Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Selbstfürsorge als Instrument zur Erhaltung des psychischen Wohlbefindens von Sozialarbeitenden und wie sie ermöglicht, die individuellen Bedürfnisse, Einschränkungen und Belastungen zu erkennen. Im Rahmen dieser literaturbasierten Bachelorarbeit zeigt sich, wie einfach es durch Unwissen, zu starker Nähe zum Fall oder dem hohen Anspruch der Arbeit zu Vernachlässigung des eigenen Selbst bis hin zu psychischer Belastung kommt. Professionellen Sozialer Arbeit werden für das Thema der Selbstfürsorge sensibilisiert und dazu angeregt, ihre Bedürfnisse und Grenze zu priorisieren, ihren Selbstwert zu erkennen, das Stressniveau einzuschätzen und arbeitsbedingte Überforderung zu vermeiden. Des Weiteren werden individuelle Strategien für Selbstfürsorgepraktiken etabliert, um den Herausforderungen sozialpädagogischer Arbeit standzuhalten.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Definition der Begriffe
- 2.1 Gesundheit
- 2.2 Selbstsorge und -fürsorge
- 2.3 Psychohygiene
- 2.4 (Psycho-)Trauma
- 3 Die Soziale Arbeit
- 3.1 Soziale Arbeit als Profession
- 3.2 Handlungsfelder und Zielgruppen der Sozialen Arbeit
- 3.3 Die helfende und unterstützende Tätigkeit
- 4 Die Relevanz für die Soziale Arbeit
- 4.1 Die Relevanz der Selbstfürsorge
- 4.2 Psychische Belastungen durch den Beruf
- 4.3 Ursachen von psychischer Belastung bei Sozialarbeiter*innen
- 4.3.1 Wenig beachtetes Thema im Studium
- 4.3.2 Hohe Arbeitsintensität
- 4.3.3 Vernachlässigung eigener Gesundheit
- 4.3.4 Empathie als Nachteil
- 4.3.5 Distanzlosigkeit
- 4.3.6 Gefühl von Machtlosigkeit
- 5 Handlungsmöglichkeiten für eine gute Selbstfürsorge
- 5.1 Zentrale Voraussetzungen
- 5.2 Ressourcennutzung
- 5.3 Achtsamkeit
- 5.4 Resilienz und Coping
- 5.5 Selbstreflexion
- 5.6 Abgrenzung
- 5.7 Institutionelle Faktoren
- 5.7.1 Das Team und die Organisation
- 5.7.2 Supervisionen
- 6 Fazit
- 7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Selbstfürsorge in der Sozialen Arbeit als Konzept zur Erhaltung der psychischen Gesundheit von Professionellen dienen kann. Sie zielt darauf ab zu analysieren, wie sich Sozialarbeitende vor Stress und Überbelastung im Beruf schützen können.
- Erhaltung der psychischen Gesundheit von Sozialarbeitenden
- Bedeutung und Konzepte der Selbstfürsorge und Psychohygiene
- Identifizierung von Stressfaktoren und psychischen Belastungen im Berufsalltag
- Entwicklung individueller und institutioneller Strategien zur Selbstfürsorge
- Umgang mit traumatischen Situationen und emotionaler Beanspruchung
- Bedeutung von Selbstreflexion, Resilienz, Achtsamkeit und Abgrenzung
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Relevanz der Selbstfürsorge
Auf die Definition von Dahl und Dlugosch (2020) und Küchenhoff (1999) in Kapitel 2.2 zurückbringend: Selbstfürsorge ist Selbstliebe, Selbstwertschätzung, auf seine eigenen Bedürfnisse achten, seinem eigenen Wohlbefinden Priorität einzuräumen und sich aktiv für die Erhaltung der körperlichen, geistigen und emotionalen Gesundheit einzusetzen (Dahl & Dlugosch, 2020, S. 29; Küchenhoff, 1999, S. 151). Selbstfürsorge ist ein wichtiger Faktor im Leben, der den Einzelnen stärkt und seine Fähigkeit verbessert, herausfordernde Situationen zu ertragen und sich an sie anzupassen und zu überwinden. Durch die Priorisierung der Selbstfürsorge können Einzelpersonen ihre Widerstandsfähigkeit fördern und auch in Zeiten der Krise, Unterbrechung oder Veränderungen hilfsbereit bleiben. Es existiert jedoch kein bestimmtes Konzept, nach dem vorgegangen werden kann; Es ist vielmehr eine ständige Entwicklung eines mehrdimensionalen Prozesses, der für sich selbst zu erleben ist.
Der Kern der Selbstfürsorge liegt in der Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Dazu gehören Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Schlafen, aber auch Sicherheit und Orientierungssinn. Ebenso wichtig ist das Bedürfnis nach unterstützenden Bezie- hungen und einem Zugehörigkeitsgefühl sowie der Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Das Erkennen und Anerkennen der eigenen Bedürfnisse ist die Grundlage für eine wirksame Selbstfürsorge, dabei ist das Erkennen von körperlichen Aussagen entscheidend. Der Körper hat die Fähigkeit, seine Bedürfnisse durch Signale wie Hunger, Müdigkeit und Stress zu kommunizieren. Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist es notwendig, diese Hinweise zeitnah zu erkennen und zu interpretieren. Dies kann jedoch eine Herausforderung sein, wenn man kontinuierlich mit Aktivitäten beschäftigt ist. Daher beinhaltet Selbstfürsorge das bewusste Innehalten, um die eigenen Gedanken, Emotionen und körperlichen Empfindungen zu erkennen. Es geht nicht nur darum, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sondern sie auch wertzuschätzen und achtsam darauf zu reagieren. Selbstfürsorge kann ebenfalls zu einer negativen Aufgabe und demnach zu einer Last werden, wenn die Gesundheit hauptpriorisiert wird und der perfekte Weg zur vollständigen Erfüllung davon gesucht wird. Zum Beispiel wenn die Achtung der körperlichen Gesundheit zu einer ungesunden Sucht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Selbstfürsorge in der Sozialen Arbeit ein und beleuchtet die psychischen Belastungen von Professionellen, die Motivation zur Forschungsfrage und die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Definition der Begriffe: Hier werden grundlegende psychologische Begriffe wie Gesundheit, Selbstsorge, Psychohygiene und (Psycho-)Trauma detailliert definiert, um ein solides Verständnis für die nachfolgenden Inhalte zu schaffen.
3 Die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel stellt die Soziale Arbeit als Profession vor, beschreibt ihre vielfältigen Handlungsfelder und Zielgruppen und erläutert die helfende und unterstützende Tätigkeit im Kontext der Selbstfürsorge.
4 Die Relevanz für die Soziale Arbeit: Es wird die besondere Bedeutung der Selbstfürsorge für Sozialarbeitende untersucht und dabei psychische Belastungen durch den Beruf sowie deren vielschichtige Ursachen analysiert.
5 Handlungsmöglichkeiten für eine gute Selbstfürsorge: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene praxistaugliche Ansätze und essentielle Voraussetzungen für eine effektive Selbstfürsorge, darunter Achtsamkeit, Resilienz, Selbstreflexion und die Rolle institutioneller Faktoren.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und die Leitfragen und gibt einen Ausblick auf die Implikationen für die Praxis und Ausbildung in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Selbstfürsorge, Soziale Arbeit, psychische Gesundheit, Professionelle, Belastung, Psychohygiene, Achtsamkeit, Resilienz, Coping, Supervision, Arbeitsintensität, Stressbewältigung, Grenzen, Wohlbefinden, Trauma.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept der Selbstfürsorge in der Sozialen Arbeit und untersucht, wie dieses Konzept zur Erhaltung der psychischen Gesundheit von Professionellen beitragen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die psychische Gesundheit von Sozialarbeitenden, die Definition und Relevanz von Selbstfürsorge und Psychohygiene, sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten und institutionelle Faktoren zur Förderung der Selbstfürsorge.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: „Wie kann Selbstfürsorge in der Sozialen Arbeit als Konzept zur Erhaltung der psychischen Gesundheit von Professionellen dienen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die vorliegende Bachelorarbeit ist als literaturbasierte Arbeit methodisch angelegt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen relevanter Begriffe, die Soziale Arbeit als Profession, die Relevanz der Selbstfürsorge sowie Handlungsmöglichkeiten für eine gute Selbstfürsorge detailliert behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Selbstfürsorge, Soziale Arbeit, psychische Gesundheit, Professionelle, Belastung, Psychohygiene, Achtsamkeit, Resilienz und Supervision charakterisiert.
Warum ist Selbstfürsorge speziell für Sozialarbeitende relevant?
Sozialarbeitende sind in ihrem Berufsalltag häufig mit belastenden und traumatischen Situationen konfrontiert, was sie anfälliger für psychische Erkrankungen, Stress und Überforderung macht. Selbstfürsorge dient als präventives Instrument, um diesen Belastungen entgegenzuwirken und die eigene psychische Gesundheit zu erhalten.
Welche Rolle spielen institutionelle Faktoren bei der Unterstützung der Selbstfürsorge von Professionellen?
Neben personalen Faktoren sind auch institutionelle Rahmenbedingungen entscheidend. Arbeitgeber können durch klare Strukturen, offene Kommunikation, gute Teamkooperation und Supervisionen einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeitenden leisten.
Wie tragen Empathie und Distanzlosigkeit zur psychischen Belastung in der Sozialen Arbeit bei?
Eine zu starke Empathie oder eine fehlende professionelle Distanz zu Klienten kann dazu führen, dass Sozialarbeitende die Probleme ihrer Klienten zu stark verinnerlichen, ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen und emotional überfordert werden. Dies kann langfristig zu Burnout und psychischen Problemen führen.
Was versteht man unter „Psychohygiene“ im Kontext dieser Arbeit?
Psychohygiene wird als ein komplexes Geschehen verstanden, das auf verschiedenen Ebenen zu inneren Auseinandersetzungen und Heilung führen kann. Es dreht sich um die Aufrechterhaltung emotionaler Stabilität und geistigen Wohlbefindens durch sorgfältigen Umgang mit sich selbst und das Erkennen eigener Bedürfnisse, vergleichbar mit Selbstfürsorge.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Selbstfürsorge in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1668913