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Der Einfluss von Geschützten Werten und Emotionen auf Reaktionen im Ultimatum Spiel

Title: Der Einfluss von Geschützten Werten und Emotionen auf Reaktionen im Ultimatum Spiel

Swiss Diploma Thesis , 2010 , 87 Pages , Grade: 1 (CH: 6)

Autor:in: Andrea Steiger (Author), Kathrin Derungs (Author)

Psychology - Cognition
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Abstract

Eine exakte Definition von Fairness existiert in der bisherigen sozialpsychologischen Forschung nicht. Wir begegnen der Bedeutungsflexibilität dieses Begriffes mit dem Konzept der Geschützten Werte (z.B., Tanner, 2008; Tetlock, Kristel, Elson, Lerner, & Green, 2000) und anerkennen, dass der Wert Fairness für verschiedene Personen unterschiedlich flexibel anwendbar ist. Während einige Personen diesen Wert als unantastbar und absolut ansehen, empfinden andere Fairness als über Situationen hinweg variabel. Anhand dieser Unterscheidung massen wir in einem Online-Experiment die Ausprägung des Wertes Fairness bei 108 Personen und unterschieden dann Personen mit einem hohen Geschützten Wert in Fairness von Personen mit einem tiefen Geschützten Wert in Fairness. In einem anschliessenden Laborexperiment untersuchten wir Reaktionen dieser beiden Personengruppen auf faire beziehungsweise unfaire Angebote einer spezifischen Verhandlungssituation. Bisherige Forschung (Tetlock et al., 2000) hat gezeigt, dass Personen, die einen hohen Geschützten Wert in einem Bereich haben, starke emotionale Begleiterscheinungen bei Verletzung ihres Geschützten Wertes haben. Um emotionale Komponenten von Entscheidungen zu extrahieren, setzten wir diese beiden Gruppen von Personen entweder einer neutralen oder einer wütenden Stimmung aus.
Unsere Hypothese bestand darin, dass Personen, die einen tiefen Geschützten Wert in Fairness besitzen, sich von der Emotionsinduktion in ihrem Entscheidungsverhalten beeinflussen lassen, während dies bei Personen mit einem hohen Geschützten Wert nicht der Fall ist. Ausserdem untersuchten wir die Akzeptanz dieser beiden Gruppen in Hinblick auf divergierende Wertemassstäbe in anderen Personen. In Anlehnung an die Soziale Distanz-Skala von Bogardus (1933) erfragten wir die Akzeptanz bezüglich Personen, die sich unfair verhalten hatten, in drei verschiedenen sozialen Kontexten (Akzeptanz bezüglich Mitgliedschaft im eigenen Freundeskreis, in der eigenen Wohngemeinschaft oder in einem gemeinsamen Seminar). Auch hier bestand unsere Hypothese darin, dass sich Unterschiede in Abhängigkeit der Ausprägung des Geschützten Wertes in Fairness sowie der Emotionsmanipulation zeigten.
Unsere Untersuchung zeigt, dass eine überwiegende Mehrheit an Personen sehr unfaire Verhandlungsergebnisse ablehnt, obwohl sie dadurch reales Geld verliert....((...)Teile des Abstracts fehlen aufgrund Platzmangels).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1. Definition von Fairness

2.2. Fairness als Geschützter Wert

2.3. Emotionale Reaktionen auf die Verletzung von Geschützten Werten

2.4. Das Konzept des Primings

2.5. Das ökonomische Verhaltensmodell (Homo Oeconomicus)

2.6. Die Spieltheorie und das Ultimatum-Spiel

2.6.1. Gründe für die Ablehnung von Angeboten

2.7. Soziale Distanz

3. Integration der theoretischen Aspekte

4. Hypothesen

4.1. Reaktionen im Ultimatum-Spiel

4.2. Soziale Distanz

5. Methoden

5.1. Design

5.2. Coverstory

5.3. TeilnehmerInnen

5.4. Vorgehen

5.5. Ablauf der Onlineuntersuchung

5.6. Ablauf des Laborexperiments

6. Resultate

6.1. Verteilung des Geschützten Wertes

6.2. Deskriptive Statistik

6.2.1. Angebote

6.2.2. Soziale Distanz

6.3. Hypothesentestung

6.3.1. Angebote

6.3.1.1. Manipulationscheck

6.3.1.2. Verfahren

6.3.1.3. Lineare Regression

6.3.1.4. ANOVA mit Messwiederholung

6.3.2. Soziale Distanz

6.3.2.1. Reliabilitätsanalyse der Sozialen Distanz – Skala

6.3.2.2. Verfahren

6.3.2.3. ANOVA mit Messwiederholung

7. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Ausprägungen des "Geschützten Wertes" Fairness in Verbindung mit einer Emotionsinduktion (Wut) das Entscheidungsverhalten im Ultimatum-Spiel sowie die soziale Akzeptanz von Verhandlungspartnern beeinflussen.

  • Konzept der Geschützten Werte und deren Einfluss auf Fairness-Urteile
  • Die Rolle von Emotionen (speziell Wut) bei moralischen Entscheidungen
  • Einsatz des Ultimatum-Spiels als experimentelles Instrument
  • Anwendung der Skala der sozialen Distanz zur Beurteilung von Verhandlungspartnern
  • Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden in Verhandlungssituationen

Auszug aus dem Buch

2.2. Fairness als Geschützter Wert

In der sozialpsychologischen Forschung wird Fairness auch als sogenannter Geschützter Wert thematisiert. Mit dem Konzept der Geschützten Werte (engl. protected values, sacred values) werden Werte bezeichnet, die explizit oder implizit als absolut oder unantastbar angesehen werden und deshalb nicht verhandelbar sind (Tanner, 2009). Geschützte Werte existieren in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens und sind über Personen hinweg unterschiedlich verteilt. Häufig betreffen Geschützte Werte interpersonelle Beziehungen wie Menschenrechte, Ehrlichkeit, Treue oder eben Fairness. Geschützte Werte können aber auch Themen wie Tierhaltung, Umweltschutz oder Organhandel tangieren.

Situationen, die den Austausch eines Geschützten Wertes gegen einen anderen, nicht Geschützten Wert betreffen, werden in der Literatur auch als Taboo Trade-Offs bezeichnet (Tetlock et al., 2000). Solche Austauschbeziehungen sind deswegen tabu, weil Geschützte Werte für viele Menschen nicht substituierbar sind und deshalb „gar nicht oder nur eingeschränkt offen für den Austausch gegen andere Werte (insbesondere gegen Geld)“ (Tanner, 2009, S. 6) sind. Lehnt eine Person das Antasten eines Wertes grundsätzlich ab, verfügt diese Person über einen Geschützten Wert bei diesem Thema. Menschen unterscheiden sich jedoch in Hinblick auf die Ausprägung von Geschützten Werten. So gibt es durchaus Menschen, die bestimmte Werte zwar als wichtig, in bestimmten Situationen und unter Berücksichtigung anderer Interessen jedoch als verhandelbar betrachten. Zur klaren sprachlichen Abgrenzung dieser beiden Personengruppen wird im folgenden von Personen mit einem hohen Geschützten Wert und von Personen mit einem tiefen Geschützten Wert in einem bestimmten Bereich gesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Fairness im Alltag sowie in der aktuellen Forschung und begründet die Relevanz der Untersuchung mittels des Konzepts der "Geschützten Werte" und des emotionalen Settings.

2. Theorie: Dieses Kapitel definiert Fairness aus verschiedenen Perspektiven, erläutert das Konzept der Geschützten Werte, die Rolle von Emotionen, das Priming-Konzept sowie die ökonomischen Grundlagen des Ultimatum-Spiels und der sozialen Distanz.

3. Integration der theoretischen Aspekte: Hier werden die theoretischen Ansätze zusammengeführt, um die Basis für die in der Arbeit untersuchten Fragestellungen und die resultierenden Hypothesen zu bilden.

4. Hypothesen: Dieses Kapitel listet die spezifischen Annahmen auf, die bezüglich der Reaktionen im Ultimatum-Spiel und der sozialen Distanz bei unterschiedlichen Ausprägungen des Geschützten Wertes Fairness aufgestellt wurden.

5. Methoden: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Coverstory, die Zusammensetzung der Stichprobe, den Ablauf des Online-Fragebogens sowie das experimentelle Vorgehen im Labor.

6. Resultate: Hier werden die Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der Hypothesentestung präsentiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss des Geschützten Wertes Fairness und des Geschlechts auf das Entscheidungsverhalten liegt.

7. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse, diskutiert die fehlende Bestätigung einiger Hypothesen – insbesondere bezüglich der Emotionsinduktion – und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Fairness, Geschützte Werte, Ultimatum-Spiel, Soziale Distanz, Emotionen, Wut, Priming, Verteilungsgerechtigkeit, Entscheidungsverhalten, Moralische Emotionen, Verhandlungssituationen, Taboo Trade-Offs, Homo Oeconomicus, Experimentelle Sozialpsychologie, Akzeptanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit erforscht, ob und wie die individuelle Einstellung zum Wert "Fairness" – eingeteilt in hohe vs. tiefe "Geschützte Werte" – Reaktionen in Verhandlungssituationen beeinflusst, wobei zusätzlich untersucht wird, ob Emotionen wie Wut dieses Verhalten modifizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind Fairness als absolut oder variabel betrachteter Wert, die Auswirkungen von Verhandlungsangeboten auf die soziale Distanz (Akzeptanz in verschiedenen Kontexten) und die Wirksamkeit von Emotionsinduktionen mittels Priming.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, warum Menschen in Verhandlungen unfaire Angebote ablehnen, selbst wenn dies einen finanziellen Verlust bedeutet, und ob die moralische Bewertung von Fairness dabei eine steuernde Rolle spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Verfasserinnen nutzen ein zweistufiges experimentelles Design: eine Online-Erhebung zur Messung der Ausprägung des Geschützten Wertes in Fairness, gefolgt von einem Laborexperiment, in dem Probanden als Empfänger im Ultimatum-Spiel fungieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung (Definition von Fairness, Spieltheorie, soziale Distanz), die Ableitung der Hypothesen, die detaillierte Beschreibung der experimentellen Methoden sowie die Auswertung und Darstellung der empirischen Resultate.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Fairness, Geschützte Werte, Ultimatum-Spiel, soziale Distanz und Emotionen (Wut) charakterisieren.

Warum konnte die Hypothese zum Einfluss von Wut nicht bestätigt werden?

Die Autoren vermuten, dass die verwendete Priming-Methode für die Induktion der spezifischen Emotion Wut nicht erfolgreich war, was durch die Daten des Manipulationschecks im Fragebogen gestützt wird.

Welche Rolle spielt die soziale Distanz in den Ergebnissen?

Die soziale Distanz erweist sich als aussagekräftiger Indikator: Personen mit einem hohen Geschützten Wert in Fairness zeigen eine signifikant geringere soziale Akzeptanz gegenüber Personen, die ihnen unfaire Angebote machen, besonders in intimen sozialen Kontexten wie dem Freundeskreis.

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Details

Title
Der Einfluss von Geschützten Werten und Emotionen auf Reaktionen im Ultimatum Spiel
College
University of Zurich
Grade
1 (CH: 6)
Authors
Andrea Steiger (Author), Kathrin Derungs (Author)
Publication Year
2010
Pages
87
Catalog Number
V166886
ISBN (eBook)
9783640832484
ISBN (Book)
9783640832880
Language
German
Tags
einfluss geschützten werten emotionen reaktionen ultimatum spiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Steiger (Author), Kathrin Derungs (Author), 2010, Der Einfluss von Geschützten Werten und Emotionen auf Reaktionen im Ultimatum Spiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166886
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