Glam-Rock: Spielarten mit Männlichkeitsbedeutungen im Glam-Rock


Hausarbeit, 2008

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
2. Geschichte des Glam-Rocks in der U.K.
2.1 Marc Bolan & T-Rex und David Bowie – die Pioniere des Glam-Rocks
2.1.2 David Bowie
2.2 Das Männlichkeitsbild im Glam-Rock
2.2 Merkmale des Glam-Rocks
2.3 Die Soziale Bedeutung von Glam-Rock

3. Androgynität in der Musik

4. Glam-Rock in den U.S.A. am Beispiel der Band „Kiss“

5. Neo Glam-Rock am Beispiel der Band „Turbonegro“

6. Schlusswort

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Anlehnend an das musikwissenschaftliche Seminar, Klang-Bilder und Körpersprache, wird in der folgenden Hausarbeit die musikalische Ära des Glam-Rocks behandelt. Der Focus richtet sich dabei auf die Männlichkeitsbedeutung und dem Spiel mit den Geschlechtern in dieser Epoche. Da das Thema arm an Literatur ist, beziehe ich mich hauptsächlich auf die Literatur von Barney Hoskyns „Glam Rock – Bowie, Bolan und die Glitter-Rock-Revolution, (Hannibal Verlag 1999).

Es gilt zu beachten dass lediglich auf die Entstehung des Glam-Rocks in der U.K. der Jahre 1970-1974 eingegangen wird. Dies entspricht der eigentlichen Blütezeit des „Glitter-Rocks“

Die populäre Entwicklung des Glam-Rocks in den U.S.A. hat sich erst später und unter anderen Vorzeichen herausbilden können. Daher wird hier in Kürze eingegangen und im Hinblick auf die Erfolgsgeschichte der amerikanischen Band „Kiss“, Stellung bezogen werden.

Nachdem bereits die Männlichkeitsbedeutungen, die dem Glam-Rock zuzuordnen sind erläutert worden sind, wird im Anschluss daran eine kritische Auseinandersetzung gegenübergestellt, ob der Begriff der Androgynität nicht auch im rein musikalischen zu finden ist. Abschließend werde ich noch einen Ausblick auf die heutige Zeit geben und der Frage nachgehen, welche Elemente des Glam-Rocks uns bis in die heutige Zeit begleiten respektive von Musikern wieder „neu“ aufgedeckt werden. Schwerpunktmäßig wird dabei auf die norwegische Band „Turbonegro“ eingegangen.

2. Geschichte des Glam-Rocks in der U.K.

Die Entstehung des Glam-Rocks in der U.K. wird ungefähr in das Jahr 1970 eingeordnet und kann als eine Art Gegenbewegung des Art-Rocks[1], wie ihn Bands wie Pink Floyd spielten, verstanden werden. (Eine genaue zeitliche Einteilung dieser musikalischen Epoche kann, wie vorab erwähnt, aus der Literatur nicht eindeutig benannt werden. Daher wird in dieser Hausarbeit der zeitliche Kontext der Jahre 1970 bis 1974 herangezogen).

Begünstigt durch eine im Land vorab gesellschaftlich geführte Diskussion zum Thema, Legalisierung von Homosexualität, hatte diese „neue“ Ausdrucksform in der Musikgeschichte beste Möglichkeiten sich fortan zu entfalten. Vorbei war die Zeit in der sich viele Jugendliche zu Folk-Klängen trafen und sämtliche Themen zu diskutieren hatten, aber auch in der sich Künstler vornehmlich ihrem Instrument zuneigten, um in Form von Extasse „virtuose“ Klänge von sich zu geben. Die Zeit war reif etwas zu verändern und einen neuen Trend ins Leben zu rufen, der sich einerseits von den Idealen der 68er Jugendkultur abwenden und eigene Werte für sich in Anspruch nehmen sollte und andererseits auch um musikalische Veränderungen bemüht war. Einer der dafür ein Feingefühl besaß und die Situation wohl am schnellsten erkannte, war Marc Bolan mit seiner Gruppe T-Rex. Es folgten weitere einflussreiche Musiker & Bands, die bekanntesten waren wohl David Bowie, (auf den im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit noch eingegangen wird), The Sweet, Slade, Roxi Music, Suzi Quattro, Gary Glitter und Mud.

2.1 Marc Bolan & T-Rex und David Bowie – die Pioniere des Glam-Rocks

Als Marc Bolan 1971 bei den „Top of the Pops“ seinen ersten Nr.1 Hit, „Hot Love“ präsentierte, erschien er mit Glitter im Gesicht und löste eine unvorhersehbare Euphorie in der damaligen Jugendkultur aus. Dieser Moment geht auch als die Geburtsstunde des Glam-Rocks in die Geschichtsbücher ein. Zwar hatten Marc Bolan & T-Rex bereits mit „Ride a white Swan“ ihren Durchbruch geschafft, jedoch vorerst andere Werte bei ihrer Bühnenperformance zur Schau gestellt. Diese „neu“ gewählte Erscheinungsform der Künstler fand viele Nachahmer und wurde fortan immer ausgeprägter dargestellt. Viele Künstler schufen einen eigenen Charakter, den Sie auf der Bühne bedingungslos verkörperten und ihnen eine gewisse Andersartigkeit verlieh. Kostüme, Make Up, Glitzer, Federboas, hohe Plateauschuhe und ein meist stark ausgesprochener Cockney-Slang[2] prägten fortan das Bild der Künstler jener Zeit. Der Schwerpunkt wurde auf eine Show gelegt, die durch extravagante Bühnenoutfits und Performance heraus zu stechen wusste. Daraus resultierend prägten Musikjournalisten den Begriff des „Glam[3] -Rocks“ um diesen Musikstil zu kategorisieren.

Daran lässt sich die Abgrenzung gegenüber der 68er Generation sehr gut erkennen, die eher mit maskulinen „Woodstock“ Manier auftrat.

Angrenzend an die optischen Elemente des Glam-Rocks, zeichneten sich folgende musikalische Merkmale aus: Neben der „klassischen“ Besetzung von Gitarre, Bass und Schlagzeug, kam es nun häufig zur Einbindung eines Keyboards, um den Sound ein wenig elektrischer wirken zu lassen. Um diesen „futuristischen“ Klang zu verstärken, kam meist ein komprimierter mechanischer Drum Sound hinzu. Diese musikalischen Elemente wurden vorwiegend von einer hohen Männerstimme besungen, die sich mit skurrilen, futuristischen Texten beschäftigte und keine gesellschaftlichen, oder politischen Ereignisse heranzog (Vgl. David Bowie - Ziggy Stardust). Dadurch wird der Unterschied zur 68er Generation noch einmal deutlich, die vorwiegend auf politische Ereignisse der Zeit bedacht waren.

Zudem wurden viele Songs, wie auch die Hymne des „Glam“ von Mott the Hopple, „All the Young Dudes[4] “ mit absteigenden Dur-Akkorden versehen.

[...]


[1] Artrock kann als eine Art Ausweitung der Pop-Musik verstanden werden. Komplexes Songwriting und Einflüsse aus der Klassischen Musik wurden dabei herangezogen, jedoch meist unter Verwendung der klassischen Besetzung, Gitarre, Bass & Schlagzeug. Konzeptalben mit langen Stücken in denen ausgedehnte Instrumental Parts gespielt wurden zeichnen diesen Stil weiterhin aus.

[2] Ein Slang der einem Vorort Londons zugehörig ist und die Andersartigkeit der Künstler unterstrich

[3] Der Begriff Glam ist schottischem Ursprung, er bedeutet etwas umhüllen

[4] David Bowie schrieb diesen Song für Mott the Hopple, da er ein Fan von ihnen war und um den drohenden Zerfall der Band aufzuhalten, was ihm dadurch erfolgreich gelang.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Glam-Rock: Spielarten mit Männlichkeitsbedeutungen im Glam-Rock
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
13
Katalognummer
V166921
ISBN (eBook)
9783640831449
ISBN (Buch)
9783640830596
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit ist aufgrund einiger formeller Fehler mit 1,3 bewertet worden. Inhaltlich ist sie hingegen absolut einwandfrei. Glam Rock ist ein beinah unbehandeltes Thema in der Wissenschaft, diese Arbeit stellt also einen Versuch da, dies zu überwinden.
Schlagworte
Glam-Rock, Glam, David Bowie, Marc Bolan, Turbonegro, Art Rock, T-Rex, Pink Floyd, Kiss, Männlichkeitsbedeutungen, Androgyn, Glitter Rock, soziale Bedeutung, Musik
Arbeit zitieren
Julian Thiele (Autor), 2008, Glam-Rock: Spielarten mit Männlichkeitsbedeutungen im Glam-Rock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166921

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