Exploring Families of Functions with GeoGebra

Ein bilingualer Unterrichtsversuch, Klassenstufe 11


Unterrichtsentwurf, 2009

52 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorüberlegungen
1.1 Einleitung
1.2 Bilingualer Unterricht
1.2.1 Begriffsbildung
1.2.2 Leistungsbewertung im bilingualen Unterricht
1.2.3 Ziele des bilingualen Unterrichts
1.3 Sachanalyse
1.4 Didaktisch-Methodische Analyse
1.4.1 Einordnung in den Unterrichtszusammenhang - Lehrplan G9
1.4.2 Situative Voraussetzungen
1.4.3 Lernziele
1.4.3.1 Kognitive Lernziele
1.4.3.2 Affektive Lernziele
1.4.3.3 Soziale Lernziele
1.4.4 Eingesetzte Methoden
1.4.4.1 Lehrervortrag - Lehrer-Schüler-Gespräch .
1.4.4.2 Partnerarbeit
1.4.4.3 Expertengruppen
1.4.4.4 Instruktion in den houses
1.4.5 Eingesetzte Medien
1.4.5.1 Vokabelliste
1.4.5.2 Computer
1.4.5.3 Beamer
1.4.5.4 GeoGebra - Dynamische Arbeitsblätter .
1.4.5.5 Erstellte Homepage
1.4.5.6 Online Screencast Tutorials
1.4.5.7 Arbeitsblätter

2 Praktische Durchführung
2.1 Introduction to GeoGebra
2.2 Creating the first dynamic worksheets
2.3 Working with sliders
2.4 Tracing points and lines
2.5 Expert group training
2.6 Presentations in their housegroups
2.6.1 Besprechung der einzelnen Handouts
2.6.1.1 Expert Group 7’s
2.6.1.2 Expert Group 8’s
2.6.1.3 Expert Group 9’s
2.6.1.4 Expert Group 10’s
2.6.1.5 Expert Jacks
2.6.1.6 Expert Queens
2.6.1.7 Expert Kings
2.6.2 Besprechung der Screencasts
2.6.2.1 Expert Group 7’s
2.6.2.2 Expert Group 8’s
2.6.2.3 Expert Group 9’s
2.6.2.4 Expert Group 10’s
2.6.2.5 Expert Jacks
2.6.2.6 Expert Queens
2.6.2.7 Expert Kings
2.7 Housepoint competition and evaluation

3 Auswertung
3.1 Lernzielkontrolle
3.2 Rückblick auf Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit .
3.3 Evaluation durch die Schüler
3.4 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Kapitel 1 Vorüberlegungen

1.1 Einleitung

In den letzten zwei Jahrzehnten sind eine Vielzahl neuer Softwareprogramme für den Ma- thematikunterricht auf den Markt gekommen. Die meisten dieser Programme sind jedoch entweder dynamische Geometriesysteme oder Computeralgebrasysteme1 (vgl.[6]). Dy- namische Geometriesysteme (wie beispielsweise Cinderella) geben die Möglichkeit elementargeometrische Gebilde so zu bewegen, dass die gegenseitigen Lagebezie- hungen erhalten bleiben (vgl.[7]). Oft fehlt diesen Programmen die Möglichkeit, eine algebraische Darstellung in Form von Gleichungen, Koordinaten oder Ähnlichem anzei- gen zu lassen, welche dann in einem Algebrafenster erneut modifiziert werden können. Den dynamischen Geometriesysteme n stehen die CAS gegenüber. Diese Programme sind dazu prädestiniert, algebraische Strukturen einzugeben. Sie veranschaulichen darüberhinaus sogar die algebraischen Objekte in geometrischer Weise, lassen jedoch in der Mehrheit der Fälle keine Veränderung am geometrischen Gebilde selbst zu. Geo-Gebra, dagegen ist ein Programm, welches eine bidirektionale Verknüpfung zwischen Geometrie und Algebra zulässt (vgl.[7]). Bidirektional bedeutet hier, dass zum einen algebraisch eingegebene Objekte nachträglich auf dem Zeichenblatt in geometrischer Weise verändert werden können und zum anderen geometrisch eingegebene Objekte im Algebrafenster variiert werden können.

Da die Schülerinnen und Schüler2 Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Dar- stellungsformen von Funktionen haben (vgl.[3]) entscheide ich mich für die Erforschung von Parameterfunktionen und deren Kurvenscharen mit GeoGebra. Da sich dieses Programm durch seine intuitive Bedienung in besonderem Maße auszeichnet, kann davon ausgegangen werden, dass die Schüler in schneller Zeit die Basisfunktionen des Programms für die Analyse der Zusammenhänge von Funktionsgleichung und Schaubild nutzen können.

Gemäß Bruner (vgl.[10]) lässt sich Wissen enaktiv durch Handlungen, symbolisch durch Zeichen und Sprache und ikonisch durch Bilder am besten aneignen. Dies wird auch unter dem operativen Prinzip verstanden. Zufolge Hohenwarter (vgl.[7]) lässt sich enaktives, symbolisches und ikonisches Lernen auf einzigartige Weise mit dem Programm GeoGebra verknüpfen. Über die Tastatur können enaktiv algebraische Objekte eingegeben werden, welche dann in symbolischer Form angezeigt werden.

Automatisch erfolgt auch eine simultane Translation in die ikonische Darstellungsweise, welche auf dem Zeichenblatt gekoppelt sichtbar wird. Hier können nun enaktiv mit der Maus die ikonischen Darstellungsformen verändert und den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Selbstverständlich ist auch der umgekehrte Weg zunächstüber Maus und dannüber Tastatur möglich.

In Studien konnte gezeigt werden, dass Schüler, sofern sie GeoGebra rudimentär verstanden hatten, auch ohne gezielte Arbeitsaufträge die Software für die Nachberei- tung des Unterrichts nutzten (vgl.[7]). Ein Schüler schrieb in einem Fragebogen von Hohenwarter: ”Wenn man sich ernsthaft mit diesem Programm auseinandersetzt,hilft es einem echt im Matheunterricht gut mitzukommen” (vgl.[7], S. 260).

In diesem Sinne hoffe ich, dass die Schüler auch nach dieser Unterrichtseinheit häufig auf das Programm zurückgreifen, um die Brücke zwischen der ikonischen und symbolischen Welt der Mathematik leichter schlagen zu können.

1.2 Bilingualer Unterricht

1.2.1 Begriffsbildung

”WennwirinDeutschlandvonbilingualemUnterrichtsprechen,dannmeinen wir damit nicht - wie etwa die Kanadier - einen Unterricht, in dem zwei Sprachen gleichberechtigt nebeneinander existieren. In unserem schuli- schen Kontext ist der Begriff bilingual immer mit einem ganz bestimmten Sachfach verbunden” (vgl.[9], S. 12).

Der Begriff bilingual ist in diesem Zusammenhang vielleicht ein wenig irreführend. Betrachtet man die im englischsprachigen Raum benutzte Abkürzung CLIL und deren Ausformulierung Content and language integrated learning so wird klarer, dass es sich beim bilingualen Unterricht um einen Unterricht eines Sachfachs in der Fremdsprache handelt. Das Sachfach steht demnach im Vordergrund und die Sprache wird hier nicht in alle Einzelheiten zergliedert und analysiert, sondern fungiert als Träger von Informationen. Hieraus wird unmittelbar ersichtlich, dass die Anforderungen an die sprachliche Kompetenz im bilingualen Sachfachunterricht anderen Kriterien genügen müssen als es im Fremdsprachenunterricht der Fall ist. Damit stoßen wir auf ein Thema, das unter einigen Kritikern noch konträr diskutiert wird.

1.2.2 Leistungsbewertung im bilingualen Unterricht

Der Lehrer hält sich im Folgenden an die in der deutschsprachigen Literaturüberwiegende Meinung, dass es sich beim bilingualen Unterricht nicht um fachbezogenen Fremdspra- chenunterricht, sondern um Fachunterricht in der Fremdsprache handelt (vgl.[4]). Bei der Fehlerkorrektur von sprachlichen Fehlern ist es demnach sinnvoll, diese zu kategori- sieren und dann die Fehler unterschiedlich zu gewichten. Ernst (vgl.[4]) unterscheidet vier Fehlerkategorien:

1. Fehler, die die Verständlichkeit beeinträchtigen
2. Pragmatische Fehler, welche aus situationsunangemessenem Verhalten entstehen
3. Formfehler durch Abweichung von den Regeln des Sprachsystems, welche aber die Verständlichkeit nicht beeinträchtigen.
4. Fehler in der Fachsprache

ad 1. Generell sollte klar sein, dass die Schüler lernen sollen, sich verständlich im Unterricht auszudrücken. Im bilingualen Unterricht sollten diese Fehler jedoch nur unter inhaltlichem Aspekt bewertet werden.
ad 2. Eines der Ziele des bilingualen Unterrichts ist die interkulturelle Kommunikation (vgl. auch Abschnitt 1.2.3). Wenn die Schüler pragmatische Fehler begehen, sollte man sie darauf hinweisen, jedoch sollten sie nicht zu stark gewichtet werden.
ad 3. Formfehler sollten im bilingualen Unterricht zwar gewertet werden, jedoch nur bis zu einem Abzug von zwei Punkten der einfachen Wertung führen.
ad 4. Es herrscht ein Konsens darüber, dass Fehler in der Fachsprache in die Bewertung eingehen. Darüber hinaus sollten die Schüler die Fachtermini sowohl in der Mut- tersprache als auch in der Fremdsprache parat haben. Die Fachsprache kann an dieser Stelle besonders durch Vokabeltests, Lückentexte oder Ähnlichemüberprüft werden.

Die spezielle Situation, dass die Schüler am Kurpfalz-Gymnasium-Schriesheim3 keinen bilingualen Unterricht gewählt haben4, erlaubt es dem Lehrer nicht, das nötige Fachvo- kabular in Form eines Vokabeltests zu bewerten. Bei einem ”freiwilligen”Vokabeltestist, wie schon im letzten Schuljahr erprobt, die Erfolgswahrscheinlichkeit dass die Schüler das nötige Vokabular systematisch memorieren, nur sehr gering. Ein Kunstgriff kann dieses Dilemma auf erfreuliche Weise lösen: Da in dieser Klasse ein Projekt in Form von House Points Competitions durchgeführt wird (vgl. hierzu Abschnitt 1.4.2) ist es m öglich die Schüler auf andere Weise zu motivieren, sich intensiv für den Vokabeltest vorzubereiten.

1.2.3 Ziele des bilingualen Unterrichts

Als Ziele und Vorteile des bilingualen Unterrichts sollen die Folgenden exemplarisch zeigen, wie vielseitig sie sind:

- Durch die zunehmende Globalisierung nimmt der Stellenwert der englischen Sprache ständig zu. Durch vielseitige und authentische Materialien aus den ver- schiedenen Sachfächern werden die Schüler in ihrer Sprachgewandtheit, Sprech- flüssigkeit und fachsprachlichen Fremdsprachenkompetenz auf das sich immer weiter ausdehnende Berufsfeld profunder vorbereitet (vgl.[4]).

- Die stetige Beschäftigung mit Sachinhalten in der Fremdsprache fördert durch den hohen kommunikativen Anteil im bilingualen Unterricht das interkulturelle und soziale Lernen (vgl.[4]). ”EhemaligeSchülerinnenundSchülermonieren,dass in ihrer Schulzeit zusammenhängendes Vortragen zu wenig entwickelt und geübt worden sei” (vgl.[5], S.247). An dieser Stelle könnte der bilinguale Unterricht einen bedeutsamen Beitrag zur Vortragsschulung liefern.

- Viele Schüler behaupten, im bilingualen Unterricht seien sie motivierter als im konventionellen Unterricht (vgl.[4]). Auch im Rahmen der Evaluation dieser Arbeit wurde dies in Schülerkommentaren mehrfach erwähnt (vgl. hierzu Abschnitt 3.3).

”It is also likely that the students are more motivated when they are learning through English something that is part of their school learning and thinking, rather than just learning the language” ([2], S.7).

1.3 Sachanalyse

Die Nutzung des Programms GeoGebra gibt dem Schüler die Möglichkeit, den unmittel- baren Zusammenhang von Funktionsgraph und Funktionsgleichung zu visualisieren. Im Unterschied zum graphikfähigfähigen Taschenrechner kann das Programm Geo- Gebra die Funktionsgraphen mit einer höheren Auflösung anzeigen, die Darstellung um ein vielfaches schneller vollziehen und verschiedene Graphen in unterschiedlichen Farben markieren. Vor allem aber können Spuren einzelner Punkte oder Graphen durch die Benutzung eines Schiebereglers dargestellt werden. Die Spuren oder auch Ortslinien können dann mit den Funktionsgleichungen in Beziehung gesetzt werden und auf Zusammenhänge hin analysiert werden. Schnittpunkte wie beispielsweise von Funktionsgraphen und Koordinatenachsen können in geometrischer und algebrai- scher Form angezeigt werden und verändern sich auch dynamisch mit einer jeweiligen Veränderung einzelner unabhängiger Elemente. Die intuitive Bedienung garantiert eine rapide Einarbeitung in das Grundgerüst des Programms.

1.4 Didaktisch-Methodische Analyse

1.4.1 Einordnung in den Unterrichtszusammenhang - Lehrplan G9

Im Bildungsplan Baden-Württemberg 1994 (vgl.[1]), welcher für die Klassenstufe 11 im Schuljahr 2008/2009 noch relevant ist, stehen als zentrales Thema die Funktionen und deren Differenzierung und Stetigkeit auf dem Lehrplan. Es ist daher für die Schüler bedeutsam, schon vor der Einheit der Einführung in die Analysis ein tieferes Verständnis von Funktionen und ihren verschiedenen Darstellungsformen zu erlangen. Gemäß dem Bildungsplan sollen die Schüler dieser Klassenstufe Eigenschaften von Funktionen und deren Schaubildern kennen lernen. Da durch eine statische Darstellung von Funktions- graphen der Zusammenhang nicht immer ganz ersichtlich ist, entscheide ich mich an dieser Stelle für die dynamische Visualisierung mit Hilfe des Programms GeoGebra. Dieses Programm unterscheidet sich eklatant vom GTR, da hier eine bidirektionale Darstellung möglich ist und diese zudem noch graphisch wesentlichübersichtlicher angezeigt wird.

Bei einem Blicküber den Tellerrand auf die neuen Bildungsstandards muss in diesem Zusammenhang die Leitidee Funktionaler Zusammenhang genannt werden. Besonders im Hinblick auf das Abitur stellt diese Leitidee ein zentrales Thema dar. Während in dem alten Lehrplan die Einführung der Differenzialrechnung erst für die Klassenstufe 11 vorgesehen ist, sehen die neuen Bildungsstandards des G8 diese Einführung bereits für Klassenstufe 10 vor. In den neuen Bildungsstandards heißt es ”Gefordertsind:über Grundkompetenzen im Umgang mit Funktionen verfügen, Funktionen auf lokale und globale Eigenschaften untersuchen und Wirkungen von Parametern in Funktionstermen verstehen”([3], S. 157). Genau diese Kompetenzen werdem mit dieser Arbeitsform gefördert, was bedeutet, dass eineähnliche Einheit auch sehr gut in das Konzept der neuen Bildungsstandards des G8 passen würde.

Aber auch im Laufe der Klassenstufe 11 nach dem alten Bildungsplan G9 kommt es immer häufiger zu Parameterbestimmungen einzelner Parameterfunktionen oder es werden Problemstellungen mit Kurvenscharen und Ortslinien besonderer Punkte der Kurvenscharen thematisiert.

Gegen Ende des Schuljahres sollen die Schüler vollständige Funktionsuntersu- chungen mit ganzrationalen Funktionen durchführen können. Die Analyse von Sym- metrieeigenschaften, die Auswirkung einzelner Parameter auf ein Schaubild und die Bestimmung von gemeinsamen Punkten mit den Koordinatenachsen sollen im Hinblick auf die Funktionsuntersuchungen durch diese Unterrichtseinheit in einer handlungsori- entierten Unterrichtsform vorbereitet werden.

1.4.2 Situative Voraussetzungen

Die Klasse 11c des KGS besteht aus 28 Schülern und zeichnet sich durch ein au- ßerordentlich gutes Klassenklima aus. Die Schüler der Klasse sind sehr fröhlich, ge- wissenhaft und strebsam. Einige der Schüler waren auch schon einige Monate in einem englischsprachigen Ausland, was für den bilingualen Unterricht sehr förderlich ist. Bemerkenswert ist die, für eine elfte Klasse, so rege Beteiligung am Unterricht.

Seit Beginn des Schuljahres ist die Klasse im Mathematikunterricht in Anlehnung an Harry Potter in vier Houses eingeteilt. Jeder Schüler kann durch besonders gute Beiträge im Unterricht, Zusatzaufgaben, Projekte oder Ähnlichem Punkte für sich und sein house sammeln. Zusätzlich gibt es House Point Competitions. In diesen Spielen mit mathematischem Hintergrund treten die Gruppen gegeneinander an und versuchen möglichst viele Punkte zu erreichen. Liefert ein Schüler einen herausragenden Beitrag im Unterricht, wie beispielsweise einen wichtigen Schritt in einem Beweis, sammelt er die Punkte als Individuum. Gleichzeitig werden aber auch seinem house die Punkte gut- geschrieben. Am Ende jeden Monats muss das house mit den wenigsten Punkten dem house mit den meisten Punkten einen Kuchen backen. Als zusätzlichen Ansporn bekom- men die drei Schüler mit den meisten Punkten am Ende des Schuljahres eine weitere Leistungsbewertung in Form einer mündlichen Eins. Dieses Spiel bereitet den Schülern große Freude und spornt sie an, sich stets am Unterricht zu beteiligen. Das KGS hat drei Computerräume, welche für den Unterricht unabdingbar sind. Da einige Schüler keinen schnellen Internetzugang zu Hause haben, können sie in den zwei Wochen der Unterrichtseinheit nachmittags im Oberstufenraum oder im Schülercomputerraum das Programm GeoGebra nutzen.

1.4.3 Lernziele

1.4.3.1 Kognitive Lernziele

Die Schüler sollen

- das Programm GeoGebra nutzen lernen, um das wechselseitige Verhältnis der Funktionsgleichungen von Parameterfunktionen und deren Kurvenscharen erfor- schen zu können.
- die Oberfläche des Programms GeoGebra für die Analyse von Funktionsgleichungen und deren Schaubildern bedienen können.
- online Tutorien nutzen, um dann eigenständig dynamische Arbeitsblätter zu entwickeln und diese dann zu erforschen.
- eigene Screencasts5 erstellen, mit welchen sie ihre Mitschülerüber den Zusam- menhang von Parametern ausgewählter Parameterfunktionen und deren Kurven- scharen instruieren.
- sichüber mathematische Sachverhalte auf Englisch unterhalten.

1.4.3.2 Affektive Lernziele

Die Schüler sollen

- Neugier am eigenen Experimentieren bekommen.
- Freude an der Mathematik durch Experimentieren erleben.
- Erfolgserlebnisse in ihren Gruppen teilen.
- ihre Arbeit vor den Mitschülern präsentieren lernen.

1.4.3.3 Soziale Lernziele

Die Schüler sollen

- in einer Gruppe zusammenarbeiten, sich gegenseitig respektieren, auf Fragen der Mitschüler eingehen und sich gegenseitig helfen.
- auch teilweise nach der Schulzeit miteinander kommunizieren, um gemeinsam in der Expertengruppe einen Screencast zu produzieren.
- sich gemeinsam in ihren houses auf den Test am Ende der Einheit vorbereiten und sich gegenseitig zur Hilfe stehen.

1.4.4 Eingesetzte Methoden

1.4.4.1 Lehrervortrag - Lehrer-Schüler-Gespräch

Um den Umgang mit dem Programm GeoGebra so verständlich wie möglich zu gestalten, entscheidet sich der Lehrer in der Einführung des Programms für die Methode des Lehrervortrags beziehungsweise Lehrer-Schüler-Gesprächs. Auf diese Weise wird gew ¨ahrleistet, dass die Schüler

- eine professionelle Instruktionüber die wichtigen Elemente des Programms erhal- ten.
- eine verständliche Erklärung der neuen Fachtermini erhalten.
- durch eine klare, laute und langsame Stimme instruiert werden.
- durch den Lehrer eine unmittelbare und präzise Rückmeldung auf ihre Fragen erhalten.

1.4.4.2 Partnerarbeit

Während des Erstellens der Arbeitsblätter ist es wichtig, dass die Schüler so viel wie möglich eigenständig erforschen. Da der Computerraum jedoch nur 20 Computer zur Verfügung hat, ist es sinnvoll, die Schüler in Partnerarbeit die Aufgaben am Computer vollziehen zu lassen. Doch selbst bei einer höheren Anzahl von Computern würde sich der Lehrer dazu entschließen, die Erstellung von dynamischen Arbeitsblättern in Partnerarbeit bearbeiten zu lassen, denn dadurch erfolgt bereits eine erste Rückmeldung durch den Partner. Ferner wird diese Phase durch Partnerarbeit in ihrer kommunikativen und bilingualen Ausprägung verstärkt.

1.4.4.3 Expertengruppen

Die Erforschung von Parameterfunktionen ist ein sehr weites Thema und kann auf viele Funktionstypen ausgeweitet werden. Damit es nicht nur zu punktuellen Behandlungen weniger Parameterfunktionen kommt, wird die Klasse in sieben Expertengruppen einge- teilt. Jede dieser Gruppen erhält ein Arbeitsblatt mit Aufgaben zur Erforschung einer ausgewählten Parameterfunktion. Auf diese Weise können die Experten das Thema erarbeiten und später in ihren houses den Mitschülern erklären. Die Expertengruppen haben die folgenden Aufgaben:

- Gemeinsame Erstellung eines dynamischen Arbeitsblattes.
- Gemeinsame Erforschung der Parameter in Bezug auf Schaubild und Funktionsgleichung.
- Erstellen eines Handouts mit den wichtigsten Erkenntnissen, die die Gruppe bei der Bearbeitung des Arbeitsblatts gewonnen hat.
- Produktion eines Screencasts oder eines Videofilmes, auf welchem die wichtigsten Erkenntnisse des Arbeitsblattes audiovisuell dargestellt werden.
- Formulierung von fünf Kontrollfragen für die houses.

1.4.4.4 Instruktion in den houses

Die Schüler wissen, dass es am letzten Tag einen Wettkampf zwischen den houses in Form eines Tests gibt. Alle Gruppen lassen sich nun durch ihre Experten instru- ieren. Hierfür zeigen die Experten das erstellte Expertenscreencast und stellen den Mitschülern im Anschluss die Kontrollfragen. Die Schüler lernen auf diese Weise in Eigenverantwortlichkeit zu erklären, um Unklarheiten zu beseitigen.

1.4.5 Eingesetzte Medien

1.4.5.1 Vokabelliste

Um den bilingualen Mathematikunterricht sprachlichüberhaupt erst zu ermöglichen, wird den Schülern eine Vokabelliste mit den wichtigsten englischen Begriffen ausgeteilt. Ergänzt wird diese Liste durch Einträge während des laufenden Unterrichts. Auf den Arbeitsblättern werden durch Fußnoten weitere unbekannte Begriffe eingeführt.

1.4.5.2 Computer

Das zentrale Medium, mit welchem diese Unterrichtseinheit durchgeführt wird, ist der Computer. Vor Beginn der DUE wird bereits geklärt, ob alle Schüler zu Hause Zugang zu einem Computer haben. Des Weiteren wird sichergestellt, dass mindestens ein Computer für zwei Schüler im Computerraum zugänglich ist.

1.4.5.3 Beamer

Um die Schüler in das Programm GeoGebra einzuweisen, und auch um die kleinen Präsentationen der Schüler halten zu können, wird der Beamer als unersetzliches Medi- um genutzt. Die Schüler können auf diese Weise den Erklärungen in der Fremdsprache durch die visuelle Unterstützung am Beamer wesentlich einfacher folgen.

1.4.5.4 GeoGebra - Dynamische Arbeitsblätter

GeoGebra ist während der gesamten Unterrichtseinheit das Software-Medium, wel- ches als Träger der wesentlichen Informationenüber das Verhältnis von ikonischer und symbolischer Darstellung von Funktionen fungiert. Mit GeoGebra werden dynamische Arbeitsblätter erstellt, welche, wie der Name schon impliziert, einen dynamischen Zu- sammenhang der beiden Darstellungsformen des Graphs und der Gleichung illustriert. Für die Vorbereitung auf den Test werden den Schülern eine Vielzahl von dynamischen Arbeitsblättern online verfügbar gemacht, so dass eine gezielte Aufarbeitung des Stoffes möglich ist

1.4.5.5 Erstellte Homepage

Der Lehrer stellt eine begleitende Homepage6 für die Schüler zur Verfügung. Auf der Homepage können die Schüler Tutorien (vgl. hierzu Abschnitt 1.4.5.6)über die Bedie- nung des Programms ansehen, falls sie sich die im Unterricht gezeigten Schritte nicht merken können. Des Weiteren werden dynamische GeoGebra Arbeitsblätter (vgl. hierzu Abschnitt 1.4.5.4) für die systematische Vorbereitung auf den Test verfügbar gemacht. In einem passwortgeschützten Bereich können die Schüler dann noch ihre eigenen Präsentationen ansehen. Als zusätzliche Motivation, die Homepage regelmäßig zu be- suchen, werden dort in dem passwortgeschützten Bereich Bilder von Schüleraktivitäten der einzelnen Unterrichtsstunden bereitgestellt.

1.4.5.6 Online Screencast Tutorials

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Computertechnologie rasant entwickelt. Einige Schüler besitzen schon profunde Computerkenntnisse, während die der anderen noch eher als rudimentär einzustufen sind. Daher gilt es in dieser Unterrichtseinheit auch ganz besonders diejenigen Schüler zu fördern, welche in diesem Bereich noch wenig Erfahrung haben. Um dem Rechnung zu tragen, werden den Schülern Screencasts zur Verfügung gestellt, welche mit dem Programm Screenflow erstellt wurden. Mit die- sem Programm können die Aktivitäten auf dem Bildschirm mit einem Audiokommentar über ein Mikrofon aufgezeichnet werden. Zu den jeweilig zu bearbeitenden Arbeits- blättern (vgl. hierzu Abschnitt 1.4.5.7) werden Hilfestellungen in Form von Screencasts angeboten. Diese Screencasts werden zum einen auf den lokalen Tauschordner der Schüler in der Schule kopiert und gleichzeitig sind sie online auf der in Abschnitt 1.4.5.5 erwähnten Homepage eingebettet. Auf diese Weise können sich die Schüler, dieüber eine langsamere Internetverbindung verfügen, die Screencasts in der Schule auf einen Wechseldatenträger kopieren.

1.4.5.7 Arbeitsblätter

Für die Bearbeitung von Arbeitsaufträgen werden Arbeitsblätter ausgeteilt. In den ersten Stunden werden diese in Partnerarbeit bearbeitet. Die Bearbeitung inkludiert immer auch eine Erstellung eines dynamischen GeoGebra-Arbeitsblattes. Dieses soll nach Fertigstellung unter dem lokalen Tauschordner gespeichert werden. Im Unterricht nicht fertiggestellte dynamische GeoGebra Arbeitsblätter sollen per Email an den Mathema- tiklehrer gesendet werden. Auf diese Weise kann sich der Lehrer ein besseres Bild von den Schwierigkeiten, sowie den erreichten Lernzielen der Schüler machen. Die zweite Kategorie der Arbeitsblätter wird für die Expertengruppen erstellt und von ihnen bearbeitet.

[...]


1 im folgenden mit CAS abgekürzt

2 der besseren Lesbarkeit werden im Folgenden mit Schüler immer die Lernenden beiden Geschlechts bezeichnet

3 im folgenden mit KGS abgekürzt

4 an dieser Schule wird derzeit kein bilingualer Unterricht angeboten

5 mit Screencasts werden digitale Filme bezeichnet, welche den Bildschirm mit einem optionalem Audiokommentar aufzeichnen

6 die URL der Homepage lautet www.bilingual.ch.vu

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Exploring Families of Functions with GeoGebra
Untertitel
Ein bilingualer Unterrichtsversuch, Klassenstufe 11
Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien und Sonderschulen) Heidelberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
52
Katalognummer
V166969
ISBN (eBook)
9783640836574
ISBN (Buch)
9783640836567
Dateigröße
3588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exploring, families, functions, geogebra, unterrichtsversuch, klassenstufe
Arbeit zitieren
Christian Henzler (Autor), 2009, Exploring Families of Functions with GeoGebra, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166969

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