Musik in der Jugendarbeit

Musik in der Sozialen Arbeit


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugendliche und Musik

3. Sozialisation
3.1. Musikalische Sozialisation

4. Die Offene Jugendarbeit als außerschulischer Lernort
4.1 Funktionen der Musik in der Offenen Jugendarbeit
4.2 Projektmöglichkeiten im offenen Bereich
4.3. Anforderung an das Fachpersonal

5. Zielsetzung

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

In allen Zeiten der menschlichen Kultur war und ist Musik von besonderer Bedeutung. Ein gesellschaftliches Leben ohne Musik gibt es nicht. Sie erfüllt Funktionen in allen Altersgruppen, Schichten und Teilkulturen. Musik ist demnach ein Medium das jedem Menschen in verschiedensten Lebenslagen begegnet. Sie hat eine gesellschaftsschaffende und -begleitende Funktion. Man kann sich Ihrer nicht entziehen indem man einfach seine Ohren schließt. Allerdings erweist es sich schwierig das Gehörte in seiner Vielschichtigkeit und Komplexität zu erklären. Von daher zählt für den Menschen eher das Erleben der Musik als zu versuchen das Gehörte zu entschlüsseln. Dieses Erleben, nicht nur in der Freizeitbeschäftigung, ist ein Genuss und stiftet Identität. Somit ist die Musik ein prägendes Element in der Jugendzeit.

Jugendliche finden sich in einer hoch entwickelten Medienlandschaft wieder, die in der Adoleszenz erst richtig entdeckt und erfahren werden muss.

2. Jugendliche und Musik

Jugendliche kommen im Rahmen ihrer Erziehung und ihrer Entwicklung auf vielfältige Weise mit Musik in Kontakt oder sehen in der Musik einen wichtigen Bereich ihres Interessensspektrums.[1]

Musik wird durch die Erziehung über das Elternhaus, den Kindergarten, die Jugendarbeit oder die Schule vermittelt.

Bei Jugendlichen gehört Musik zu einem Bestandteil ihrer Lebenswelt. In der Jugend Shell Studie von 2002 wurde das Freizeitverhalten und der Alltag von Jugendlichen untersucht. Dort zeigte sich, dass Musik einen wichtigen Teil des jugendlichen Selbstverständnisses ausmacht und ein wichtiger Bestandteil jugendkultureller Ausdrucksformen ist. Der Musikgeschmack ist, neben ästhetischen Kriterien, wohl das wichtigste Identitätsmerkmal für Jugendliche. Musik hat neben der identitätsstiftenden und Körpererfahrungen erschließenden Bedeutung besonders auch gruppenbildende, psychisch-entlastende, gelegentlich auch therapeutische Wirkungen.[2]

In der ersten World Vision Kinderstudie wurde der kulturell-musische Freizeitbereich der Jugendlichen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass dieser Bereich für die Entwicklung der Kinder neben den sportlichen Aktivitäten eine vergleichbar hohe Bedeutung hat. Neben dem bloßen Hören von Musik gehören dazu aktivierende und kreativitätsfördernde Elemente wie zum Beispiel Malen, Werken und Basteln oder das Erlernen von Instrumenten. In solchen Feldern können sich die Kinder und Jugendlichen selber ausprobieren und erleben. Mit der notwendigen Geduld und Konstanz bei der Sache bleibend, erfahren Kinder dabei Erfolge wie das gekonnte Spielen eines Musikinstrumentes.[3]

Zusammenfassend kann man festhalten:

- “ man möchte sich mit dieser Musikform ausleben
- man möchte mit der Musik seine Lebensgefühle zum Ausdruck bringen
- die Musik dient als Aggressions- und Frustrationsabbau
- man möchte durch musikalischen Erfolg eine gesellschaftlich herausgehobene Stellung erzielen
- man möchte Freunde und/oder Freundinnen beeindrucken
- man möchte Spaß mit dieser Art des Musizieren erleben und ihn verbreiten
- man möchte seinen Zuhörern besondere und auch extreme Erlebnisse vermitteln
- man möchte eine Botschaft verbreiten“[4]

3. Sozialisation

Unter dem Begriff Sozialisation versteht man im Allgemeinen den Erwerb von kultur- und gesellschaftsspezifischen Verhaltensregeln, Normen und Werten.

Sozialisation lässt sich in primäre und sekundäre Sozialisation unterteilen: Bei der primären Sozialisation steht die kognitive Entwicklung eines Individuums innerhalb der Familie im Mittelpunkt. Das Kind lernt in dieser Phase erste Verhaltensformen, Einstellungen und Haltungen und wird in gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen bereits entscheidend geprägt.

Die Phase der sekundären Sozialisation baut auf die bereits entwickelten Basisnormen auf und beginnt ungefähr mit dem Eintritt in den Kindergarten. Das Kind wird nun mit neuen, oft anderen Normen und Wertesystemen konfrontiert.[5]

Der Entwicklungsprozess des Kindes durchläuft im Kindes- beziehungsweise Jugendalter die Phasen der Nachahmung von Autoritäten über die Loslösung von Autoritätspersonen und die Anlehnung an Freunde, Gleichaltrige, Gleichgesinnte bis hin zur Entwicklung und zum Heranreifen der eigenen Identität.

Die Gruppierung unter Gleichaltrigen, die in der Sprache der Soziologie Bildung von Peers genannt wird, spielt besonders in der Jugendzeit eine bedeutende Rolle.

Da die eigenen Verhaltensweisen, Handlungen und Wahrnehmungen in diesem Lebensabschnitt sehr stark mit Gefühlen verbunden sind, eignet sich die Musik als Ausdrucksmittel und Wahrnehmungsverstärker sehr gut, da sie einerseits in ihrer Vielfalt verschiedenste Angebote des Ausdrucks bietet, auf der anderen Seite in ihrer aktiven und passiven Form Freizeitgestaltung, Zeitvertreib und Entspannung sein kann.[6]

3.1. Musikalische Sozialisation

Musik wird im Leben des Heranreifenden aufgenommen, integriert und wirkt sich auf die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit und Identität aus. In den Phasen der primären und sekundären Sozialisation erfolgt eine grundlegende Prägung im musikalischen Verhalten. Jugendliche im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren durchleben in der Zeit der Pubertät schwierige Phasen ihrer persönlichen Entwicklung und Entfaltung. Dies schlägt sich in dem Musikverhalten nieder.

Umgekehrt können die Musik und das Musizieren dem Jugendlichen helfen, diesen von Veränderungen und Emotion geprägten Lebensabschnitt individuell bewältigen zu können.[7]

4. Die Offene Jugendarbeit als außerschulischer Lernort

4.1 Funktionen der Musik in der Offenen Jugendarbeit

Unter dem Begriff “Offene Jugendarbeit“ werden alle Jugendfreizeitstätten, Jugendkulturzentren, pädagogisch betreute Spielplätze, Jugendcafes, Jugendhäuser, und so weiter verstanden. Sie kann sowohl offen als auch in strukturierten Gruppenangeboten stattfinden und an der sozialräumlichen Orientierung der Jugendlichen anknüpfen. Die neuerlichen Entwicklungen der offenen Jugendarbeit sind stark mit den Neuformulierungen des Bildungsauftrages verbunden. Die Jugendlichen sollen ihre Leistungspotenziale anhand ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und ausbauen. Anhand ihrer erworbenen Kompetenzen sollen sie dazu befähigt werden Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten. Die offene Jugendarbeit hat zusätzlich die Chance, von traditionellen Unterrichtsthemen abzuweichen, weil sie ein Angebot gestalten kann, das an den Bedürfnissen der Beteiligten anknüpft, ohne dabei zu sehr in die gestaltete musikalische Abgrenzung einzudringen.[8]

[...]


[1] vgl. Baacke, 1998

[2] Vgl. Everding 2000, 102-113

[3] vgl. Hurrelmann/Andresen: Kinder in Deutschland 2007, 1. World Vision Kinderstudie

[4] vgl. Jerrentrup, 1998, 59

[5] vgl. Helms/Schneider/Weber, Sekundarstufe 1, 1997, 11-19

[6] vgl. Kleinen G.: Sozialisation-Entwicklung-Selbstfindung, 1997, 11ff.

[7] vgl. Kleinen G.: Sozialisation-Entwicklung-Selbstfindung, 1997, 11ff.

[8] vgl. Witte, 2007, 45ff.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Musik in der Jugendarbeit
Untertitel
Musik in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach  (Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Musik
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V167056
ISBN (eBook)
9783640835027
ISBN (Buch)
9783640834839
Dateigröße
363 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik in der Jugendarbeit
Arbeit zitieren
Gesine Timmer (Autor), 2010, Musik in der Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167056

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