Ziel dieser Arbeit ist es, die Thesen Marshall McLuhans auf ihre Aktualität und ihre gegenwärtige Anwendbarkeit zu überprüfen, aber auch kritisch zu beleuchten. Um dies zu erreichen, soll zunächst Marshall McLuhan und sein Medienbegriff vorgestellt werden. Es soll herausgefunden werden, ob er und seine Medientheorien überhaupt wichtig für die Medien- und Kommunikationswissenschaft sind und warum. Außerdem soll beleuchtet werden, was für McLuhan Medien sind und über welche Medien in dieser Arbeit gesprochen werden soll. Anschließend sollen die Theorien “Das Medium ist die Botschaft“, „Heiße Medien und kalte“ und „Verliebt in seine Apparate“ erklärt und kritisch beleuchtet werden.
Schlussendlich werden seine drei Theorien auf das Medium Internet angewendet. Auch soll erklärt werden, ob das Internet überhaupt ein Medium ist und was damit zusammenhängt. Zum Schluss soll ein Fazit die Arbeit zusammenfassen und abschließen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. McLuhan und das Medium
- 2.1 Marshall McLuhan und die magischen Kanäle
- 2.2 Medienbegriff
- 2.3 Das Medium ist die Botschaft
- 2.4 Heiße Medien und kalt
- 3. Verliebt in seine Apparate
- 4. Anwendung auf das Internet
- 5. Fazit
- Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Aktualität und Anwendbarkeit von Marshall McLuhans Theorien "Heiße Medien und kalte" sowie "Verliebt in seine Apparate" auf das Medium Internet kritisch zu überprüfen und zu beleuchten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie lassen sich diese Theorien auf das Medium Internet anwenden?
- Die Vorstellung von Marshall McLuhan und seinem Medienbegriff.
- Die Erläuterung und kritische Beleuchtung von McLuhans Medientheorien ("Das Medium ist die Botschaft", "Heiße Medien und kalte", "Verliebt in seine Apparate").
- Die Untersuchung, ob das Internet als Medium im klassischen Sinne definiert werden kann.
- Die detaillierte Anwendung der drei McLuhan'schen Theorien auf verschiedene Aspekte des Internets.
- Die Analyse der Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft und die Wechselwirkung mit seinen Nutzern.
- Die Zusammenfassung der Ergebnisse und die Betrachtung zukünftiger Anpassungen der Theorien.
Auszug aus dem Buch
4. Anwendung auf das Internet
Die Anwendung seiner Theorie auf das Internet ist komplizierter, denn es hat keine spezielle Anwendung. Es ist ein weltweites Computernetzwerk und in dem Sinne kein Medium. Es beinhaltet das World Wide Web mit Diensten wie dem Browser, der Suchfunktion, der E-Mail und vielen weiteren. Man kann es also nicht mit einem klassischen Medium vergleichen. Es vereint verschiedene Medien in einem. An dieser Stelle lässt sich aber die Theorie „Medium ist die Botschaft“ von Marshall McLuhan anwenden: Kein Medium habe „Sinn oder Sein aus sich allein“28, sondern Medien stünden immer in Wechselwirkung mit anderen Medien. Er verweist damit implizit auf seine These, der Inhalt eines Mediums sei immer ein anderes Medium.29 Außerdem gibt er an, dass der Inhalt eines Mediums immer zeitlich vorangegangenes Medium ist.30 Seine Theorie, dass Inhalt eines Mediums immer ein anderes Medium ist lässt sich auf das Internet anwenden. Das Internet ist zwar im klassischen Sinne kein Medium, aber es vereint viele andere Medien miteinander. Das Internet ist textbasiert, vermischt mit Bildern, Videos, eBooks oder Fotos. Diese Medien existierten auch schon vor dem Internet und werden heute dort zu neuen Inhalten im Internet arrangiert. Auch auf andere Medien kann diese Theorie angewendet werden: Inhalt des Mediums Buch ist die Sprache, Inhalt des Mediums Fernsehen sind Medien wie Filme, das Medium Radio sendet Medien wie Nachrichten oder Musik und das Medium Internet veröffentlicht Milliarden von diesen Medien in einem Netzwerk. Die Menschen erschaffen diese Medien und nutzen sie tagtäglich. Das Internet ist Teil des Alltags, von Unterhaltungen und Beschäftigungen. Somit entsteht eine Wechselwirkung zwischen mehreren Medien, die stetig Teil voneinander sind. Sie sind außerdem auch Voraussetzung voneinander. Außerdem erwähnt McLuhan in seiner Theorie, dass nicht der Inhalt des Mediums, sondern seine Form grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft hervorruft.31
Auch dies lässt sich auf das Internet anwenden, denn es hat viele Bereiche der Gesellschaft verändert. Es findet ein viel größerer Austausch von Informationen statt als vor der Entstehung des Internets. Außerdem ermöglichte es eine bessere technische Ausstattung in vielen Bereichen. Des Weiteren fanden durch das Internet stärkere Beschleunigungen und Vereinfachungen statt. Es lässt sich dadurch leichter kommunizieren, online einkaufen, online bezahlen oder in Sekundenschnelle an Information kommen. Die Gesellschaft hat sich durch das Internet sehr verändert. Zwischenmenschliche Beziehungen finden öfters über soziale Netzwerke statt. Werbungen, Informationen, Bilder, Filme und Videos sind für alle Menschen weltweit zugänglich. Das Internet beeinflusst die Gesellschaft und die Gesellschaft beeinflusst das Internet. Es ist nicht mehr wegzudenken und wird immer weiter verändert und ausgebaut. Das Internet hat also viele Eigenschaften von heißen aber auch von kalten Medien, oder besser gesagt, das Internet hat viele einzelne Medien, die heiß oder kalt sein können. Auf diese unterschiedlichen Medien, die im Internet vorhanden sind, kann die Theorie von heißen und kalten Medien angewendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfrage, wie Marshall McLuhans Theorien „Heiße Medien und kalte“ und „Verliebt in seine Apparate“ auf das Internet anwendbar sind, und umreißt den Aufbau der Arbeit zur Beantwortung dieser Frage.
McLuhan und das Medium: Hier werden Marshall McLuhans Rolle als Pionier der Medientheorie, sein umfassender Medienbegriff und seine zentralen Theorien „Das Medium ist die Botschaft“ sowie „Heiße Medien und kalte“ detailliert erläutert und kritisch beleuchtet.
Verliebt in seine Apparate: Dieses Kapitel widmet sich McLuhans Theorie der Selbstamputation und des Narzissmus als Narkose, die beschreibt, wie Menschen durch technische Erweiterungen ihrer selbst in einen Zustand der Betäubung versetzt werden und zu Servomechanismen ihrer Apparate avancieren.
Anwendung auf das Internet: In diesem Hauptkapitel wird die Anwendbarkeit von McLuhans Theorien auf das Internet untersucht, wobei die Komplexität der Klassifizierung des Internets als „heiß“ oder „kalt“ aufgrund seiner Zusammensetzung aus verschiedenen Medien hervorgehoben und Elemente von Narzissmus und Narkose im Online-Verhalten identifiziert werden.
Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass McLuhans Theorien teilweise auf das Internet anwendbar sind, insbesondere unter Berücksichtigung seiner komplexen, geschachtelten Medienstruktur und der Notwendigkeit, neue Definitionen für heutige technologische Entwicklungen zu finden.
Schlüsselwörter
Marshall McLuhan, Medientheorie, Heiße Medien, Kalte Medien, Das Medium ist die Botschaft, Verliebt in seine Apparate, Internet, World Wide Web, Kommunikationswissenschaft, Medienbegriff, Narzissmus, Selbstamputation, Technologische Erweiterung, Sinneswahrnehmung, Medienanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Medientheorien „Heiße Medien und kalte“ sowie „Verliebt in seine Apparate“ von Marshall McLuhan auf das moderne Medium Internet angewendet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Medientheorien von Marshall McLuhan, insbesondere seine Konzepte der heißen und kalten Medien sowie der Beziehung des Menschen zu seinen Apparaten, und deren Übertragung auf das Internet.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Aktualität und Anwendbarkeit von McLuhans Thesen auf das Medium Internet kritisch zu überprüfen. Die Forschungsfrage lautet: Wie lassen sich McLuhans Theorien auf das Medium Internet anwenden?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine theoretische Analyse- und Anwendungsweise, bei der bestehende Medientheorien von Marshall McLuhan auf ein modernes Kommunikationsmedium, das Internet, übertragen und kritisch beleuchtet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Marshall McLuhan und sein Medienbegriff vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung und kritischen Beleuchtung seiner Theorien „Das Medium ist die Botschaft“, „Heiße Medien und kalte“ und „Verliebt in seine Apparate“. Anschließend erfolgt die Anwendung dieser Theorien auf das Medium Internet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter, die die Arbeit charakterisieren, sind: Marshall McLuhan, Medientheorie, Heiße Medien, Kalte Medien, Das Medium ist die Botschaft, Verliebt in seine Apparate, Internet, World Wide Web, Kommunikationswissenschaft, Medienbegriff, Narzissmus, Selbstamputation, Technologische Erweiterung, Sinneswahrnehmung, Medienanalyse.
Warum ist die Anwendung von McLuhans Theorien auf das Internet so kompliziert?
Die Anwendung ist kompliziert, da das Internet kein klassisches Medium im Sinne McLuhans ist, sondern ein weltweites Computernetzwerk, das eine Vielzahl von Medien (Texte, Bilder, Videos) in sich vereint und somit Merkmale sowohl heißer als auch kalter Medien aufweist, was eine eindeutige Klassifizierung erschwert.
Inwiefern lassen sich Narzissmus und Narkose, laut McLuhan, im Kontext des Internets beobachten?
Narzissmus zeigt sich in der Selbstpräsentation und dem Streben nach Bestätigung auf sozialen Plattformen (z.B. durch Likes auf Fotos), während Narkose in der Nutzung von Videoplattformen und Streaming-Diensten zur Betäubung und Ablenkung von Langeweile erkennbar ist.
Was meint McLuhan mit der Aussage "der Inhalt jedes Mediums ist immer ein anderes Medium" im Zusammenhang mit dem Internet?
Im Kontext des Internets bedeutet dies, dass die Inhalte, die über das Internet verbreitet werden, selbst Medien sind, die bereits vor dem Internet existierten, wie Sprache (im Buch), Filme (im Fernsehen) oder Musik (im Radio). Das Internet arrangiert und verbreitet diese „anderen Medien“ als seine eigenen Inhalte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Wie lassen sich die Theorien "Heiße Medien und kalte" und "Verliebt in seine Apparate" von Marshall McLuhan auf das Medium Internet anwenden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1671020