Alle Bedenken und Befürchtungen seitens des IOC sollten unbedingt beschwichtigt werden.“9

Hitler wollte unbedingt die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin 1936 sichern, sich damit die Möglichkeit verschaffen, einen immensen Propagandafeldzug zu inszenieren und durch einen gewaltigen Aufwand der Welt die bis dahin prunkvollsten Spiele darzubieten. Zugleich aber sollte Deutschland auch als friedliche und völkerfreundliche Nation dargestellt werden, deren Sportler ein neues kraftvolles Deutschland repräsentierten.10

3 Das „Reichssportfeld“ Berlin - Eckdaten

„Das Reichssportfeld ist der deutsche Ausdruck des olympischen Gedankens und Deutschlands Ehrengabe an die Welt zu den Olympischen Spielen 1936. In diesem Sinne hat der Führer Adolf Hitler die Fülle der Kampfbahnen und Feierstätten zu einem einzigen großen Festraum vereinigen lassen. Er hat damit zugleich der Gestaltung der Anlagen das künstlerische Gesamtziel gegeben. Die Baukunst hatte die hundertfältige Aufgabe zum Einklang zu bringen.“11

Es war Reichskanzler Adolf Hitler persönlich, der am 14. Dezember 1933 die Genehmigung für den Bau des Reichssportfeldes samt seiner sportlichen Anlagen erteilte. Mit dem Bau dieses komplexen Sportareals wurde der von den Nationalsozialisten favorisierte Werner March als Chefarchitekt betraut, Bauträger war das Deutsche Reich.12 Wichtig ist anzumerken, dass es sich bei der Realisierung des Reichssportfeldes um das erste Großprojekt13 des noch jungen NS-Staates handelte, welches alle bisher bekannten Maßstäbe hinsichtlich des Sportstättenbaus sprengen sollte. So wurden erstmals in der olympischen Geschichte alle wichtigen Sportarenen, aber auch eine Ehrenhalle, ein Aufmarschgelände, ein Theater und zahlreiche Großplastiken auf einer riesigen Fläche miteinander vereint. Als das für die XI. Olympischen Spiele von Berlin 1936 gedachte symbolische Zentrum der gesamten Reichshauptstadt wurde ihm demzufolge von den Machthabern für die Inszenierung „ihrer“ Olympiade eine herausragende Bedeutung beigemessen.14

Ein geeignetes Gelände für dieses Vorhaben fand man am westlichen Rand Berlins, im unmittelbaren Umfeld der Pferderennbahn Grunewald, auf dem nördlichsten Teil der Teltower Hochfläche, einer in der Eiszeit entstandenen Hügellandschaft. Da diese Liegenschaft noch stark bewaldet war und bis zu jenem Zeitpunkt vorwiegend forstwirtschaftlich genutzt wurde, war es im Rahmen der Bauarbeiten für das später ca. 500 Morgen umfassende Reichssportfeld zunächst notwendig, zahllose Bäume zu roden bzw. zu verpflanzen, die hügelige Landschaft zu einer weitläufigen Fläche einzuebnen und im Anschluss daran mit Rasen zu belegen. In Anbetracht des noch wenig erschlossenen Berliner Randbezirks war es erforderlich, für eine angemessene Infrastruktur zu sorgen. Infolge dessen wurden breite Straßen angelegt bzw. erneuert, Brücken gebaut und Bahnhöfe im direkten Umfeld des Reichssportfeldes geschaffen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang vor allem die vom Berliner Schloss bis zum Olympiagelände reichende Prachtstraße, die Triumphstrasse.

Vollständigkeitshalber sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass während des Baus ca. 600.000 m3 Erdreich verschoben und 30.500 m3 Werksteine, 17.200 t Zement sowie 7.300 t Eisen verbaut wurden.15

Um den Olympischen Spielen einen nach nationalsozialistischer Prägung ganz besonderen „Glanz“ zu verleihen, hatte das Sportfeld samt seiner Bauten als eine in sich geschlossene Anlage mehrere Ansprüche zu erfüllen. Einerseits musste es den zu erwartenden gewaltigen Menschenmassen gerecht werden und andererseits sollte es zugleich die Größe und Macht des Dritten Reiches sowie seine ideologischen Grundsätze symbolisch nach außen hin eindrucksvoll sichtbar werden lassen. Darüber hinaus verfolgte man das Ziel, das Sportfeld möglichst noch als weiträumige Parkanlage zu entwerfen, der man den Anschein einer typisch „deutschen“ Landschaft verlieh.16

Das ansonsten streng axial gegliederte Reichssportfeld - ganz nach den architektonischen Vorstellungen Adolf Hitlers konzipiert - „beinhaltete eine große Anzahl anübungsstätten wie z. B.: Turn- und Schwimmhallen, Tennisplätze und große Wiesen für Sport und Erholung.“17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 zeigt einenübersichtsplan des Reichssportfeldes von 193618

So fanden sich beispielsweise im Norden des Olympiastadions (Nr. 5), dem „Kernstück der Anlage“19, das Schwimm-Stadion (Nr. 16) und nördlich davon Handball- und Fußballplätze, Spielwiesen als auch Leichtathletikbahnen (Nr. 19) im selben Maßstab wie die des Stadions wieder. Im Westen ließ March das Stadion in eine riesige Versammlungsfläche (Nr. 15) für ca. 250.000 Menschenübergehen, welche er an ihrem westlichen Rand durch einen Tribünenwall einrahmte. In diesen Wall integrierte er mit der Langemarckhalle (Nr. 32) einen besonderen Gedächtnisraum und errichteteüber ihr den das komplette Reichssportfeldüberragenden 76 m hohen Glockenturm, auch Führerturm (Nr. 31) genannt. Der Führerturm als „trigonometrischer Fluchtpunkt der gigantischen Anlage“20 stand als Symbol für die Größe des faschistischen und wiedererstarkten

Deutschlands und erfüllte architektonisch den Zweck der Blicklenkung bei den Besuchern. Nordwestlich, im unmittelbaren Umfeld des Tribünenwalls, wurde auf Wunsch Goebbels die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne (Nr. 30) errichtet. Ein Freilufttheater, das während der Spiele sowohl für Wettkämpfe als auch für Theateraufführungen und Gottesdienste genutzt wurde. Auch für die Reiter hatte man auf dem „Olympiagelände“ einen Turnierplatz mit Reitbahn (Nr. 34) und einem Sprunggarten angelegt. Diese Wettkampfstätten befanden sich im Südwesten des Reichssportfeldes. Das Tennisstadion (Nr. 42) und den Hockeyplatz (Nr. 41) siedelte man hingegen im Osten an. Das bereits teilweise fertiggestellte Sportforum mit dem Haus des Deutschen Sports (Nr. 22) lag im Nordosten des Olympiaareals und wurde anlässlich der Olympiade in den Jahren 1933-1936 vollendet. Es beherbergte die erste Deutsche Hochschule für Leibesübungen und war darüber hinaus Sitz des Reichssportführers. Ein Kameradschaftshaus (Nr. 23), das später als Wohnheim für die Studenten der Hochschule diente, war ebenfalls Teil dieses Gebäudekomplexes.21

Da man das Reichssportfeld in nur 2 Jahren fertigstellen konnte, sahen die Nationalsozialisten darin einen Beleg für ihren Mythos von der deutschen Leistungsfähigkeit.22

Abschließend kann festgehalten werden:

„Im ehemaligen Reichssportfeld ist der Herrschafts- und Machtanspruch seiner politischen Bauherren deutlich erkennbar. Mit seiner Klarheit und Einheitlichkeit in Material und Form, seiner Abgeschlossenheit, Axialität und der Ausrichtung auf ein Zentrum, spiegelt das Reichssportfeld die wesentlichsten Elemente nationalsozialistischer Herrschaftsideologie architektonisch wieder[sic!].“23

4 Sport im Nationalsozialismus

Um die Bedeutung der Olympischen Spiele von Berlin 1936 hinsichtlich ihrer politischen Instrumentalisierung und der damit verbundenen Propagandaschlacht durch das NS-Regime besser verstehen zu können, ist es wichtig, sich die außerordentliche Stellung und Funktion des Sports im nationalsozialistischen Staat vor Augen zu führen.

Mit der Nazi-Herrschaft 1933 veränderte sich nicht nur das politische Klima in Deutschland, sondern auch rasch die komplette Sport-Landschaft. Waren in der Weimarer Zeit die einzelnen Sportverbände noch weitgehend selbständig organisiert gewesen, so wurde der zum Reichssportführer v. Tschammer und Osten von Hitler persönlich beauftragt, eine Neuorganisation des gesamten deutschen Sportwesens durchzuführen. Ziel war die Gleichschaltung des deutschen Sports bis in die kleinsten Kreise, um ganz im Sinne der Führungsstruktur eines totalitären Staates völlige Kontrolle auch in diesem Bereich ausüben zu können.24 1933 wurde deshalb der Deutsche Reichsausschuss für Leibesübungen aufgelöst und durch den 1934 neu gegründeten und zentral gesteuerten Dachverband Deutscher Reichsbund für Leibesübungen (DRL) ersetzt. Im weiteren Prozess der Umorganisation wurden den einzelnen Turn- und Sportorganisationen sukzessive deren bis dahin noch autonome Stellung entzogen und 1938 der DRL in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen umbenannt, der von da an der Parteiaufsicht unterstellt war. Innerhalb weniger Jahre war das „deutsche Sportwesen […] zu einem zentral gesteuerten, dem NS- Staat voll verfügbaren Instrument geworden.“25 Vergegenwärtigt man sich die Funktionen, die dem Sport von den Nazis zugedacht wurden, wird schnell klar, weshalb eine solche zentrale Steuerung des Sportwesens so immens wichtig war. Nach Norbert Müller sind in diesem Zusammenhang vor allem drei Funktionen hervorzuheben: „die völkisch-rassische, die militärische und die politische Erziehungsfunktion“26, wobei der völkisch-rassischen Funktion die größte Bedeutung beizumessen ist.

Als oberste NS Maxime galt dieüberlegenheit der arischen Rasse und damit des deutschen Volkes gegenüber anderen Nationen. Diese Sichtweise fußte auf derüberzeugung, dass sich besonders das deutsche Volk durch eine große biologische Lebenskraft und einen außergewöhnlichen Kämpfergeist auszeichnete. Willensstärke, Mut und Härte waren hierin hervorstechende Eigenschaften. Man war zwar der Auffassung, dass diese Charaktermerkmale tief im deutschen Volk verwurzelt waren, doch glaubte man an die Notwendigkeit, diese immer wieder aufs Neue entfalten zu müssen.27 Bohus schreibt hierzu sehr treffend: „Kein Erziehungsmittel aber war besser für die Verwirklichung dieser Ziele geeignet als der Sport. Er bekam in der nationalsozialistischen Pädagogik eine Schlüsselposition.“28 Ausgehend von dieser Weltanschauung ist es somit folgerichtig, dass die Nazis gerade auch dem Sport eine völkisch-rassische Funktion beimessen mussten. So hatte der Sport vor allem die Aufgabe, die Reinheit der Rasse und ihr in sich schlummerndes Potential zu bewahren und zur Entfaltung zu bringen. Ganz in dieser Idee verhaftet hält Hitler die Ausbildung des Körpers durch Leibesübungen für wesentlich entscheidender als beispielsweise die Förderung geistiger Qualitäten. Er ist - wie bereits die alten Griechen - davonüberzeugt, dass sich nur in einem gesunden und kräftigen Körper auch ein gesunder Geist entwickeln könne. Demnach sei es des Staates erste Pflicht, sich vor allem für die körperliche Gesundheit seines Volkes und erst an zweiter Stelle um deren geistige Erziehung zu kümmern.29 Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang Hitlers Männer- und Frauenbild. Männer haben, wie wir noch sehen werden, hierbei einen viel höheren Stellenwert als Frauen. Dies zeigt sich alleine schon darin, dass er in Wahrheit nur die männliche Jugend meint, wenn er sich zur Erziehung der deutschen Jugend äußert. Mädchen bzw. Frauen haben für ihn vorrangig den Zweck zu erfüllen, möglichst viele gesunde und vor Kraft strotzende Söhne zu gebären.30 Norbert Müller schreibt hierzu: „Durch Leibesübungen sollte der Mann zum >>Kämpfer<< und >>Helden<< erzogen, die Frau auf ihre >>volksbildende Mutterrolle<< vorbereitet werden.“31

Wie hier schon anklingt, ist die völkisch-rassische Funktion untrennbar mit der militärischen Funktion des Sports im NS-Staat verbunden. Zwar wurden die Kriegspläne Hitlers immer wieder vehement geleugnet, in Wahrheit aber hatte man ab 1935 längst mit den Vorbereitungen für den nächsten Krieg begonnen. Bereits in Mein Kampf, der Bibel der Nationalsozialisten, hatte Hitler davon gesprochen, die Völker im Osten zu unterjochen und den Lebensraum für das arische Volk im Osten auszudehnen. Allein diese Absichtserklärung offenbart, dass ein Krieg von Beginn an eingeplant gewesen war. Infolgedessen wird verständlich, weshalb hier dem Sport eine weitere Aufgabe zugetragen wurde. Leibesübungen hatten also ganz im Sinne von Kampf ums Dasein auch für die Wehrhaftigkeit der Männer zu sorgen. In diesem Kontext ist zu betonen, dass in der nationalsozialistischen Leibeserziehung die Kraft als das oberste Leitmotiv angesehen wurde. So verwundert es kaum, dass Hitler sein Menschenideal in der Verkörperung männlicher Kraft symbolisiert sieht.32 Bezogen auf den Sport heißt es bei Kliem weiter: „Hans von Tschammer und Osten, Reichsportführer im Dritten Reich, proklamiert die Kraft als Grundbegriff nationalsozialistischer Leibeserziehung.“33

Die politische Erziehungsfunktion zeigt sich darin, dass im Nationalsozialismus nur das Volk als Gesamtheit im Mittelpunkt ihrer Philosophie steht. Der Einzelne dagegen spielt nur eine untergeordnete Rolle, außer er trägt zum großen Ganzen, nämlich der Schaffung einer Volksgemeinschaft im Sinne Hitlers bei. Gemäß der nationalsozialistischen Rassenideologie wird das Volk auch als ein großer Volkskörper verstanden, den es in seiner rassischen Reinheit zu erhalten gilt. Diesem Ideal hat sich der Einzelne mit seinem eigenen Leib unterzuordnen. Der Leib des Individuums wird somit zum Eigentum des Volkes und wird gewissermaßen zum Politikum erhoben. Ein individuelles Anrecht auf Sport oder Sport als bloße Freizeitgestaltung wird dem Bürger im Dritten Reich schlichtweg aberkannt.34 Bohus formuliert diesen Sachverhalt sehr treffend, wenn er sagt: „Der Sport wurde unter diesem Aspekt zum Dienst am Volke.“35 In direktem Bezug hierzu darf auch der von den Nazis propagierte Leistungsbegriff nicht unerwähnt bleiben. So kann es also nichtüberraschen, dass nicht die Höchstleistung des Einzelnen als ehrenwert erachtet wurde, sondern die Gesamtleistung der Volksgemeinschaft im Zentrum des Interesses stand. Individuelle Bestleistungen waren nur dann genehm, wenn sie im Dienste des Volkes erbracht wurden. Darüber hinaus versteht es sich von selbst, dass es angesichts eines solchen Weltbildes auch keineswegs das Ziel sein konnte, den einzelnen Menschen zum mündigen Bürger zu erziehen.36 Um diese Ziele zu erreichen, bedurfte es neben der völligen Neuorganisation des Sports auch eine Neustrukturierung. Schon in Mein Kampf hatte Hitler das tägliche Sporttreiben im ideologischen Sinne gefordert, so dass im Rahmen jener Neustrukturierung des NS-Sports an allen Schulen die Wochenstundenzahl im Fachgebiet Sport auf 5 Stunden erhöht wurde. Auch an Universitäten wurde Sport zum Pflichtfach. Gemäß dem Ideal, den Mann zum Kämpfer auszubilden, fanden sportliche Aktivitäten wie zum Beispiel Boxen, Schießen, Ringen und Geländelauf Eingang in den Schulsport der männlichen Jugend. Vom Lehrer verlangte man eine gewisse Leistungshärte, und er sollte sich „als pädagogischer Soldat in der Schule“ bewähren.37

In all diesen Aspekten wird ersichtlich, dass der Sport im Dritten Reich immer zweckgebunden verstanden wurde und untrennbar mit den politisch verfolgten Zielen verbunden war.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Offiziere von morgen38

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass der Sport im Sinne der nationalsozialistischen Erziehung auch oder gerade eine Erziehung zum Krieg gewesen ist.39

Führt man sich dieses Verständnis von Sport und die damit verbundenen Zielsetzungen vor Augen, dann fällt auf, dass diese Auffassung diametral zum Olympischen Geist und der damit verbundenen Friedensidee steht. Die Motivation der Nazis, die Olympischen Sommerspiele von Berlin 1936 trotzdem auszurichten, lässt sich somit alleinig damit begründen, dass ein solches Weltereignis die perfekte Gelegenheit bot, dieüberlegenheit des deutschen Volkes allen Völkern zur Schau zu stellen. Schließen möchte ich mit einer Passage von Bohus, der diese Argumentation noch einmal unterstreicht:

„Die Durchführung der Olympischen Spiele 1936 in GarmischPartenkirchen und in Berlin entsprach im Grunde nicht dieser Konzeption. Der NS-Staat erachtete es jedoch als politisch unklug, die Weltöffentlichkeit durch eine Absage der Olympischen Spiele zu brüskieren. Zum anderen aber waren die Spiele eine hervorragende Möglichkeit, die nationale Geschlossenheit des deutschen Volkes und dieüberlegenheit der nordischen Rasse zu demonstrieren.“40

5 Propaganda und ihre Inszenierung

5.1 Die „Podbielski-Eiche“

In diesem Kapitel soll die Podbielski-Eiche als ein bedeutendes Symbol der schier unzähligen nationalsozialistisch geprägten propagandistischen Stilmittel und Elemente auf und um das Reichssportfeld herum stellvertretend herausgegriffen und in ihrer Sinnhaftigkeit kurz erläutert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 zeigt die Podbielski-Eiche am Olympischen Tor.41

Die Eiche, welche ursprünglich am östlichen Rand des Deutschen Stadions gestanden hatte, erhielt im Jahre 1914 anlässlich des 70. Geburtstags von DRAfOS42 Präsidenten Victor von Podbielski, dem Förderer des Deutschen Stadions, ihren Namen. Im Rahmen der gewaltigen Neubaumaßnahmen um das Reichssportfeld musste diese Eiche jedoch weichen. Die heutige Podbielski-Eiche am Haupteingang zum Olympiastadion, direkt hinter dem Olympischen Tor, wurde entgegen mancher falschen Behauptung nicht verpflanzt, sondern stammt aus dem Waldbestand, der sich noch vor dem Stadionbau hier befunden hatte.43 In Anlehnung an die Antike hatte Werner March sie absichtlich an dieser Stelle stehen bzw. anpflanzen lassen. Die Eiche als der deutsche Baum sollte das Ebenbild zum heiligen Ölbaum repräsentieren, welcher ursprünglich am Eingang des Zeustempels auf dem Heiligen Hain Olympias gestanden hatte und dessen Astwerk die Zweige für die Siegerkränze lieferte, mit denen die Olympiasieger geehrt wurden. Ganz in dieser Tradition verhaftet wussten die Nationalsozialisten auch dieses symbolkräftige Bild für sich zu vereinnahmen, indem sie nun die Olympiasieger von Berlin durch Kränze aus Eichenlaub ehren wollten.44 Wie bereits im Simplicissimus von Grimmelshausen ein Baum als Allegorie für den Staat oder für eine Nation diente, sah Werner March in der deutschen Eiche die „deutsche Wiederkehr“45 als Volk und Nation symbolisiert. Auch hier wird die Verquickung von Sport, Antike, geschichtlicher Umdeutung und bewusst gestreutem politischem Kalkül sichtbar. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die 1.800 Siegerkränze, die man in Berlin benötigte, in Wahrheit keinesfalls von dieser Eiche stammen konnten. In Wirklichkeit hatte man die Zehlendorfer Baumschule von Hermann Rothe für die Anfertigung dieser vielen Kränze dafür beauftragt. Geschäftstüchtig wie Hermann Rothe war, schlug er darüber hinaus vor, die Berliner Olympiasieger neben ihrer Goldmedaille und dem Diplom noch zusätzlich durch eine einjährige Stieleiche zu ehren, was beim Organisationskomitee auf regen Anklang stieß. Im Amtlichen Bericht des Organisationskomitees ist zu lesen, dass man diese kleinen Eichen als „schönes Sinnbild deutschen Wesens, deutscher Kraft, deutscher Stärke und deutscher Gastfreundschaft“46 verstanden wissen wollte. Diese Verklärung antiker Symbolik vermischt mit nationalistischerüberheblichkeit ist gemeint, wenn Volker Kluge so treffend schreibt: „Es war die pseudosakrale Formensprache eines March und Diem, die aus dem Reichssportfeld eine mystische Stätte machte und die ihre Anleihen aus der Antike und einem angebräunten Germanenkult bezog.“47

5.2 Die Olympiaglocke und das Olympia-Logo von Berlin

Wie bereits im vorangegangenen Kapitel deutlich wurde, hatten die Nazis eine Vorliebe für eine pseudosakrale bzw. kultisch anmutende Symbolsprache. Als das pseudoreligiöse Sinnbild schlechthin muss in diesem Zusammenhang das für die Berliner Spiele von 1936 kennzeichnende Olympia-Logo, die Olympiaglocke gewertet werden. Die Organisatoren hatten sie als weiteres Symbol zu den drei klassischen Olympischen Erkennungsmerkmalen Coubertins, das Olympische Feuer, die Olympischen Ringe und den Olympische Eid, hinzugefügt und durch ihre eigene Bildsprache erweitert.

Wie war es zu diesem Logo gekommen? 1932 beauftragte der amtierende Präsident des Organisationskomitees, Dr. Theodor Lewald, den Berliner Grafiker Johannes Boehland, ein offizielles Signet für die Olympischen Spiele von Berlin zu entwerfen. Boehland, der sich 1932 in Los Angeles an den dortigen Kunstwettbewerben mit Plakaten für den AvD beteiligt hatte und sich auch bei den Nationalsozialisten einen Namen machen konnte, ersann daraufhin ein Siegel, welches einen Reichsadler mit den Olympischen Ringen und dem Brandenburger Tor als Wahrzeichen Berlins aufwies.48 Laut Amtlichem Bericht des OK heißt es, dass Dr. Lewald zunächst von dieser Lösung wenig angetan war, jedoch ein glücklicher Zufall ihn auf die Idee einer Glocke als sinnstiftendes Logo brachte.49

Gleich darauf erhielt Boehland erneut den Auftrag, jedoch dieses Mal eine Glocke als Emblem für die Briefköpfe und Drucksachen zu entwerfen. Wie gewünscht fertigte er ein solches Glocken-Logo an, welches er neben dem Reichsadler und den Olympischen Ringen nun auch noch mit dem Schriftzug „Ich rufe die Jugend der Welt“50 versehen hatte. In Anlehnung an die Schillerglocke von Schaffhausen und bezugnehmend auf die berühmte Ballade Lied von der Glocke des gefeierten deutschen Dichters Friedrich Schiller, wo es heißt: „vivos voco. mortuos plango.

fulgura frango“51 - zu Deutsch: „Die Lebenden rufe ich. Die Toten beklage ich. Die Blitze breche ich.“52, hatte er diese Worte als Pendant hierzu gewählt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 zeigt das von Johannes Boehland entworfene Logo der Spiele.53

Kurz darauf war für das Organisationskomitee klar, dass es neben diesem Emblem auch eine echte Glocke als Wahrzeichen für die Olympischen Spiele von Berlin geben müsse. Konnte man doch gerade mit Hilfe dieses kirchlich-religiösen Elements die olympische Friedensidee und ihre damit verbundenen Ideale wunderbar mit dem Anschein des Sakralen verbinden und gleichzeitig für seine wahren propagandistischen Absichten instrumentalisieren. Ähnlich einer Kirchenglocke, die die Gläubigen zum Gebet ruft, sollte die Olympiaglocke die Olympischen Spiele ein- und ausläuten und durch ihr Erklingen wichtige Entscheidungen ankündigen. So beauftragte Theodor Lewald dann auch bald den Bildhauer Walter E. Lemcke, nach Boehlands Skizze ein Modell einer Glocke zu entwerfen. Dieses hatte er im Mai 1933 fertiggestellt. Es zeigte auf der Vorderseite das Brandenburger Tor und auf der Rückseite einen mächtigen Reichsadler, derüber den perspektivisch kleineren Olympischen Ringen thronte und diese mit seinen Krallen festhielt. Zusätzlich zu einem Hakenkreuz hatte er am unteren Glockenrand sowohl das Motto der Spiele Ich rufe die Jugend der Welt als auch den Schriftzug 11. Olympische Spiele Berlin verewigt. Führt man sich diese Bildsprache genauer vor Augen, so wird sehr schnell deutlich, was die Nationalsozialisten in Wahrheit von den Olympischen Spielen und ihren völkerverbindenden Idealen hielten. Bereits in ihrem Logo offenbarten sie, verkörpert durch die Abbildung des Adlers, ihre rassenideologischeüberlegenheitsphantasie und ihren Anspruch nach allumfassender Macht.54

Anzumerken ist noch, dass Lemcke ursprünglich eine wesentlich kleinere und leichtere Glocke geplant hatte. Er verwarf jedoch diese Pläne und modellierte die Olympiaglocke in Anlehnung an die größte Glocke des Erfurter Doms, der Mutter aller Glocken. Interessant ist zudem, dass zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe für die Glocke noch nicht geklärt war, wo diese später einmal hängen sollte, denn der Führerturm war bis dato in den Bebauungsplänen des Reichssportfeldes noch gar nicht vorgesehen.

Im Sinne einer Stiftung erklärte sich daraufhin der Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation AG bereit, die größte Stahlglocke der Welt mit einem Gewicht von 13.000 kg zu gießen. Die anschließendeüberführung von Bochum nach Berlin wurde medial von den Nazis geschickt in Szene gesetzt und somit zum nationalen Ereignis. Mit Hilfe eines Spezialwagens der Reichsbahn transportierte man die Olympiaglocke in 11 Tagen von Ort zu Ort. Schon dieübergabe der Glocke durch das Bochumer Werk an das Organisationskomitee wurde von Theodor Lewald und dem Reichssportführer von Tschammer und Osten dazu genutzt, in feierlichen Reden auf das wieder auferstandene Deutschland hinzuweisen. Der Transport wurde regelrecht zu einem Siegeszug inszeniert und bot schon einen Vorgeschmack auf die propagandistische Instrumentalisierung, die noch folgen sollte. Soübertrug beispielsweise der Rundfunk die gesamte Fahrt und berichtete von den zahlreichen Feierlichkeiten, die anlässlich dieses Ereignisses anberaumt worden waren. Die groß angelegte Berichterstattung rund um die Glocke hatte zum Ziel, eine möglichst breite Menschenmasse zu erreichen und auf diese Weise die olympische Vorfreude im Volk zu entfachen. Um sich ein besseres Bild von jenem perfekten Schauspiel machen zu können, möchte ich an dieser Stelle eine Passage von Christian Bellinger anführen. Dort heißt es:

„Ehrenwachen der Hitler-Jugend und des Reichsarbeitsdienstes marschierten auf. Es wurden Ansprachen gehalten und Marschmusik gespielt, was die nationale Sinngebung der Glocke noch verstärkte. Die SA-, SS-Männer und politische Leiter gaben der Glocke das Ehrengeleit, die Motorstaffel des NSKK fuhr auf und Fackelträger umrahmten den Wagen.“55

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 zeigt eine Ehrenwache für die Olympiaglocke.56

Mit der Ankunft in Berlin am 26. Januar 1936 und derübergabe der Glocke an das Organisationskomitee war der Spuk dann vorbei und eine sehr erfolgreiche Werbeaktion fürs Erste beendet. Neben der bereits eingangs angesprochenen religiösen Symbolik der Glocke muss jedoch noch auf eine darüber hinaus gehende Bildsprache verwiesen werden. So war die Glocke, da sie von deutschen Arbeitern und aus deutschem Stahl angefertigt worden war, auch als Wahrzeichen für deutsche Wertarbeit zu verstehen. Berücksichtigt man ferner noch, dass sie später im Glockenturm der Langemarckhalle, dem Ort des Gedenkens an die vielen gefallenen deutschen Soldaten des ersten Weltkriegs, ihren Platz finden sollte, lässt sie sich auch als Sinnbild für den Opfertod interpretieren. In diesem Zusammenhang darf außerdem deren Inschrift Ich rufe die Jugend der Welt nicht unbeachtet bleiben. Konnte man das olympische Motto als Aufruf zum friedlichen Sich-Messen der Völker verstehen, wurde auch diese Botschaft von den Nazis für ihre Absichten umgedeutet. Denn in Wahrheit sollte das Geläut die deutsche Jugend an die Notwendigkeit der täglichen Leibesübungen erinnern mit dem Ziel, die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes zu garantieren.57

Trotz des großen Aufwands erklang die Glocke während der Olympischen Spiele 1936 nur zweimal, zur Eröffnungsfeier und zur Abschlusszeremonie. Aufgrund ihrer Gussstahlfabrikation besaß sie einen wenig ansehnlich dumpfen Klang, so dass man von einer weiteren Verwendung Abstand nahm. Mit der Zerstörung des Glockenturms im 2. Weltkrieg wurde auch die Olympiaglocke stark beschädigt. Heute steht sie als mahnendes Denkmal an der Nordseite des Olympiastadions und erinnert an die im Krieg verstorbenen Olympiateilnehmer.58

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 zeigt die ehemalige Olympiaglocke als Denkmal59

5.3 Der Olympische Fackellauf

Der Olympische Fackellauf als neu ins Leben gerufener vorolympischer Ritus muss zweifellos als der mediale und propagandistische Höhepunkt der nationalsozialistisch geprägten Olympischen Spiele von Berlin bewertet werden. Zwar genossen Großstaffelläufe60 oder Eilbotenläufe, bei denen man zu festlichen Anlässen Grußbotschaften symbolischüberbrachte, bereits lange vor den Olympischen Spielen von 1936 bei der Deutschen Turnerschaft eine große Tradition, doch besaß keine dieser Staffeln eine solch immense symbolische Ausstrahlungskraft wie der Olympische Fackellauf von 1936. Wer die Idee zum Fackellauf beisteuerte, ist bis heute von der Wissenschaft nicht eindeutig geklärt. Häufig fällt in diesem Zusammenhang der Name Carl Diem als Schöpfer jener Idee, doch ist diese Darstellung etwas verkürzt. Schenkt man dem Amtlichen Bericht des Organisationskomitees Glauben, dann wurde zunächst von Ministerialrat Haegert aus dem Reichsministerium für Propaganda ein großangelegter Staffellauf angeregt. Im weiteren Verlauf griff Carl Diem diesen Gedanken erneut auf und erweiterte ihn in Anlehnung an das heilige olympische Feuer zu einem symbolträchtigen Fackellauf.61 1934 war man schließlich mit den Planungen hierzu so weit fortgeschritten, dass man seine Vorstellungen dem IOC präsentierten konnte. Unter großer Begeisterung für diese Idee erteilte es infolgedessen 1935 die Genehmigung zur Durchführung eines solchen Vorhabens.

Am 20. Juli 1936 war es dann so weit. Um 12 Uhr mittags wurde im Rahmen eines kultisch anmutenden Weiherituals das Olympische Feuer in den Ruinen des heiligen Hains von Olympia von 13 jungen antik gekleideten Frauen mit Hilfe eines Hohlspiegels der Firma Zeiss entzündet. Bevor sich der erste von 3.400 Fackelläufern auf die insgesamt 3075 km lange Strecke begab, wurde die Flamme zuvor noch vom Erzbischof von Tripolis gesegnet, und ein griechischer als auch deutscher Vertreter hielten jeweils noch eine kurze Rede. Um diesem Schauspiel möglichst eine internationale Bedeutung beizumessen und die Nationalsozialisten als tief im olympischen Geist verwurzelt erscheinen zu lassen, wurde das Zeremoniell per Rundfunk in die ganze Weltübertragen. Möchte man den Erfolg der NS-Propaganda um diesen Fackellauf in seiner Bandbreite besser verstehen, so ist es an dieser Stelle bedeutsam, sich die Symbolik des Feuers und deren verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten bewusst zu machen. Carl Diem als Sinnstifter dieses Laufs sah in der Flamme ein Symbol für die Reinheit verkörpert. An einem heiligen antiken Ort entfacht, sollte sie als Sinnbild für die geistigen Kräfte der Antike die Spiele der Neuzeit und der Jugend beseelen. Erinnert man sich an das von den Nazis angestrebte Ziel der Reinheit des deutschen Volkes, so ließ sich diese Symbolik sehr gut für die eigene Ideologie missbrauchen. Nicht nur der Lauf, der durch seine Streckenführung als völkerverbindendes Zeichen interpretiert werden darf, auch das Feuer als Urelement kann so gedeutet werden. Durch diese Vieldeutigkeit in der Symbolik des Feuers bestärkt, war es für die Nazis, die sich als Nachfahren der alten Griechen verstanden, geradezu naheliegend, den sakralen Schein des olympischen Kults mit ihrer fast religiös zelebrierten Vaterlandsidee zu vermischen.62

Die Strecke, welche imübrigen minutiös vom Propagandaministerium ausgearbeitet worden war, führte von Athenüber Delphi, Saloniki, Sofia, Belgrad, Budapest, Wien und Prag schließlich nach Berlin und durchquerte dabei sieben Länder, darunter Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Österreich, Tschechoslowakei und Deutschland. Der gesamte Lauf wurde zu einem medialen Ereignis in nie zuvor gesehenen Ausmaßen. So hatte man extra einenübertragungswagen des Reichsrundfunks entsandt, welcher den Tross begleitete und regelmäßig vom Verlauf berichtete. Leni Riefenstahl war mit ihrem Filmteam ebenso zugegen und filmte Sequenzen für den offiziellen Olympiafilm wie die offizielle Olympia Zeitung, die durch ihre ausführliche Berichterstattung vor allem das internationale Publikum informieren und in olympische Stimmung versetzen sollte. Auch aufgrund ihrer großen Auflage war es dann vor allem der Olympia Zeitung vorbehalten, möglichst ausschweifend von allen Stationen zu berichten und den Fackellauf als reinen Triumphzug darzustellen. Berichteüber Schmähungen und Demonstrationen gegen den Fackellauf, wie sie in Prag und in der Tschechoslowakei vor allem zu Tage traten, und wo die Fackelläufer durch das Militär sogar geschützt werden mussten, suchte man vergebens.

Wie bereits angedeutet war der Ablauf vom Propagandaministerium aufs Genaueste geplant. So wurden die Fackelläufer vor allem in den Großstädten von großen Menschenansammlungen phrenetisch empfangen. Bellinger schreibt hierzu:

„In den Hauptstädten versammelten sich große Menschenmassen um die Ankunft der Flamme und des Fackelläufers mit Volksfesten und Weihestunden zu feiern. Reden, Hymnen, Glockengeläut und Fahnen waren stets gegenwärtig. […] Die Begeisterung der Menschen war Berichten zufolgeüberall gewaltig.“63

Bei der Ankunft in Wien am 29. Juli 1936 hatte man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Hier wurde die Olympische Fackel darüber hinaus noch durch eine Lichtinszenierung geehrt. In der Tschechoslowakei, wo die Nazis es nicht versäumten, ihre Gebietsansprüche hinsichtlich des Sudentenlandes subtil zu unterstreichen, kam es infolgedessen zu Ausschreitungen gegenüber dem Fackelzug. Auch diese Begleitumstände wusste die Propaganda geschickt für ihre Zwecke zu nutzen, so dass ab dem Grenzübergang die militärische Präsenz nun fast allgegenwärtig war.überall waren SA-Männer zu sehen, die mit ihrer Standarte die Fackelläufer begleiteten. Als die Fackel schließlich am 31. Juli in Deutschland eintraf, hatte man zu diesem Anlass SA-Formationen auflaufen lassen, die gesamte Strecke bis nach Berlin war mit Hakenkreuzfahnen gesäumt, und man begrüßte die Fackel unter Horst-Wessel-Lied Gesängen. Der Fackellauf wurde immer mehr zum nationalen Großereignis, zu einem perfekten Instrument der Selbstdarstellung. Als Schauplatz für den Höhepunkt dieser Selbstinszenierung hatte man den Lustgarten in Berlin auserkoren. In einer wahren Weihestunde, bei der neben 28.000 Angehörigen des Jungvolkes und circa 40.000 SA-Leuten fast die ganze deutsche Politprominenz anwesend war, wurde die Olympische Flamme unter feierlichen Reden in Berlin empfangen.64 Erst nach diesem Zeremoniell gelangte die Fackelüber die Via Triumphalis ins Olympiastadion.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 zeigt die Ankunft der Olympischen Flamme im Lustgarten von Berlin65

Dem dreißigjährigen Fritz Schilgen wurde als Schlussläufer schließlich die Ehre zu Teil, das Olympische Feuer im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zu entzünden. Fritz Schilgen hatten die Verantwortlichen gezielt ausgewählt, denn seine Erscheinung entsprach perfekt ihren Vorstellungen vom arischen Idealtypus. Auch hier hatte die Propagandaabteilung von Goebbels nichts dem Zufallüberlassen.

Abschließend ist anzumerken, dass es den Nazis auf vortrefflichste Art und Weise gelungen war, mit Hilfe des Fackellaufs die Spiele in ihrem Sinne zu instrumentalisieren und von ihren menschenverachtenden Zielen abzulenken. Der Erfolg lässt sich auch darin bemessen, dass „diese (deutsche) Innovation bis heute als Pioniertat und geglückter Beitrag zur olympischen Festkultur“66 angesehen werden kann und im Gegensatz zur Olympiaglocke in das rituelle Rahmenprogramm der Olympischen Spiele der Neuzeit aufgenommen worden ist.

6 Das Olympische Dorf bei Döberitz

„Olympischer Geist und Olympischer Frieden mögen hier herrschen vom ersten bis zum letzten Tage. Helft uns diesen Frieden zu wahren und zu achten! Das Dorf hat die deutsche Wehrmacht für die olympischen Gäste gebaut. Sie tat es aus sportfreudigem Herzen, weil sie eben sportlich gesinnt ist und der olympischen Idee treu. So heißt zugleich mit dem Deutschen Volk die Deutsche Wehrmacht alle hier als ihre Gäste herzlich willkommen.“67

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8 zeigt eine Original-Postkarte zum Olympischen Dorf bei Döberitz von 1936.68

In Elstal (Havelland) steht noch heute das ehemalige Olympische Dorf der Sommerspiele von 1936. Es wurde auf dem Truppenübungsplatz Döberitz 1934 bis 1936 von der Wehrmacht als „Dorf des Friedens“69 erbaut. Hier sollten die männlichen Athleten aus aller Welt untergebracht werden. Später, nach den Sommerspielen, wurde das Dorf von der Wehrmacht zu einer kasernenartigen Ausbildungsstätte umfunktioniert.

Die noch in ihren Grundzügen erhaltene Anlage steht seit mehreren Jahren leer, da fehlende Investoren eine spätere Nutzung nicht mehr möglich machten. Heute steht das Dorf zwar wegen seiner damaligen Bedeutung unter Denkmalschutz, droht aber allmählich zu zerfallen. Hierzu Schäche: „Die noch verbliebenen und auf die Gegenwart vermittelten Gebäude der ursprünglichen Anlage befinden sich heute, nach beinahe sechzehnjährigem (!) Leerstand, in einem baulich außerordentlich bedenklichen Zustand.“70

6.1 Vorgeschichte

Ein Problem für das deutsche Organisationskomitee war die Unterbringung der anreisenden Sportler. Hatte man 1906 in Athen die Teilnehmer noch in einem Gemeinschaftslager untergebracht, so wurde bei der Olympiade 1924 in Paris erstmals ein olympisches Dorf gebaut. 1932 in Los Angeles errichtete man dann ein Olympisches Dorf in großzügiger Bauweise mit bemerkenswertem Komfort. Beide Male wurden diese olympischen Dörfer eigens wegen mangelnder Hotelkapazitäten erstellt und bestanden aus einfachen Holzhäusern, die nach dem Ende der Spiele wieder abgerissen wurden.71

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Das Olympische Dorf in Los Angeles 193272

Doch eines war entstanden und hat bis zum heutigen Tagüberdauert. Man hatte, auch im Hinblick auf die griechische Tradition, einen Ort des Olympischen

Geistes und der Völkerverständigung, einen „geheiligten Ort der Ruhe“73 geschaffen. Hierin konnten sich die Sportler zurückziehen und in aller Ruhe auf ihre Wettkämpfe vorbereiten.

Für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin war anfangs geplant, die Olympiateilnehmer in bereits bestehende Kasernen auf dem Truppenübungsplatz Döberitz, ein paar Kilometer westlich von Berlin, unterzubringen. Nach langem Abwägen von Pro und Kontra entschloss man sich aber, eine vollständig neue Anlage zu bauen. Die Schwierigkeit in der Planung eines solchen Bauvorhabens bestand nun darin, dass das Gelände hinsichtlich der Nutzung von Beginn an zwei verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden musste. Zum einen sollte es, in idyllischer Landschaft gelegen, als Olympisches Dorf die Sportler aufnehmen, zum anderen später dann von der Wehrmacht als Kaserne genutzt werden.74

Als Gründe für den Bauplatz im Nordwesten desübungsplatzes Döberitz waren die günstige Anbindung an die Fernstraße Berlin-Hamburg, die geradlinige Verlängerung der „Via triumphalis“75 sowie die reizvolle Landschaft mit seinem alten Baumbestand ausschlaggebend.76 Da das Olympische Dorf nur für Männer gedacht war („Dorf ohne Frauen“77 ), wurden die etwa 500 Sportlerinnen in weit weniger komfortablen Häusern des Deutschen Sportforums auf dem Reichssportfeld untergebracht. Grund dafür waren weniger die damaligen strengen Moralansichten als vielmehr die mangelnde Bereitschaft, Frauen als „wahre“ Olympiateilnehmer zu akzeptieren. Die drei Frauenheime (darunter das Friesenhaus, Annaheim und die Turnschule) leitete Freifrau Johanna von

Wangenheim. Wie im Olympischen Dorf die Männer, wurden auch hier die Sportlerinnen vom Norddeutschen Loyd vortrefflich verpflegt und betreut.78

6.2 Planung und landschaftsarchitektonische Gestaltung

Im Verlauf der Planungen für die Olympischen Spiele nutzte das Organisationskomitee gerade auch den Bau des Olympischen Dorfes als Propagandamittel. Man sah hierin die günstige Gelegenheit, das städtebauliche sowie landschaftsarchitektonische Können der Deutschen der Weltöffentlichkeit in einzigartiger Weise präsentieren zu können.

Mit der Planung und Gesamtleitung hatte man wie schon beim Reichssportfeld den Architekten Werner March (1884-1976) betraut. Sein Bruder Walter March (1898-1969) war in dieses Projekt eingebunden undübernahm in diesem Zusammenhang die Ausarbeitung der Entwürfe des Empfangsgebäudes, der Schwimm- und Sporthalle, der Sauna sowie der Brückeüber den Waldsee. Die Details von Wohnhäusern, Speisehaus der Nationen, Hindenburghaus und anderer Bauten erarbeitete der Architekt Georg Steinmetz (1882-1936). Er verstarb kurz vor Vollendung der Arbeiten. Für die Gestaltung der Landschaft, der von den Organisatoren große Bedeutung beigemessen wurde, war der regimetreue Heinrich Friedrich Wiepking-Jürgensmann (1891-1973) verantwortlich. Diesem Team hatte man von der Heeresverwaltung militärtechnische Berater zur Seite gestellt. Sie nahmen anlässlich der im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele geplanten Nachnutzung des Olympiadorfes als Kasernenareal maßgeblich Einfluss an dessen Ausgestaltung. Darüber hinaus war Carl Diem in der Funktion als Berater für organisatorische sowie sporttechnische Fragen vorgesehen.79

Auf einer Fläche von 550.000 m2, wovon allerdings nur zehn Prozent bebaut wurden, entstand in der bemerkenswert kurzen Bauzeit von nur zwei Jahren eine

[...]


1 Barch: R 58/2322, Runderlass, 187.1936 zitiert nach Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 93

2 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 9

3 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 8 und

Bernett: Deutschland und die Olympische Bewegung in der Zeit des Nationalsozialismus S. 1

4 Bernett: Deutschland und die Olympische Bewegung in der Zeit des Nationalsozialismus S. 1

5 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S.6 und Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 9 sowie Bernett: Deutschland und die Olympische Bewegung in der Zeit des Nationalsozialismus S. 3f.

6 Bernett: Deutschland und die Olympische Bewegung in der Zeit des Nationalsozialismus S. 1

7 Anm.: Die Boykottbewegung war vor allem in den USA sehr stark gewesen. Auf eine detaillierte Darstellung der Boykottbestrebungen auch in Europa, muss jedoch leider in diesem Rahmen verzichtet werden.

8 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 6f.

9 Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 11

10 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 6f.

11 March: Bauwerk Reichssportfeld. o.w.A. - zitiert nach Schäche & Szymanski: Das Reichssportfeld…. S. 82

12 Siehe Stöckel: Berlin im olympischen Rausch…. S. 17

13 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 85

14 Siehe sowohl Schäche & Szymanski: Das Reichssportfeld…. S. 82f. als auch Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 33

15 Siehe sowohl Schäche & Szymanski: Das Reichssportfeld…. S. 14ff. als auch Stöckel: Berlin im olympischen Rausch…. S. 17

16 Siehe Stöckel: Berlin im olympischen Rausch…. S. 20 und Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 33

17 Stöckel: Berlin im olympischen Rausch…. S. 17

18 Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 161

19 Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 33

20 Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 33

21 Siehe Stöckel: Berlin im olympischen Rausch…. S. 17f. und Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 33

22 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 34

23 Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 33

24 Siehe Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 15 als auch Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 149f.

25 Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 150

26 Siehe Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 1

27 Siehe Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 150

28 Siehe Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 150

29 Siehe Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 1 als auch Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 1 und S. 12

30 Siehe Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 9 sowie Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 150

31 Siehe Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 1

32 Siehe Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 1 als auch Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 13f. sowie Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 149

33 Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 14

34 Siehe Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 2 als auch Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 14

35 Siehe Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 150

36 Siehe Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 151 als auch Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 2 sowie Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 9 und S. 14

37 Siehe Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 10

38 Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 9

39 Siehe Müller, Norbert: Die Funktionen des Sports im Nationalsozialismus…. S. 2 als auch Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 151 sowie Kliem: Sport in der Zeit des Nationalsozialismus…. S. 8ff.

40 Siehe Bohus: Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute. S. 151

41 Schäche & Szymanski: Das Reichssportfeld…. S. 84

42 Anm.: DRAfOS ist die Abkürzung für Deutschen Reichsausschuss für Olympische Spiele

43 Siehe Schäche & Szymanski: Das Reichssportfeld…. S. 85

44 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld. S. 13 als auch Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 91

45 March: Bauwerk Reichssportfeld. S. 13 - zitiert nach Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 91

46 Ok. Berlin 1936: The XIth Olympic Games Berlin, 1936. Official Report: Volume I, part 1, S. 127

47 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 91

48 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 30 als auch Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 88

49 Ok. Berlin 1936: The XIth Olympic Games Berlin, 1936. Official Report: Volume I, part 1, S. 111

50 Kluge: Olympiastadion Berlin. Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld. S. 16

51 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 88

52 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 88

53 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 87

54 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 30 als auch Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 88

55 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 31

56 Ok. Berlin 1936: The XIth Olympic Games Berlin, 1936. Official Report: Volume I, part 1, S. 115

Propaganda und ihre Inszenierung 23

57 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 31f.

58 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 32 als auch Kluge: Olympiastadion Berlin. Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld. S. 16

59 Siehe Kluge: Olympiastadion Berlin. Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld. S. 16

60 In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass beispielsweise die Deutsche Turnerschaft schon in der Kaiserzeit unter großem öffentlichem Interesse eine Sternstaffel mit insgesamt 40.000 Läufern zur Einweihung des Völkerschlachtdenkmals zu Leipzig durchgeführt hatte. Vergleiche hierzu Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung….

S. 25

61 Siehe sowohl Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 25 als auch Kluge: Olympiastadion Berlin. S. 91f.

62 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 25f.

63 Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 27

64 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 28

65 Ok. Berlin 1936: The XIth Olympic Games Berlin, 1936. Official Report: Volume I, part 2, S. 533

66 Siehe Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung…. S. 30 Das Olympische Dorf bei Döberitz 28

67 Das Olympische Dorf, XI. Olympiade in Berlin. Berlin 1936, S. 166f. zitiert nach Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 26

68 Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. Einband Rückseite

69 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 5 Das Olympische Dorf bei Döberitz 29

70 Schäche: Zur Baugeschichte des Olympischen Dorfes…. S. 119

71 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 10 und Schwan: Das Olympische Dorf von 1936 im Spiegel der Geschichte…. S. 10

72 Schwan: Das Olympische Dorf von 1936 im Spiegel der Geschichte…. S. 10

73 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 11

74 Siehe sowohl Schwan: Das Olympische Dorf von 1936 im Spiegel der Geschichte…. S. 12 als auch Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 11

75 Anm.: Die „Via triumphalis“ war während den XI. Olympischen Spiele von Berlin die Feststraße. Sie reichte vom Alexanderplatzüber das Brandenburger Tor bis hin zum Reichssportfeld. Als Prachtstraße war sieübersät von Hakenkreuzfahnen.

76 Schwan: Das Olympische Dorf von 1936 im Spiegel der Geschichte…. S. 11 und S. 13

77 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 11

78 Siehe Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 11

79 Siehe Schwan: Das Olympische Dorf von 1936 im Spiegel der Geschichte…. S. 15 sowie Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. S. 12f.

Ende der Leseprobe aus 269 Seiten

Details

Titel
Der Olympiapark München 1972 und das Reichssportfeld Berlin 1936 unter Einschluss des Olympischen Dorfes bei Döberitz unter sporthistorischer Betrachtung
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Sportwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
269
Katalognummer
V166884
ISBN (eBook)
9783640835515
ISBN (Buch)
9783640835898
Dateigröße
29662 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Olympische Spiele, Reichssportfeld Berlin, Olympiapark München, Olympisches Dorf, Olympische Sportstätten, Sportarchitektur, Sportgeschichte, Otto Aicher, Günther Behnisch, Sport im Nationalsozialismus, Werner March
Arbeit zitieren
Werner Pres (Autor), 2010, Der Olympiapark München 1972 und das Reichssportfeld Berlin 1936 unter Einschluss des Olympischen Dorfes bei Döberitz unter sporthistorischer Betrachtung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166884

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