Die Oberrheinische Tiefebene und ihr Randgebiet ist einer der geomorphologisch eindrucks-vollsten Naturräume Deutschlands.
Die klimatischen Bedingungen sind hier im Vergleich zur Umgebung und Restdeutschland sehr warm.
Abb. 1: Klimadiagramm von Frankfurt
Quelle: http://www.klimadiagramme.de/Deutschland/frankfurt.html
Abb. 2: Klimadiagramm von Basel
Quelle: http://www.klimadiagramme.de/Europa/Schweiz/basel.html
Wie man in Abb. 1 & 2 1 sehen kann, herrschen im Bereich des Oberrheingrabens sehr güns-tige klimatische Bedingungen vor, mit milden Wintern (über 0°C) und warmen Sommern. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt in Frankfurt im Schnitt 10,1°C. Dies führt dazu, dass hier Sonderkulturen, wie z.B. Weinreben, sehr gut gedeihen können.
Folgende Arbeit soll sich aber nicht mit der naturräumlichen Vielfalt des Oberrheingrabens oder dessen Klima beschäftigen, sondern damit wie dieser beeindruckende Naturraum entstanden ist.
Zu Beginn wird der Oberrheingraben in Deutschland und Europa verortet.
Im nächsten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen zur Entstehung von Gräben und Grabensystemen aufgezeigt, um ein Fundament für die in Kapitel 4 folgenden Modellvorstel-lungen zur Entstehung des Grabens zu schaffen.
Im Anschluss daran soll eine kurze Übersicht gezeigt werden, wie sich der Oberrheingraben im Laufe der jüngeren Erdgeschichte konkret entwickelt hat und das diese Entwicklung in Teilen des Grabens nicht identisch von statten gegangen ist.
Zuletzt soll ein abschließendes Fazit erfolgen, das versucht die Arbeit zusammenzufassen und die einzelnen Kapitel in einen gemeinsamen größeren Zusammenhang zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verortung des Oberrheingrabens
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Was ist ein Graben?
3.2 Der „Motor“ der Grabenentstehung
3.3 (A)symmetrische Grabenbrüche
4. Die Entstehung des Oberrheingrabens
4.1 Modellvorstellungen nach PFLUG (1982)
4.2 Abriss der Entwicklung des Oberrheingrabens
4.3 Tektonisches Spannungsfeld
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die geomorphologischen und tektonischen Prozesse der Taphrogenese des Oberrheingrabens. Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess, die strukturelle Entwicklung im Kontext des Europäisch Känozoischen Grabensystems sowie die wirkenden geologischen Mechanismen wissenschaftlich darzulegen.
- Theoretische Grundlagen von Grabenbruchsystemen
- Modellvorstellungen zur aktiven und passiven Grabenentstehung
- Chronologische und räumliche Entwicklung des Oberrheingrabens
- Einfluss der alpinen Orogenese auf das regionale Spannungsfeld
- Geomorphologische Auswirkungen und Sedimentationsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist ein Graben?
Ein Graben oder Grabensystem ist eine schmale langgestreckte Bruchstruktur, in der eine keilförmige Vollform gegenüber ihren Flanken anhand von Abschiebungen eingesunken ist. (Abb. 5)
Dies geschieht dadurch, dass die Erdkruste gedehnt und ausgedünnt wird und dabei in einzelne Bruchschollen zerbricht, was schließlich auch an der Oberfläche zu sehen ist. Dieser Vorgang der Entstehung von Großgräben oder Großgrabensystemen wird auch als Taphrogenese bezeichnet (PFLUG 1982).
Diese verläuft in der Regel in vier Phasen (nach RÖHR 2010):
In der ersten Phase durchqueren die aus der Grabenbildung resultierenden Dehnungsrisse nur die oberen Teile der Erdkruste und es herrscht wenig bis gar kein Vulkanismus vor. Beispiele für diese Phase wären der Oberrheingraben, der Jordangraben, das Rio-Grande-Rift in den USA und das Baikalsee-Rift in Russland.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Untersuchungsgebiet und Abgrenzung des thematischen Fokus auf die Entstehungsgeschichte des Naturraums.
2. Verortung des Oberrheingrabens: Geographische und strukturelle Einordnung des Grabens als Teil des überregionalen Bruchzonensystems.
3. Theoretische Grundlagen: Definition von Grabenbruchstrukturen, Erläuterung der Triebkräfte des Riftings sowie Unterscheidung von symmetrischen und asymmetrischen Bruchmodellen.
4. Die Entstehung des Oberrheingrabens: Detaillierte Betrachtung verschiedener wissenschaftlicher Erklärungsmodelle, der chronologischen Entwicklungsphasen und der tektonischen Spannungsverhältnisse.
5. Fazit: Synthese der verschiedenen Theorien und Zusammenführung der Erkenntnisse zu einem Gesamtbild der Entwicklung des Oberrheingrabens.
Schlüsselwörter
Taphrogenese, Oberrheingraben, Plattentektonik, Rifting, Geomorphologie, Erdkruste, Lithosphäre, Abschiebungen, Alpenorogenese, Sedimentation, Tektonik, Grabenbruchsystem, Asthenosphäre, Bruchzone, Erdgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Entstehungsgeschichte des Oberrheingrabens und ordnet diesen in den größeren geologischen Kontext des Europäisch Känozoischen Grabensystems ein.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die tektonischen Voraussetzungen für Grabenbildungen, die Differenzierung zwischen aktivem und passivem Rifting sowie die zeitliche Entwicklung des Oberrheingrabens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die fundierte Darstellung der Taphrogenese und der Ursachen, die zur Bildung des Oberrheingrabens im Laufe der Erdgeschichte geführt haben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender geologischer Modelle und Fachpublikationen sowie auf die Auswertung schematischer Darstellungen zur tektonischen Entwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Riftings, die Anwendung dieser Modelle auf den Oberrheingraben sowie eine detaillierte Betrachtung der tektonischen Spannungsfelder.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Taphrogenese, aktive und passive Grabenentstehung, Tektonik sowie die geologische Einbindung in die alpine Orogenese.
Welchen Einfluss hatte die Alpenorogenese auf den Graben?
Die Alpenorogenese wird als möglicher Auslöser für Spannungsfeldänderungen diskutiert, die wiederum die tektonische Aktivität im Graben maßgeblich beeinflusst haben könnten.
Warum gibt es beim Oberrheingraben eine zeitlich versetzte Entwicklung?
Die Sedimentablagerungen zeigen im Norden und Süden unterschiedliche Mächtigkeiten, was auf einen zeitlich versetzten Beginn und Fortschritt der Grabenabsenkung hindeutet.
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- Viktoria Kredel (Author), 2011, Die Taphrogenese des Oberrheingrabens , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167242