Nachhaltiger Konsum – Akteure, Mittel und Aussichten

Homo Oeconomicus vs. Umweltbewusstsein?


Hausarbeit, 2007

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 VORBEMERKUNG

2 EINLEITUNG

3 DER KONSUMENT: HOMO OECONOMICUS VS. UMWELTBEWUSSTSEIN?
3.1 DAS UMWELTVERHALTEN VON KONSUMENTEN
3.2 DIE UMWELTPROBLEME ALS FOLGE RATIONALEN HANDELNS: DER HOMO OECONOMICUS IM KONSUMENTEN
3.3 NACHHALTIGER KONSUM- EINE DEFINITION

4 UMWELTBEWUSSTSEIN: VOM INDIVIDUUM ERKANNT ODER STAATLICH VERMITTELT?
4.1 DEFINITION VON UMWELTBEWUSSTSEIN
4.2 WIDERSPRÜCHE BEI UMWELTBEWUSSTSEIN UND -VERHALTEN
4.3 GRÜNDE FÜR MANGELNDES UMWELTBEWUSSTSEIN UND UMWELTVERHALTEN

5 DIE ROLLE DES STAATES
5.1 DEMOKRATIE ALS UMWELTSCHUTZBREMSE?
5.2 KONSTELLATION DER AKTEURE IN DER UMWELTPOLITIK
5.3 UMWELTPOLITISCHE INSTRUMENTE DES STAATES
5.3.1 ÜBER DIE KONSUMFREIHEIT ZUM NACHHALTIGEN KONSUM
5.3.2 VERBRAUCHERINFORMATION ÜBER DIE STAATLICHE EBENE HINAUS

6 „SUSTAINABLE DEVELOPMENT“ UNTERNEHMEN ALS AKTEURE IM UMWELTSCHUTZ
6.1 HANDLUNGSDRUCK VON VERSCHIEDENEN SEITEN
6.2 AUSWIRKUNGEN AUF UNTERNEHMENSENTSCHEIDUNGEN

7 FAZIT

8 LITERATUR

1 Vorbemerkung

Diese Seminararbeit soll das Thema Umweltschutz auf nationaler Ebene betrachten. Es sollen hauptsächlich die Chancen und Möglichkeiten erläutert werden, die das letzte „Glied“ der möglichen Akteure hat: Die privaten Haushalte bzw. der einzelne Konsument.

Hierbei muss neben Verhaltensweisen, die der Bürger bewusst oder unbewusst tätigt, um Umweltproblemen verschiedenster Art entgegen zu wirken und denen, die der Staat durch Instrumente erst „aktiviert“, unterschieden werden.

Anschließend wird der Begriff des Nachhaltigen Konsums den privaten Konsumenten als Akteur und Zielgruppe im Feld der Umweltpolitik und des Umweltschutzes einführen.

Nach einer Einführung in das Feld der Umweltpolitik soll die Rolle des Nationalstaates, in diesem Fall der Bundesrepublik Deutschland, näher betrachtet werden.

Als Akteur neben Staat und privaten Haushalten werden am Ende der Ausführungen auch die Unternehmen als Anbieterseite bzw. Pendant im Prozess des Konsums kurz betrachtet und deren Möglichkeiten und Verhaltensweisen untersucht.

Als Literatur zur Erstellung dieser Arbeit dienen neben weiteren Titeln unter anderem das Heft „Verbraucherpolitik und Nachhaltigkeit“ aus der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ der Bundeszentrale für Politische Bildung, der Titel „Ökonomische Bildung“ von May, die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage des BMU zum Thema Umweltbewusstsein aus dem Jahr 2006, sowie der Titel „Umweltpolitik“ von Jänicke, Kunig und Stitzel.

2 Einleitung

In der Agenda 21, die 1992 auf dem „Erdgipfel“ der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro von den Teilnehmerstaaten unterzeichnet wurde, wurde unter anderem festgestellt, dass in „der Förderung von Verbrauchs- und Produktionsmustern, die zu einer Verringerung von Umweltbelastungen und zur Befriedigung der mensch- lichen Grundbedürfnisse führen; der Vertiefung des Einblicks in die Rolle des Konsumverhaltens und die Klärung der Frage, wie sich nachhaltige Ver- brauchsgewohnheiten entwickeln lassen“[1] Handlungsbedarf besteht.

In dieser Aussage wird zweierlei deutlich: Zum einen die wichtige und gewichtige Rolle der Konsumenten in Bezug auf den Umweltschutz, zum andern jedoch auch die Bedeutung der Nationalstaaten in diesem Zusammenhang. Erscheint der einzelne Bürger in seinen Kaufentscheidungen und Verhaltensweisen in Bezug auf die gegebenen Umweltressourcen als kleines, übertrieben gesagt, belangloses Glied in der Kette der Umweltakteure, so lässt die Masse an Konsumenten und somit Konsumentscheidungen und Verhaltensweisen (in der Bundesrepublik immerhin knapp 80 Millionen Menschen) die Bedeutung dieser Gruppe erheblich anwachsen. Deswegen erscheint es unumgänglich, die Lösung für die aktuellen und zwangsläufig auch zukünftigen Umweltprobleme nicht nur auf staatlicher und unternehmerischer Seite, sondern eben auch auf der Ebene der privaten Konsumenten zu suchen. Der Themenbereich Umweltpolitik ist, das macht die Aussage in der Agenda 21 recht deutlich, nicht nur eine Frage staatlichen und unternehmerischen Agierens und Reagierens.

3 Der Konsument: Homo oeconomicus vs. Umweltbewusstsein?

3.1 Das Umweltverhalten von Konsumenten

„Menschliches Verhalten wird durch Präferenzen und Restriktionen gesteuert, und die Menschen sind bestrebt, durch ihre Handlungsentscheidungen Belohnung, Zufriedenheit oder Lust zu erreichen. Akteure wählen dabei diejenige Verhaltensweise, welche die günstigste Differenz zwischen dem Nutzen einer Handlung und den damit verbunden Kosten nach sich zieht.“[2] Diese These über das allgemeine Handeln von Menschen kann letztlich auch auf das Verhalten von Konsumenten und darüber hinaus auf deren Verhältnis zu Umweltschutzbelangen übertragen werden. Diekmann und Preisendörfer beschreiben in ihrer „Low-Cost- These“ genau jenen Effekt, den Braun und Franzen in ihren Ausführungen allgemein formulieren:

Der Grundgedanke der „Low-Cost-These“ des Umweltverhaltens von Konsumenten ist, dass Umwelteinstellungen das Umweltverhalten am ehesten und bevorzugt in Situationen beeinflussen, die mit geringen Kosten bzw. Verhaltensanforderungen verknüpft sind. Je geringer der Kostendruck in einer Situation, desto leichter fällt es den Akteuren (hier: den Konsumenten und privaten Haushalten), ihre Umwelteinstellungen auch in ein entsprechendes Verhalten umzusetzen. Umgekehrt sinkt die Bedeutung von Einstellungen, wenn eine Situation größere Verhaltenszumutungen in sich birgt.[3]

Grundsätzlich ist dem Bürger, der so denkt und handelt, kein Vorwurf zu machen, beschreibt doch schon die Theorie den Homo oeconomicus als „Normaltypen“ des Menschen. Rationalität und Maximierung des eigenen Nutzens liegen schon nach Smith im Wesen des Menschen und müssen auch bei der Beurteilung des Umweltverhaltens berücksichtigt werden.

3.2 Die Umweltprobleme als Folge rationalen Handelns: Der Homo oeconomicus im Konsumenten

Die Wirtschaftstheorie bezeichnet weiterhin weite Teile der Umwelt als öffentliches Gut. Solch ein quasi kostenloses Kollektivgut verführt die Nutzer fast zwangsläufig dazu, es größtmöglich zu nutzen, weil entsprechende Gegenleistungen in den meisten Fällen nicht zu erbringen sind. Auch diese Annahme bestätigt den Homo oeconomicus im Konsumenten. Das Problem hierbei ist jedoch, dass eine solche größtmögliche Nutzung der Ressource Umwelt eine extreme Belastung für diese bedeutet, deren negative Auswirkungen wiederum selten vom einzelnen Individuum, sondern von der Gemeinschaft getragen werden müssen.

Es lässt sich folgern, dass gerade dieses rationale eigennützige Handeln in Bezug auf die Umwelt und deren Ressourcen ein wichtiger Grund für viele Umweltfragen ist.

Kuckartz führt seinerseits weitere mögliche Ursachen für ein „nicht umweltgerechtes Verhalten“ vieler Menschen auf[4]:

Das Umweltverhalten wird allzu oft in den Lebensstil der Individuen eingebettet, ohne Rücksicht auf mögliche Auswirkungen zu nehmen. Im Umkehrschluss wäre es also eine Einengung des eigenen Lebensstils, bestimmte Verhaltensweisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten. Darüber hinaus ist der Lebensstil in unserer Gesellschaft auch an bestimmte Annehmlichkeiten geknüpft, die entweder aus Gewohnheit oder persönlicher Notwendigkeit nicht wegzudenken sind.

Das Schlagwort Gewohnheit kann zudem auch konkret auf das Konsumverhalten der Menschen bezogen werden: Zufriedenheit mit den Leistungen bestimmter Produkte und Dienstleistungen lässt oft die Suche nach Alternativen, die unter Umständen weniger Umweltbelastung bei vergleichbarer Leistung und Qualität ermöglichen, in den Hintergrund treten.

Als letzter Punkt in der Darstellung heutiger Konsumentenverhaltensweisen soll ein Phänomen genannt werden, welches in der modernen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Suche nach persönlicher Entfaltung und Wahrung persönlicher Interessen lässt den Verbraucher allzu oft an Normen und vernünftigen Handlungen verzweifeln.

[...]


[1] Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung; 1992; Kap. 4.7

[2] Braun und Franzen, 1995, S. 261

[3] Kukartz nach Diekmann und Preisendörfer, 2001

[4] Kuckartz, 2005, S.6

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Nachhaltiger Konsum – Akteure, Mittel und Aussichten
Untertitel
Homo Oeconomicus vs. Umweltbewusstsein?
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (ipw)
Veranstaltung
Umweltökonomie und Umweltpolitik
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V167192
ISBN (eBook)
9783640835744
ISBN (Buch)
9783640836109
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsum, Umweltpolitik, Staat, Umwelt, Umweltbewusstsein
Arbeit zitieren
Daniel Fedders (Autor), 2007, Nachhaltiger Konsum – Akteure, Mittel und Aussichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167192

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