Wie bereits erwähnt, stellt sich die Frage, wie eine Begrenzung des CO²-Gehaltes und somit der Erderwärmung gewährleistet werden kann. Dafür sind verschiedene Abkommen und Handlungen nötig. Da jedes Land andere Gegebenheiten aufweist, ob hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Ordnung, hinsichtlich der wirtschaftlichen Stärke oder der Ausstattung mit Finanzmitteln, sind auch nicht alle Länder im gleichen Umfang in der Lage, dieser Herausforderung zu begegnen. Dementsprechend sind auch die Forderungen der Staaten unterschiedlich. Es ist ein Fakt, dass die ausgemachten Verursacher der Erderwärmung nicht die vorrangig Betroffenen sind. Hauptsächlich und am schwersten betroffen sind vor allem die Regionen, denen es nicht möglich ist, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, weil es zu kostenaufwendig ist oder die Nationen auch in der jetzigen Situation mit ungünstigen klimatischen Bedingungen leben müssen wie Wassermangel, hohen Temperaturen und verstärkten Umweltkatastrophen. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Warum gehen einige Nationen immer voran und versuchen, eine klimafreundlichere Politik zu betreiben und Kooperationen einzugehen, während andere Nationen sich immer wieder gegen jegliche Art der Kooperation im Bereich der Klimapolitik sperren?
Bereits seit einiger Zeit hat man dafür theoretische Modelle entwickelt, um das Verhalten der Akteure in den internationalen Beziehungen zu erklären und es auch voraussagen zu können. Dabei unterscheiden sich die theoretischen Modelle in Abhängigkeit vom betreffenden Sektor. So gibt es spezielle theoretische Ansätze für den Bereich der Sicherheit und wiederum andere Theorien für den Bereich der Umwelt- und Klimapolitik.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Entwicklung von drei Staaten zu betrachten, die eine wesentliche Rolle in den Verhandlungen internationaler Klimaabkommen spielen. Anhand dieser drei Akteure soll überprüft werden, ob sich durch deren Verhalten die Theorien der internationalen Beziehungen bestätigen lassen oder widerlegt werden. Bei den betreffenden Staaten handelt es sich um Deutschland, China und Brasilien.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Fragestellung und Eingrenzung des Forschungsgegenstandes
2. Forschungsstand
3. Methodik
4. Theoretischer Hintergrund
4.1 Neoinstitutionalismus
4.2 Sozialkonstruktivismus
II. Empirische Betrachtung
1. Veränderung des Weltklimas und dessen Folgen
2. Entwicklung der Klimapolitik seit 1992
3. Das Agieren der klimapolitischen Akteure
3.1 Deutschland
3.1.1 Entwicklung Deutschlands seit 1992
3.1.2 Entwicklung der Klimapolitischen Position
3.1.3 Überprüfung der theoretischen Ansätze am Beispiel Deutschland
3.2 Brasilien
3.2.1 Entwicklung Brasiliens seit 1992
3.2.2 Entwicklung der Klimapolitischen Position
3.2.3 Überprüfung der theoretischen Ansätze am Beispiel Brasilien
3.3 China
3.3.1 Entwicklung Chinas seit 1992
3.3.2 Entwicklung der Klimapolitischen Position
3.3.3 Überprüfung der theoretischen Ansätze am Beispiel China
III. Fazit
1. Ergebnis der Betrachtung
2. Ausblick auf die weitere Entwicklung der internationalen Klimapolitik
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der klimapolitischen Entwicklung von Deutschland, Brasilien und China seit 1992, um anhand dieser Fallstudien die Theorien der internationalen Beziehungen (Neoinstitutionalismus und Sozialkonstruktivismus) zu hinterfragen und deren Gültigkeit zu prüfen.
- Analyse des klimapolitischen Handelns ausgewählter Staaten
- Vergleich wirtschaftlicher Wachstumsinteressen mit Klimaschutzverpflichtungen
- Überprüfung neoinstitutionalistischer Modelle in der internationalen Klimapolitik
- Bewertung sozialkonstruktivistischer Annahmen durch zivilgesellschaftliche Einflüsse
- Empirische Betrachtung ökonomischer und ökologischer Faktoren
Auszug aus dem Buch
4.1 Neoinstitutionalismus
Der neoinstitutionalistische Ansatz entwickelte sich zur Zeit des Kalten Krieges aus den realistischen Theorien. Wie auch diese Theorien geht der Neoinstitutionalismus von einem anarchischen Mächteverhältnis zwischen den staatlichen Akteuren aus. Die schwankende Vormachtstellung der USA in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts führte jedoch dazu, dass bei dieser neuen Theorie internationale Kooperation auch möglich ist, ohne dass es eine Hegemonialmacht gibt, welche diese durchsetzt.
Beim Realismus steht das Sicherheitsdilemma im Vordergrund. Der Neoinstitutionalismus sieht andere wesentliche Punkte wie die Wirtschaft ganz oben auf der politischen Agenda. Es wird nicht davon ausgegangen, dass, wie beim Realismus, Machtgewinne für den einen Akteur automatisch Verluste für den Kooperationspartner bedeuten. Das Gegenteil ist hier der Fall, denn laut neoinstitutionalistischer Ansicht ist eine Kooperation möglich, welche alle Akteure in ihrer Position besser stellt, als wenn Sie der Kooperation fern bleiben. Es ist also möglich die Ergebnisse zu teilen. Jedoch ist auch dieser theoretische Ansatz davon geprägt, dass ein gegenseitiges Misstrauen vorliegt, so dass jeder Akteur davon ausgeht, dass der Kooperationspartner aufgrund eigener Vorteile die Zusammenarbeit beendet.
Diese Sicherheit wird beim Neoinstitutionalismus durch die Bildung so genannter internationaler Regime gewährleistet, welche definiert werden als: „freiwillige internationale Zusammenarbeit, bei der sich Prinzipien, Normen, Regeln und Entscheidungsverfahren herausbilden, an denen sich die Erwartungen internationaler Akteure auf einem bestimmten Gebiet der internationalen Beziehungen ausrichten.“
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt das globale Problem des Klimawandels dar, definiert die Fragestellung zur Untersuchung des Verhaltens dreier ausgewählter Staaten und legt den theoretischen sowie methodischen Rahmen der Arbeit fest.
II. Empirische Betrachtung: In diesem Kapitel werden die Veränderungen des Weltklimas und die Entwicklung der internationalen Klimapolitik seit 1992 dargelegt sowie das klimapolitische Agieren von Deutschland, Brasilien und China mittels der gewählten theoretischen Ansätze untersucht.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bewertet die Anwendbarkeit der betrachteten Theorien auf die Fallstudien und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der internationalen Klimapolitik.
Schlüsselwörter
Internationale Klimapolitik, Deutschland, Brasilien, China, Klimawandel, Treibhauseffekt, Neoinstitutionalismus, Sozialkonstruktivismus, Wirtschaftswachstum, CO2-Emissionen, Kyoto-Protokoll, Internationale Beziehungen, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Fallstudien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Verhalten von Deutschland, Brasilien und China als zentrale Akteure in der internationalen Klimapolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichem Wachstum, staatlicher Souveränität und der notwendigen internationalen Kooperation zum Klimaschutz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, anhand der drei Fallstudien zu überprüfen, ob sich die Theorien der internationalen Beziehungen, speziell Neoinstitutionalismus und Sozialkonstruktivismus, durch das tatsächliche Verhalten der Akteure bestätigen oder widerlegen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Fallstudien, gestützt auf ökonomische und ökologische Indikatoren (wie BIP, Arbeitslosenquote und CO2-Emissionen) im Zeitraum von 1992 bis 2009.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der drei Staaten seit 1992, deren klimapolitische Positionen und die jeweilige Überprüfung der theoretischen Ansätze anhand dieses Verhaltens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Klimapolitik, internationale Beziehungen, Neoinstitutionalismus, Sozialkonstruktivismus und die spezifischen nationalen Entwicklungen der drei Fallstudienländer.
Warum spielt das Jahr 1992 eine besondere Rolle in der Arbeit?
Das Jahr 1992 gilt durch die Umweltkonferenz in Rio de Janeiro als der maßgebliche Grundstein und Beginn der strukturierten internationalen Klimapolitik.
Welche Rolle spielt das Amazonasgebiet im Kontext der brasilianischen Klimapolitik?
Das Amazonasgebiet fungiert als weltweit größte Klimasenke, was Brasilien eine strategische Bedeutung verleiht, aber gleichzeitig nationale Konflikte zwischen Entwicklungszielen und Naturschutzinteressen provoziert.
Inwiefern beeinflusst der wirtschaftliche Aufstieg Chinas dessen Position bei Klimaverhandlungen?
Chinas Fokus auf absolutes Wirtschaftswachstum führt dazu, dass die Regierung sich gegen verbindliche Emissionsreduktionen sperrt, da sie Wachstumseinbußen fürchtet und sich weiterhin als Entwicklungsland definiert.
- Quote paper
- Tom Treffert (Author), 2010, Deutschland, Brasilien und China in der internationalen Klimapolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167284