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Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach

Summary Excerpt Details

Die Heeresabnahmestelle Raderach bei Friedrichshafen war ein zentrales Element der deutschen Raketenproduktion im Rahmen des sogenannten „A4-Programms“, das später unter der Propagandabezeichnung V2-Rakete bekannt wurde. Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage archivalischer Quellen die Planungs-, Bau- und Organisationsgeschichte der Anlage zu rekonstruieren und in den Kontext der militärisch-industriellen Strukturen des Dritten Reiches einzuordnen.
Die Abnahmestelle Raderach diente der technischen Prüfung, Funktionskontrolle und militärischen Abnahme von Raketen, die bei der Luftschiffbau Zeppelin GmbH gefertigt werden sollten. Das Werk bei Raderach, in unmittelbarer Nähe zu Friedrichshafen am Bodensee gelegen, vereinte drei Prüfstände mit einer leistungsfähigen Sauerstoffanlage und einer eigenständigen Energie- und Wasserinfrastruktur.
Der Bau der Heeresabnahmestelle Raderach verdeutlicht enorme logistische, technische und personelle Aufwendungen, die mit der dezentralen Raketenproduktion in der deutschen Kriegswirtschaft verbunden waren. Überdies spiegeln sich darin die aufwendigen Entscheidungsprozesse zwischen dem Heereswaffenamt, der Amtsgruppe für industrielle Rüstung (Wa J Rü Mun 3), der Luftschiffbau Zeppelin GmbH sowie dem mit eingebundenen Bauunternehmen Beton- und Monierbau AG wider.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist nicht nur die Beschreibung des Bauverlaufs, sondern auch eine Analyse der beteiligten Institutionen, der eingesetzten Technik und der Arbeitsbedingungen, unter denen das Projekt realisiert wurde. Dabei werden die kursiv wiedergegebenen Originalquellen wortgetreu übernommen, um Authentizität und Quellenwert zu bewahren.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Danksagung

1. Historischer Kontext

2. Planung und Organisation

3. Frühe Bauentscheidungen 1941-1942

4. Bauphase und technische Umsetzung

5. Die Außenstelle F der Heeresanstalt Peenemünde

6. Personalstruktur und Arbeitsorganisation

7. Technische Infrastruktur

8. Übernahme und Betrieb

9. Schlussbetrachtung

Anhang
A. Chronologische Zeittafel 1941-1943
B. Quellen- und Literaturverzeichnis
Bauchronik der „Abnahmestelle Raderach“
Die Vorplanung
Vorzeitiges Ende der Vorplanung für die Errichtung von Prüfständen und einem
Sauerstoffwerk für Friedrichshafen
Abnahme Platz Raderach
Außenstelle F
Prüffeld Personal
Fa. Messer zeigt Interesse am Bau von Sauerstoff Erzeugeranlagen
Spätere Übernahme des Abnahme Platz Raderach
durch Wa A und Vorbereitung des Personaleinsatzes.
Zusammenfassung der Besprechung vom 23.07.1942 in Peenemünde zum
Bauvorhaben „Projekt F“
Baustand Abnahme Platz Raderach August 1942
Beschleunigung des Baufortschritt
Einarbeitungsprogramm für Angehörige der Heeresabnahmestelle A
Übersicht der Bauten und Prüfeinrichtungen in Oberraderach
Übersicht der Prüfeinrichtungen.
Inhaftierung der Bauarbeiter
Stilllegung Prüffeld Raderach.
Bombenangriff vom 16.8.1944
Kriegsende und Demontage
Rückbau (Sprengung der Bauten)

Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach

Thomas Kliebenschedel

Friedrichshafen, 2025

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

BAMA RH8 1763, NASM FE 848

Einleitung

Die Heeresabnahmestelle Raderach bei Friedrichshafen war ein zentrales Element der deutschen Raketenproduktion im Rahmen des sogenannten „A4-Programms“, das später unter der Propagandabezeichnung V2-Rakete bekannt wurde. Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage archivalischer Quellen die Planungs-, Bau- und Organisationsgeschichte der Anlage zu rekonstruieren und in den Kontext der militärisch-industriellen Strukturen des Dritten Reiches einzuordnen.

Die Abnahmestelle Raderach diente der technischen Prüfung, Funktionskontrolle und militärischen Abnahme von Raketen, die bei der Luftschiffbau Zeppelin GmbH gefertigt werden sollten. Das Werk bei Raderach, in unmittelbarer Nähe zu Friedrichshafen am Bodensee gelegen, vereinte drei Prüfstände mit einer leistungsfähigen Sauerstoffanlage und einer eigenständigen Energie- und Wasserinfrastruktur.

Der Bau der Heeresabnahmestelle Raderach verdeutlicht enorme logistische, technische und personelle Aufwendungen, die mit der dezentralen Raketenproduktion in der deutschen Kriegswirtschaft verbunden waren. Überdies spiegeln sich darin die aufwendigen Entscheidungsprozesse zwischen dem Heereswaffenamt, der Amtsgruppe für industrielle Rüstung (Wa J Rü Mun 3), der Luftschiffbau Zeppelin GmbH sowie dem mit eingebundenen Bauunternehmen Beton- und Monierbau AG wider.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist nicht nur die Beschreibung des Bauverlaufs, sondern auch eine Analyse der beteiligten Institutionen, der eingesetzten Technik und der Arbeitsbedingungen, unter denen das Projekt realisiert wurde. Dabei werden die kursiv wiedergegebenen Originalquellen wortgetreu übernommen, um Authentizität und Quellenwert zu bewahren.

Danksagung

Danke an Janina Ettel für Ihren unermüdlichen Einsatz bei der Erstellung der Abschriften und beim Übersetzen vom Englischen ins Deutsche, dies hat diese Arbeit deutlich vorangebracht - sprachlich wie fachlich.

1. Historischer Kontext

Die Entwicklung des Aggregat 4 (A4) markierte den Höhepunkt der deutschen Raketentechnik während des Zweiten Weltkriegs. Nach den ersten erfolgreichen Versuchen auf der Heeresversuchsanstalt Peenemünde (Usedom) ab 1941 wurde das Ziel formuliert, das Gerät in Serie zu fertigen. Hierfür mussten neben Produktionsstätten auch Einrichtungen geschaffen werden, die eine präzise Abnahme und Erprobung der fertigen Raketen ermöglichten.

Bereits 1941 entstand im Heereswaffenamt (HWA) die Überlegung, eine zweite Fertigungs- und Prüfstrecke im süddeutschen Raum aufzubauen, um die geographische Abhängigkeit von Peenemünde zu verringern. Diese Entscheidung basierte auf mehreren Faktoren: der zunehmenden Gefährdung durch alliierte Luftangriffe, der Notwendigkeit kurzer Transportwege für Komponentenlieferungen und der industriellen Infrastruktur rund um den Bodensee.

Friedrichshafen bot durch die bereits bestehende Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie - insbesondere durch den Luftschi^au Zeppelin, Maybach-Motorenbau und Dornier- Flugzeugwerke - ideale Voraussetzungen. Im Zuge der Planungen sollte die Zeppelin-Werft nicht nur zur Fertigung, sondern auch zur Prüfung der Raketen eingesetzt werden.

„Im Zuge der Planung und Einrichtung einer industriellen Massenfertigung des Aggregat 4 auf dem Werftgelände des Luftschi^au Zeppelin und dem Versuchsserienwerk in Peenemünde war auch die Erstellung von Prüfeinrichtungen für die gefertigten Raketen notwendig. Neben der reinen Funktionsprüfung sollten auch Leistungsabweichungen, die durch Fertigungstoleranzen entstanden, erfasst und ausgeglichen werden.“ *FE 728 B

Damit setzte 1941 eine intensive Vorplanung ein, die sowohl die technische Auslegung als auch organisatorische Zuständigkeiten festlegte. Das Heereswaffenamt beauftragte die Amtsgruppe für industrielle Rüstung (Wa J Rü Mun 3) mit der Prüfung, Planung und späteren Bauaufsicht der notwendigen Anlagen.

2. Planung und Organisation

Die konkrete Vorplanung für die süddeutsche Prüf- und Abnahmestelle begann Ende 1941. Ein zentraler Aktenvermerk vom 30. September 1941 fasst die Ziele zusammen: Durch gründliche Vorplanung sollte die Anlaufzeit zur Massenproduktion minimiert werden, wobei der Abschluss der Vorplanung ursprünglich für den 11. August 1942 vorgesehen war.

Im Dezember 1941 fanden in Peenemünde und Berlin mehrere Besprechungen statt, in denen die Kapazitäten für Treib- und Sauerstoffversorgung sowie die Standorte für Prüfstände diskutiert wurden. „A4 muss unter allen Umständen zum Februar 1942 zum Start kommen!“ lautete die unmissverständliche Weisung aus dem Heereswaffenamt.

Die Wahl fiel schließlich auf das Gelände bei Raderach, etwa fünf Kilometer nordwestlich von Friedrichshafen. Als Generalauftragnehmer wurde die Beton- und Monierbau AG bestimmt, deren Abteilung Steffin bereits die Prüfstände in Peenemünde errichtet hatte.

Am 16. Januar 1942 traf sich in Friedrichshafen eine hochrangige Delegation unter Leitung von Oberst Klett (Rüstungsinspektion V, Stuttgart) und Oberst Dornberger, dem Leiter der Heeresversuchsanstalt Peenemünde. In Anwesenheit von Dr. Eckener, Dr. Dürr, Dr. Schmidt und Baurat Pönicke wurden die Standortfrage, der Bau von Prüfständen und die Errichtung einer Sauerstoffanlage erörtert.

Im Ergebnis wurde beschlossen, bei Raderach ein eigenständiges Prüf- und Sauerstoffwerk zu errichten. Die zugehörige Aktennotiz nennt einen Wasserbedarf von 200 m[3] pro Minute und einen Energiebedarf von bis zu 2500 kW - technische Größenordnungen, die das Projekt zu einem der größten Einzelvorhaben des A4- Programms machten.

3. Frühe Bauentscheidungen 1941-1942

Nach den Vorbesprechungen Ende 1941 erfolgte die offizielle Entscheidung zum Bau der Abnahmestelle Raderach im Frühjahr 1942. Oberst Dornberger betonte in einem Vortrag vor dem Amtschef des Heereswaffenamts am 31. März 1942 die Dringlichkeit:

„Für die anlaufende Fertigung und die Vorbereitung der Massenbeschaffung von Gerät A4 werden eine Reihe von einleitenden Baumaßnahmen notwendig, z. B. Abbruch und Wiederauftau der Zeppelinhalle Friedrichshafen, Errichtung von Prüfständen für die bei LZ Friedrichshafen anlaufende Fertigung, Einrichtung von Versorgungsleitungen, Bau von Straßen und Verkehrsanlagen sowie die Errichtung einer Flüssig-Sauerstoffanlage.“ *FE 728 B

Damit war der Bauantrag offiziell gestellt, und das Heereswaffenamt beantragte die Bewilligung eines Bauvolumens von fünf Millionen Reichsmark. Bereits Anfang Mai 1942 begannen auf dem Gelände bei Oberraderach die ersten Vermessungsarbeiten und der Bau von Baracken für Zwangs- und Fremdarbeiter.

Zeitgleich wurde die Organisation der beteiligten Dienststellen festgelegt:

- Bauherr: Amtsgruppe für industrielle Rüstung - Munitionsabteilung 3 (Wa J Rü Mun 3) - Technische Aufsicht: Heeresanstalt Peenemünde - Entwicklungswerk (EW)

- Bauausführung: Beton- und Monierbau AG, Berlin/Stertn - Niederlassung Friedrichshafen

- Abnahmebehörde: Waffenamt Abnahme (Wa Abn)

Die Projektleitung übertrug die praktische Bauüberwachung an eine neu gegründete „Außenstelle F“ der Heeresanstalt Peenemünde, die fortan die Verbindung zwischen Bauherrn, Zeppelin und Wa Abn bildete.

4. Bauphase und technische Umsetzung

Der eigentliche Baubeginn der Heeresabnahmestelle Raderach erfolgte Anfang Mai 1942. Bereits zu diesem Zeitpunkt standen der Baustelle 200 russische Zivilarbeiter, 80 deutsche Fachkräfte sowie ein kleiner Verwaltungsstab zur Verfügung. Der Auftrag umfasste die Errichtung von drei großen Prüfständen, einer

Sauerstoffverflüssigungsanlage, mehreren technischen Nebenanlagen und der zugehörigen Infrastruktur (Straßen, Wasserleitungen, Energieversorgung).

Das Gelände bei Raderach war topographisch günstig gewählt: Das leicht ansteigende Terrain erlaubte eine natürliche Einfassung des Prüffeldes durch Erdaufwerfungen (Drumlin Hügel) , die als Sichtschutz dienten. Der Untergrund aus Gletscher - Grundmoräne erleichterte die Gründung der massiven Fundamentblöcke.

Die Firma Beton- und Monierbau AG übernahm die gesamte bauliche Leitung. Der Bau erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Firma Heylandt, Berlin, die für die Lieferung und Montage der Sauerstoffverflüssigungsanlage verantwortlich war.

„Der Baufortschritt machte eine fortlaufende Anpassung an die Erfordernisse der Erprobung möglich. Besonders die Ausführung der Prüfeinrichtungen wurde nach Maßgabe der in Peenemünde gewonnenen Erfahrungen laufend verbessert.“ *FE 728 D

Parallel zur Bauausführung entstand ein Barackenlager für rund 500 Arbeitskräfte. Die Unterbringung der Zwangsarbeiter erfolgte in einfachen Holzbaracken ohne ausreichende sanitäre Einrichtungen. Bis Dezember 1942 war der Rohbau aller drei Prüfstände abgeschlossen. Die Sauerstoffanlage nahm im März 1943 den Probebetrieb auf.

5. Die Außenstelle F der Heeresanstalt Peenemünde

Zur Überwachung des Baufortschritts und der späteren Erprobungsarbeiten richtete die Heeresanstalt Peenemünde im Sommer 1942 eine Außenstelle F in Friedrichshafen- Raderach ein. Diese Dienststelle fungierte als militärische Bauaufsicht und technische Prüftehörde

„Die Außenstelle F Raderach hat die Aufgabe, die Bauarbeiten zu überwachen, die Inbetriebnahme der technischen Einrichtungen zu prüfen und die Vorbereitung der Prüfstandserprobungen zu leiten.“ *RH 8 1959

Die Außenstelle koordinierte sämtliche Anweisungen zwischen Peenemünde und der Zeppelin-Werft. Sie prüfte Baufortschrittsmeldungen, gab technische Änderungen frei und verfasste detaillierte Wochenberichte an das Heereswaffenamt. Nach Kriegsende fand sich in den Akten ein Schreiben vom 15. August 1943, das die Bedeutung der Außenstelle hervorhob: „Ohne die ständige Präsenz fachkundiger Offiziere wäre der Baufortschritt nicht gewährleistet gewesen.“ *FE 728 F

6. Personalstruktur und Arbeitsorganisation

Die Heeresabnahmestelle Raderach war organisatorisch dem Heereswaffenamt (OKH/WA) unterstellt, genauer der Amtsgruppe Wa Prüf 11 und später der Waffen Abnahme (Wa. Abn.) Während der Bauzeit bestand eine enge Kooperation mit der Amtsgruppe für industrielle Rüstung - Munitionsabteilung 3 (Wa J Rü Mun 3), der Fa. Beton- und Monierbau AG und dem Luftschi^au Zeppelin GmbH.

Das Personal gliederte sich in drei Gruppen:

1. Technisches Personal (Ingenieure, Prüfmeister, Meß- und Regeltechniker),

2. Verwaltungspersonal (Sachbearbeiter, Quartierverwaltung),

3. Hilfspersonal (Zwangs- und Fremdarbeiter).

Ein Organisationsplan vom 15. Oktober 1943 weist 234 Beschäftigte für den späteren Regelbetrieb aus, davon 82 Fachkräfte in der Prüfstandabteilung. Während der Bauzeit waren weit über 500 Personen beschäftigt. *FE 728 D

In den Monatsberichten wurde wiederholt auf Engpässe bei Facharbeitern und Material hingewiesen, insbesondere im Elektrobereich. Dennoch gelang es, die termingerechte Fertigstellung der Hauptanlagen zu sichern.

7. Technische Infrastruktur

Die technische Infrastruktur der Heeresabnahmestelle Raderach spiegelte den hohen Entwicklungsstand des deutschen Raketenwesens wider. Kernstücke waren die drei Prüfstände, das Sauerstoffwerk der Firma Heylandt, eine leistungsfähige Energieversorgung und die notwendigen Kühl- und Sicherheitssysteme.

Jeder Prüfstand war so ausgelegt, dass Brennversuche eines vollständigen Aggregat 4 durchgeführt werden konnten. Die Prüfstände bestanden aus einer Stahlkonstruktion auf einem ca. 7 m hohen Beton Fundament. Die Abgase wurden über eine Umlenkschurre in eine gemauerte Auffanggrube geleitet, die mit Wasser gekühlt wurde.

„Die Prüfung eines A4-Triebwerks dauerte durchschnittlich 60 Sekunden. Dabei wurde eine Schubkraft von 25 Tonnen erzeugt. Eine Drucküberwachung erfolgte über fernbediente Messinstrumente in einem geschützten Kontrollbunker.“ *FE 728 F

Das Sauerstoffwerk produzierte flüssigen Sauerstoff für die Triebwerke. Es bestand aus letztlich 4 Heylandt-Verflüssigern, die monatlich rund 1500 Tonnen O2 lieferten. Der Sauerstoff wurde aus der Umgebungsluft gewonnen, verflüssigt und in isolierten Tanks gelagert. Die Anlage erforderte eine konstante Stromzufuhr; zu diesem Zweck wurde eine separate Hochspannungsleitung von Umspannwerk Jettenhausen (Ortsteil von Friedrichshafen) nach Oberraderach errichtet. Die Energieversorgung beruhte auf einem Anschluss an das Friedrichshafener-Netz mit einer Leistung von 2500 kW. Ein Transformatorenhaus wandelte die Hochspannung auf 380 V Niederspannung um. Die Kühlwasserversorgung erfolgte über eine Druckleitung aus dem Bodensee.

8. Übernahme und Betrieb

Die technische Abnahme der Heeresabnahmestelle erfolgte im April 1943. Nach Abschluss der Inbetriebnahmephase wurde die Anlage offiziell dem Heereswaffenamt übergeben. Im Verlauf des Jahres 1943 fanden einige Testläufe statt, bei denen Triebwerke überprüft wurden. Die Außenstelle F blieb bis Ende 1944 in Betrieb. Nach zunehmender Luftgefärdung wurden die Anlagen stillgelegt. Nach Kriegsende wurde das Gelände von französischen Truppen beschlagnahmt. Die technischen Einrichtungen wurden demontiert und 1948 die Gebäude gesprengt. Heute sind nur noch Fundamentreste und Gräben sichtbar, die vom ursprünglichen Ausmaß der Anlage zeugen.

9. Schlussbetrachtung

Die Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach verdeutlicht exemplarisch die organisatorische und technische Komplexität des deutschen Raketenprogramms. Raderach war kein isoliertes Projekt, sondern Teil eines dezentralen Netzwerks militärisch-industrieller Produktionsstätten, die von der Forschung in Peenemünde bis zur Serienfertigung in Mittelbau-Dora reichten.

Die Wahl des Standorts am Bodensee zeigt das Bestreben, industrielle Kompetenz, geographische Sicherheit und vorhandene Infrastruktur zu vereinen. Das Zusammenwirken von Militär, Industrie und Zwangsarbeitern prägte den Charakter dieser Einrichtung und steht zugleich für die Ambivalenz moderner Kriegstechnik - technischer Fortschritt unter menschenverachtenden Bedingungen.

Die vorliegende Arbeit zeigt, dass die Heeresabnahmestelle Raderach nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern ein Spiegel der nationalsozialistischen

Rüstungsorganisation war. Ihre Rekonstruktion trägt zum Verständnis der Verflechtung von Wissenschaft, Militär und Wirtschaft in der Kriegszeit bei.

Anhang

A. Chronologische Zeittafel 1941-1943

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

B. Quellen- und Literaturverzeichnis

Archivquellen:

- Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg, Bestand RH 8
- National Archives and Records Administration (NARA) Captured -German Documents (World War II) Fort Eustis Library (FE) „Bauakten und Korrespondenz Heeresabnahmestelle Raderach 1941-1944“
- Arolsen Archives, International Center on Nazi Persecution
- Kreisarchiv Landratsamt Bodenseekreis
- Archiv KZ Gedenkstätte Dachau
- Archiv KZ Gedenkstätte Buchenwald / KZ Mittelbau Dora

Sekundärliteratur:

- Dornberger, Walter: V2 - Der Schuss ins Weltall. Bonn 1952.
- Neufeld, Michael J.: Die Rakete und das Reich. Berlin 1994.
- Wagner, Jens-Christian: Produktion des Todes, Das KZ Mittelbau-Dora 2001.
- Werner Willhaus: Die Teuringertal-Bahn 1996.
- Kliebenschedel, Thomas: Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach.

Unveröffentlichtes Manuskript 2023.

Webseiten:

www.V2Werk-oberraderach.de

www.kz-gedenkstaette-friedrichshafen.de

Bauchronik der „Abnahmestelle Raderach“

30.9.1941

Im Zuge der Planung und Einrichtung einer industriellen Massenfertigung des Aggregat 4 auf dem Werftgelände der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und dem Versuchsserienwerk in Peenemünde war auch die Erstellung von Prüfeinrichtungen für die gefertigten

Raketen notwendig. In der Vorstellung Dornbergers, festgehalten in einem Schreiben vom 23.12.1941, sollten Prüfstände geschaffen werden, mit denen es möglich war, die Raketen im Takt von einer Stunde zu testen.

Neben der reinen Funktionsprüfung sollten auch Leistungsabweichungen, die bedingt durch Fertigungstoleranzen entstanden, erfasst und ausgeglichen werden. Die dabei festgestellten Einstellungsparameter sollten dann in einem Protokoll mit den entsprechenden Parametereinstellungen der Rakete beigefügt werden. Eine erste Erwähnung von Abnahme- Prüfstände findet sich in der Aktennotiz 293, zur Vorplanung der Massenfertigung, vom 30.9.1941 *FE 728B

Durch eine Vorplanung war festzustellen, ob mit den dem Reich zur Verfügung stehenden Mitteln die Massenproduktion durchzuführen ist und welche Fabrikationsmittel neu erstellt werden müssen. Die für die Fertigung einzusetzenden Kräfte waren zu bestimmen, für den Einsatz vorzubereiten und zum Teil schon für die Arbeiten der Vorplanung einzuschalten. Durch eine gründliche Vorplanung wollte man, die Anlaufzeit zur Durchführung der Massenproduktion auf ein Minimum verkürzen. Der Termin für die Beendigung der Vorplanung sollte der 11.8.1942 sein.

Nach der Vorplanung sollte dann die Vorbereitungs- oder Anlaufzeit beginnen. Während der Vorbereitungszeit waren die Vorbereitungen zu treffen, die erforderlich waren, um die Produktion der fertigen Geräte anlaufen zu lassen. Es mussten nach Ablauf dieser Zeit die erforderlichen Bauten erstellt, sämtliche Betriebsmittel bereitgestellt, Teillieferungen sämtlicher Einzelteile erfolgt, die Montagestraße komplett eingerichtet und die Arbeitskräfte bereitgestellt sein, sodass mit der Montage und damit auch mit dem Ausstoß begonnen werden konnte. Die dafür zur Verfügung stehende Zeit wurde mit 12 Monaten angenommen und begann mit dem Ablauf der Zeit für die Vorplanung. Der Termin für die Beendigung der Anlaufzeit war demnach am 1.8.1943.

Unter Punkt 3 der Aktennotiz zur Vorplanung heißt es zur Schaffung und späteren Überwachung der erforderlichen Kontroll-, Prüf- und Abnahmestellen:

Für die Durchführung der erforderlichen Kontrollen während der Fertigung, (Fertigungsprüfung) der Lehren-, Werkzeug- und Vorrichtungsprüfung und der Abnahmeprüfung der Einzelteile und des kompletten Gerätes in Bezug auf Maßhaltigkeit, stoffliche Beschaffenheit und Funktion sind Prüf- und Kontrollpläne aufzustellen und die Prüfmittel in Zusammenarbeit mit der HVP/ TB, PSP und der Betriebsmittelstelle für die Massenherstellung zu bestimmen.

Da die Durchführung der Kontrolle und Abnahme für die Massenfertigung durch die Abnahmestelle der Wehrmacht, (Wa Abn. und BAL) erfolgen wird, ist eine enge Zusammenarbeit mit diesen Stellen auch schon während der Vorplanung notwendig.

Punkt 4 der Aktennotiz zur Vorplanung der erforderlichen Bauten und Großanlagen steht vermerkt:

Während der Vorplanung sind die Projekte für alle zu erstellenden Bauten und Großanlagen, zum Beispiel Prüfstände für das Gerät und für Pumpen, Produktionsstätten für Graphitruder, flüssig O2, Salbei (Salpetersäure + Dieselöl) , Tankanlagen für Brenn- und Treibstoffe, auch für die Einsatzstellen und so weiter, soweit durchzuarbeiten, dass nach Ablauf der Zeit für die Vorplanung sofort Bauentwürfe vorgelegt werden können, sodass auf Befehl mit der Erstellung dieser Bauten begonnen werden kann.

Bei allen Projekten ist die zur Verfügung stehende Bauzeit 1 Jahr zu berücksichtigen und die Gesamtplanung darauf abzustellen. Die Planung erstreckt sich natürlich auch auf die Bereitstellung und Beschaffung von Baumaterial, Arbeitskräften und so weiter.

Zur Durchführung dieser Arbeiten kann zum Beispiel die Baugruppe Schlemp eingesetzt werden, welche ja Erfahrungen auf diesem Gebiet besitzt.

Desgleichen sind die entsprechenden Organisationen und Behörden stellen, für die Lenkung der Bauwirtschaft geschaffen sind, zur Mitarbeit heranzuziehen.

Punkt 5 der Aktennotiz zur Vorplanung befasst sich mit der Frage der Beschaffung, Unterbringung und Lagerung des Raketentreibstoffes, insbesondere mit der Produktion von flüssigem Sauerstoff.

Das Aufgabengebiet umfasste die Festlegung der für den Einsatz und der Erprobung benötigten Mengen an Treibstoffen, Feststellung wie groß ist die Erzeugung, auf die zurückgegriffen werden kann, überhaupt ist und welche Mengen davon für den Einsatz zur Verfügung gestellt werden können. Darüber hinaus sollte die Bestimmung der Transportmittel, der Anlagen zur Lagerung der während der Zeit bis zum Einsatz anfallenden Mengen und der Lagerungs- und Tankmöglichkeiten an den Einsatzstellen vorgenommen werden. Zusätzlich sollte festgestellt werden, ob neue Produktionsstätten, z.B. für die Erzeugung von flüssigem O2 oder Salbei erforderlich werden. Sei dies der Fall, seien diese Anlagen zu projektieren und festzustellen, ob es möglich wird, diese Anlagen zu den gestellten Terminen zu erstellen. Alle diese Fragen der Vorplanung erwartete man bis zum Ablauf der Zeit für die Vorplanung restlos zu klären. Der Beginn der Massenfertigung wurde abschließend in der Aktennotiz zur Vorplanung mit dem 1.9.1943 angenommen. *FE728B (Bb.Nr.31/41gKdos)

23.12.1941

B.b. 1713/41 g.kdo

Schreiben von Dornberger an die HAP.

Betr.: Entwicklung

...] Schaffung einer Einrichtung, mit der es möglich ist spätestens 1 Stunde nach heranführen des zu Prüfenden Gerätes an den Prüfstand zum Versuch zu kommen.

Heranziehung der Rüstungsinspektion Stuttgart und des Rüstungskommando Ulm anlässlich der Angelegenheit Zeppelin wird dringend erinnert. [.. .]A4 muss unter allen Umständen zum Februar 1942 zum Start kommen! [.

*FE728E

Die Vorplanung

Ein erster Punkt in der Vorplanung wurde Anfang Dezember 41 in Peenemünde besprochen. Im ersten Teil der Besprechungsniederschrift vom 2.12.1941 (*FE 728D)

wurde auf die benötigten Mengen an Raketen Treibstoffen eingegangen. Hierbei wurde anhand einer Aufstellung erfasst, welche Mengen an Treibstoff ein einzelnes Aggregat benötigte und mit welchen Verlusten durch Transport, Umfüllung und Lagerung zu rechnen sei. Für die Großserie ab 1943 rechnete man für jedes Aggregat zur Erprobung und dem Schuss je eine Füllung, an Brennstoff und Sauerstoff. Bei einer angenommenen Jahresproduktion von 5000 Raketen, ergab das einen Bedarf von 5880 Tonnen flüssigem Sauerstoff je Monat. Dem entgegen standen im Reichsgebiet eine Produktionskapazität von 2400 Tonnen Sauerstoff im Monat und zusätzlich noch 1350 Tonnen je Monat aus französischer Produktion.

Aus diesen Kapazitäten war es nach Ansicht des Heereswaffenamtes möglich, insgesamt 970 Tonnen je Monat abzuziehen. Bei der Durchrechnung aller Möglichkeiten blieb am Ende ein Monatsbedarf von 3680 Tonnen übrig, für diese der Neubau von Produktionsanlagen entschieden werden musste. In der Zusammenfassung der sofort zu ergreifenden Maßnahmen sollte Wa J Rü Mun klären;

Beschaffung von O2 in der deutschen Rüstungsindustrie oder anderen Standorten möglich wäre.

Falls keine Neubauten für Sauerstoff möglich sind, beschränkt sich die Stückzahl der O2 Geräte auf ca. 1600 - 3000 pro Jahr (Höchstzahl). Pro 2000 Geräte mehr ist der Neubau je einer O2-Anlage von der Größe der Peenemünder VW-Anlage (1500 moto) erforderlich. *FE728 D

Am 16.12.1941 gibt Oberst Dornberger bei einer Besprechung in Berlin bekannt, dass seitens des OKH beabsichtigt sei, die Firma Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen als Zweitfertigungswerk für das in Peenemünde Entwickelte A4, einzusetzen. Ende Dezember weist Dornberger die Heeresversuchsanstalt Peenemünde nochmals dringend darauf hin, dass die Rüstungsinspektion Stuttgart und das Rüstungskommando Ulm, nach Verpflichtung zur Geheimhaltung, baldmöglichst über die Absichten des OKH unterrichtet werden sollten, und um Unterstützung in dieser Angelegenheit bitten. Um die Vorplanung voranzubringen, kommt es am 16.1.1942 in Friedrichshafen zu einer Besprechung, an der Oberst Klett von der Rüstungsinspektion 5 Rü In V. Stuttgart, Dr. Eckener, Dr. Dürr Dr. Schmidt und Dipl. Ing. Eckener vom Zeppelin Luftschiffbau, Baurat Pönike, Wa Chef Ing. 4, Oberst Leutnant Stegmaier, Dipl. Ing. Rees, Wa Prüf 11 Gruppe 5. und zeitweise Fliegerstabsing. von Hinüber - RLM, Direktor Berner - Dornier, und Dr. Scharnow - Lauchhammerwerk Sachsen, anwesend waren. *FE 728 F

Die im Dezember 1941 durch Oberst Dornberger initiierte Planung, die Firma Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen als Zweitfertigungsstätte für das in Peenemünde entwickelte A4-Raketensystem einzubinden, führte rasch zu konkreten Umsetzungsschritten. In der Besprechung am 16. Januar 1942 in Friedrichshafen, an dem Vertreter des Militärs, der Industrie sowie der Zeppelinwerke teilnahmen, wurde der nächste entscheidende Schritt diskutiert: die notwendige infrastrukturelle Vorbereitung zur Aufnahme der Produktion. Im unmittelbaren Anschluss an diese Besprechung rückten technische und logistische Fragen in den Fokus, insbesondere der Bau eines geeigneten Prüfstandes für die A4-Raketen. Dieser war Voraussetzung für eine vollständige Fertigung am Standort Zeppelin. Dabei wurde klar, dass das bisherige Werksgelände aufgrund der Sicherheitsanforderungen nicht ausreichte. Verschiedene Standortoptionen wurden geprüft - besonders ein abgelegenes Tal bei Raderach, das durch seine topografischen und infrastrukturellen Eigenschaften als geeignet erschien. Parallel dazu liefen Überlegungen zur Errichtung einer Sauerstoffanlage sowie zur Sicherstellung von Energie- und Wasserbedarf. Während in Friedrichshafen also erste Maßnahmen zur Standorterschließung liefen, begannen in Peenemünde bereits die Vorbereitungen für die notwendige Logistik und Materialbeschaffung.

Im Aktenvermerk der Besprechung vom 16.1.1942 wurde unter Punkt 3 vermerkt:

III. Prüfstand.

Um die Gesamtfertigung der Geräte bei Zeppelin durchführen zu können, ist Erstellung eines Prüfstandes notwendig. Da der Prüfstand später auch mit Salbei Betrieb laufen soll, ferner aus anderen Sicherheitsgründen, ist ein Radius von 500 m, innerhalb dessen weder Siedlungen, noch Fabrikgebäude und so weiter stehen dürfen, erforderlich. Dies ist auf dem alten Gelände der Zeppelin Werft nicht möglich. L Z wird beschleunigt die Platzfrage klären. Es liegen verschiedene Möglichkeiten vor, die von Zeppelin geprüft und später endgültig zusammen mit einem Sachbearbeiter der HP festgestellt werden müssen. Dabei ist auffolgenden Punkten Rücksicht zu nehmen.

1.) Sicht und Geräuschtarnung

2.) Zweckmäßigkeit des Antransportes der Geräte und Treibstoffe.

3.) Lagerung der Treibstoffe

4.) Wasserhaltung. Wasserbedarf wird zu 200 Kubikmeter pro Minuten auf die Dauer von 2 Minuten etwa alle 1 bis 1,5 Stunden angegeben.

5.) Strombedarf (zirka 2000 bis 2500 kW) wird von HP noch genau mitgeteilt.

Beschleunigung erforderlich, da Bau zirka 3/4 Jahr dauert.

IV. Sauerstoffanlage.

Von dem im Reich zum Bau kommenden weiteren Sauerstoffwerken soll eine Anlage mit 1500 Tonnen Sauerstoffleistung pro Monat bei Zeppelin errichtet werden, da sie neben dem Einsatz auch für die Prüfzwecke verwendend verwendet werden soll.

Bedingungen:

1.) Grundbedarf mindestens 200 x 100 m.

2.) Bahn Anschluss und zweckmäßige Verbindung zum Prüfstand notwendig, daher möglichst in der Nähe des Prüfstandes.

3.) Wasserbedarf einer 1500- Tonnen- Anlage wird noch geklärt.

4.) Strombedarfzirka 2500 kW. (genauere Wert ist ebenfalls noch zu klären; stellt Engpass dar und darf noch besonderen Maßnahmen der Rü In.

*FE 728F

Die Akten vom 16. Januar 1942 zeigen deutlich, wie umfangreich die Pläne für Raketenprüfstände in Friedrichshafen bei Zeppelin waren. Neben der Anlage für Sauerstoff stapelte sich eine Menge technischer und logistischer Anforderungen - vor allem Sicherheitsfragen, Anbindung an die Logistik und der riesige Bedarf an Wasser und Energie standen im Mittelpunkt. Die Ideen wurden weitergesponnen und finden sich in der Besprechung vom 27. Februar 1942 wieder, festgehalten in der Niederschrift vom 8.

März 1942. Dort ging es konkret darum, den Prüfstand mit passenden Transportmitteln und Versorgungseinrichtungen auszustatten. Man sprach unter anderem über spezielle Eisenbahnwagen, mit denen Sauerstoff, Spiritus und T-Stoff transportiert werden könnten. Auch ein Warmvergaser und ein Elektrokarren samt Anhänger waren Thema. Gleichzeitig zeigte sich, dass trotz fortschreitender Detailplanung noch keine endgültige Entscheidung über die Umsetzung der Sauerstoffanlage gefallen war. In einer Rücksprache von Dr. Thiel am 4. März 1942 wurden erneut Bedenken zum tatsächlichen Bedarf und zur Frage eines Neubaus in Friedrichshafen geäußert. Das verdeutlicht, wie stark die infrastrukturelle Ausgestaltung des Prüfstandes von internen Abstimmungen und technischen Klärungen abhängte.

8.3.1942

Niederschrift über die Besprechung zwischen Wa Prüf 11/lll Ing. Pflug und HAP-EW/T Ing. Riedel II am 27.2.1942

Punkt 3.)

Fahrzeugbeschaffung für Prüfstand Friedrichshafen.

Getrennt von dem Vorhaben für den Einsatz wird für den Prüfstand in Friedrichshafen (Ingenieur Fereberger) folgendes benötigt.

a) 3 Stück MAN Eisenbahnwagen. b) 4 Stück 27.000 Litter O2 Eisenbahnwagen.

c) 2 Stück 18.000 l Spiritus Eisenbahnwagen.

d) 1 Stück 8400 l T-Stoff Eisenbahnwagen.

e) 1 Stück Warmvergasser. TB gibt WA Prüf 11/3 hierzu bekannt, ob LKW oder Eisenbahnwagen gewünscht ist. Ferner, ob auf diesen Fahrzeug auch eine Stickstoffflaschenbatterie Platz finden soll oder ob nur die stationäre Batterie des Prüfstandes gefüllt werden soll.

f) 1 Elektrokarren mit Anhänger.

Die Geldmittel für diese Beschaffungen müssen bei WA Chef Ing. 4/X Baurat Pönicke angefordert werden. Als Termin ist die Auslieferung dieser Fahrzeuge zum 1.4.1943 erforderlich. *FE728B

Im Zusammenhang mit der geplanten Prüfstandskapazitäten in Friedrichshafen und dem zunehmenden Bedarf an technischen Ressourcen für den Betrieb der Versuchsanlagen ergeben sich auch weiterführende logistische und infrastrukturelle Fragestellungen. Besonders der wachsende Bedarf an flüssigem Sauerstoff (O2) für das A4-Programm erfordert eine vorausschauende Planung hinsichtlich Produktion, Transport und Lagerung.

Die nachfolgende Aktennotiz vom 12. März 1942 dokumentiert hierzu eine Rücksprache, in der sowohl der konkrete Mengenbedarf als auch mögliche Standorte für zusätzliche Produktionsanlagen thematisiert werden.

12.3.1942

Aktenvermerk 12.03.1942 betrifft Peenemünde Rücksprache am 4.03.1942

1.) O2 flüssig.

Doktor Thiel teilt mit, dass aufgrund von Berechnungen der HVP für die einmalige Füllung des A4 Gerätes einschließlich aller Umfüllverluste 7,2 Tonnen O2 flüssig benötigt werden. Für die für 1943 geplante Großserie von 5000 A4 Geräten sind demnach erforderlich 5000 Füllungen für die Abnahme und 5000 Füllungen für den Abschluss.

10.000 Füllungen insgesamt, das heißt 72.000 Jahres Tonnen O2 flüssig oder 6000 Monatstonnen O2 flüssig. Zur Verfügung steht die O2 Anlage Peenemünde mit 1500 Monatstonnen O2 flüssig. Zur Deckung des Fehlbedarfs

von 4500 Monatstonnen O2 flüssig ist die Erstellung von drei weiteren Anlagen mit je 1500 Monatstonnen O2 flüssig erforderlich und zwar eine Anlage auf dem Gelände der Zeppelinwerft am Bodensee.

Baufreigabe voraussichtlich April bis Mai 1942 und zwei Anlagen in Westdeutschland.

Zu den von der HVP geplanten Anlagen macht Regierungsrat Doktor Ehrmann folgende Ausführungen.

a) Anlage auf dem Gelände der Zeppelinwerft.

Da die Erstellung einer neuen Anlage unter heutigen Umständen auf sehr großen Schwierigkeiten stößt, erscheint es zweckmäßig, die Anlage nicht auf dem Gelände der Zeppelinwerft in Friedrichshafen zu erbauen, sondern der bereits bestehenden Stickstoff Erzeugungsanlage, die zu dem Reich eigenen Bauvorhaben Gendorf gehört und sowieso erweitert werden muss, anzugliedern.

Alternativ zu einer Sauerstoffanlage in Friedrichshafen unterbreitet Thiel den Vorschlag, bestehende O2 Werke in Westdeutschland und Luxemburg heranzuziehen. Er nannte hierzu 8 bereits bestehende Standorte. In der Niederschrift vom 12.3.1942 heißt es dann wie folgt:

Dr. Thiel wird diesen Vorschlag Oberst Dornberger zur Entscheidung unterbreiten.

Die Vorschläge werden geprüft.

Endgültiger Entscheid über die Lage der zu erstellenden Anlagen erfolgt durch Oberst Dornberger. Bezüglich der Durchführung der geplanten Bauvorhaben schlägt Regierungsrat Dr. Ehmann vor, diese einer Treuhandfirma zu übertragen. Dieses Verfahren hat sich bei allen von der Abteilung bisher durchgeführten Bauvorhaben bestens bewährt.

Weiter weist er darauf hin, dass, wenn die geplanten Bauten zum vorgeschriebenen Termin einsatzbereit sein sollen, unbedingt für die Zuteilung des erforderlichen Bauvolumens und die Bereitstellung eines ausreichenden von allen anderen O K H - Bau - Vorhaben unabhängigen Rohstoffkontingentes gesorgt werden muss. Die Abteilung wird schon jetzt die Firma Messer und Heyland auffordern, Kostenvoranschläge für die geplanten O2 Flüssiganlagen einzureichen. *RH8 1959 FE354

2.4.1942 Bb. Nr. 760/42g.

Niederschrift des Vortrages. 31.3.1942

Für die Anlaufende Fertigung und die Vorbereitung der Massenbeschaffung von Gerät A4 werden eine Reihe von einleitende Baumaßnahmen notwendig, z.B.

1) Abbruch und Wiederaufbau der Zeppelinhalle Friedrichshafen

2) Errichtung von Prüfständen für die bei LZ Friedrichshafen anlaufende Fertigung.

3) Einrichtung von Versorgungsleitungen, Bau von Straßen und Verkehrsanlagen für die Prüfstände zu 2.).

Über die Durchführung dieser Maßnahmen ist durch den Herrn Amtschef bereits grundsätzlich entschieden worden.

4. ) Errichtung einer Flüssig-Sauerstoffanlage für LZ Friedrichshafen.

Die Notwendigkeit dieser Anlage in Verbindung mit der Fertigung bei Luftschiffbau Zeppelin und den dafür zu errichtenden Prüfständen ist bereits mündlich vorgetragen worden. Ein schriftlicher Auftrag wird noch gesondert vorgelegt.

Wa. Prüf. Beantragt für die Einleitung dieser Baumaßnahmen die Bewilligung von RM 5000000 Gleichzeitig wird gebeten, dieses Bauvolumen als für Baustufe 0 bereitgestellt zu erklären. Anträge auf Erteilung der GB-Baunummer werden gesondert vorgelegt.

*FE728B

7.4.1942 Bb. Nr. 62?/42g.Kdos

Schreiben an die Rüstungsinspektion 5

zu Händen Herrn Oberst Klett oder Vertreter i. A.,

Stuttgart

Betr.: Fertigung für die Heeresanstalt Peenemünde durch Luftschiffbau Zeppelin Friedrichshafen. Der Luftschiffbau Friedrichshafen ist für die Fertigung von Geräten A4 der Heeresanstalt Peenemünde vorgesehen.

Hieraus ergeben sich folgende besondere Maßnahmen:

1 .) Abbruch und Verlegung der Luftschiffhalle Löwenthal bei Friedrichshafen auf Grund eines persönlichen Entscheids des Herrn Reichsminister für Bewaffnung und Munition.

2 .) Einrichtung einer Abnahmestelle des OKH/WA durch Bau von Prüf- und Abnahmeständen mit Nebenanlagen auf einem Gelände bei Oberraderach 5 km nordwestlich von Friedrichshafen. Die Vorarbeiten hierfür, so z.B. der Geländeankauf sind bereits eingeleitet.

Die Rüstungsinspektion 5 wird von vorstehenden Maßnahmen unterrichtet und unter Bezug auf OKW/WI RÜ Amt/RÜ II? Nr. 3036/41 g.K. v. 19.9.1941 gebeten, sich erforderlichenfalls bei der Durchführung unterstützend einzuschalten. Beim Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen ist ferner eine Verbindungsstelle der Heeresanstalt Peenemünde - Ing. Fehreberger eingerichtet worden.

Das OKH wird versuchen, bezüglich der Facharbeiter, die bei LZ die Fertigung aufnehmen sollen, durch Kommandierung von Soldaten, die Arbeitseinsatzlage im Bezirk Friedrichshafen möglichst nicht zu erschweren.

Im Auftrage... *FE728F

16.4.1942 Bb. Nr. 866/42g. bzw. 17.4.1942 ( 2 ) BL Nr. 398/42g

Besprechungsniederschrift vom 16.4.1942

Betrf. Bauvolumen für Sauerstofferzeugungsanlagen und Abnahmeprüfstände Friedrichshafen

Major Thom ging einleitend davon aus, dass der Herr Reichsminister für Bewaffnung und Munition den Abbruch und Wiederaufbau der Friedrichshafener Halle zugestimmt hat.

Die Abbrucharbeiten seien bereits eingeleitet. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme, b.z.w. der Vorbereitung des Nachbaus von Gerät A4 durch LZ Friedrichshafen steht die Errichtung einer Sauerstoffanlage bei LZ Friedrichshafen, sowie der Bau von Prüf- und Abnahmeständen

Nebst Verkehrs- und Nebenanlagen bei Oberraderach, 5 km nordwestlich Friedrichshafen.

Der Abbruch und Wiederaufbau der Luftschiffhalle Friedrichshafen erfordert ein Bauvolumen von etwa RM 2000000 diese Summe konnte gerade noch aus dem Bauvolumen Wa. A bereitgestellt werden. Für die Sauerstoffanlage und die Prüfstände ist jedoch kein Bauvolumen mehr vorhanden und muss daher mit etwa RM 2000000 für Sauerstoffanlage Friedrichshafen, sowie Prüfstände, Spiritus- und T - Stofflager bei Oberraderach einschließlich Verkehrs- und Nebenanlagen neu beantragt werden.

Vizepräsident Dr. Fränk fragt, ob es nicht möglich ist, diesen Betrag noch aus dem Pennemünder Volumen herauszuwirtschaften Major Tom erwidert, dass dies völlig ausgeschlossen ist, da ja erst vor kurzer Zeit eine erneute Kürzung der Volumen Peenemünde von RM 2000000 angeordnet worden ist. Diese Kürzung trifft in übermaßen schon das Versuchserinwerk und ist nur durch schärfste Anwendung der Behelfsbauweise gerade noch durchführbar. Eine Abzweigung von Bauvolumen von Peenemünde für Friedrichshafen würde eine erneute Kürzung und damit eine Stilllegung und nicht Vollendung der Bauten des Versuchserienwerkes bedeuten.

Vize Pressident Dr. Fränk nimmt daraufhin Einsicht in die Projektunterlagen der Fa. Beton und Monierbau A.G. Diese Firma besitzt bereits große Erfahrung aus dem Bau der Prüfstände für Peenemünde und ist auch für Friedrichshafen vorgesehen worden.

Vizepräsident Dr, Fränk erklärt abschließend, dass sich die Bereitstellung von zusätzlichen 2000000 RM für Friedrichshafen ermöglichen lassen wird. *RH8 1959 FE 354

17.4.1942 (1)

Nach Überprüfung Thiels' Vorschläge entschied Dornberge 26 Tage später wohl in einer abschließenden Besprechung mit Ministerdirigent Brommer über das weitere Vorgehen. Diese wiederum führte am selben Tag im Heereswaffenamt bei Regierungsbaurat Pönicke zu einer weiteren Besprechung, die auf der einen Seite weitere Schritte vorzeichnete, aber auch unterschiedliche Standpunkte, z. B. zu der Treuhandschaft für die Durchführung der Bauvorhaben, hervorhob.

Aktenvermerk (vom 17.4.1942 ) über die Besprechung am 30.3.1942 bei WA Chef Ing 4 (XL)

betrifft Prüfstände und Sauerstoffanlage für das Gerät A4 bei Friedrichshafen.

Regierungsbaurat Pönicke gab den Anwesenden Herren als Grund der Zusammenkunft bekannt, dass diese in der Hauptsache Klarheit über die zu errichtenden Prüfstände geben soll. Baurat Pönicke wies darauf hin, dass in der Besprechung zwischen Ministerdirigent Brommer und Oberst Dannenberger am 30.3.1942 dahin gehend übereingekommen erzielt wurde, dass die Firma Zeppelin Luftschiffbau als Treuhandfirma mit der Bauabwicklung beauftragt werden soll. Nach Übernahme durch das Heer soll der Prüfstand der Wa. Abn. zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang sollen die anderen Anlagen wie Sauerstoffverflüssigungsanlage, Treibstoffanlage und Spritmischanlage mit erstellt werden.

Dr. von Braun stellt fest, dass der Entschluss die O2 Anlagen bei den Prüfständen zu errichten, nunmehr feststeht und wies auf die sich im anderen Falle ergebenden Mehrbelastungen der Reichsbahn durch Sonderzüge und Spezialtankwagen hin. Der Transport des O2 von der Kältemaschinenhalle zu den Prüfständen soll mittels selbst gebauter Plattenwagen mit Tank und mit direktem Antrieb erfolgen.

Wasserversorgung.

Das durch Ing. Fehrenberg HAP (Heimat Artilleriepark Peenemünde) mit der städtischen Wasserwerke Friedrichshafen angebahnte Projekt einer Erweiterung der Wasserversorgung Friedrichshafen mit einem Erstellungswert von circa 1,5 Millionen bei dem eine Beteiligung von OKH an der den Kosten zu 1/3 zugrunde gelegt war, wurde verworfen. Es besteht die Vermutung, dass die Stadt auf Kosten des OKH ihre Wasserversorgung erweitern will.

Direktor Müller von der Firma Beton und Monierbau Abteilung Stettin wies darauf hin, dass es sich hier um Gebrauchwasser und nicht um Trinkwasser handle. Eine Anzapfung des Bodensees in 50 m Tiefe mit einer 1,4 km langen Betonleitung würde sich nach roherster Schätzung auf circa Reichsmark 300.000 bis Reichsmark 400.000 stellen.

Die Eintritts-Temperatur des Wassers soll tunlichst unter 18° liegen. Bei 20°, was zur Not zugelassen werden kann, ergibt sich ein Mehrverbrauch. Direktor Müller bittet um Genehmigung einen Sachverständigen, Dr. Schumbich, Weimar, hinzuzuziehen zu dürfen. Dieser stellt diejenigen Möglichkeiten der Gebrauchs Wasserversorgung fest, die für den vorliegenden Fall am wirtschaftlichsten ist. Für die Beseitigung der Abwässer besteht nach Ansicht von Ingenieur Fehrenberg keine Schwierigkeiten. D.E bedarf die Frage der Abwässerführungen noch einer eingehenden Prüfung.

Baubetreuung.

Entgegen der in der vorgegangenen Besprechung getroffenen Abrede vertritt Dr. von Braun den Standpunkt, die Firma Zeppelin Luftschiffbau wohl als Treuhänderin für die Fertigungsstätte einzusetzen, sie jedoch mit der Betreuung der Prüfstände und der O2 Anlage nicht zu belasten, zumal die LZ hierfür auch wenig Interesse zeigt. Seitens Waffen Chef Ing 4 (X) wurde betont, dass eine unmittelbare Betreuung des Bauprojekts „Prüfstand“ ohne Einschaltung einer Treuhandfirma aus personellen Gründen nicht möglich ist, da Ing. Fehrenberger durch Peenemünde keine weitere personelle Unterstützung geben werden kann erklärte sich Hauptmann König von Wa. Abn. Bereit, mit Abteilungschef Wa. Abn. zu sprechen, ob Wa. Abn. mit einer technischen Kraft und einer Verwaltungskraft aushelfen kann. Dieser Weg erscheint zweckmäßig, da Wa. Abn. bereits über ein Bau- Referat verfügt und da der Prüfstand ohnehin später von Waffen Abnahme übergeben werden wird.

Direktor Müller von Firma Beton und Monierbau erklärt, dass seine Firma bausmäßig die Betreuung durch einen Diplom Ingenieur und zwei Ingenieure bis zur schlüsselfertigen Herstellung durchführen wird.

Die gesammelten Betriebserfahrungen der O2 Anlage in Peenemünde sollen durch Betriebsleiter Utpatel der Firma Heylandt-Ges. übergeben werden. Herr Utpatel unterstützt

1.) die auftragsmäßige Abwicklung und 2.) die betriebliche Aufsicht der O2 Maschinenanlagen und ist als Betriebsleiter hierfür vorgesehen.

Dr. Ehmann Mun. 3 weist in einer Zwischenfrage darauf hin, dass der Bedarf an Büro-Facharbeitskräften für die verwaltungsmäßige Baudurchführung nicht unterschätzt werden darf.

Zur Entlastung wäre zweckmäßig doch eine Treuhandfirma einzuschalten. Es wird vorgeschlagen, die bauende Firma Beton und Monierbau damit zu betrauen.

Auf eine dahin gehende Anfrage des Dr. von Braun erklärte Baurat Pönicke, dass eine Erstellung der Anlage über Montan nicht in Frage käme, da es sich nicht um eine Heeres eigene Fertigungswerk handelt, sondern um eine Art Schießplatz.

Bauvolumen, Kontingente und Dringlichkeitseinstufung.

Dr. von Braun glaubt, nach dem ersten Maitagen, nach erfolgter V 2, das erforderliche Bauvolumen und die Kontingente in Form einer Sonderzuweisung und eine Einstufung in eine besondere Dringlichkeitsstufe durch OKW zu erhalten.

Firma Heylandt erklärt, allein mit SS- Stufung keine tragbaren Liefertermine halten zu können.

O2 Anlage

Durch Verwendungsverbote u.s.w. bedingte Schwierigkeiten bei der Erstellung der O2 Anlage, wie z._B.: Verwendungsverbote für Messing als Kühlrohre bis -100° werden durch Dr. Ehmann geklärt.

Firma Heylandt-Ges. gibt an Dr. Ehmann eine Kontingent Aufstellung.

Ergebnis

Die Besprechung kann zu folgenden Ergebnis und Entschlüssen:

1 .) Die bauliche Anmeldung durch und Durchführung erfolgt durch Wa. Abn.. Wa. Abn. beauftragt den örtlichen Vertreter der HAP unter Bereitstellung zweier Hilfskräfte mit der Erstellung des Prüfstandes. Wa. Abn. überträgt die schlüsselfertige Erstellung der Bauten an Beton und Monierbau als Treuhandfirma einschließlich der Gleisanlagen, unter Wasserversorgung, Treibstoffanlage und Spritmischanlagen.

2 .) Die Durchführung der maschinellen O2 Anlage einschließlich Krananlage übernimmt Baurat Dr. Ehmann von Mun 3. Bei der O2 Anlage bei Friedrichshafen wird auf Sauerstoff Gasgewinnung verzichtet.

3 .) Die Frage der Versorgung Energieversorgung wird von Chef Ing. 4 / XL über Chef Ing. 4 / V geklärt. Transformiert wird 55000 V auf 6000 V und von 6000 V auf 380 V bei einem Leistungsbedarf von 2500 KW. *FE728F

Somit stand für das Erste fest, dass die Firma Beton- und Monierbau für den Bau der Waffenabnahme, des Bauherrn Heeresversuchsanstalt Peenemünde, als Treuhandfirma mit der Erstellung der Prüfstände und Nebenbauten beauftragt wird und die zuständige Amtsgruppe für industrielle Fertigung (Mun 3) die maschinelle Ausstattung des Sauerstoffwerkes übernahm. Das blieb aber nur kurz so. Etwas später, am 16.4.1942, wurde auf Wunsch von Dornberger nach einer erneuten Besprechung die Zuständigkeit Wa Abn. nochmals aufgeworfen, da die Fa. Beton- und Monierbau die Treuhandschaft dann doch nicht übernehmen wollte. Darauffolgend wurde die Zuständigkeit nochmals dahingehend abgeändert, dass die Verantwortung für den Bau der Prüfstände ebenfalls an die Amtsgruppe für industrielle Fertigung Wa j Rü (Mun 3) übergeben wird. (siehe Bericht zum 30.4.1942, Blatt Nr. 777/42) und Blatt 399, Schreiben vom 17.4.1942, Major Thom

17.4.1942 (2)

In einem Fernmündlichen Besprechung Reg Rat Dr. Ing Ehmann - Wa Rü (Mun 3 ) und Major Thom - Wa Prüf 11 am 17.4.1942 wurde folgendes geklärt:

1 .) Die von Major Thom vorgetragene Sorge, dass durch die Einschaltung einer Treuhandfirma eine weitere Zwischeninstanz und damit Hemmungen in der Durchführung des Projektes eintreten können, wird von Reg Rat Dr. Ing Ehmann nicht geteilt. Wa J Rü ( Mun 3 ) betrachtet diese Treuhandfirma ledentlich als ihre Generalbevollmächtigten, der alle Aufträge usw, für Wa J Rü ( Mun 3 ) zentral zu bearbeiten hat und mit dem abzurechnen ist.

Wa J Rü ( Mun ) wird selbstverständlich veranlassen, dass die Fa. Beton und Monierbau A.G. mit der Baudurchführung beauftragt wird, da diese Firma von Peenemünde her über die unbedingte notwendigen Erfahrungen verfügt.

Arbeitsstab Wa A/VP wirdjedoch gebeten , Wa J Rü ( Mun ) zu beauftragen , dass die Firma Beton- und Monierbau A.G. herangezogen wird, ohne dass andere Firmen zur Angebotsabgabe aufgefordert werden, weil nun einmal diese Firma die Erfahrungen und vor allem die beim Bau von Prüfständen in Peenemünde bereits eingearbeiteten Fachkräften besitzt. Eine andere Lösung würde eine nicht tragbare Verzögerung in das Vorhaben hineinbringen.

2 .) Mayor Tom bittet, dass der Treuhandfirma die Auflage gemacht wird, dass sie außerdem in enger Verbindung mit der Heeresanstalt Peenemünde zu arbeiten hat und mit dieser direkten Verbindung aufnehmen soll, damit die Erfordernisse der HAP bei der Durchführung des Projektes Friedrichshafen gewährt bleiben.

Regierungsrat Dr. Ehmann sagt dieses zu. Er hat heute bereits eine Besprechung mit der Treuhandfirma vorgesehen und wird den Arbeitsstab weiter unterrichten.

Dr. Ehmann bittet anschließend nochmals darum, dass der Arbeitsstab Wa A/VP sich unter allen Umständen für die besondere Dringlichkeit des Vorhabens einsetzt und zwar ist für die Beschaffung der Maschinen und so weiter mindestens die Mineralöldringlichkeit erforderlich. Wa A/VP müsste sofort entsprechende Antrag an OKW/Wi Rü Amt stellen. * RH8 1959 Siehe auch Schreiben 866/42g vom 16.4.1942

Vorbereitung der Abnahme Gerät A4 bei LZ Friedrichshafen

In Abänderung der Ziffer 1 des Vorgangsschreiben wird Wa J Rü ( Mun 3 ) mit der Errichtung und Einrichtung von Prüfstände mit dem Bau einer Sauerstoffanlage und einer Spiritus- und T-Stoff Lager, sowie aller hierfür erforderlichen Maßnahmen beauftragt.

Nach Fertigstellung aller Bauten gehen der Betrieb und die Verwaltung an Wa Abn. über.

*FE728F

Es geht hierbei um die Abänderung des Beschlusses vom 2.4.1942, Blatt Nr. 759, Arbeitsstab Wa. Abn. VP. Siehe auch Ziffer 1. Aktenvermerk über die Besprechung vom 30.3.1942, Blatt 0892/42, 17.4.1942

Siehe auch:

Arbeitsgruppe Treibstoffe des Arbeitsstabes Wa. A/V.P.

Bericht zum 30.4.1942.

II. Vorhaben Friedrichshafen, Prüfstände und Sauerstoffanlage.

In der Besprechung bei Wa Chef Ing. 4. am 30.3.42.

(Aktenvermerk Nr. 5506/42 geh. Wa Chef Ing. 4. ( L ) vom 17.4.1942) wurde festgelegt, dass der Bau der Prüfstände einschließlich Erstellung der des Gebäudes für die Sauerstoff Erzeugeranlage der Lagerbauten und sonstigen Baumaßnahmen federführend von Wa A Abn durchgeführt werden sollen. Während die maschinelle Beschaffung wie Sauerstoffanlage, Spritmischanlage, Krananlage, elektrische Einrichtungen und der Abschluss eines Stromlieferungsvertrages durch Wa J Rü (Mun 3) erfolgen sollten.

Die von Anfang an geäußerten Bedenken hinsichtlich Übertragung der Arbeiten an Wa A Abn bestätigten sich, da es nicht das Aufgabengebiet von Wa A Abn ist Anlagen zu erstellen und sich demzufolge eine Reihe von Schwierigkeiten hinsichtlich Durchführung der Anmeldung des Vorhabens, Gestaltung von Kontingenten und so weiter zeigten. Und außerdem Wa A Abn nicht über die nötigen Erfahrungen über den Bau von Anlagen verfügte.

In der Besprechung bei Wa J Rü (Mun 3) am 15.4. 1942 wurde deshalb auf Veranlassung von Wa A Prüf 11 mit Oberst Dornberger die Frage der Durchführung des Bauvorhabens erneut besprochen und es wurde festgelegt, dass die gesamte Anlage, das heißt Errichtung der Prüfstände, Bau der Sauerstoffanlage, der Lagerbauten und so weiter federführend von Wa J Rü (Mun 3) durchzuführen ist. Wobei das Büro Friedrichshafen der Heeresanstalt Peenemünde beim Luftschiffbau Zeppelin hinsichtlich der technischen Begutachtung der zu erstellenden Bauten und Anlagenteile verantwortlich eingeschaltet werden soll.

Die von Wa J Rü (Mun 3) geplante Einschaltung einer Treuhandfirma konnte nicht verwirklicht werden, da die in Aussicht genommene Firma ihre ursprünglich angedeutete Bereitwilligkeit infolge Durchführung neuer kriegswichtiger Aufgaben und damit bedingten Personalmangels nicht aufrecht hielt. Um nicht weiter kostbare Zeit zu verlieren, wurde von der Amtsgruppe Wa J Rü (Mun) beschlossen, dass das Vorhaben von der Abteilung Wa J Rü (Mun 3) selbst durchgeführt wird. Dazu ist die Einrichtung einer Außenstelle Friedrichshafen, die die Bauaufsicht über die dort eingesetzten Firmen und den Verkehr mit den militärischen und zivilen Stellen überwacht, erforderlich [ * RH 8 1959 FE 354

30.4.1942

An Wa J Rü (Mun 3) 30.4.1942

Betr. Baumaßnahmen Friedrichshafen.

Vorg.: Wa 72 p 30 Wa A/VP Bb. Nr. 399/42 g Kdos vom 17.04.1942.

Unter Bezugnahme auf Ziffer 1, Absatz 2 des Vorgangsschreibens wird W J Rü ( Mun 3) gebeten, die Firma Beton- und Monierbau A.G.

Stettin mit der Baudurchführung Abnahmeplatz Oberraderach zu beauftragen, ohne erst auf andere Baufirmen zurückzugreifen.

Diese Maßnahme ist unbedingt erforderlich, weil

1. die Firma Beton- und Monierbau A.G. bereits die Prüfstandsbauten der Heeresanstalt Peenemünde durchgeführt hat und daher auf diesem Sondergebiet alleine die entsprechende Erfahrung besitzt.

2. die Firma in Folge der für Peenemünde durchgeführten Bauten über erforderlichen Stamm eingearbeiteter Fach- und Bauarbeiter verfügt.

3. seitens des G.B. Bau der Einsatz von Bauarbeitern der Firma für das Vorhaben Friedrichshafen bereits genehmigt ist.

4. nur allein mit den unter 1 - 3 genannten Maßnahmen die der Dringlichkeit entsprechend beschleunigte Baudurchführung gewährleistet sind. *FE 728 F

Vorzeitiges Ende der Vorplanung für die Errichtung von Prüfständen und einem Sauerstoffwerk für Friedrichshafen

Am 31.3.1942, einen Tag nach der Besprechung_bei WA Chef Ing 4 (XL), hält Dornberger vor dem Amtschef des Heereswaffenamtes in Berlin einen Vortrag über die notwendigen Baumaßnahmen in Friedrichshafen. Aus dessen Niederschrift geht auch hervor, dass die Vorplanung für Friedrichshafen nahezu abgeschlossen ist, und es werden erste Summen über die Kosten (Bauvolumen) der Baumaßnahmen genannt. (siehe 2.4.1942 Niederschrift des Vortrages. 31.3.1942 *FE728B)

Gegen die Bewilligung des Bauvolumens gab es wohl seitens des Amtschefs des Heereswaffenamtes erstmal keine Eingaben, so dass dem Antrag für das Bauvolumen zugestimmt wurde und damit die Vorplanung zumindest für Friedrichshafen beendet war. Man ging also bereits 4 Monate früher in die „ Vorbereitungs- bzw. Anlaufzeit“_und unterrichtete die zur Unterstützung verpflichteten Stellen.

(Siehe Schreiben: 7. April 1942 *FE728F)

Im Frühjahr 1942 liefen in Süddeutschland die Vorbereitungen für den Baubeginn wichtiger Anlagen im Zusammenhang mit dem A4-Programm an, insbesondere in Friedrichshafen und Raderach. Parallel dazu wurden in Berlin die veranschlagten Kosten von fünf Millionen Reichsmark erneut überprüft. Angesichts der angespannten Haushaltslage sollten Einsparpotenziale geprüft werden, weshalb das Heereswaffenamt nochmals zur Stellungnahme aufgefordert wurde.

Am 31. März 1942 wurde eine Niederschrift über die geplanten Baumaßnahmen erstellt. Für die anlaufende Fertigung und die Vorbereitung der Massenproduktion des Geräts A4 bei der Luftschiffbau Zeppelin GmbH waren umfangreiche Maßnahmen erforderlich. Dazu zählten der Abbruch und Wiederaufbau der Zeppelinhalle in Friedrichshafen, der Bau von Prüfständen, Versorgungsleitungen sowie verkehrstechnische Erschließungen. Zudem war die Errichtung einer Flüssigsauerstoffanlage vorgesehen, die für den Betrieb der Prüfstände und die Versorgung der Raketenfertigung unerlässlich war. Das Heereswaffenamt beantragte hierfür die Freigabe eines Bauvolumens von fünf Millionen Reichsmark im Rahmen der „Baustufe 0“.

In einer Besprechung am 16. April 1942 wurde festgestellt, dass die ersten Arbeiten - insbesondere der Abbruch der Halle - bereits begonnen hatten. Die hierfür benötigten zwei Millionen Reichsmark konnten noch aus dem Volumen Wa. A gedeckt werden. Für die weiteren Maßnahmen, insbesondere die Sauerstoffanlage sowie die Prüf- und Abnahmestände in Oberraderach, fehlten jedoch die Mittel. Ein zusätzlicher Bedarf von weiteren zwei Millionen Reichsmark wurde daher angemeldet. Ein Vorschlag, Mittel aus dem stark gekürzten Bauvolumen Peenemündes umzuleiten, wurde strikt abgelehnt. Letztlich sicherte Vizepräsident Dr. Fränk nach Prüfung der Projektunterlagen der Firma Beton- und Monierbau AG die Möglichkeit zu, die fehlenden Mittel bereitzustellen. (Siehe: 17.4.1942 (2) BL Nr. 398/42g Besprechungsniederschrift vom 16.4.1942 *RH8 1959 FE 354)

Im Verlauf der Besprechungen wurden auch Alternativen zur Errichtung einer eigenen Sauerstoffanlage in Friedrichshafen diskutiert. Thiel schlug vor, auf bereits bestehende Sauerstoffwerke im westdeutschen Raum sowie in Luxemburg zurückzugreifen. Er nannte acht geeignete Standorte, die für eine Belieferung infrage kämen, um Baukosten und Zeit zu sparen. Dennoch blieb die Forderung nach einer eigenen Anlage in Friedrichshafen, trotz der erheblichen Kosten bestehen, da dies eine unabhängigere und effizientere Versorgung für das A4-Projekt sichern sollte. Diese Überlegungen führten schließlich zur Entscheidung des Amtschefs vom 24. April 1942, unmittelbar mit der Beschaffung maschineller Einrichtungen für drei Flüssigsauerstoffanlagen zu beginnen.

28.4.1942

An Wa J Rü (Mun)

Betrifft: Maschinelle Einrichtungen von Sauerstoff Erzeugungsanlagen.

Vorgang: 30.3.42 bl 627/42 Wa J Rü Mun und 24.4.1942 Bd Nr 371/42 Wa /VP

Der Herr Amtschef hat beim Vortrag am 24.4.1942 entschieden, dass mit der Beschaffung der maschinellen Einrichtungen für 3 flüssig Sauerstoffanlagen sofort zu beginnen ist und zwar für

1 Anlage in Friedrichshafen,

2 Anlagen in besetzten Westgebiet.

Aufgrund dieser Entscheidung wird von Wa J Rü (Mun) hierdurch mit der Beschaffung beauftragt.

Für die Fest Festsetzung der Dringlichkeit ein was - Einreihung in die Mineralöldringlichkeit - wird durch Wa A/VP noch besonderer Entscheid herbeigeführt. *728D RH8 1959

Abnahmeplatz Raderach

Die Außenstelle F der Heeresanstalt Peenemünde

Stand der Planungs- und Bauarbeiten in Raderach (Mai 1942)

Im Mai 1942 begannen die Bauarbeiten am Prüfstandsgelände Oberraderach bei Friedrichshafen. Die Geländeaufmessung und die Planung der Prüfstände wurden abgeschlossen, ebenso hat der Bau von Unterkünften für Bauarbeiter und Kriegsgefangene begonnen. Die technische Infrastruktur, darunter eine Vakuumtrocknungsanlage, sollte zentral in Oberraderach installiert werden. Aufgrund fehlender GB-Baunummern und nicht zugeteilter Baumaterialien wie Eisen, Zement oder Treibstoffen drohten erhebliche Verzögerungen. Eine Belegschaft von 200 Zivilrussen, 80 Stammarbeitern sowie technischem Personal konnte mangels GB-Baunummer nicht vollständig beschäftigt werden. Parallel liefen Planungen für Brennversuche des A4-Geräts, wobei aus Effizienzgründen eine Umstellung auf Einzelabstimmungen einzelner Triebwerksteile angestrebt wurde. Dipl.-Ing. Metzner vom Luftschiffbau Zeppelin wurde mit dieser Aufgabe betraut. Politischer Druck führte schließlich zur Zuteilung einer GB-Baunummer durch das Reichsministerium für Bewaffnung. Für die neue Sauerstoffanlage entschied man sich für eine Anlage der Fa. Heylandt, da an der Anlage der Fa. Messer Zweifel bestanden. Die Dringlichkeit der Maßnahmen wurde durch die direkte Einbindung hochrangiger Stellen unterstrichen.

13.5.1942

Niederschrift über die Besprechung am 13.5.1042 Bl Nr.876/42g

Betr. Abstimmung von A4 ohne Brennversuche

Die auf dem Prüffeld von VW und Zeppelin vorgesehenen Abnahmebrennversuche gestatten bei der verhältnismäßig geringen Ausrüstung mit Messeinrichtungen und bei der Forderung zur kurzfristigen Durchführung der Versuche nicht die genaue Abstimmung der Triebwerksseite eines Gerätes auf die erforderlichen Leistungsdaten. Insbesondere währe zur Abstimmung eine mehrfache Wiederholung des Brennversuchs erforderlich., die bei späteren großen Stückzahlen untragbar erscheint. Außerdem ist für die Zukunft anzustreben, aus Gründen der Vereinfachung von Brennversuchen ganz abzukommen und die Erprobung der Geräte entweder durch Einzelabstimmung der einzelnen Triebwerksteile oder durch Spritzversuche des Gesamtgerätes zu ersetzen.

2 Mit der zentralen Bearbeitung der Aufgabe der Abstimmung von A4 - Geräten durch Einzelabstimmung der Triebwerksteile und genaue Festlegung der Abnahmebedingungen wird Dipl. Ing. Metzner - Lu ftschi ffbau Zeppelin, z.Zt. kommandiert zur HAP , beauftragt.*FE728F

16.5.1942

Niederschrift über die Dienstreise vom 2-5.5.1942 nach Friedrichshafen

6. Abnahme Stelle Oberraderach

Die Bauarbeiten in Oberraderach haben bereits begonnen. Die Aufmessung der Gleisanlagen und der genauen Lage der Prüfstände ist bereits Abgeschlossen Die Bauarbeiten an den Baracken für die Bauarbeiter und Kriegsgefangenen sind im Gange. Die Lage des am weitesten südlich stehenden Prüfstandes wurde noch etwas abgeändert, damit die Auslassrichtung nicht wie bisher in den Wald hineinführt.

Die Vakuum Trockenanlage soll entgegen früherer Festlegungen nicht bei LZ sondern auf das Gelände Oberraderach aufgestellt werden

LZ wird von sämtlichen Bauprojekten Bauentwürfe aufstellen, die gleichzeitig Wa Prüf 11 und Wa Chef Ing. 4 zugeleitet werden. Nach Genehmigung wird Wa Prüf 11 diese Bauentwürfe Wa Chef Ing 4. zuleiten und gleichzeitig LZ von der Genehmigung verständigt.

Die Bauentwürfe für das Projekt Oberraderach werden bei Wa Prüf 11 durch HAP/TB ( Ing. Teßmann ) vorgelegt. * RH8 1959

16.5.1942

Telegramm von Herrn Direktor Müller von der Firma Beton und Monierbau, an Oberst Dornberger Berlin, Kranzstraße 3.

Sende nachstehendes Fernschreiben an MUN 3, zur Unterrichtung an Oberstleutnant

Stegmeier und bitte um Unterstützung:

Die heutige Baubesichtigung ergibt die Tatsache, dass unsererseits alle Vorbereitungen zum Baubeginn getroffen sind. Wegen fehlen der GB- Bau Nummer und der damit zusammenhängenden bisher nicht erteilten Kontingenten für Eisen, Holz, Zement, Steine, Dieselöl, Benzin können gestellte Termine kaum noch gehalten werden, wenn nicht sofort durchgreifende Entscheidung erfolgt.

Die Belegschaft beträgt ab Sonnabend den 16. Mai 200 Zivilrussen, 80 Stamm Arbeiter und dazu das kaufmännische und technische Personal. Diese Belegschaft kann aus vorgenannten Gründen in kürzester Zeit nicht voll beschäftigt werden. Das Büro Friedrichshafen der HAP ist über den Stand der Verhandlungen über GB- Bau Nummer nicht unterrichtet und konnte deshalb keinerlei Auskunft geben. Wir bitten um sofortige Unterrichtung per Fernschreiben an das Büro HAP Friedrichshafen über den Stand der Verhandlungen, da die bisherigen Verzögerungen nicht zu vertreten sind.

Oberst Dornberger und Oberstleutnant Stegmeier haben von dem Fernschreiben Abschrift erhalten.

Beton und Monierbau Direktor Müller zurzeit bei Luftschiffbau Zeppelin. *FE 728F

28.5.1942

Bericht zum 31.5.1942

1 .) Vorhaben F: Prüfstände und Sauerstoffanlage Friedrichshafen

Im Bericht zum 30.4.1942 wurde gemeldet, dass die Durchführung des Vorhabens verantwortlich von Wa J Rü (Mun 3) ohne Einschaltung einer Treuhandfirma durchgeführt wird.

Die erforderlichen Maßnahmen und Anträge bei Wa A und V???? bezüglich Stellenbesetzung der Außenstelle Friedrichshafen der Abteilung Wa J Rü (Mun 3.) wurden getroffen.

Unter Führung von Chef Wa Prüf 11 Oberst Dornberger wurden mit dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition und Staatsrat Dr. Schiber mehrere Besprechungen abgehalten, wobei erreicht wurde, dass durch persönliche Einschaltung des Reichsministers vorab eine GB Bau Nummer zu geteilt wurde. Das ordnungsgemäße Verfahren der Anmeldung des Vorhaben F über Wa ???? abgeschlossen, nachdem das Einverständnis aller beteiligten Dienststellen und Behörden eingeholt wurden.

3) Es ist vorgesehen, die drei Sauerstoffanlagen die der Fa. Heylandt in Auftrag zu geben, nach dem von Wa Prüf 11 mitgeteilt wurde, dass über die im Peenemünde erstellte Sauerstoffanlage der Fa. Messer bezüglich Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit noch kein endgültiges Urteil abgegeben werden kann. Staatsrad Dr. Schieber hat ferner zugesichert, dass seitens des Reichsministers für Bewaffnung und Munition die von Mun 3 zu erteilende Aufträge für die apparative und maschinellen Einrichtungen mit einer entsprechenden Dringlichkeitsbezeichnung versehen werde. *RH8 1959 (Dokument teilweise unleserlich!)

Außenstelle F

Die Außenstelle F (Friedrichshafen) der Heeresanstalt Peenemünde (HAP/EW) war auf dem Abnahmegelände für die A4-Raketenfertigung der Zeppelin Luftschiffbau GmbH in Oberraderach bei Friedrichshafen angesiedelt. Sie koordinierte das Projekt F, das sowohl den Bau der Abnahmeeinrichtungen (u. a. Prüfstände, Versorgungsanlagen und Unterkünfte) als auch den Umbau der Löwenthaler Halle auf dem Gelände der Zeppelinwerke umfasste.

Unter Leitung von Ingenieur Ferenberger war die Außenstelle F zentrale Verbindungsstelle zwischen mehreren Akteuren: dem Bauherrn (Mun 3), der Abnahmeorganisation Wa Abn, der Luftschiffbau Zeppelin GmbH sowie der Zentralstelle F in Peenemünde. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, sicherzustellen, dass die technischen Anforderungen und Erfahrungen aus Peenemünde vollständig in Planung, Bau und Umbau einflossen.

Sie überwachte den Baufortschritt, beteiligte sich an Abnahmen, meldete Personalbedarf und koordinierte die Zuweisung zukünftiger Betriebskräfte. Ferner verfügte sie über weitreichende Vollmachten für Unterschriften, Verhandlungen und Postverkehr. Auch in Sicherheitsfragen arbeitete sie mit örtlichen Abwehrbeauftragten zusammen und war dem Arbeitsstab Wa A/VP unterstellt. Die Außenstelle F spielte somit eine zentrale Rolle bei der technischen Umsetzung und operativen Abstimmung des Projekts F.

6.6.1942

Dienstanweisung für die Außenstelle F

Die Außenstelle F der Heeresanstalt Peenemünde - EW hat ihren Sitz auf dem Abnahmegelände für die A4 Fertigung der Zeppelin Luftschiffbau GmbH in Oberraderach bei Friedrichshafen.

Sie betreut das Projekt F, soweit die technischen Erfordernisse auf Grund der Peenemünder Erfahrungen betroffen sind.

Unter Projekt F ist zusammengefasst:

A) Bau der Abnahmestelle Oberraderach, Projekt F (WaPee V/2)

a) 3 Prüfstände

b) Bedienungsbunker

c) O2 - Anlage

d) Spiritus Anlage

e) T-Stoff Lager

f) Unterkünfte

g) Energie- und Wasserversorgung

h) Verkehrswege

B) Umbau der Löwenthaler Halle vom Flughafen Löwenthal nach dem Werksgelände der Luftschiffbau Zeppelin GmbH Projekt F - (Wa Pee V/1).

Die Leitung der Außenstelle F hat Ing. Ferenberger

Heeresanstalt Peenemünde / EW.

Die Außenstelle F ist die Verbindungsstelle zu:

I) der Außenstelle des Bauherrn WA J RÜ (Mun 3)

II) der aus der Amtsgruppe Wa Abn als der nach Fertigstellung der Bauten betriebsführend und verwaltenden Dienststelle.

III) der Luftschiffbau Zeppelin GmbH in allen Fragen, die während der Bauzeit zwischen LZ und Oberraderach auftreten.

IV) der Zentralstelle F in Peenemünde (Vergleich hierzu T/L-Anweisung vom

25. März 1942).

Das Tätigkeitsgebiet der Außenstelle F soweit die Abgrenzung der Aufgaben gegenüber den anderen Beteiligten nach I) bis IV) gliedert sich in im Einzelnen wie folgt:

Zu I):

1) Die Außenstelle F ist für die lückenlose Verbindung und reibungslose Zusammenarbeit mit der Außenstelle des Bauherrn Mun 3 verantwortlich.

2) Sie ist insbesondere dafür verantwortlich, dass die in der HAP/EW, Peenemünde vorliegenden und sich laufend ergebenden Erfahrungen in allen Einzelheiten bei dem Bau berücksichtigt werden.

3) Sie ist durch den Bauherrn bei sämtlichen Beschaffungen als technisch prüfende Stelle einzuschalten. Auftragserteilung erfolgt durch den Bauherrn. Im Verlauf der Auftragsabwicklung bei den Firmen hat sich die Außenstelle F der HAP bei der Außenstelle der Wa J Rü (Mun 3) über den Stand der Arbeiten auf dem Laufenden zu halten und die Beachtung der Peenemünder Erfahrungen zu gewährleisten. Die Abnahme erfolgt gemeinsam mit dem Auftraggeber Mun 3.

4) Für die Einhaltung der von dem Abteilungschef Wa Prüf 11 der HAP/EW befohlenen Terminen des Vorhabens F ist sie diesem verantwortlich und hat allen Maßnahmen zur Einhaltung derselben durchzuführen. Die erforderlichen Veranlassungen hierfür sind zunächst bei der Außenstelle des Bauherrn Mun 3 zu treffen. Ergeben sich Differenzen, so ist nach Rücksprache mit dem mit der

Außenstelle des Bauherrn Mun 3 die Entscheidung des Abteilungschef Wa Prüf 11 herbeizuführen, der sich mit Mun 3 (Berlin) in Verbindung setzt.

5) Nach Angaben der unter Ziffer 2) bis 4) festgelegten Verantwortlichkeiten der Außenstelle F hat diese der Außenstelle des Bauherrn Mun 3 bei Verhandlungen mit den örtlichen Behörden und Dienststellen der Wehrmacht auf Anforderung behilflich zu sein.

Zu II.

1 .) Erstens die Außenstelle F hält die Verbindung mit dem mit Wa Abn in allen Fragen der späteren Betriebsführung.

2 .) Bei Abwesenheit des Leiters der Außenstelle F in Peenemünde ist von diesem das Kommando Wa Abn Peenemünde jeweils aufzusuchen und über die Fortschritte zu informieren.

3 .) Die Außenstelle gibt Wa Abn rechtzeitig über WA Prüf 11 den Personalbedarf und die erforderlichen Antrittermine des Personals bekannt, damit schon während der Montage eine Einschulung des späteren Abnahmepersonals erfolgen kann.

Zu III):

Die Außenstelle F hält die Verbindung mit dem Luftschiffbau Zeppelin.

4 .) bezüglich eventueller Wünsche für die bauliche Durchführung des Projekt F (Oberraderach) und gibt diese der Außenstelle des Bauherrn zur Kenntnis.

5 .) bezüglich der Einrichtung in der umzubauen den Löwenthaler Halle mit HAP/EW.

Zu IV):

Die Außenstelle F erhält in allen Fragen, die Peenemünde betrifft, Verbindung mit der Zentralstelle F in Peenemünde nach Angaben der T/L Anweisung vom 25. März 1942 und hat diesen über alle grundsätzlichen Fragen zu unterrichten.

Zur Durchführung der in der vorstehenden Dienstanweisung festgelegte Aufgaben erhält der Leiter der Außenstelle F folgende Vollmachten:

1 .) Unterschriftsberechtigung im Auftrage der HAP/EW.

2 .) Postvollmacht für die Außenstelle F der HAP.

3 .) Verhandlungsvollmacht für die Behörden und Firmen, jedoch für die Anlage Oberraderach gemäß I Ziffer. 5.

Für die Baustelle Oberraderach und LZ wird durch die Bauherren je ein örtlicher Abwehrbeauftragter eingesetzt. Die Außenstelle F der HAP ist dem Arbeitsstab Wa A/VP verantwortlich für alle grundsätzliche Fragen der Sicherung und der Geheimhaltung. Falls sich aus diesen Aufgaben Fragen für die einzelnen Baustellen ergeben, so sind sie zunächst bei der örtlichen Abwehrbeauftragten zu regeln bzw. Entscheidungen beim Arbeitsstab Wa A/VP herbeizuführen.

*RH8 1959 Seite 51-54

Prüffeld Personal

Im Juni 1942 traf man sich in Peenemünde, um die Nullserie A4, Baureihe A, abzunehmen. Ziel war klar: das Gesamtgerät gründlich prüfen - Steuerung, Funk, Brenn- und Spritzversuche sollten stimmen. Die Arbeiten sollten direkt in Montagewerkstätten und auf Prüfständen startinden, damit die Qualität passt. Um die Einarbeitung zu beschleunigen, wurden zukünftige Abnahmeingenieure vom Luftschi^au Zeppelin frühzeitig dazu geladen. Die Heeresabnahmestelle plante, sie zügig nach Peenemünde zu schicken, damit sie eng mit den Fachingenieuren zusammenarbeiten konnten. Am Ende der Prüfarbeiten war eine Versetzung nach Friedrichshafen und Oberraderach vorgesehen.

12.6.1942

Niederschrift über die Besprechung am 6.6.1942 in Peenemünde

Betr. Abnahme für Baureihe A der Nullserie A4

22. Zelle

... Beim Luftschiffbau Zeppelin soll baldmöglichst der spätere Abnahmestellenleiter eingesetzt werden, damit dieser genügend Einarbeitungszeit in die z.Zt bei LZ anlaufende A4 Fertigung bekommt.

24. Prüfung des Gesamtgerätes.

Die Prüfung des Gesamtgerätes umfasst Abdruckprüfung, Bordnetzprüfung, Steuerungs-und Funkgeräteprüfung, Durchschaltversuch, Spritzversuch und Brennversuch.

Davon werden Abdruckprüfungen, Bordnetzprüfungen sowie Steuerungs- und Funkgeräteprüfung in der Montagewerkstatt,

Durchschaltversuch, Spritzversuch und Brennversuch auf den Prüfständen durchgeführt.

Es ist vorteilhaft mit der Ausarbeitung der hierfür notwendigen Prüfvorschriften die späteren Abnahmebearbeiter beim Luftschiffbau Zeppelin bzw. Oberraderach zu beauftragen.

HabnSt. (A) (Heeresabnahmestelle A) wird daher veranlassen, dass der für die Erprobungsleitung in Oberraderach vorgesehene Abnahme Ingenieur (Prüffeldleiter) sowie die zwei für die LZ Montage vorgesehenen Abnahme Ingenieure für Steuerung und Triebwerk schnellstens nach hier versetzt werden. In Zusammenarbeit mit Diplom Ingenieur Strommeier (Triebwerk) bzw. Diplom Ingenieur Scheer (Steuerung) arbeiten sie die Prüf- und Erprobungsgänge am fertigen A4 Gerät für die Baureihe A aus.

Nach Fertigstellung dieser Arbeit werden sie zu einem geeigneten Zeitpunkt durch Wa Abn nach Friedrichshafen versetzt. *FE 728 B

Fa. Messer zeigt Interesse am Bau von Sauerstoff Erzeugeranlagen

Im Juni 1942 bekundete die Firma Messer & Co. starkes Interesse am Bau von Flüssigsauerstoff-Erzeugeranlagen für militärische Zwecke. Ein entsprechendes Angebot vom März sowie ein Schreiben vom Mai wurden dem Wehrwirtschaftsamt übermittelt. Die Firma wollte aktiv an neuen Projekten mitwirken. Aufgrund der noch fehlenden praktischen Bewährung ihrer Anlagen wurde jedoch empfohlen, Messer nur als Nachbaufirma der erprobten Firma Heyland GmbH einzusetzen. Ziel war es, durch Standardisierung und schnellere Umsetzung beide Firmen zu koordinieren. Die Integration von Messer sollte die terminliche Realisierung beschleunigen, blieb aber technisch und organisatorisch begrenzt.

23.6. 1942

an Wa J Rü Mun 3

z. H. v. Herrn Regierungsrat Dr. Ehmann

Betrifft: Bau von Sauerstoff Erzeugeranlagen

Anlage 1.: Schreiben der Firma Messer und Co. vom 30. 5. sowie Angebot der Firma vom 20.3.42.

Wa Prüf übersendet in der Anlage ein Angebot der Firma Messer u. Co G. m.b.H. über Flüssig- Sauerstoff Erzeugeranlagen.

Gleichzeitig wird ein Schreiben der Firma Messer u. Co vom 30. Mai übersandt.

Aus diesem Schreiben geht hervor, dass die Firma Messer ein erhebliches Interesse daran hat, an den neuen Projekten mit zu arbeiten. Die Stellungnahme hierzu ist folgende: Die Einschaltung der Firma Messer ist aus Gründen der terminlichen Beschleunigung dringend erwünscht, jedoch als Nachbaufirma der Firma Heylandt GmbH. Abgesehen davon, dass die Anlagen der Firma Messer ihre praktische Bewährung noch nicht hinter sich haben, ist aus Gründen der Vereinheitlichung und des Austausches von Maschinen etc. erwünscht, bei sämtlichen Anlagen des Heyland Systems zu verwenden. Mun 3 müsste also versuchen, beide Firma miteinander für die Ausführung der Aufträge zu koppeln.

Im Auftrag gezeichnet.. *FE 728 D

Spätere Übernahme des Abnahmeplatzes Raderach durch Wa A und Vorbereitung des Personaleinsatzes.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden kriegswichtige Einrichtungen aus Gründen der Geheimhaltung mit Decknamen ausgestattet, so bekam der Abnahmeplatz Raderach den Decknamen „ Observatorium Oberraderach“. Dieser Deckname kennzeichnete eine wichtige Umstrukturierung und Vorbereitung des Prüf- und Abnahmezentrums.

In einer Besprechung am 20. Juli 1942 in Peenemünde, festgehalten am 21. Juli 1942, wurde die geplante schrittweise Übernahme des Standorts durch die Wa A Abn (Waffenamt Abnahme) beschlossen. Die Verantwortung für Betrieb und Prüfabläufe sollte zwischen Wa Prüf 11 (Heereswaffenamt Prüfgruppe 11) und der Abnahmestelle Wa A klar aufgeteilt werden. Schlüsselpersonal der HAP (Heeresanstalt Peenemünde) sollte nach Oberraderach kommandiert werden, während das Personal von Wa A Abn in Peenemünde ausgebildet wurde, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Ein detaillierter Terminplan regelte den schrittweisen Personaleinsatz von Oktober 1942 bis Mai 1943. Ziel war es, das notwendige Fachpersonal rechtzeitig vor der Betriebsaufnahme für Montage, Prüfstände und Infrastruktur bereitzustellen. Der erste Personaleinsatz begann am 15. Oktober 1942, der letzte wurde auf den 1. Mai 1943 datiert. Insgesamt wurden in dieser Phase 82 Fachkräfte benötigt - darunter Ingenieure, Meister, Techniker, Elektriker, Schlosser sowie Verwaltungspersonal.

Ein geplanter Endbedarf von 248 Personen (191 Lohnempfängern und 57 Gehaltsempfängern) für den späteren Dauerbetrieb zeigt die Dimensionen des geplanten Abnahmebetriebs. Die Arbeitsbereiche reichten von O2-Anlage, Spritanlage, Prüfständen und Messgruppen bis hin zu Energieversorgung, Fahrbetrieb und Verwaltung.

21.7.1942

Niederschrift über die Besprechung am 20.7.1942 in Peenemünde, 21.7.1942.

Spätere Übernahme des Observatoriums Oberraderach durch Wa A Abnahme und Vorbereitung des Personaleinsatzes.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Herren Chef Wa Abn. und Abteilung Wa Prüf 11 wurde vereinbart:

1) Festlegung der Verantwortlichkeiten beim Betrieb des Abnahmeplatzes Oberraderach: Wa Prüf 11 (HAP) erklärt sich bereit für einzelne Schlüsselstellungen Angehörige der HAP zu Wa A Abn nach Oberraderach zu kommandieren. Sie wird ferner von sich von Wa A Abn nach Peenemünde kommandiertes Personal fachlich so ausbilden und für die Ausbildung die Gewähr übernehmen, dass für den Betrieb in Oberraderach Schwierigkeiten nicht zu erwarten sind. Die T/L 's, die durch die HAbn(A) aufgestellt worden sind, werden durch die HAP vervollkommnet und gegengezeichnet. Hierdurch ist sichergestellt, dass bei Einhaltung aller in den T/L festgelegten Werten und Prüfergebnissen, das durch die Abnahme geprüfte Gerät einwandfrei funktioniert.

Falls trotz peinlichster Einhaltung der T/L und nach sachgemäßer Durchführung der Prüfungen Schwierigkeiten auftreten, so trägt hierfür Wa A Prüf 11 HAP die volle Verantwortung. Die Verantwortung der Wa A Abn liegt darin, dass sie dafür Sorge trägt, dass alle diese geforderten Prüfungen richtig durchgeführt werden.

An sich ist für die jeweils in Auftrag gegebene Serie die Entwicklung als abgeschlossen anzusehen, wobei teilweise da durch Mängel in Kauf genommen werden und bekannt sind.

2) Plan für die Fertigstellung.

Wa A Prüf 11 HAP wird baldigst einen Terminplan für die Fertigstellung der Bauten in Oberraderach sowie für den Beginn der Maschinenmontage vorlegen. Der endgültige Lageplan wurde übergeben.

3) Vorbereitung des Personaleinsatzes.

Wa A Abn erklärt sich bereit von Montagebeginn an bis zur Betriebsaufnahme Personal für die Einarbeitung und Hilfe bei der Montage zur Verfügung zu stellen. Die nähere Aufstellung des Personals enthält der als Anlage beigefügte Terminplan. Gleichfalls ist aus dieser Liste, Art und das Einsatzdatum des Personals ersichtlich. Das Einsatzdatum bezieht sich auf den voraussichtlichen Einsatz in Oberraderach. Wa A Abn soll jedoch das Personal so früh als möglich zur Ausbildung nach Peenemünde entsenden. Mit Ausnahme der im Terminplan vermerkten von der HAP bereitzustellenden Personen wird das Personal von Wa A Abn bereitgestellt. Der Plan umfasst nur den Teil des später erforderlichen Personals, der für die Montage undfür die Einarbeitung des späteren Personals erforderlich ist.

Unter Ziffer. 4) ist eine Aufstellung zu ersehen, die eine geschätzte Aufschlüsselung der für den späteren Betrieb erforderlichen Belegschaft enthält. Hierbei ist zu beachten, dass Personalverschiebungen innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen wohl noch erforderlich sein werden, Jedoch ist die Gesamtziffer dem späteren Personalbedarf des Betriebes entsprechend.

Bis zum Betriebsbeginn in Oberraderach und der Errichtung der dortigen Heeresabnahmestelle wird das von Wa A Abn gestellte Personal fachlich der HAP Zweigstelle Friedrichshafen zugeteilt und ihm damit Gelegenheit gegeben bei der Montage der Maschinen, bei der Verlegung der Kabel u.s.w. die für den Betrieb notwendigen Kenntnisse zu erwerben.

4) Geschätzter Gesamtpersonalbedarf für den späteren Betrieb der Abnahmestelle, aufgeschlüsselt nach Arbeitsgruppen.

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Anlage

Zur Besprechungsniederschrift HAP/EW/T/Ass vom 21.7.1942

Terminplanung für den Personaleinsatz durch Wa Abnahme für das Observatorium Oberraderach

von Montagebeginn bis zur Betriebsaufnahme.

Der nachfolgende Terminplan entspricht einer vorläufigen Schätzung. Abruf des Personals erfolgt jeweils 14 Tage vor den in diesem Plan festgelegten Daten. Das Personal wird mit Ausnahme des mit einem +) bezeichneten von Wa Abn gestellt.

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

(+) 0 Personal wird von HAP zur Verfügung gestellt“)

Am Personal werden insgesamt vom 15. Oktober 1942 bis 1. Mai 1943 benötigt:

2 Versuchs Ingenieure,

1 Betriebsingenieur,

2 Messingeieure,

2 Techniker,

2 Elektromeister,

2 Prüfstandsmeister,

3 Meister für O2 Anlage,

1 Zahlmeister,

1 Kaufmann,

1 Schreibfräulein,

1 Kraftwagenführer,

1 Lagerverwalter,

1 Bahn Betriebs Assistenten,

1 Triebwagenführer,

1 Weichen Steller,

43 Schlosser,

7 Elektriker,

10 Arbeiter,

insgesamt 82 Personen. *FE 728B 114 - 116

Zusammenfassung der Besprechung vom 23.07.1942 in Peenemünde zum Bauvorhaben „Projekt F“

Am 23. Juli 1942 fand in Peenemünde eine Besprechung mit Vertretern der Heeresversuchsanstalt Peenemünde (HAP), des Rüstungsausbaus Stuttgart (GB Bau V), des Bauherrn Wa J Rü (Mun 3) sowie der ausführenden Firma Beton und Monierbau statt. Ziel war die Einschaltung des GB Bau V in das geheime Bauvorhaben „Projekt F“. Zunächst wurden die relevanten Anlagen und Prüfstände der HAP besichtigt, um den Teilnehmern - insbesondere Oberbaudirektor Kern und Oberbaurat Hummel - die technischen Anforderungen und Besonderheiten des Projekts näherzubringen.

Die HAP hatte bereits, um die geforderten Termine einhalten zu können, noch bevor die Bauherrschaft offiziell geklärt war, mit den Bauvorbereitungen begonnen. Aufgrund der Geheimhaltung und technischen Komplexität wurde die Firma Beton und Monierbau inzwischen als Generalauftragnehmer eingesetzt. Nun soll auch GB Bau V offiziell in das Verfahren eingebunden werden.

Ein verbindliches Genehmigungsverfahren wurde abgestimmt: Die Firma Beton und Monierbau erstellt alle Planunterlagen vierfach, die durch mehrere Prüfstellen laufen (HAP Büro F, Mun 3), ehe sie gemeinsam durch Vertreter aller Beteiligten in Stuttgart dem GB Bau V vorgelegt werden. Dieses Verfahren soll Klarheit schaffen, Genehmigungen beschleunigen und Abstimmungsprobleme vermeiden.

Technische Detailfragen zu verschiedenen Bauabschnitten (z. B. Luftschutz, Dach- und Fundamentkonstruktionen, Straßenbreite, Wasserversorgung) wurden im Einzelnen besprochen. Mehrere Vorschläge der Firma wurden durch GB Bau V anerkannt. Bei bestimmten Punkten wie der Dachkonstruktion oder dem Material für Druckrohrleitungen wurde auf Erfahrungen und Gutachten der HAP zurückgegriffen.

Die ersten vollständigen Unterlagen sollen am 29. Juli 1942 der HAP zur technischen Prüfung vorgelegt werden. Die Übergabe an GB Bau V in Stuttgart erfolgt am 4. August 1942. Ziel der Zusammenarbeit ist die Einhaltung der Bautermine unter Berücksichtigung der technischen Anforderungen und der kriegsmäßigen Kostenbeschränkungen.

25.7.1942

Niederschrift über die Besprechung am 23.7.1942 in Pee

Betrifft: Einschaltung des GB Bau V (Rüstungsausbau Stuttgart) in das Bauvorhaben Projekt F.

In Anwesenheit der Vertreter des Bauherrn Wa J Rü (Mun 3), Oberregierungsrat Dr. Ehmann und Diplom Ing. Funk besichtigten Oberbaudirektor Kern und Oberbaurat Hummel diejenigen Anlagen der HAP, insbesondere die neuesten Prüfstände, die für das Bauvorhaben Projekt F von Wichtigkeit sind.

Außerdem nahmen sie an einem Prüfstandsversuch teil. Für die Vertreter des Rüstungsausbaus ergab sich hierdurch die Gelegenheit, das Aufgabengebiet der HAP und die besonderen Belange für das Bauvorhaben Projekt F kennenzulernen.

Die anschließende Besprechung diente dem Zweck der Feststellungen über die zweckmäßigste Art der Einschaltung von GB Bau V in das Bauvorhaben Projekt F zu treffen.

Herr Major Tom knüpfte an die vorausgegangene Besprechung mit Herrn Oberregierungsbaurat Tischler in Berlin und an die dort getroffenen Feststellung an, wonach durch die Einladung der Herrn Oberbaudirektor Kern und Oberbaurat Hummel nach Peenemünde

eine Beurteilung der Besonderheiten des Projekts F für GB Bau V ermöglicht wird. Damit sind die der Einschaltung der Gebietsbeauftragten bisher im Wege stehenden Geheimhaltungsfragen und sonstigen Schwierigkeiten beseitigt.

Herr Oberleutnant Stegmeier führte daraufhin aus, dass die Vorbereitung für das Projekt F von der HAP / EW aus Gründen der geforderten Termine schon zu einem Zeitpunkt begonnen wurden, wo noch über die Frage der Bauherrschaft und über die Erteilung der der Baugenehmigung verhandelt wurde. Nur dieser frühzeitige Beginn ist es zu verdanken, dass die Vorklärung für der Ablauf des Projektes, der in Anbetracht der Neuartigkeit mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war, bis zum heutigen Stadium vorangetrieben werden konnten. Infolge der notwendigen Geheimhaltung und wegen der bei den Peenemünder Bauten erworbenen Erfahrungen wurden die Firma Beton und Monierbau als Generalauftragnehmer eingesetzt. Gleichfalls wurde als Außenstelle der HAP das Büro F an der Baustelle errichtet, dessen Aufgabe es im Wesentlichen ist, die technische Richtigkeit der gesamten Anlage nach der Peenemünder Erfahrung zu Gewährleisten. Nachdem nunmehr nach der Übernahme der Bauherrschaft durch Mun 3 und der Errichtung der Außenstelle Mun 3 an der Baustelle des Anfangsstadiums über überwunden ist, begrüßt Herr Oberstleutnant Stechmeyer die Mitarbeit von GB Bau V und sagte die Einhaltung der für GB Bau maßgeblichen Bauerrichtlinien und die erforderliche Einholung der Baugenehmigung zu.

Herr Oberregierungsrat Dr. Ehmann, wies darauf hin, in den gleichen Zusammenhängen ebenfalls auf die geleistete Vorarbeit und auf die Verantwortlichkeit des Bauherrn Mun 3 hin und betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit mit GB Bau V.

Herr Oberbaudirektor Kern erklärte, dass die Arbeiten schon bisher die Unterstützung des Rüstungsbaus bei der Bereitstellung von Treibstoffen, Kohlen, Arbeitskräften u.s.w. gefunden haben. Nachdem der Rüstungsbau Stuttgart durch die vorangegangene Besichtigung einen umfassenden Überblick über die besonderen gelagerten Probleme erhalten hat, ist die beste Grundlage für die weitere Zusammenarbeit mit den beteiligten Dienststellen gesichert. Die Genehmigung der Baupläne, Kostenvoranschläge und Baubeschreibungen muss in jedem einzelnen Fall durch GB Bau V erfolgen. Ziel der Zusammenarbeit ist die Einhaltung der gestellten Bautermine und die Gewährleistung der kriegsmäßigen Sparbaupreise, wobei auf die technischen Forderungen der Heeresanstalt Pennemünde durchaus Rücksicht genommen werden kann.

Über das einfachste Verfahren für die Erlangung der Baugenehmigungen wurde gemeinsam folgendes beschlossen.

1) Die Pläne, Kostenvoranschläge und Baubeschreibungen werden von der Firma Beton und Monierbau nach den durch die Peenemünder Sachbearbeiter gegebenen Richtlinien in 4-facher Ausfertigung in Stettin aufgestellt.

2) Sie laufen sodann zur telefonischen Prüfung über die HAP an, die Außenstelle der HAP Büro F.

3) HAP Büro F gibt die Pläne an die Außenstelle von Mun 3 weiter, die die Prüfung nach den Gesichtspunkten des Bauherrn vornimmt.

4) Die Vorlage der Pläne und sonstigen Unterlagen beim GB Bau in Stuttgart erfolgt von dort aus gemeinsamen durch Dipl. Ing. Funk, Außenstelle MUN 3, Ing. Fereberger, HAP Büro F und einem Vertreter der Firma Beton und Monierbau (Dipl. Ing. Schreiber). Die drei genannten Herren begeben sich in den notwendigen Zeitabständen gemeinsam nach Stuttgart und stehen für die Beseitigung aller Unklarheiten zur Verfügung.

5) Die vier Ausfertigungen der genehmigten Pläne werden verteilt an Mun 3, HAP/EW/11 L, HAP/Büro F und Firma Beton und Monierbau.

6) Eine Ausfertigung der Pläne wird jeweils etwa monatlich HAP Prüf 11 Stab R in Berlin von der HAP vorgelegt.

Im Anschluss an dieser Festlegung wurde von dem Vertreter der Firma Beton und Monierbau die Baupläne an die sonstigen Planungsunterlagen zur Information vorgelegt. Hierbei ergab sich bereits die grundsätzliche Anerkennung mehrerer der vorgelegten Bauvorschläge durch GB Bau V.

Es wurden im Einzelnen folgendes durchgesprochen:

1) Die unter der O2 - Anlage vorgesehene Luftschutzkeller werden fallengelassen und statt dessen später zu errichtende Stollen im Hang vorgesehen

2) Der Vorschlag von Oberbaurat Hummel, die Dachkonstruktion des Gebäudes F/O ( O2 Werk) aus Eisen vorzunehmen, wurde auf Einspruch der HAP fallen gelassen, da sich bei der gleichen Anlage in Peenemünde starke Korrosionsschäden zeigten. Aus Gründen des hohen Brandrisikos kommt gleichfalls eine Holzkonstruktion nicht in Frage. Der Entwurf der Fa. B.u.M. in Eisenbeton-Skelett - Fertigbauweise wurde anerkannt.

3) Bei der F/S wurde die starke Fundamentplatte unter den Behältern anerkannt, da diese mit ihrem Gewicht das Aufschwimmen der Leeren Behälter verhindern soll. Die Dachkonstruktion kann in Holz vorgenommen werden.

4) Bei F/T ist die Massivbauweise einschl. Des Dachs erforderlich, da die Feuergefahr in der Anlage besonders groß ist. Auch dieser Gesichtspunkt wurde Anerkannt.

5) Das Gebäude F/M ist die nach den besonderen Sicherheitserfordernissen der HAP entworfen, die anerkannt wurden. Auch die durchgehende Fundamentplatte wurde wegen der zahlreichen Kanäle und Maschinenfundamente anerkannt. Offen ist noch die Frage der zweckmäßigsten Bewehrung der Schlemplatte.

6) Von Oberbaurad Hummel wurde angeregt, bei F/P o die Stärke der Schlemplatte nach Möglichkeit einzuschränken. Von HAP wird absolute Standsicherheit gefordert.

7) Die von der HAP geforderte 6m Straßenbreite wurde unter Berücksichtigung der auftretenden Verkehrsverhältnisse und der zum Einsatz gelangenden Spezialfahrzeugen anerkannt.

8) Für die Druckrohrleitung der Wasserversorgung wurde von der HAP auf Grund des Gutachtens von Dr. Ing. Schimrigk und wegen des Gummibedarfs für die Dichtungen die Verwendung von Schleuderbeton-Röhren abgelehnt. Es soll Stahlrohr genommen werden. Die Schnellbeschaffung wird von der HAP in die Wege geleitet.

9) Die Werkssiedlung wurde in der vorgeschlagenen Ausführungsform und Bauweise anerkannt.

Die Baupläne, Kostenvoranschläge und Baubeschreibungen werden somit möglich, umgehend festgestellt und von Dipl. Ing. Schreiber Fa. Beton und Monierbau an Mittwoch dem

29.7.1942 der HAP zur technischen Prüfung vorgelegt. Die Pläne sind bis spätestens Sonnabend dem 1. August mittags auf der Baustelle. Vorlage der eben genannten Unterlagen beim GB Bau in Stuttgart erfolgt erstmalig am 4.8.1942, wobei die Restfragen geklärt und in die Genehmigung erteilt werden sollen. *FE 728 B

28.8.1942

Baustand Abnahme Platz Raderach August 1942

Zusammenfassung: Stand und Entwicklung des Vorhabens F in Oberraderach, 1942

Ein Bericht vom 28. August 1942 dokumentiert, dass die Bauarbeiten trotz Schwierigkeiten mit der Treibstoffzuteilung sowie wiederholten Planänderungen im Zeitplan lagen. Parallel dazu wurden Standorte für Sauerstoffanlagen in Belgien und Nordfrankreich erkundet. Dies erfolgte unter Beteiligung der Heeresanstalt Peenemünde und zuständiger Rüstungsinspektionen.

Der Baufortschritt zum 25. Oktober 1942 zeigt eine weit fortgeschrittene Umsetzung des Projekts: Die Erd- und Betonarbeiten für mehrere Prüfstände (1 bis 3) waren in verschiedenen Stadien der Fertigstellung. Das Messhaus war bereits fertig betoniert, mit Montagebeginn für Anfang November. Unterkunftsgebäude 1 bis 12 befanden sich teils im Rohbau oder waren bereits gedeckt. Auch Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude wurden begonnen. Weitere Einrichtungen wie Tanklager (T- und Z-Stoff), Spritmischanlage, Heizhaus oder Wasserbehälter standen noch aus.

Am 23. Oktober 1942 fand eine entscheidende technische Sitzung zur Sauerstoffanlage unter Beteiligung führender Fachleute wie Dr. Braun und Dr. Zedler statt. Die endgültige Ausführung der Anlage wurde dabei genehmigt. Eine Bereisung der Einsatzorte Lüttich und Stenay zur Standortfestlegung für die O2-Anlagen im Westen war für Ende Oktober bis Anfang November 1942 angesetzt. Die Durchführung sollte durch die Organisation Todt erfolgen, wobei alle Bauverhandlungen zentral in Paris liefen.

Zudem wurde ein akuter Mangel an Aluminium für neue Tankanlagen festgestellt. Stattdessen wurden freistehende Hochsäurebehälter zur Treibstoffbevorratung vorgesehen. Eine Kommission plante, vom 1. bis 7. November verschiedene Industriebetriebe wie Elektromaschinenwerke Lauterberg, I.G. Farben in Wolfen und DAG Düneberg auf ihre Einlagerungskapazitäten zu überprüfen. *RH8 1959

28. 8.1942

Arbeitsgruppe Treibstoffe des Arbeitsstabes (Wa A /V.P. Nr.1502 / 42 g.Kdos.)

Bericht zum 31.08.1942

Betrifft: Vorhaben F: Prüfstände und Sauerstoffanlagen in Oberraderach bei Friedrichshafen.

Die Bauarbeiten gehen trotz aufgetretener Schwierigkeiten, besonders bezüglich Treibstoffzuteilung planmäßig weiter, wenn gleich sich die immer noch nachträglichen Abänderungen der bestehenden Baupläne störend auswirken.

Der Stand der Bauarbeiten wird im nächsten Bericht eingehend dargestellt.

Sauerstoffanlagen in den besetzten Westgebieten: Zurzeit erkunden je ein Vertreter der Abteilung Wa J Rü (Mun 3) als Vertreter des Bauherrn und der Heeresanstalt Peenemünde, die von den Rüstungsinspektionen vorgeschlagenen Standorte in Belgien und Nordfrankreich.

(Ehmann)

Stand 25.10.1942

Wa J Rü (Mun 3 A.St. Friedrichshafen) Friedrichshafen den 25.9.1942

Betrifft: Bautenstandsbericht Projekt F Wa Pee V/2 - Stand 25.10.42.

Az: 74 o 7o11 - 283/42 Geh.

1. O2 Gebäude: Erdarbeiten beendet. Fundamente für die Hallenstützen an der Außenseite betoniert. Fuß der Stützmauer betoniert. Aufgehende Stützmauer geschalt und armiert.

2. Prüfstand 1: Planum erstellt.

3. Prüfstand 2: Geschalt und armiert. Beton für Sockel und Schurre ist im Einbringen begriffen.

4. Prüfstand 3: Aufgehende Schalung auf dem Sockel begonnen.

5. Messhaus: Betonarbeiten beendet. Montage beginnt 2.11.1942.

6. Lager 1: Planum in Arbeit.

7. Lager 2: Noch nicht begonnen.

8. Spritmischanlage: noch nicht begonnen.

9. T-Stofflager: noch nicht begonnen.

10. Z-Stofflager: noch nicht begonnen.

11. Freiluft Schaltanlage: Noch nicht begonnen.

12. Wasserbehälter: Noch nicht begonnen.

13. Pumpenhaus _ für die Kühlschürzen: Ausholzung beendet.

Erdarbeiten begonnen.

14. Pumpenhaus am See: Planum fertig.

15. Frischwasserleitung: Rohre sind auf der Trasse ausgefahren.

16. Abwasserleitung: Provisorisch im Betrieb.

17. Garage: Erdarbeiten eingestellt. Lage wird geändert.

18. Wachgebäude: Mauerwerk in ca. 8 Tagen fertig.

19. Unterkunftsgebäude 1 bis 5: Im Rohbau fertig.

3 Häuser haben Dach erhalten. 2 Dächer in Arbeit.

20. Unterkunftsgebäude 6 bis 12: 3 im Rohbau fertig, der Rest in Arbeit.

21. Verwaltungsgebäude: Erdaushub beendet.

22. Wirtschaftsgebäude: Erdarbeiten begonnen.

23. Werksbahn: Bis zur Werksgrenze fertig.

24. Werksstraßen: Erdarbeiten fast beendet.

25. Umgehungsstraßen: Noch nicht begonnen.

26. Werkszaun: Stand wie im Bericht vom 25.9.1942.

27. Barackenlager: Fertig.

28. Heizhaus und Kohlenlager: Noch nicht begonnen.

*RH8 1959

31.10.1942

Bericht zum 31.10.1942

Arbeitsgruppe Treibstoffe des Arbeitsstabes WA A/VP 26.10.1942

Bericht zum 31.10.1942

betrifft Vorhaben F Observatorium Raderach.

I. Baustandsbericht Oktober 1942

ist als Anlage 1 beigefügt. ( siehe : Az: 74 o 7o11 - 283/42 Geh. )

Am 23.10.1942 hat bei WA Prüf 11 eine Sitzung in größerem Kreis unter Teilnahme des der Reichsstelle für Eisen und Metalle, Dr. Braun, Dr. Zedler stattgefunden, in der nunmehr endgültig die technische Durchführung der Sauerstoffanlage der FA Heiland hinsichtlich alter Ausführungen und Anwendung von Sparstoffen in allen Einzelheiten geklärt und von der Reichsstelle gebilligt wurde.

II. O2 Anlage im Westen.

In der Zeit vom 26.10. bis 5.11. findet unter der Teilnahme von WA J RÜ (Mun 3) z. b.

V./Ib HAP/EW, der Firma Heiland GmbH und der OT Zentrale Berlin eine Bereisung der Einsatzorte Lüttich und Stenay statt, wobei an Ort und Stelle die endgültige Entscheidung über die bauliche Ausgestaltung der Anlagen getroffen und die Inangriffnahme der Bauarbeiten festgelegt werden soll. Den Beauftrag den Bauauftrag soll die OT erhalten, worüber ausschließlich in Paris verhandelt wird.

III. Bevorratung.

Auf eine Anfrage von OKH WA J RÜ (Mun 3) an R.f.B.u.M. bezüglich Erstellung von Tankraum wurde mitgeteilt, dass infolge der angespannten Aluminiumanlage von vom Bau neuer Tankanlagen abgesehen wurde und dafür freistehende Hochsäurebehälter zur Bevorratung eingesetzt wurden. Gleichzeitig wird OKH gebeten, seinerseits Lageräume für überschüssige Treibstoffmengen zu erkunden.

In Frage kommen lediglich Aluminiumtanks, wie sie OKH für Diglykolbevorratung sowohl an Diglykolerzeugungs- als auch an Digiykolverbrauchsstätten besitzt. In der Woche vom 1. bis 7.11.1942 wird eine Kommission bestehend aus wie einem Vertreter von R.f.B.u.M., OKH, Fa. Elektromaschinenwerke Lauterberg/Harz des Werk Wolfen der Fa. J.G. Farbenindustrie A.G. und des Werk Dünenberg der Fa. D.A.G. besuchen und die Möglichkeiten der Einlagerung von T-Stoffen bei diesen Firmen überprüfen. *RH8 1959

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

1.) O2- Gebäude BAMA RH8 1763 NASM FE 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

F-ll/tl fl'/

5.) Messhaus bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

8.) Sprit-Mischanlage bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

9.) T- Stoff-Lager bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

11.) Freiluft-Schaltanlage bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

12.) Wasserbehälter BAMA RH8 1763 NASM FE 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

17.) Garage bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

18.) Wachgebäude BAMA RH8 1763 NASM FE 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

21.) Verwaltungsgebäude bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

27.) Barackenlager bama rh8 1763 nasm fe 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Spritz-Stand ( Bild 1) BAMA RH8 1763 NASM FE 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Spritz-Stand (Bild 2) BAMA RH8 1763 NASM FE 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Werkstätten BAMA RH8 1763 NASM FE 848

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Umspannwerk Jettenhausen-Friedrichshafen bama rh8 1763 nasm fe 848

Beschleunigung des Baufortschrift

Im Februar 1943 wurde Dipl. Ing. Funk von der Luftschi^au Zeppelin GmbH über eine dringende Bitte zur Beschleunigung der Prüfstandbauten in Raderach informiert. Dr. von Braun hatte die Leitung des Arbeitsausschusses „Endabnahme“ übernommen und war somit für den Baufortschritt verantwortlich. Eine Besprechung am 23. Februar in Peenemünde sollte ursprünglich mit allen Arbeitsausschussleitern startenden, wurde jedoch vom Sonderausschuss aufgeschoben, bis interne Vorklärungen abgeschlossen sind. Dennoch wurden die Herren Funk und Stegemeyer gebeten, wie geplant zu erscheinen. Für die Sitzung sollten umfassende Unterlagen zu Baufortschritt, Maschinenbedarf, Arbeitseinsatz und Prüfstandeinrichtungen vorbereitet werden, gegliedert nach den vier Arbeitsausschüssen. Ziel war die genaue Planung und Koordination aller Maßnahmen, um Überschneidungen zu vermeiden und Prioritäten zu setzen. Besonders wichtig war die rechtzeitige Bestellung von Maschinen, die Sicherstellung von Materiallieferungen sowie ein detaillierter Terminplan zur Inbetriebnahme der Prüfstände in Raderach und Peenemünde. Eine fernschriftliche Besuchsbestätigung wurde angefordert.

Kein genaues Datum ! (2.1943)

Schreiben an LZ Bb.Nr. 0568/43 g Br.

Februar 1943

an Luftschiffbau Zeppelin Friedrichshafen a. Bodensee

mit der Bitte um Durchgabe an Dipl. Ing. Funk Tel.739

betrifft Beschleunigung der Prüfstandbauten in Raderach.

Der der Leiter der des Sonderausschusses A4 hat mich mit der Leitung des Arbeitsausschusses Endaufnahme beauftragt. Ich bin ihm daher für alle Maßnahmen der Beschleunigung der Prüfstandbauten in Raderach verantwortlich geworden.

Um bestehende Engpässe aufzuweiten, hatte ich die Arbeitsausschussleiter „Bauten“ „Maschinen und Gerät“, „Arbeitseinsatz“ und „Prüfstandeinrichtungen“ gebeten, am 23.2. zu einer Besprechung nach Peenemünde zu kommen, in der die Vorhaben Raderach, Prüfstand 2, Versuchsserienwerk und KNW durchgesprochen werden sollten.

Der Sonderausschuss sendet daraufhin heute das unter wiedergegebene Schreiben, in der er bittet, gewisse Vorklärungen zunächst intern vorzunehmen.

Obwohl somit die gesamten Arbeitsausschussleiter am 23.2. nicht nach Peenemünde kommen, bitte ich den für den 23.2. vorgesehenen Besuch der Herren Funk und Stegemeyer nach Peenemünde trotzdem vorzunehmen, damit die geforderten Vorklärungen erfolgen können.

Ich bitte Sie, alle gemäß unten wiedergegebenen Schreiben geforderte Angaben zusammenzustellen und zu der Besprechung am 23.2. nach hier mitzubringen. Die Aufstellungen müssen, wie in dem Schreiben angegeben, nach den Aufgaben der vier Arbeitsausschüsse unterteilt werden, sodass jeder Ausschussleiter sein festes Abwicklungsprogramm in Form der gewünschten Liste übergeben werden kann.

Die Aufgabenleitung zwischen den Arbeitsausschüssen „Maschine und Gerät“ und „Prüfstandeinrichtungen“ ist so vorgesehen, dass zu dem „Gebiet Maschinen und Gerät“ Werkzeugmaschinen, Werkzeuge

allgemeine Arbeitsgeräte usw. gehören, während zum Arbeitsgebiet

Prüfstandeinrichtungen z.B. komplette Wasserhaltung, (Schuren, Pumpen, Ventile, Motoren - Wasserleitungen, Messgeräte dafür usw.), so wie die gesamte elektrische Verkabelung, Mess- und Schaltgeräte, Behälter, Rohrleitungen und usw. gehören. Überschneidungen zwischen den Aufgaben der Arbeitsausschüsse sollen nach Möglichkeit vermieden werden. In Folgenden der Text des Schreibens des Sonderausschusses:

Aufgrund ihres Fernschreibens vom 13.2.43 in obiger Angelegenheit habe ich diese Frage mit dem beteiligten Herrn Schreiblauer, Jäger, Reinhard und Dr. Simon besprochen.

Die Herren sind aufgrund ihrer persönlichen Kenntnis der Einzelheiten der Auffassung, dass die von ihnen angeregte Aussprache erst nach Klärung gewisser Voraussetzungen nutzbringend ist. Dementsprechend ließ ich Ihnen heute einen fernschriftlichen Vorbescheid zugehen und bitte Sie, die bei meiner Aussprache mit den vorgenannten Herren als klärungsbedürftig dortseits verfolgten zu lassen.

1. Arbeitsausschuss Bauten

Vorlage eines Arbeitsplanes getrennt nach einzelnen Bauwerken.

Dieser Plan enthält die terminliche Fertigstellung der einzelnen Bauvorgänge (Erdaushub, Fundamentierungsarbeiten aufgehende Konstruktion, Innenarbeiten) bei den jeweils angeführten Bauwerken. Am Rande ist die bauausführende Firma anzugeben. Zu jedem einzelnen Bauwerken Angaben der dort beschäftigten Arbeitskräfte getrennt nach Beruf und Firmen sowie Angabe des bei den einzelnen Bauwerken auftretenden Arbeiterbedarfs. Weiter eine Aufstellung wieder getrennt nach einzelnen Bauwerken über folgenden Punkten:

1) Gesamtbausumme

2) Bausumme in 4. Kriegswirtschaftsjahr

3) Baueisenbedarf, getrennt nach 1., 2., 3., u. 4. Quartal

4) Schnittholzbedarf und Rundholzbedarf, getrennt nach 1., 2., 3., 4. Quartal

5) Zement- und Ziegelsteinbedarf der einzelnen Bauwerke 4. Kriegswirtschaftsjahr. Der Baueisenbedarf im 1. Quartal 43 für sämtliche Bauwerke ist nach Stücklisten zu trennen, um gegebenenfalls bei der mangelnden Zuteilung an Baueisen aus vorhandenen Beständen den Bedarf zu decken zu können.

2. Arbeitsausschuss „Maschine und Gerät“

Aufstellung des Maschinenbedarfs getrennt nach den einzelnen Bauwerken, Angabe der Besteller, der vom Lieferwerk angegebenen Lieferzeit sowie der gemäß Planungsübersicht?? ?10 geforderten Bestelltermine. Falls Unterliferanten und Rohmateriallieferwerke eingeschaltet werden, ist die Angabe von Bestellnummer und die von den Zulieferfirmen genannten Lieferterminen erforderlich. Maschinenteile, die noch nicht bestellt wurden, sind

Besonders anzuführen, die Gründe für die noch nicht erfolgten Bestellungen von Maschinen und Zubehörteilen sind jeweils anzugeben.

3. Arbeitsausschuss „Arbeitseinsatz“

Arbeitseinsatzanforderungen werden im Fühlungnahme mit dem jeweiligen Arbeitsausschuss geprüft und angefordert.

4. Arbeitsausschuss „Prüfstandeinrichtungen“

1) Sofortige Herausgabe der noch nicht getätigten Bestellungen, mindestens Herausgabe von Vorbescheiden, wie mit Herrn Dir. Stahlknecht besprochen.

2) Mitteilung über fehlende Metalldeckung.

3) Aufstellung eines genauen Terminplanes für die Inbetriebnahme der einzelnen Prüfstände. Die Abgleichung der beiden Prüfanlagen, Raderach und Peenemünde ist derart, dass zunächst die am weitesten vorgeschrittenen (HAP) bevorzugt mit den einzelnen Prüfgeräten ausgestattet wird und erst nach Sicherstellung der gesamten Anlage des Prüfstandes die Belieferung von Raderach erfolgt.

4) Aufstellung einer Stückliste mit genauer Typenbezeichnung jedes Gerätes, sofern es sich nicht um Spezialeinrichtungsgeräte für A4 handelt.

Ich bitte Ihrerseits das erforderliche zu veranlassen. Die angeregte Besprechung, kann sofort nach Klärung dieser Punkte erfolgen, wenn ich einen Terminvorschlag Ihrerseits erbitte. Herr Dir. Stahlknecht hat durch Druck dieses Schreibens erhalten. Hat durch Druck dieses Schreibens erhalten.

gez. Kunze.

Um fernschriftliche Bestätigung ihres Besuchs am 23.2. in Peenemünde wird nochmals gebeten.

Herresanstalt Peenemünde, gez. Dr. von Braun. *FE 732

Einarbeitungsprogramm für Angehörige der Heeresabnahmestelle A

Am 24. Februar 1943 wurde vom Sonderausschuss A4 beim Reichsminister für Bewaffnung und Munition ein Einarbeitungsprogramm für Angehörige der Heeresabnahmestelle A (HAbnSt A) bei der Heeresversuchsanlage Peenemünde-West (HAP EW) festgelegt. Ziel ist die Vorbereitung des technischen Personals für spätere Aufgaben im Rahmen des A4-Programms (V2-Rakete), insbesondere am zukünftigen Observatorium Raderach. Die Einarbeitung erfolgt direkt in den Prüffeldern und Werkrevisionen des Entwicklungswerks, unter fachlicher Anleitung der dortigen Ingenieure.

Die HAbnSt A soll qualifiziertes Personal sowohl für die spätere Betriebsführung des Observatoriums Raderach als auch für die technische Abnahme in der Serienproduktion stellen. Das Einarbeitungsprogramm ist strikt organisiert: Jeder Mitarbeiter ist einem spezifischen Prüffeld, einem Vorgesetzten sowie einer klaren Aufgabe zugeordnet, z. B. als Prüfstand-Ingenieur, Messtechniker oder Meister für Dampfanlagen. Die Einhaltung der Hausordnung, der Arbeitszeiten sowie der Überstundenregelungen ist verpflichtend.

Die beigefügte Tabelle listet 21 Personen verschiedener Dienstgrade auf, darunter Ingenieure, Techniker und Feuerwerker, mit ihren vorgesehenen Einsatzbereichen und Ausbildern.

24.2.1943

Sonderausschuss A4 beim Reichsminister für Bewaffnung und Munition, (Sonderausschuss A4 b.R.f.B.u.M.)

Arbeitsausschuss Endabnahme.

Betr.: Einarbeitungsprogramm der Angehörigen der Heeresabnahmestelle A bei der HAP.

Die Heeresabnahmestelle bei der HAP hat die Aufgabe,

1 .) das für den späteren Betrieb des Observatoriums Raderach erforderliche Personal von der Wa Abn zu beschaffen und den Entwicklungsstand der HAP/EW zur Einschulung zur Verfügung zu stellen.

2 .) das für die späteren Firmenabnahme im A4 Programm erforderliche Personal zu stellen und der Kontrollabteilung der HAP/EW zur Einschulung in ihre speziellen Aufgaben zuzuweisen.

Die Einarbeitung in die späteren Aufgaben der Angehörigen der H.AbnSt (A) kann nur durch unmittelbare Mitarbeit in den Prüffeldern bzw. in der Werkrevision des Entwicklungswerkes erfolgen. Die Angehörigen der H.AbnSt (A) werden daher mit einem ganz bestimmten Ausbildungsprogramm, das dem späteren Einsatzaufgaben entspricht, den Ingenieuren des Entwicklungswerkes zur Einarbeitung zugeteilt und erhalten von diesen ihre dienstlichen und fachlichen Weisungen. bezüglich Arbeitseinsatz, Arbeitszeit usw. Sie sind insbesondere verpflichtet, sich in die Hausordnung der HAP/EW einzuordnen, die Arbeitszeit genauestens einzuhalten und den von ihren technischen Vorgesetzten evtl. angeordneten Überstunden Folge zu leisten, unter Meldung an die H.AbnSt (A)

1.) Für Observatorium Raderach.

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

(+ wird ab 1.3. vorübergehend nach Raderach kommandiert)

Zur vollständigen Inbetriebnahme von Raderach fehlen nach Stand vom 15.02.1943:

Zum Eintrittstermin

Beginn der Einschulung am:

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Zuweisungen erfolgt durch Wa Abn auf Anforderung der HAbnSt (A) b d. HAP.

-5 -

Firmenabnahmen, Einschulung, und Verantwortlichkeiten für HAB/EW-Angehörige sind in dieser Anordnung vom 15.02.43 geregelt.

Für Firmenabnahmen fehlen noch (Stand vom 15.02.43) zum Eintrittstermin (beginnt der Einschulung):

1 Ing. für Ofenabnahme (Betreuung der Firmen) 1.3.43

2 Ing. für Armaturen für zentrale Bearbeitung. 1.3.43

Die in den von die in der letzten Spalte als techn. Vorgesetzte namhaft gemachten Angehörigen der HAB/EW sind verpflichtet, der vorgenannten Angehörigen der H.AbnSt. (A) so einzusetzen, dass diese die vorgesehenen Aufgaben übernehmen können. In den Fällen, in denen sie der Überzeugung sind, dass der betreffende Angehörige der H.AbnSt. (A) nicht imstande sein wird, die für ihn vorgesehene Arbeit zu übernehmen, so hat er umgehend Meldung hier rüber auf den Dienstweg an seinen Abteilungsleiter zu machen. Dieser wird dann absprachemäßig den Leiter der H.AbnSt. (A) um Austausch oder besseren Einsatz des betreffenden bitten. Sollte ein zur Einarbeitung zugeteilter Angehöriger der H.AbnSt. (A) der Überzeugung sein, dass seine Einarbeitung nicht in zweckmäßiger Form erfolgt, so hat er sich zunächst an den zuständigen Abteilungsleiter der betreffenden Abteilung des EW zu wenden und erst, wenn dort keine Abhilfe geschaffen werden kann, an den Leiter der H.AbnSt. (A). Änderungen in dem vorstehend aufgeführten Einsatzplan werden von Fall zu Fall zwischen den mit der Einschulung beauftragten Abteilungen und den Leitern der H.AbnSt. (A) festgelegt.

Die Kenntnisnahme vorherstehender Anordnung ist auf bei gehefteter Anlage durch die Angehörigen der H.AbnSt. (A) und die für die Einarbeitung verantwortlichen Angehörigen des EW namentlich abzuzeichnen.

Sonderausschuss A4 b.R.f.B.u.M. Arbeitsausschuss Endabnahme gez. v. Braun,

Herresabnahme (A) bei der HAP gez. Reinhard Hauptmann *FE 732

Übersicht der Bauten und Prüfeinrichtungen in

Oberraderach

8.3.1943

Oberraderach

Das Prüffeld umfasst:

3 Prüfstände für Gesamtgeräteprüfung

1 Prüfstand für Heizbehälterprüfung

1 Prüfstand und 5 Boxen für Dampfanlagenprüfung

4 Spritzboxen für Gesamtgerät u. Triebwerksblöcke

Messhaus

Pumpenhaus mit Wasserbehälter

Entlehrungspumpenhaus

Pumpenhaus am See

Hochbehälter

Saugleitung

Druckrohrleitung

Versorgungsleitung innerhalb des Geländes

Entwässerungsleitung

Kühlturm

Spritmischanlage

z-Stoffanlage

Dampfanlagenprüffeld

Lager 2

T-Stoffanlage

O2- Anlage

Werkstatt

Lager 1

Heizhaus

Krafftwagenhalle

Freiluftstation

Schaltanlage Jettenhausen

Freileitungen 60 KV

Verwaltungsgebäude

Wache

Wirtschaftsgebäude

Unterkunft U1 - U12

Werkswohnungen

Werksstraßen

Umgehungsstraßen

Bahn

Lockschuppen

Bahnhof

Äußerer Zaun

Innerer Zaun *FE 732

Übersicht der Prüfeinrichtungen.

Das Prüffeld Oberraderach umfasst Anfang März 1943 zwei Prüfstände zur Gesamtgeräteprüfung, ein Brennstand für Heizbehälter, Prüfstände für Heizbehälter- und Dampfanlagenprüfungen sowie diverse Spritzboxen für Triebwerksblöcke. Ergänzt wurden diese durch ein zentrales Messhaus, mehrere Pumpenhäuser, eine Spritmisch- sowie T-Stoff-, Z-Stoff- und O2-Anlage. Die gesamte Infrastruktur umfasste weiterhin ein Heizhaus, Werkstätten, Verwaltungsgebäude, Werkswohnungen, Unterkunftseinheiten (U1-U12), Freileiluft-Schaltanlage, Bahnanbindung mit Lokschuppen, diverse Lager und Versorgungseinrichtungen.

Der Personalstand war im Februar 1943 unzureichend. Es fehlten Fachkräfte wie Ingenieure, Elektrikermeister, Schlosser, Dreher, Schweißer, Tankwarte sowie zahlreiche ungelernte Arbeiter und weibliche Arbeitskräfte, u. a. für den Betrieb der O2-Anlage. Für die Firmenabnahmen standen zunächst keine verantwortlichen Ingenieure bereit. Einschulungen und der Einsatzplan wurden zwischen der HAbnSt (A) und den entsprechenden Abteilungen koordiniert.

Ab dem 15.11.1943 war Raderach theoretisch betriebsbereit, insbesondere mit vier O2- Aggregaten und der Fähigkeit, monatlich 200 Tuben zu brennen. Durch Luftangriffe auf Karlshagen und Wiener Neustadt entstand jedoch erheblicher Druck zur Verlagerung in bombensichere Anlagen. Raderach wurde dabei trotz Fertigstellung als potenziell verwundbar eingestuft. Dennoch galt die Anlage zunächst als personell voll abgedeckt.

Am 29.2.1944 erfolgte auf Anweisung die teilweise Stilllegung des Prüffelds: Die Bauwerke 1 bis 3 (Gesamtgeräteprüfstände) sollten nicht weiter ausgebaut, jedoch für eine mögliche Verlagerung vorbereitet bleiben. Die restlichen Bauwerke wurden vollständig stillgelegt - ausgenommen blieb nur die Sauerstoffanlage (A-Stoff). Diese wurde am 16.8.1944 durch einen Luftangriff beschädigt, konnte jedoch nach provisorischer Reparatur weiter betrieben werden. Die restlichen Anlagenteile blieben unberührt, da sie bereits außer Betrieb waren. Letztlich blieben nur wenige Kernbereiche des einst groß angelegten Prüffeldes funktionsfähig.

8.3.1943

Blatt 23/2

Sonderausschuss A4

beim Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Arbeitsausschuss Endabnahme.

Peenemünde den 8. März 1943

An den

Herrn Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Sonderausschuss A4, Arbeitsausschuss Prüfeinrichtungen, z.Hd. von Herrn Direktor Simon o.V.

Berlin-Charlottenburg 2

Bismarckstr. 112

Betr. Prüfeinrichtungen bei Firmen.

Anl.: Liste.

Der Arbeitsausschuss A4, Endabnahme, übersendet in der Anlage eine Übersicht, bei welchen Stellen und Firmen Prüfeinrichtungen für die Großserie veranlasst sind bzw. noch aufgegeben werden. Die zugehörigen angeforderten Planungsunterlagen werden laufend zugestellt.

Für die mit einem + bezeichneten Stellen ist wegen der Geringfügigkeit bzw. wegen geschlossener Arbeit durch die HAP eine besondere Planungsübersicht in dem angeforderten Sinne nicht vorgesehen.

In besonderen Engpassfällen der Gerätebeschaffung wird jedoch der verantwortliche Prüffeldleiter eingeschaltet werden.

v. Braun. *FE732

Übersicht der Prüfeinrichtungen.

A) Prüffeld Observatorium Raderach.

Bauherr: Wa J Rü (Mun 3), Außenstelle Friedrichshafen

Leiter: Dipl. Ing. Funk.

Telefon: Friedrichshafen 739.

(Bauten und Einrichtungen).

Technische Leitung: Heeresanstalt Peenemünde, Außenstelle Friedrichshafen.

Leiter: Dipl. Ing. Stromeyer.

Telefon: Friedrichshafen 2100.

(Technische Einrichtungen).

Prüffeldbetrieb (nach Übergabe): Wa Abn., vertreten durch HAbnSt ( A) Peenemünde,

Hauptmann Reinhardt HAP/EW Telefon: Peenemünde 262, App. 241 .

Verbindungsmann bei HAP/EW: Direktor Dr. Ing. Thiel.

Telefon: Peenemünde 262, Apparat 175

Vertreter: Dr. Ing. Schilling, Telefon: Peenemünde 262, Apparat 184.

Das Prüffeld umfasst:

Baubezeichnungsziffer. (1 bis 21)

1. 2 Prüfstände für Gesamtgeräteprüfung.

2. 1 Prüfstand für Heißbehälterprüfung.

3. 1 Prüfstand und fünfBoxen für Dampfanlageprüfung.

4. 4 Spritzboxen für Gesamtgerät u. Triebwerksblöcke.

5. Messhaus.

6. Pumpenhaus mit Wasserbehälter.

7. Entleerungs Pumpenhaus.

8. Pumpenhaus am See.

8-1 Hochbehälter.

8-2 Saugleitung.

8-3 Druckrohrleitung

8-4 Versorgungsleitungen innerhalb des Geländes.

8-5 Entwässerungsleitung.

9. Kühlturm.

10. Spritmischanlage.

11. Z-Stoffanlage.

12. Dampfanlagenprüffeld.

12-1 Lager 2.

13. T-Stoff Anlage.

14. O2-Anlage.

15. Werkstatt.

16. Lager 1.

17. Heizhaus.

18. Kraftwagenhalle.

19. Freiluftstation

19-1 Schaltanlage Jettenhausen 19-2 Freileitung 60 KV.

20. Verwaltungsgebäude.

21. Wache

22. Wirtschaftsgebäude

23/1 bis 23/12 Unterkunftshäuser U1 bis U12

24-1 bis 24-4 Werkswohnungen

25. Werkstraßen

25-1 Umgehungsstraßen

26. Bahn

26-1 Lockschuppen

26-2 Bahnhof

27. äußerer Zaun

27-1 innerer Zaun *FE732

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Lageplan Prüffeld Observatorium Raderach *Zeichnung Rekonstruktion TK.

8.6.1943

Niederschrift über die Besprechung am 4.8.1943 beim Heimat Artilleriepark 11 (HAP 11) am 6.08.1943.

]Prüffeld Raderach wird durch Wa Abn besetzt. * RH8 1254 FE347

1.11.1943

1. November 1943

Niederschrift über die erste Lagebesprechung am Montag, dem 1.11.1943.

Herr Degenkolb begründet die Notwendigkeit der in Zukunft regelmäßig stattfindenden Lagebesprechungen.

Durch die Luftangriffe auf Karlshagen in der Nacht vom 17. zum 18. 8. ist insofern eine vollkommen neue Situation geschaffen, dass die Gerätemontage sowie die Prüfstände in absolut Luftschutz sichere Räume geführt werden müssen. Durch den Ausfall von HAP/VW sowie die wiederholten Angriffe auf Wiener Neustadt und Friedrichshafen sind die ursprünglich vorgesehenen Montagewerke teils gänzlich ausgefallen, teils wiederholt so stark beschädigt, dass der Fertigungsablauf immer wieder zurückgestellt werden musste. Aus Gründen der Luftgefährdung sind ferner die bereits im Bau befindlichen Vorwerke Rax und Glöwen zum Stillstand gekommen, während das vor seiner Fertigstellung stehende Vorwerk Raderach fertiggestellt worden ist, jedoch durch einen Luftangriff ohne weiteres ausgeschaltet werden kann.

Der Sonderausschuss A4 hat inzwischen den Forderungen auf Luftschutz sichere Montage und Prüfung Rechnung getragen, doch ist dadurch eine mehrmalige Verzögerung im Ablauf des Degenkolb- Programms unvermeidlich geworden. [

] Vorwerk Raderach ist mit vier O2 Aggregaten ausgestattet.

Es können dort Öfen gebrannt und ganze Einheiten gespritzt werden.

Raderach ist in der Lage ab 15.11. 200 Tuben je Monat zu brennen. [

] Raderach Personell voll abgedeckt [

*FE732

10.11.1943

In einem Schreiben an den Leiter des Sonderausschuss A4 Direktor Degenkolb, in dem es um die Umsetzung von Personal aus den verschiedenen Werken in das Mittelwerk ging (Sauer- Aktion), ist vermerkt: ...] Raderach personell voll abgedeckt [

*FE732

21.11.1943

Inhaftierung der Bauarbeiter

Während der Bauzeit wuchs die Anzahl der Arbeiter, die für den Bau der Abnahmestelle Oberraderach benötigt wurden, durch Rekrutierungen über die umliegenden

Arbeitsämter auf mindestens 420 Fremdarbeiter. Diese kamen überwiegend aus den besetzten Ostgebieten, aber auch aus den Niederlanden, Frankreich usw. Im Baustandsbericht vom 25.9.1942 wird unter Punkt 27 das Barackenlager als fertig genannt. * (BMAM-RH8/1959)

Am 21.11.1943 wurden 417 dieser Fremdarbeiter, die durch die Gestapo Friedrichshafen zwischen dem 17.11 und 19.11.1942 in Schutzhaft genommen wurden, über das KZ-Arbeitskommando Friedrichshafen (Außenstelle des KZ Dachau) in das KZ Buchenwald und von dort aus in das KZ Dora überstellt. Der eigentliche Schutzhaftbefehl (RSHA IV E-37145 g) des Reichssicherheitshauptamtes wurde aber erst am 25.11.1942 per Fernschreiben von SS-Gruppenführer Müller an das KZ Buchenwald übermittelt.

Etwa 1/3 der Fremdarbeiter überlebten die KZ-Haft nicht! *Arolsen Archiv

KZ-Häftlinge

Zwischen dem 28.4.1944 und dem 24.9.1944 waren, nach der durch Bombardierung zerstörten Baracken des KZ-Arbeitskommando Friedrichshafen (Außenlager des KZ Dachau), bis zu 762 KZ-Häftlinge in den leeren Baracken des Baulagers bei Oberraderach untergebracht. *Arolsen Archiv

Stilllegung Prüffeld Raderach.

29.2.1944

Friedrichshafen 29.2.1944

An den Leiter des Arbeitsausschuss Endabnahme Herrn Professor Dr. von Braun, Karlshagen / Pommern

Betr.: Stilllegung Prüffeld Raderach.

Aufgrund der ergangenen Anordnung wurde anlässlich des Besuches von Direktor Dr. Schilling am 24.01.1944 in der Niederschrift 3/44 g/K festgelegt, dass die Bauwerke 1 bis 3 stillzulegen und lediglich der Ausbau der leicht zu entfernenden Armaturen und Messinstrumenten vorzunehmen sei. Das gleiche wurde mit FS Nr. 596 gF. v.7.2.1944 für das Bauwerk 4 angeordnet.

Am 22.2.1944 wurde durch Hauptmann Salzmann anlässlich seiner Rückkehr von dort mitgeteilt, dass es durch Professor v. Braun die Fertigstellung Bauwerke 1 bis 3 (Stände für Gesamtgerät) für eine Notfalls erforderliche Verlagerung des dortigen Prüffeldes festgelegt worden sei, was anlässlich einer telef. Rücksprache mit Direktor Dr. Schilling bestätigt wurde. Für den Bauherrn WA J Rü (Mun 3) liegt durch eine Mitteilung von Direktor Kunze Anweisung vor, dass außer der A-Stoffanlage sofort alle Bauwerke restlos stillzulegen und auch für und auch die Fortführung der restlichen baulichen Arbeiten zu unterbrechen sei. Mit Rücksicht auf den weiteren Einsatz des hiesigen Büro- und Handwerkspersonals des HAP/F wird darum gebeten, im Einvernehmen mit Direktor Degenkolb eine endgültige Festlegung darüber zu treffen, ob eine sofortige Stilllegung des gesamten Prüffeldes außer der A-Stoffanlage erfolgen soll oder in dem Stand 1 bis 3 die Verlegung der restlichen Mess- und Steuerleitungen noch so weit zu erfolgen hat, dass im ersten Ernstfall innerhalb kurzer Zeit die Betriebsaufnahme in diesem Bauwerken möglich ist.

Handschriftliche Notiz:

Am 6.03. wurde bei Herrn Amtschef festgestellt entschieden, dass die Raderacher Anlagen aus Ausweichsgründen fertiggestellt werden.

Unterschrift

*FE732

Bombenangriff vom 16.8.1944

16.8.1944

Die US- amerikanische Luftaufklärung identifizierte die Abnahmestelle Oberraderach im Januar 1944 irrtümlicherweise als ein Werk zur Herstellung von Wasserstoffperoxid. Aus dem „Target Information Sheet“ vom 18.4.1944, nach der Bombardierung am 16.4.1944, ist folgendes zusammengefasst zu entnehmen:

Die Anlage westlich von Oberraderach (ca. 2,5 Meilen nördlich von Friedrichshafen) ist eine Fabrik zur Herstellung hochkonzentrierten Wasserstoffperoxids, fertiggestellt und offenbar in Betrieb. Sie ist in vier Hauptbereiche gegliedert:

• A (Nordost): Arbeiterunterkünfte; Freiluft-Umspannstation an der Westseite.

• B (Nordwest): Hauptgebäude Nr. 18 - elektrolytische Wasserstofferzeugung.

• C (Zentrum): Spezialbauten (u. a. Gebäude 32, Anlagen 26-28) zur Herstellung und südlichen Lagerung des Wasserstoffperoxids.

• D (Südwest): Kleine, unbedeutende Gebäude (~115 x 60 Yards), ca. 500 Yards von C entfernt.

Produktionsablauf: Wasserstoff wird in B (Geb. 18) erzeugt, mit in C (Geb. 32) erzeugtem Sauerstoff gemischt; Reaktion in den Anlagen 26-28 in C bildet das Peroxid, das in Tanks in südlichem C gelagert wird. Gelände: flach mit verstreuten Wäldern, Gebäude teils zwischen Bäumen, keine Hindernisse über 100 ft; A-C sind per Bahn verbunden und führen zur Nebenstrecke nach Friedrichshafen. Gesamtfläche A-C ca. 1100 x 850 Yards.

Das Dokument beschreibt detailliert eine Produktionsanlage für hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid bei Oberraderach. Die Beschreibung legte nahe, dass es sich um eine moderne, strategisch bedeutende Fabrik handelte, die nach neuem elektrostatischem Verfahren arbeitet. Die klare Gliederung in vier Bereiche zeigt die Annahme einer funktional durchdachten Struktur - mit getrennten Zonen für Unterkunft, Produktion, chemische Verarbeitung und Nebengebäude. Die Lage in bewaldetem, flachem Gelände außerhalb von Ortschaften sowie die gute Bahnanbindung deuteten auf bewusste Tarnung und logistische Planung hin. Insgesamt vermittelt der Bericht ein Bild einer vollständig fertiggestellten, betriebsbereiten Anlage mit hoher technischer und militärischer Relevanz.

Aus den Berichten der französischen Besatzer kann man entnehmen, dass die Bombardierung am 16.4.1944 kaum den gewünschten Erfolg erbrachte. Im Grunde wurde nur das Sauerstoffwerk derart beschädigt, dass es für mehrere Wochen ausfiel.

Alle anderen Anlagen waren zu diesem Zeitpunkt bereits stillgelegt, blieben aber weitgehend unbeschädigt. *Bericht Nr. 1354 Oberraderach (3 (K) 14) GN 3764, National Archives and Records Administration (NARA)

29.4.1945

Kriegsende und Demontage

Die Abnahmestelle Oberraderach stellt ein bedeutendes Beispiel für die deutsche Raketenforschung während des Zweiten Weltkriegs dar. Nach Kriegsende 1945 wurde sie von französischen Truppen übernommen und systematisch untersucht. Kurz vor Kriegsende, am 29. April 1945, erreichten französische Truppen der Alliierten von Kluftern und Markdorf aus die Abnahmestelle Oberraderach und besetzten diese. Die Soldaten fanden ein weitgehend intaktes Prüfwerk vor. Etwa eine Woche später besichtigten Henri Moureu, Direktor des Laboratoire Municipal, und P. Chovin, Chefingenieur des Instituts, vom 9. bis 17. Mai 1945 die Abnahmestelle Oberraderach.

In ihrem Bericht vom 25. Mai 1945 beschrieben sie detailliert den Aufbau sowie die teilweise vermutete Funktion der Abnahmestelle. Im abschließenden Teil des Berichts wurde auf die Bedeutung und den möglichen Nutzen der Einrichtung für die französische Waffentechnik und die Raumfahrt hingewiesen. Es wurde explizit darauf aufmerksam gemacht, dass das Werk aufgrund der Nähe zur Schweiz und der Geheimhaltung kaum direkt als Forschungs- und Entwicklungsstelle geeignet sei, aber als Modell für eine zu errichtende Forschungseinrichtung dienen könne. Es wurde angeregt, eine entsprechende Einrichtung in einer gut gewählten Region auf französischem Territorium zu etablieren. Abschließend heißt es:

„[...] solch eine Station unserer Meinung nach in das ausgedehnte Feld der Forschung eines echten ,Institut der Rakete' integriert werden sollte. Wenn man nicht will, dass unser Land, das sich in diesem Bereich bereits im Defizit befindet, einen deutlichen Rückstand im Vergleich zu anderen, scharfsichtigeren und risikobereiteren Nationen erlangt, wäre die Schaffung eines solchen Institutes - an dem sich die verschiedenen interessierten Ministerien unter der Schirmherrschaft des nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung beteiligen - eine deutliche Notwendigkeit.“

Henri Moureu

Rapport de M.M.H. Moureau Directeur du Laboratoire Municipal et P. Chovin, Ingénieur en Chef au Laboratoire Municipal, Ref: 8221/DP.As1 — Le 26 Mai 1945.

Die Empfehlungen Moureus führten zur Gründung der CEPA (Centre d’étude des projectiles autopropulsés) am 14. November 1945. Henri Moureu wurde zum wissenschaftlichen Direktor ernannt. Im Mai 1946 wurde in Zusammenarbeit mit der Leitung der DEFA (Direction des études et fabrication d'armement) in Vernon das LRBA (Laboratoire de recherches balistiques et aérodynamiques) gegründet, wobei das Abnahmewerk in Oberraderach als Grundlage für die technischen Einrichtungen diente.

geheim

Besuchsbericht Radarach

Oktober 1946

Diplom Ingenieur Goertz

Den 28. Oktober 1946

Besuchsbericht Raderach

Oktober 1946

Teilnehmer: vom 15. - 18. Oktober: Goertz, Lang, Hüttenberger vom 20. - 24. Oktober: Goertz

Ziel: Ermittlung des Standes der Demontage der Versuchs-

station Oberradarach und Untersuchung der Möglich-keit, Teile für die Versuchsstation und Vernon und Gramat zu verwenden.

Beschreibung der Versuchsstation Oberradarach

Die Versuchs Station umfasst:

1. zentrale Mess- und Beobachtungsstation

2. ein Verbrennungsstand für Düsen

3. Verbrennungsstände für komplette Raketen,

4. Einspritzstände für Triebwerke,

1. Pumpenstation zur Kühlung von Verbrennungsprodukten mit zwei Tanks,

1. Druckreservoir,

1. Kühler,

1. Anlage zur Sauerstoffherstellung mit fünf Einheiten.

1. Versuchshalle für Dampfanlagen mit fünf Boxen.

1. Alkoholmischanlage,

1. Halle zur Lagerung von Wasserstoffperoxid,

1. Lagerraum für das Permanganat mischt mit Mischanlage.

1. Zentralheizungsanlage,

1. Halle für V2 Raketen,

2. 60 KV Anlage im Freien,

3. Reparaturwerkstatt mit Schlosserei, Turmhalle, Schmiede, Elektrizitätsanlage, Lackiererei und Druckluftanlage,

4. Lager,

5. Verwaltungsgebäude,

6. Garage,

Kantinen und Arbeitersiedlung.

Das Wasser des Sees wurde von Pumpwerk Manell zum Druckreservoir der Versuchsstation gepumpt und floss von dort in die Tanks der Pumpstation während des Verbren- nungungsversuchs wurde das Wasser aus diesem Tank en-tnommen und durch drei Punktblöcke in Umlauf gebracht. Wurde das Wasser zu heiß, wurde es durch Kühler geleitet.

7.

Gegenwärtiger Zustand:

In der Messstation fehlen die Instrumente an allen Schaltpolten; Vermutlich wurden sie von den Soldaten mit-genommen. Die Schreibinstrumente und Oszillographen wurden vor der der Besetzung in die heutige russische Zone geschickt; sie sind also für neue Projekte nicht mehr verfügbar. Die Kabel sind inzwischen nummeriert, in Zeichnungen erfasst und demontiert. Die Einrichtung der Messabteilung sind nicht mehr vorhanden. Die Schreinerei der Messstation und die Schlosserei arbeitet noch.

8.

Der Verbrennungsstand für Düsen wurde außerhalb des Betonblocks vollständig demontiert und größten teils nach Bourges transportiert. In jedem Fall sind die Druckmesser mit Fernablesung bei diesem Versuchsstand und den anderen nicht mehr verfügbar, da sie von vor der Besatzung entfernt wurden. Die Batterie der Druckluftflaschen steht uns eben-falls nicht mehr zur Verfügung, da sie in das Zentrumswerg gebracht wurde.

Einer der Verbrennungsstände für die Raketen wurde ebenfalls vollständig demontiert und größtenteils nach Bourges transportiert. Die Kardenringe der 3. Verbrennungs-stände sind noch an Ort und Stelle.

Der zweite Verbrennungsstand für komplette Raketen, dessen Metallkonstruktion und Leitungssystem seinerzeit montiert wurde, der jedoch weder über einen Tank noch eine Waage zur Messung des Verbrauchs verfügte, ist noch intakt. Bezüglich seiner Demontage dürfte noch keine Ent-scheidung vorliegen.

Was die Einspritzstände anbetrifft, so wurde einer einschließlich Tragekonstruktion demontiert und größten-teils nach Bourges gebracht. Die Ausstattung der übrigen Einspritzstände wurde ebenfalls beseitigt. Eine Entschei-dung bezüglich ihrer Tragkonstruktion steht noch aus. Der unterirdische Teil mit den Vorratstanks stand bisher unter Wasser. Er wurde jetzt auf Veranlassung des Unter-zeichneten trockengelegt, so dass er nun auf eine Ebene an-

9. gehoben und demontiert werden kann.

Mit der Demontage der Pumpstation wurde noch nicht be-gonnen, da zunächst die Trümmer des Gebäudes (Explosion) beseitigt werden müssen.

Die Pumpstation des Bodensees und die Druckreservoir-anlage sind noch nicht demontiert.

Die Holzkonstruktion des Kühlers wurde abtranspor-tiert; von ihr ist nichts mehr vorhanden.

Die Anlage zur Sauerstoffherstellung und die im Freien befindliche 60 KV KV-Anlage werden komplett nach Bourges gebracht. Die Zentralheizungsanlage und die feststehenden Wasserstoffperoxid und Permanganatbehälter sind nicht mehr vorhanden. Die Alkoholmischanlage ist nur noch in Form der verstreuten Einzelteile vorhanden.

Einige Steuerelemente, (Versuchstafeln, Luftversuche, Ventilkasten, Ventile für gewöhnliche Verwendungszwecke) befinden sich noch in Raderach. Diese aufzulisten wird

die Hauptaufgabe beim nächsten Besuch in Raderach sein.

Das Messgerät und Zubehör anbetrifft, wurde bisher fast nichts gefunden, was für die neue Projekte verwend-bar wäre. Dieses wird die Schwierigkeit während der Phase der Inbetriebnahme der neuen Versuchsstände sein.

10.

Eine Demontage lohnt sich außerdem noch bei folgenden

Teilen: den unteren der der unter der Erde verlegte Hochdruckleitung aus Stahl, die Anlage d'02 mit der Versuchsständen verbinden, die Druckwasserleitung, die von Manzell zur Versuchsstation führen, sich auf dem Gelände der Ver-suchsstation befinden und dem Ventilen mit 100 mm Durch-messer, die sich mit Wasserstoff Peroxidlager und in der Dampfanlage befinden.

Einige Techniker sind mit der Auflistung der Pläne der Versuchsanlage und Kennzeichnung der Teile beschäftigt, so dass diese erneut zusammengebaut werden können. Diesebe- züglich ist zu erwähnen, dass Oberraderach für die Aufnahme serienmäßig hergestellter Raketen ausgelegt war, sich in der gegebenen Form jedoch nicht für die Entwicklungsarbeiten eignet. Als Konstruktionsmaterial für V9 sind die Teile der Einspritzstände verwendbar und völlig ausrei-chend.

Gezeichnet: Dipl.-Ing. Goertz.

*Übersetzung aus dem Französischen Bericht von Diplom Ingenieur Goerz Oktober 1946 Quellenverzeichnis Nummer 49 Historische Erkundung Landratsamt Bodenseekreis, Projekt Nr. : R/008/97 Gutachten Nr.: R/008/97/01/tk

Sonstige Quellen :

CIOS XXXIII-35 (draft): 'Investigation of Underground Factories in Bavaria & Austria', CIOS Team 660 select. Dez 1945 B/TA666/119 CIOS DRAFTS BOX 8, Seite 13 und 14:

Ziel: Heeres Abnahme Beschussstelle Friedrichshafen

Ort: Oberraderach L.48 WX.2801 (Französische Zone)

Art des Ziels: Flüssigsauerstoffanlage und Türme für statische Zündungen von Raketenmotoren

Besuchsdatum: 17.8.1945

Befragtes Personal: Kein deutsches Personal verfügbar

Die folgenden Informationen wurden durch Untersuchung des Ziels und Gespräche mit französischen Offizieren gewonnen.

1. Die Flüssigsauerstoffanlage galt als eine der größten in Deutschland (siehe jedoch Brauerei Zipf bei Redl, Seite 24). Sie konnte 540 kg/h produzieren und bestand aus vier Einheiten mit fünfstufiger Kompression und drei Lagertanks, jeweils 15 m[3] Fassungsvermögen. Zwei dieser Tanks waren durch Bomben zerstört worden.

Die gesamte Anlage wurde demontiert, um nach Frankreich transferiert zu werden.

2. Die drei statischen Zündtürme ( Prüfstände ) wurden zum Testen von brennstoffbetriebenen Alkoholsauerstoff-Raketenmotoren verwendet. Sie waren seit 1943 nicht mehr in Betrieb, da die Schweizer (10 Meilen entfernt) sich über Lärm und Beleuchtung der Umgebung beschwert hatten.

Es wurde angegeben, dass alle 20 Minuten ein Test

durchgeführt wurde. Die Arbeiten wurden nach Peenemünde verlagert.

Die Höhe jedes Turms betrug etwa 30 m (100 ft) und

jeder war mit einem Aufzug ausgestattet.

(Siehe Abb. 1, 2 und 3)

14

Auf verschiedenen Höhen befanden sich Plattformen, um Anpassungen am Raketenmotor und der zugehörigen Ausrüstung vorzunehmen. Diese Plattformen waren in der Mitte geteilt, sodass die eine Hälfte vor einer Zündung beiseite geschoben werden konnte.

Die Wasserkühlung des nach unten gerichteten Strahls scheint eine entscheidende Rolle bei der Planung dieser Türme gespielt zu haben. Auf zwei Höhen konnte Wasser auf den Strahl gesprüht werden, das dann mittels eines Rohrsystems in eine wassergefüllte Grube abgeleitet wurde.

Dieser umfangreiche Wasserverbrauch erforderte zwei große Lagertanks, die mit Wasser aus dem Bodensee versorgt wurden.

Die Flamme von etwa 30 m Länge konnte visuell, mittels zweier Periskope, aus einem splittersicheren Raum am Fuß des Turms beobachtet werden.

Sauerstoff- und Alkoholtanks befanden sich in

Räumen an beiden Seiten des Turms. Der Flüssigsauerstofftank hatte ein Fassungsvermögen von 5000 kg, der Alkoholtank ungefähr dasselbe. Alle Anschlüsse zum Alkoholtank waren flexibel, und der Tank war auf einer Plattform einer Waage montiert, sodass die während einer Zündung verbrauchte Treibstoffmenge bestimmt werden konnte.

Ein zentrales Aufzeichnungsgebäude diente allen drei Zündtürmen. Alle Geräte waren entfernt worden, vermutlich, als die Arbeiten nach Peenemünde verlagert wurden.

In einem weiteren Gebäude in diesem Bereich wurden Versuche mit Pumpen bei Flüssigsauerstofftemperaturen durchgeführt.

Es wurden keine Raketenmaterialien außer Aluminium-Treibstofftanks von diesem Team gesehen.

Es scheint nicht notwendig, dass weitere Raketenteams dieses Ziel besuchen, es sei denn, sie interessieren sich für die Konstruktion der statischen Abschusstürme. Dieses Team war jedoch weniger von deren Konstruktion beeindruckt als von der Abschussstation in Redl (siehe Seite 35), wo durch die Nutzung eines Hügels der Bau von Türmen vermieden werden konnte.

15

Rückbau (Sprengung der Bauten)

Nach der Beendigung der Demontage aller technischen Einrichtungen der Abnahmestelle Raderach wurden 1948 die leerstehenden Gebäude entsprechend dem Viermächte-Vertrag zur Entmilitarisierung Deutschlands vom 29. April 1946 gesprengt.

Sprengprotokoll der Abnahmestelle Raderach

7.04.1948 17 Uhr Sprengung eines Prüfstandes. Wirkung: total starke Schäden am angrenzenden Wald. Dachschäden in Radbruch selbst, etwa 15.000 Dachziegel abgedeckt, Risse in den Häusern.

8.04.1948 17 Uhr Sprengung der Maschinenhalle, da die Halle nur Teil zerstört wurde, musste am nächsten Tag nachgesprengt werden.

9.04.1948 17 Uhr Sprengung des Wasserreservoirs am Mittelberg Nachsprengung am Maschinenhaus.

10.04.1948 11 Uhr weitere Nachsprengungen am Maschinenhaus mit endgültiger Zerstörung Raderach keine weiteren Schäden, dagegen im Bergheim wurden Zimmerdecken beschädigt.

Im Hebach ging ein Kirchenfenster zu Bruch.

11.04.1948 Sonntagsruhe. 12.04.1948 Anfuhr von drei Waggons Sprengmittel.

14.04.1948 17 Uhr: Prüfstandsprengung Totalwirkung, Waldschäden, kleinere Schäden in Efritzweiler, kleinere Schäden in Markdorf.

15.04.1948 17 Uhr Sprengung des dritten Prüfstandes: besonders starke Sprengung mit großen Waldschäden.

16.04.1948 17 Uhr Sprengung des Messhauses Rundbau Totalwirkung.

17.04.1948 17 Uhr: Sprengung der zum Maschinenhaus führenden Werkstraße mit Totalwirkung.

18.04.1948 Sonntagsruhe.

19.04.1948 17 Uhr: weitere Straßensprengungen.

20.04.1948 17 Uhr: Straßensprengung und Sprengung des Gebäudes für Stromverteilung.

21.04.1948 17 Uhr: Sprengung des Luftschutzstollen mit den großen

Wirtschaftsgebäuden, keine Ortschaftsschäden, aber Verwüstungen in Feldern über dem Stollen und Ausbruch eines Waldbrandes.

Löschen der Feuer durch die Ortsfeuerwehr. Durch die Sprengung des Wirtschaftsgebäudes wurden auch die Telefonleitungen in den Ort Raderach in Mitleidenschaft gezogen.

*Werner Willhaus - Die Teuringertal-Bahn ISBN 3-928786-54-7

Reste der Freiluftschaltanlage (Umspannwerk) 2010 *Privat

Reste der am 17.04.1948 gesprengten Werkstraße am Sauerstoffwerk*Privat

Militärische und zivile Nachnutzung

Nachdem mit viel Sprengstoff sämtliche Bauten zerstört waren, nutzte das französische Militär bis Anfang der 90er das Areal als Übungsplatz. 1982 errichtete der Bodenseekreis auf der Fläche des „Prüffeldes“ eine Mülldeponie, die bis heute als Entsorgungszentrum genutzt wird. Am nördlichen Ende des Areals befand sich darüber hinaus, am Standort der V2-Raketenlagerhalle, ein Getriebe-Teststand der ZF Friedrichshafen. 2025 wurde zur Erinnerung an die Zwangsarbeiter, die zwischen 1942 und 1943 das Werk erbauen mussten, ein Gedenkweg eröffnet.

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Warnschild zum „V2 Werk“ an einem Forstweg bei Raderach*Privat

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Panzer der Französischen Armee in den 60er Jahre, an der Ruine des Prüfstand 2*Privat

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Heute noch bestehende Werksstraße an der Ruine der Verwaltung*Privat

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Getriebe Teststand der ZF-Friedrichshafen am Standort der V2 Raketen Lagerhalle. *Privat

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Mülldeponie auf dem ehemaligen Prüffeld. *Privat

[...]

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Title: Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach

Scientific Essay , 2025 , 90 Pages

Autor:in: Thomas Kliebenschedel (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Details

Title
Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach
Author
Thomas Kliebenschedel (Author)
Publication Year
2025
Pages
90
Catalog Number
V1671881
ISBN (PDF)
9783389168653
ISBN (Book)
9783389168660
Language
German
Tags
bauchronik heeresabnahmestelle raderach Friedrichshafen V2 A4 Zeppelin Luftschiffbau Zeppelin Peenemünde Mittelwerk Dora V2 Rakete Rakete Wernher von Braun V2 Werk Oberraderach Bodenseekreis Kliebenschedel KZ Zwangsarbeit Geheimwaffen Geheim Prüfstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kliebenschedel (Author), 2025, Bauchronik der Heeresabnahmestelle Raderach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1671881
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