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Salvador Dali - Die Beständigkeit der Erinnerung

Title: Salvador Dali - Die Beständigkeit der Erinnerung

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Laura Näder (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Wissenschaftliche Abhandlung zur Entstehung und Bildidee von Dalís wohl berühmtesten Gemälde "Die Beständigkeit der Erinnerung".

Das Motiv der zerlaufenen Uhren wird anhand psycho-, bild- und textanalytischer Methoden und Forschungsansätzen anderer Wissenschaftler auf dessen Ursprung untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildbeschreibung

3. Analyse

3.1 Die irrationale Eingebung und Kindheitsreflexion

3.2 Die Kopie fremden Gedankenguts mit kalkulierten Verweisen

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das berühmte Gemälde „Die Beständigkeit der Erinnerung“ von Salvador Dalí mit dem Ziel, die Entstehungsgeschichte des Werkes kritisch zu hinterfragen. Es soll geklärt werden, ob die ikonischen weichen Uhren tatsächlich aus einer spontanen, irrationalen Eingebung des Künstlers hervorgingen oder ob sie das Ergebnis einer bewussten Rezeption und Adaption literarischer Vorlagen sowie anderer künstlerischer Einflüsse darstellen.

  • Die Anekdote der Entstehung durch eine Assoziation mit Camembert
  • Einflüsse des Surrealismus und literarischer Vorbilder wie Benjamin Péret
  • Die psychologische Dimension: Kindheitstraumata und Identitätskrisen Dalís
  • Kritische Analyse der Rolle des Künstlers als Medienfigur
  • Interdisziplinäre Deutungsansätze des zentralen Bildmotivs

Auszug aus dem Buch

Die Kopie fremden Gedankenguts mit kalkulierten Verweisen

Es waren die weichen Uhren, die Dalí internationalen Ruhm verschafften und in Folge dessen kommerzialisiert, in einer Vielzahl von Werken reproduziert („Weiche Uhr im Moment ihrer ersten Explosion“) und als Souvenirs in Museumsshops verkauft wurden. Auch die Geschichte von der unvermittelten Assoziation mit Camembert unterstreicht nur das Bild vom exzentrischen, verrückten Surrealisten, erweist sich aber bei genauer Untersuchung als typische Dalí-Posse, die das Publikum bei Schach halten und den wahren Hintergrund zur Entstehung des Werkes verschleiern sollte. Betrachtet man das Bild, so lassen sich drei weiche Uhren erkennen. In seiner Autobiographie schreibt der Künstler aber explizit: „Ich sah zwei weiche Uhren“17. Nicht selten parodierte Dalí den mangelnden Beobachtungssinn seiner Zuschauer, hier aber handelt es sich um eine konkrete Ablenkung vom wahren Ursprung der zerfließenden Zeitmesser.

In Dalís Bücherrepertoire, welches nach seinem Tod vollständig verwahrt wurde, finden sich zahlreiche Gedichtbände des Schriftstellers Benjamin Péret. Der Autor gehörte ebenfalls der Bewegung des Surrealismus an und veröffentlichte bereits Anfang der 1920er Jahre seine Texte in der Zeitschrift „La révolution surréaliste“. Salvador Dalí war mit dem Werk Peréts betraut, berichtete sogar in einem Brief an seinen Kollegen Buñuel von seiner Begeisterung den antibürgerlichen Schriften gegenüber und schrieb: „Benjamin Perét war für mich der surrealistische Dichter par excellence.“18 Objekte und Begriffe wie schmelzende Instrumente, weiche Steine und zerfließende Knochen treten in Peréts Gedichten gehäuft auf, sodass Dalís Vorliebe zum Viskosen weniger eine individuelle Neigung sondern vielmehr eine bewusst angeeignete Methode war.19

Doch selbst die berühmten Uhren werden in einem Gedicht wörtlich genannt, das 1929 in der Surrealistenzeitschrift veröffentlicht wurde: „Du weißt genau, dass die Willenskräfte des Dampfes von niemanden durchbrochen werden können, […] nicht einmal von einer weichen Uhr.“20 Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Dalí-Uhren lediglich eine Kopie von Peréts Erdichtungen darstellten. 21

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle Dalís als bewusste Kunstfigur und führt in die wissenschaftliche Fragestellung ein, ob das Hauptwerk auf spontaner Vision oder kalkulierter Aneignung basiert.

2 Bildbeschreibung: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte formale Analyse des Gemäldes, inklusive der Farbwahl, der Komposition und der zentralen Bildelemente wie den weichen Uhren und dem Steinkopf.

3. Analyse: Der Hauptteil untersucht verschiedene Hypothesen zur Entstehung des Werkes, von den autobiografischen Kindheitserinnerungen Dalís bis hin zum Einfluss surrealistischer Literatur.

3.1 Die irrationale Eingebung und Kindheitsreflexion: Hier wird Dalís eigene Darstellung einer spontanen Eingebung hinterfragt und in den Kontext seiner Kindheitsängste sowie seiner psychologischen Auseinandersetzung mit Identität gestellt.

3.2 Die Kopie fremden Gedankenguts mit kalkulierten Verweisen: Dieses Kapitel legt den Fokus auf die Parallelen zwischen Dalís Uhren-Motiven und den literarischen Werken von Benjamin Péret, was die Theorie der bewussten Imitation stützt.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Inspiration durch Benjamin Péret offensichtlich ist und Dalís eigene Entstehungslegende als bewusste Inszenierung entlarvt werden kann.

Schlüsselwörter

Salvador Dalí, Die Beständigkeit der Erinnerung, Surrealismus, weiche Uhren, Benjamin Péret, Identitätskrise, kritisch-paranoide Methode, Bildanalyse, Kunstgeschichte, Psychologie, Kindheitserinnerung, Motivforschung, visuelle Umsetzung, künstlerische Adaption, Zeitkonzeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Gemälde „Die Beständigkeit der Erinnerung“ von Salvador Dalí und der kritischen Hinterfragung seiner Entstehungsgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der surrealistischen Bildsprache, dem Einfluss von Literatur auf die bildende Kunst und der psychologischen Verortung der Künstlermotive.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, ob das Werk aus einer spontanen, irrationalen Eingebung des Künstlers entstand oder als Umsetzung fremden, insbesondere literarischen Gedankenguts zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Bildanalyse in Verbindung mit biografischen und literaturwissenschaftlichen Vergleichsmethoden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Bildbeschreibung sowie eine analytische Diskussion, in der Dalís Eigendarstellung mit den Werken von Benjamin Péret und psychoanalytischen Aspekten seiner Kindheit kontrastiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Surrealismus, künstlerische Aneignung, Identität, Bildtradition und die kritische Dekonstruktion von Künstler-Anekdoten charakterisiert.

Inwiefern spielt der Schriftsteller Benjamin Péret eine Rolle für Dalís Werk?

Die Analyse legt nahe, dass Dalí Motive wie „weiche Uhren“ aus Gedichten von Péret übernahm, die bereits vor Dalís Gemälde existierten und surrealistische Kernmotive vorgaben.

Wie bewertet die Autorin Dalís eigene Entstehungsgeschichte mit dem Camembert?

Die Autorin interpretiert die Anekdote als eine typische „Dalí-Posse“, die dazu diente, den wahren, eher kalkulierten Hintergrund der Inspiration zu verschleiern und die Rolle als exzentrischer Künstler zu stützen.

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Details

Title
Salvador Dali - Die Beständigkeit der Erinnerung
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Laura Näder (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V167208
ISBN (eBook)
9783640836307
ISBN (Book)
9783640836376
Language
German
Tags
Kunst Kunstgeschichte Beständigkeit Erinnerung Uhren Dalí Salvador Dalí Malerei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Näder (Author), 2010, Salvador Dali - Die Beständigkeit der Erinnerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167208
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