Unterrichtsentwurf zur kommunikativen Kompetenz in der Jahrgangsstufe 12 im Fach Spanisch


Unterrichtsentwurf, 2009
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Verlaufsplan (Unterrichtsvorbereitung)

2. Didaktische Überlegungen zur Stunde
2.1 Didaktische Begründung des Themas
2.2 Didaktische Analyse des Materials

3. Methodische Überlegungen zur Stunde

Literatur

1. Verlaufsplan (Unterrichtsvorbereitung)

Thema: „La tortura“ von Shakira und Alejandro Sanz – Beziehungen zwischen Frauen und Männern Klasse: 12 Fach: Spanisch Zeit: 45 Minuten

Lernziel der Stunde: Auseinandersetzung mit Problemen zwischenmenschlicher Beziehungen in spanischsprachigen Ländern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Didaktische Überlegungen zur Stunde

2.1 Didaktische Begründung des Themas

Die Unterrichtsstunde zu dem Thema „Beziehungen zwischen Frauen und Männern“ bildet einen Einstieg in das Thema „Mujeres y hombres de ayer y de hoy“. Dieser Themenkomplex ist Teil der verbindlichen Unterrichtsinhalte des Lehrplans Spanisch für den gymnasialen Bildungsgang des Landes Hessen (G8)[1].

Anhand dieses aktuellen Themas eines Beziehungskonfliktes soll die Entwicklung der Rolle der Frau und des Mannes, der Familienstrukturen und die sozioökonomischen Hintergründe im weiteren Unterrichtsverlauf behandelt werden.

Zwischenmenschliche Beziehungen waren und sind immer noch ein bedeutungsvolles Thema in der Gesellschaft und haben damit sowohl Zukunfts- als auch Gegenwartsrelevanz. Für die Heranwachsenden der Sekundarstufe II bietet dieser Inhalt Identifikationspotenzial, da sie sich aller Voraussicht nach schon mit dem Thema beschäftigt und gegebenenfalls eigene Erfahrungen gemacht haben. Damit berücksichtigt das Sujet sowohl objektive als auch subjektive Schülerinteressen und kann als schülerrelevant bezeichnet werden.

Die SuS sollen sich in dieser Unterrichtsstunde mit einem modernen Lied beschäftigen und es inhaltlich ergründen, um es anschließend mit operativ-kreativen Aufgaben weiterzuführen und von der expliziten Situation zweier Individuen auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext zu gelangen. Damit werden Beziehungen zwischen Mann und Frau in spanischsprachigen Ländern diachron betrachtet. Weiterhin soll durch das Streitgespräch die Kommunikation in der Fremdsprache gefördert werden. Da beim Streitgespräch die jeweils andere Gruppe die Argumente nicht kennt, wird die Improvisation als Teil der kommunikativen Kompetenz gefördert. Indem ein Schüler immer nur jeweils ein Argument oder eine Reaktion auf ein Argument vorstellt, kann die Mehrzahl der SuS am kommunikativen Prozess teilnehmen und es entsteht trotzdem nicht die für manche SuS unangenehme Situation, für längere Zeit im Mittelpunkt zu stehen. Da die Argumente von der gesamten Gruppe vorbereitet wurden, wird ebenfalls die Befürchtung bei leistungsschwächeren SuS gemindert, etwas Falsches zu sagen. Trotzdem entsteht letztlich immer ein Dialog zwischen zwei SuS.

2.2 Didaktische Analyse des Materials

Aufgrund der Aktualität des Themas, können die SuS einen modernen Einblick in die künstlerische Verarbeitung eines Beziehungskonflikts zweier spanischsprachiger Interpreten erhalten. Da das Lied zuerst auf CD vorgespielt wird, wird das Hörverständnis der Lernenden gefördert, vor allem weil es sich nicht um eine didaktisch aufbereitete, sondern um eine authentische auditive Aufnahme handelt. Daher könnten jedoch andererseits bei dem ausgewählten Material, aufgrund der oftmals schnellen und undeutlichen Aussprache der beiden Interpreten, Probleme beim Hörverständnis entstehen. Allerdings wird nach dem Hörverständnis der Text ausgeteilt, sodass ein Nichtverstehen des Textes keinen größeren Einfluss auf den Fortgang des Unterrichts hat. Ebenso ist der Songtext von einer metaphernreichen Sprache geprägt und enthält Sprichwörter, die im deutschsprachigen Kulturkreis nicht verwendet werden. Eine Übersetzung ist jedoch oftmals möglich und obwohl die Metaphern in Deutsch nicht konventionalisiert sind, ist die Aussage meist erkennbar. Vokabeln, die sich womöglich nicht im Wortschatz der SuS befinden, für das Verständnis des Textes jedoch Relevanz haben, werden im Anschluss an den Text in Annotationen erläutert.

Zusammenfassend werden in dieser Unterrichtsstunde alle vier Fertigkeiten berücksichtigt:

Zu Beginn der Stunde wird eine CD abgespielt, bei der die SuS das Hören schulen. In der Arbeitsphase wird der Text ausgeteilt, den sie zuerst lesen müssen. Später im Streitgespräch wird ein kommunikatives Engagement der SuS erwartet, bei dem sie zum Sprechen angehalten werden. Das Notieren der Argumente und die schriftliche Hausaufgabe schult letztlich das Schreiben.

3. Methodische Überlegungen zur Stunde

Die einzelnen Phasen der Stunde sind explizit in Einstieg, Arbeitsphase, Ergebnispräsentation/Ergebnissicherung und Abschluss eingeteilt. Durch den „Wettbewerbscharakter“ beim Einstieg wird die Motivation der SuS hervorgerufen, die meisten Formulierungen zu erkennen und damit zu gewinnen.

In der darauf folgenden Arbeitsphase soll zunächst gesichert werden, dass der Inhalt des Liedes für alle SuS verständlich ist. Durch das Austeilen verschiedenfarbiger Blätter wird die Zeit erspart, die man sonst für die Gruppenaufteilung brauchen würde. In beiden Gruppen soll anschließend das Streitgespräch vorbereitet werden. Sollten einige SuS den Inhalt noch nicht oder falsch verstanden haben, wird sich dieser durch den Austausch mit den anderen Gruppenmitgliedern erschließen.

Bei der Ergebnispräsentation/Ergebnissicherung wird das Erarbeitete vorgetragen, wobei aufgrund der Dialogizität ein komplettes Vorplanen nicht möglich ist, und entsprechende Improvisationen erforderlich sind. Die SuS sollen sich in die Lage der beiden Interpreten hineinversetzen und ihren Standpunkt möglichst plausibel aus der personalen Perspektive vertreten. Da der Schüler, der auf das Argument reagieren muss, zufällig ausgewählt wird, müssen sich alle SuS vorbereiten und es entsteht keine Debatte nur unter den leistungsstärkeren SuS. Die Ergebnisse werden auf einer Folie gesichert, die auf dem Overheadprojektor liegt, damit sie für die restlichen SuS gut sichtbar ist und diese gegebenenfalls bei einem Fehler der Protokollanten eingreifen können. Der Lehrer erhält am Ende der Stunde die Folie und kopiert sie für die SuS.

Der bewusste vielfache Wechsel zwischen einzelnen Sozialformen (Partnerarbeit, Lehrer- Schüler- Gespräch, Stillarbeit, Gruppenarbeit, Dialog) soll die SuS zum kontinuierlichen konzentrierten Arbeiten bringen, da sie nicht durch eine dominante Methode, wie beispielsweise den Frontalunterricht, gelangweilt werden und nicht mehr konstruktiv mitarbeiten.

Das mögliche Schülerverhalten in der ersten Phase ist aufgrund des unvermittelten Einstiegs als vorerst überrascht zu antizipieren. Da jedoch das Lied noch eine gewisse Aktualität hat und im Erscheinungsjahr 2005 sehr erfolgreich war, ist eine positive Reaktion darauf wahrscheinlich. In der Stillarbeitsphase könnten aufgrund der metaphernreichen Sprache trotz Annotationen Schwierigkeiten bei den SuS auftreten, sodass sie sich entweder untereinander austauschen oder an die Lehrperson richten könnten. Die Gruppenarbeitsphase schätze ich, ebenso wie die Ergebnispräsentation, aufgrund des schülernahen Themas als sehr produktiv ein, bei dem sich die SuS rege beteiligen.

Die Aktivität des Lehrers ist im Unterricht möglichst gering zu halten. Lediglich beim Erteilen der Aufgaben und bei der Struktur des Unterrichts soll er eine moderierende Funktion einnehmen. In diesem Fall hat der Lehrer beim Einstieg in die Stunde die aktivste Rolle, wenn er die ersten Inhalte des Liedes an der Tafel sammelt. In der zweiten Phase, wenn das Textblatt ausgeteilt wurde, steht er als Helfer bei Verständnisproblemen zur Verfügung. Bei der Gruppenarbeit zieht sich die Lehrperson fast gänzlich zurück. Lediglich bei Fragen oder größeren Problemen sollte er eingreifen. Ebenso beim abschließenden Streitgespräch tritt der Lehrer in den Hintergrund und gibt nur gegebenenfalls Tipps oder Anregungen, wenn der Dialog stockt. Zum Abschluss übernimmt er wieder das Wort, erteilt die zu erledigenden Hausaufgaben und schließt die Stunde.

Die schriftliche Hausaufgabe soll eine weitere vertiefende Beschäftigung mit dem behandelten Stoff darstellen. Die drei Aufgabentypen lassen sich in das dreigliedrige System einordnen, welches auch beim Abitur verwendet wird: Reproduktion, Reorganisation, Transfer. Damit ist die Hausaufgabe gleichzeitig eine Übung für die Abiturprüfung, die die SuS nach der Klasse 12 im Fach Spanisch ablegen können.

[...]


[1] Vgl. Lehrplan Spanisch für den gymnasialen Bildungsgang des Landes Hessen (G8): http://lernarchiv.bildung.hessen.de/lehrplaene/gymnasium/spanisch/edu_1203505095.html (S. 44)

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf zur kommunikativen Kompetenz in der Jahrgangsstufe 12 im Fach Spanisch
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Romanische Philologie)
Veranstaltung
Varietätenlinguistik
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V167214
ISBN (eBook)
9783640853601
ISBN (Buch)
9783640853878
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsentwurf zur kommunikativen Kompetenz in der Jahrgangsstufe 12 im Fach Spanisch, Shakira, Antizipiertes Tafelbild, Verlaufsplan, Didaktischer Kommentar, Methodischer Kommentar, Auseinandersetzung mit Problemen zwischenmenschlicher Beziehungen in spanischsprachigen Ländern, La tortura, Beziehungen zwischen Frauen und Männern
Arbeit zitieren
Carlos Steinebach (Autor), 2009, Unterrichtsentwurf zur kommunikativen Kompetenz in der Jahrgangsstufe 12 im Fach Spanisch , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167214

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