Diese Diplomarbeit handelt von der Entstehung der aktuellen Finanzkrise beginnend ab dem Jahr 2008.
Es werden originäre Finanzinstrumente untersucht die im direkten Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise und der WestLB stehen.
Ferner werden diese beispielhaft nach HGB und IAS/IFRS Grundsätzen bewertet und bilanziert.
Letztlich werden die orig. FI - die die WestLB zum Zeitpunkt 2008/2009 hält - an die Erste Allgemeine Abwicklungsanstalt ausgelagert und übertragen. Dieser Vorgang wird ebenfalls kritisch untersucht und zusammenfassend bewertet...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historie und Charakteristik der Westdeutschen Landesbank AG
2.1 Von der Hülfskasse zur WestLB AG
2.2 Kennzahlen der WestLB AG im Überblick
2.2.1 Geschäftsjahr 2007
2.2.2 Geschäftsjahr 2008
2.2.3 Geschäftsjahr 2009
3 Originäre Finanzinstrumente – Definition, Arten und Funktionsweisen
3.1 Definition des Begriffs „originäre Finanzinstrumente“
3.2 Arten und Tranchierung originärer Finanzinstrumente am Beispiel von Verbriefungen
3.2.1 Definition und Zweck von Verbriefungen allgemein
3.2.2 Asset Backed Securities
3.2.3 Collateralized Debt Obligations (Squared)
3.2.4 Tranchierung und Rating von Verbriefungen
3.2.5 Asset Backed Commercial Paper
4 Zusammenhang von originären Finanzinstrumenten, Finanzkrise und WestLB
4.1 Ursachen und Auslöser der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise
4.1.1 Politischer Hintergrund
4.1.2 Finanzpolitischer Hintergrund
4.1.3 Vergabe von Subprime-Krediten und seine Folgen
4.1.4 Refinanzierung und Kreditrisikosteuerung
4.1.5 Rolle der Ratingagenturen
4.2 Schlußfolgerungen für die künftige Arbeit der WestLB
4.2.1 Beteiligung der WestLB am US-Hypothekenmarkt
4.2.2 Gründe für Investitionen in Verbriefungen seitens der WestLB
4.2.3 Bewertungsproblematik im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise
4.2.4 WestLB Risikoabschirmung
4.2.5 Übertragung des WestLB Portfolios an Phoenix Light
4.2.6 Erliegen des Interbankenverkehrs und Maßnahmen der Bundesregierung
5 Bilanzierung, Bewertung originärer Finanzinstrumente nach HGB und IAS
5.1 Bilanzierung und Bewertung nach HGB a. F. und HGB n. F.
5.1.1 Vor Inkrafttreten des BilMoG
5.1.1.1 Ansatz und Ausweis
5.1.1.2 Zugangs und Folgebewertung
5.1.2 Nach Inkrafttreten des BilMoG
5.1.2.1 Ansatz und Ausweis
5.1.2.2 Zugang und Folgebewertung
5.2 Bilanzierung und Bewertung nach IAS und IFRS
5.2.1 Ansatz und Ausweis
5.2.2 Zugangsbewertung
5.2.3 Klassifizierung
5.2.4 Umwidmungen
5.2.5 Folgebewertung
5.2.6 Folgebewertungsmethode nach Klassifizierung
5.2.7 Erläuterungspflichten nach IFRS 7
5.3 Bewertung nach IAS/IFRS bei der WestLB im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise
6 Auslagerung auf eine Abwicklungsanstalt
6.1 Definition – „Bad-Bank“ und „Bad-Bank“-Modell
6.1.1 Grundprinzip des Zweckgesellschaftsmodells
6.1.2 Grundprinzip des Konsolidierungsmodells
6.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
6.2.1 Zweckgesellschaftsmodell
6.2.2 Konsolidierungsmodell
6.3 Erste Abwicklungsanstalt
6.3.1 Aufbau und Struktur
6.3.2 Übertragung des Abwicklungsportfolios
6.3.3 Zusammensetzung des Gesamtportfolios laut FSB-Bericht
6.3.4 (Re)-Finanzierung der EAA und der WestLB AG
6.3.5 Verlustausgleich
6.3.6 Rating des EAA Portfolios
7 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bilanzierung, Bewertung und Auslagerung originärer Finanzinstrumente am Beispiel der WestLB AG vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge zwischen strukturierten Wertpapieren, der Krise des Instituts und den daraus resultierenden regulatorischen sowie bilanztechnischen Konsequenzen wie der Auslagerung auf eine "Bad-Bank" zu beleuchten.
- Historische Entwicklung und Struktur der WestLB AG
- Definition und Funktionsweisen originärer Finanzinstrumente (insb. Verbriefungen)
- Ursachen und Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Bankensektor
- Handelsrechtliche (HGB) und internationale (IAS/IFRS) Bilanzierungsmethoden
- Analyse der "Bad-Bank"-Modelle und deren Anwendung am Beispiel der Erste Abwicklungsanstalt (EAA)
Auszug aus dem Buch
3.2.5 Asset Backed Commercial Paper
Eine weitere Form von verbrieften Forderungen, die zur WestLB Krise führten sind Asset Backed Commercial Paper (ABCP). Sie sind besicherte Geldmarktpapiere, die durch spezielle Zweckgesellschaften, sog. Conduits, im Interesse einer Fristentransformation emittiert werden.
Die Fristentransformation wird vollzogen, in dem das Conduit ein Portfolio an (Super)Senior-Tranchen mittel- oder langfristiger ABS-Anleihen kauft, diese in einem ABCP bündelt, neu tranchiert und am Geldmarkt kurzfristig emittiert.
Bedingt durch die kürzere Laufzeit (max. 1 Jahr) entsteht im Hinblick auf die Refinanzierung der mittel- und langfristigen ABS-Anleihen eine Fristenkongruenz. Daher ist es aus Sicht des Conduits notwendig, den Kauf der ABS- Anleihen durch mehrmalige Emission von ABCP zu refinanzieren.
Diese Fristenkongruenz spiegelt sich auch in der Verzinsung von ABCP wieder, da sie aufgrund ihrer Kurzlebigkeit niedriger verzinst werden als ABS-Anleihen. Die Zinsdifferenz generiert wiederum sog. Arbitrageerträge, das sind Erträge, die der Theorie nach risikolos zu erzielen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Krisensituation der WestLB AG zu Beginn des Jahres 2009 und Einführung in die Fragestellungen der Arbeit.
2 Historie und Charakteristik der Westdeutschen Landesbank AG: Überblick über die Unternehmensentwicklung von der Hülfskasse zur international tätigen Geschäftsbank sowie Analyse der relevanten Kennzahlen aus den Jahren 2007 bis 2009.
3 Originäre Finanzinstrumente – Definition, Arten und Funktionsweisen: Definition des Begriffs der originären Finanzinstrumente sowie detaillierte Untersuchung von Verbriefungsarten wie ABS, CDOs und ABCP.
4 Zusammenhang von originären Finanzinstrumenten, Finanzkrise und WestLB: Skizzierung der Krisenursachen und Untersuchung des Engagements der WestLB am US-Hypothekenmarkt.
5 Bilanzierung, Bewertung originärer Finanzinstrumente nach HGB und IAS: Detaillierte Betrachtung der handelsrechtlichen und internationalen Bilanzierungsvorschriften vor und nach dem BilMoG.
6 Auslagerung auf eine Abwicklungsanstalt: Definition und Darstellung der "Bad-Bank"-Modelle sowie praktische Umsetzung der Auslagerung bei der WestLB durch die Erste Abwicklungsanstalt (EAA).
7 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und kritische Würdigung der Ursachen für die Krise der WestLB sowie ein Ausblick auf die zukünftige Risikokultur.
Schlüsselwörter
WestLB AG, Finanzinstrumente, Verbriefungen, Asset Backed Securities, Collateralized Debt Obligations, Asset Backed Commercial Paper, Finanzkrise, Subprime-Krise, Bilanzierung, Bewertung, IAS/IFRS, HGB, Bad-Bank, Erste Abwicklungsanstalt, Risikoabschirmung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit behandelt die Bilanzierung, Bewertung und Auslagerung von originären Finanzinstrumenten unter besonderer Berücksichtigung der Krisenentwicklung bei der WestLB AG.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Im Fokus stehen die Funktionsweise strukturierter Finanzprodukte, die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf den Bankensektor sowie die rechtlichen und bilanziellen Rahmenbedingungen für die Auslagerung problematischer Aktiva.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, wie die WestLB AG in die Krise geriet, wie sie ihre komplexen Finanzportfolios nach HGB und IFRS bilanzierte und wie die rechtlichen Möglichkeiten zur Auslagerung ("Bad-Bank") zur Stabilisierung des Instituts genutzt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Geschäftsberichten sowie der Anwendung rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Bewertungsmodelle für Finanzinstrumente.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Finanzinstrumenten, die Hintergründe der Finanzkrise (insb. Subprime-Kredite), die Bilanzierung nach HGB und IFRS sowie den Aufbau und die Struktur der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA).
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie WestLB AG, Finanzinstrumente, Verbriefungen, Bilanzierung, Risikoabschirmung und Erste Abwicklungsanstalt (EAA) einordnen.
Warum war das Rating des EAA-Portfolios kritisch zu sehen?
Obwohl das Portfolio von Ratingagenturen Bestnoten erhielt, entsprachen diese Ratings laut Autor nicht dem tatsächlichen Risikogehalt der Inhalte, die als "finanzieller Giftmüll" bezeichnet werden.
Welche Rolle spielten die "Off-Shore-Gebiete" für die WestLB?
Die WestLB nutzte Standorte wie Dublin/Irland aufgrund niedriger Steuersätze und schwacher Regulierung für ihre Verbriefungstransaktionen, was die Intransparenz der Geschäfte erhöhte.
Was unterscheidet das Zweckgesellschaftsmodell vom Konsolidierungsmodell?
Das Zweckgesellschaftsmodell richtet sich primär an private Banken, während das Konsolidierungsmodell spezifisch für Landesbanken entwickelt wurde, um ganze Geschäftsbereiche unter das Dach der FMSA auszulagern.
- Arbeit zitieren
- Alexander Becker (Autor:in), 2010, Bilanzierung, Bewertung und Auslagerung originärer Finanzinstrumente, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167146