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Von strategischer Kriegsbeute zur Schmuggelhochburg Nordeuropas

Die Helgoländer zwischen Dänemark und Großbritannien inmitten der napoleonischen Kriege

Titel: Von strategischer Kriegsbeute zur Schmuggelhochburg Nordeuropas

Hausarbeit , 2024 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Deborah Rohne (Autor:in)

Geschichte - Europa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit möchte untersuchen, wie die großen Prozesse und Umwälzungen der Napoleonischen Kriege auf dem geographisch klar umgrenzten Raum Helgoland stattfanden, als die Insel als die Schmuggelhochburg Nordeuropas Bekanntheit erlangte. Dabei soll es nicht das Ziel sein, eine weitere Untersuchung der Bedeutung Helgolands für den Schmuggel und den Handel in Nordeuropa während der Kontinentalsperre vorzulegen. Vielmehr soll im Zentrum die Frage stehen, wie die Veränderungen die Einwohner in ihrem Alltagsleben beeinflussten und wie sich der intensive Kontakt mit dem „Fremden“ auf ihre verschiedensten Lebensbereiche auswirkten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des Buches

  • I. Einleitung
  • II. Das norddeutsche Gibraltar: Helgoland im Blickpunkt Großbritanniens
  • III. „Die Männer sind Fischer und Lotsen“: Arbeit, Verdienst und Versorgung
  • IV. Selbstbewusstes Beharren: Recht und Verwaltung
  • V. „An allem Überfluss?“ Lebensbedingungen und Kultur
  • VI. „Uneinigkeit und Misstrauen?“ Soziales Zusammenleben
  • VII. Im Niedergang: Helgoland nach der Kontinentalsperre
  • VIII. Fazit
  • IX. Quellenverzeichnis
  • X. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit beabsichtigt, die tiefgreifenden Prozesse und Umwälzungen der Napoleonischen Kriege auf dem eng umgrenzten Raum Helgoland zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie die Veränderungen die Einwohner in ihrem Alltagsleben beeinflussten und welche Auswirkungen der intensive Kontakt mit dem „Fremden“ auf verschiedene Lebensbereiche hatte.

  • Analyse der britischen Besetzung Helgolands im Jahr 1807.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Entwicklung und der traditionellen Berufe Helgolands.
  • Beleuchtung des helgoländischen Verständnisses von Selbstverwaltung, Rechten und Privilegien.
  • Erforschung des sozialen und kulturellen Zusammenlebens unter dem Einfluss der Kontinentalsperre.
  • Betrachtung der langfristigen Nachwirkungen der Kontinentalsperre auf die Inselgesellschaft.

Auszug aus dem Buch

„Die Männer sind Fischer und Lotsen“: Arbeit, Verdienst und Versorgung

In seinem Bericht über Helgoland schreibt der Spion Sontag, „die Einwohnerschafft beträgt mehr als 2000, die Männer sind Fischer und Lotsen.“ Über Jahrhunderte waren die traditionellen Arbeitsmöglichkeiten der Helgoländer der Fischfang und das Lotsenwesen. Um 1790 wurden täglich etwa 400 Schiffe durch die Untiefen der Nordsee von Helgoländern Lotsen gelotst, 1806 befand sich die Lotsentätigkeit mit 528 gelotsten Schiffe inmitten ihrer Blütezeit. Im Durchschnitt betrugen die Heuer 100 Reichstaler, konnten allerdings auch wesentlich höher liegen, womit sie, obwohl der Dienst immer wieder Opfer forderte, eine gut bezahlte Verdienstmöglichkeit bot. Um 1800 betrug das Einkommen der Einwohner durchschnittlich 206 Mark im Jahr. Immer wieder konkurrierten die Helgoländer mit Cuxhafener, Bremer und Blankenesener Schiffern, gegen welche sie ihre Rechte mit Unterstützung der dänischen Regierung resolut verteidigten.

Ein erster Einbruch der Lotsentätigkeit erfolgte mit der Erklärung der Kontinentalsperre. Mit der britischen Besetzung der Insel lag die helgoländische Wirtschaft dann zunächst vollends brach. Es war nicht länger möglich, dass die Helgoländer Schiffe zu den französisch besetzten Flussmündungen lotsten. Ebenso wenig konnten die Fischer ihren Fang auf den Märkten des Festlandes verkaufen, zudem war die Insel von Lebensmittel- und Wasserlieferungen vom Festland abhängig, was vor allem im ersten Winter zu einer großen wirtschaftlichen Not führte. Deshalb wandten sich die Quartiermeister Helgolands, auf die in Kapitel III. noch zurückzukommen ist, bereits Mitte September mit der Bitte um eine Nahrungsmittellieferung an Gouverneur DʻAuvergne, welcher dieser mit mehreren Lieferungen nachkam.

Trotz der Hilfe der britischen Regierung konnte die Knappheit nur abgemindert werden, die Helgoländer litten unter der Blockade und der neuen territorialen Zugehörigkeit zunächst mit einem großflächigen Verlust der gewohnten wirtschaftlichen Versorgung. Noch Mitte Februar 1808 berichtet der auf Helgoland ansässige britische Spion Nicholas, verantwortlich für die Zusammenstellung von Berichten vom Festland, an das Außenministerium: „Since the occupation of this island by His Majesty troops the inhabitants have not been affend either to fish at the mouths of the rivers or take their fish to market. “ Zur Sicherung der Ernährungsversorgung forderte er im Folgenden Absprachen mit den dänischen und französischen Behörden und schlug zudem vor, dass die Einwohner beim Be- und Entladen von Booten beschäftigt werden könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der Napoleonischen Kriege und der Kontinentalsperre auf das Alltagsleben der Helgoländer vor und skizziert die Untersuchungsaspekte.

II. Das norddeutsche Gibraltar: Helgoland im Blickpunkt Großbritanniens: Hier werden die strategische Bedeutung Helgolands für Großbritannien und die Umstände der britischen Besetzung im Jahr 1807 detailliert erläutert.

III. „Die Männer sind Fischer und Lotsen“: Arbeit, Verdienst und Versorgung: Dieses Kapitel untersucht die traditionellen Berufe und die anfängliche wirtschaftliche Not der Helgoländer durch die Kontinentalsperre sowie die Reaktion der britischen Verwaltung darauf.

IV. Selbstbewusstes Beharren: Recht und Verwaltung: Es analysiert die helgoländische Selbstverwaltung, ihre Rechte und Privilegien im Konflikt mit den neuen britischen Machthabern und ansässigen Händlern.

V. „An allem Überfluss?“ Lebensbedingungen und Kultur: Dieser Abschnitt beleuchtet die tiefgreifenden Veränderungen der Lebensbedingungen und der Kultur auf Helgoland durch den Zuzug von Fremden und die Auswirkungen des Schmuggels.

VI. „Uneinigkeit und Misstrauen?“ Soziales Zusammenleben: Hier wird die rapide veränderte Bevölkerungszusammensetzung und die daraus resultierenden sozialen Spannungen und Anpassungsprozesse auf der Insel beschrieben.

VII. Im Niedergang: Helgoland nach der Kontinentalsperre: Das Kapitel zeigt die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Endes der Kontinentalsperre für Helgoland und den Übergang zur Entwicklung als Seebad auf.

VIII. Fazit: Das Fazit fasst die raschen Veränderungen, die strategische Bedeutung Helgolands und die selbstbewusste Reaktion der Einwohner auf die neue Situation unter britischer Herrschaft zusammen.

IX. Quellenverzeichnis: Listet die primären Archivquellen und historischen Dokumente auf, die für die Forschung herangezogen wurden.

X. Literaturverzeichnis: Enthält die relevante Sekundärliteratur und Fachpublikationen, die in der Arbeit verwendet wurden.

Schlüsselwörter

Helgoland, Kontinentalsperre, Napoleonische Kriege, Großbritannien, Schmuggel, Lotsenwesen, Fischerei, Selbstverwaltung, Lebensbedingungen, soziale Veränderungen, Kultur, Inselgeschichte, 19. Jahrhundert, Nordsee.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht, wie die Napoleonischen Kriege und die Kontinentalsperre das Alltagsleben und die Gesellschaft auf der Insel Helgoland zwischen 1807 und 1814 geprägt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die britische Besetzung, die wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen, die Entwicklung der Selbstverwaltung und des Rechtswesens sowie das soziale Zusammenleben unter den neuen Bedingungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie die Veränderungen die Einwohner Helgolands in ihrem Alltagsleben beeinflussten und welche Auswirkungen der intensive Kontakt mit „Fremden“ auf verschiedene Lebensbereiche hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse historischer Quellen, wobei Schwierigkeiten in der Quellenlage, die oft nur Konflikte oder die Sichtweise der gehobenen Schicht dokumentieren, berücksichtigt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die britische Besetzung, die Auswirkungen auf traditionelle Berufe und die Wirtschaft, die Auseinandersetzungen um Recht und Verwaltung, Veränderungen der Lebensbedingungen und der Kultur sowie das soziale Zusammenleben auf Helgoland behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristische Schlüsselwörter sind Helgoland, Kontinentalsperre, Napoleonische Kriege, Großbritannien, Schmuggel, Lotsenwesen, Selbstverwaltung und soziale Veränderungen.

Wie wirkten sich die traditionellen Berufe Helgolands durch die britische Besetzung und Kontinentalsperre aus?

Die traditionellen Berufe wie Fischfang und Lotsenwesen brachen zunächst vollständig zusammen, da der Zugang zu Festlandsmärkten und französisch besetzten Flussmündungen blockiert war, was zu erheblicher wirtschaftlicher Not führte.

Welche Rolle spielte die Selbstverwaltung Helgolands unter britischer Herrschaft?

Die Helgoländer beharrten selbstbewusst auf ihren traditionellen Rechten und ihrer Selbstverwaltung, die in den Kapitulationsbedingungen zugesichert wurden, obwohl der britische Gouverneur versuchte, Einfluss auf das Gerichtswesen zu nehmen.

Inwiefern veränderte sich das soziale und kulturelle Leben auf der Insel während der Kontinentalsperre?

Die Kontinentalsperre führte zu einem starken Zuzug von Fremden, zu einer Bevölkerungsexplosion, einem Anstieg von Alkoholexzessen und Glücksspielen, neuen kulturellen Einflüssen sowie einer zunehmenden sozialen Schichtung zwischen profitierenden und leidenden Einwohnern.

Welche langfristigen Auswirkungen hatte die "Schmucheltid" auf die helgoländische Gesellschaft?

Die kurze Blütezeit des Schmuggels beschleunigte den langfristigen Niedergang der traditionellen Lebensweise Helgolands und führte zum Verlust der Vormachtstellung im Lotsenwesen, was nach dem Ende der Kontinentalsperre eine tiefe Not verursachte, die die Gesellschaft nachhaltiger prägte als die Schmuggelzeit selbst.

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Details

Titel
Von strategischer Kriegsbeute zur Schmuggelhochburg Nordeuropas
Untertitel
Die Helgoländer zwischen Dänemark und Großbritannien inmitten der napoleonischen Kriege
Veranstaltung
Landesgeschichte
Note
1,7
Autor
Deborah Rohne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1670811
ISBN (PDF)
9783389164556
ISBN (Buch)
9783389164563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Helgoland Kontinentalsperre Dänemark Napoleon Napoleonische Kriege Koalitionskriege Spionage Schifffahrt Lotsenwesen Handel Besatzung Großbritannien Schmuggel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Deborah Rohne (Autor:in), 2024, Von strategischer Kriegsbeute zur Schmuggelhochburg Nordeuropas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1670811
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Leseprobe aus  18  Seiten
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