Los Olvidados & City of God im Vergleich


Hausarbeit, 2010

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Charakteristika und Themen der Filme
2.1.1. Los Olvidados
2.1.2. City of God
2.2. Filmtheoretische Hintergründe bzw. filmische Gestaltungsmittel
2.2.1. Los Olvidados
2.2.2. City of God
2.3. Filmästhetische Besonderheiten
2.3.1. Los Olvidados
2.3.2. City of God

3. Zusammenfassung und Fazit

4. Bibliographie
4.1. Elektronische Quellen
4.2. Primärliteratur
4.3. Sekundärliteratur
4.4. Internetquellen

5. Plagiatserklärung

Abbildungsverzeichnis

Screenshotfolge 1: Pedros Traum .
Buñuel, Luis (1950): Los Olvidados. Film

Screenshotfolge 2: Jaibos Traum 11 Buñuel, Luis (1950): Los Olvidados. Film

Screenshot 3, 4 und 5: weiße erschlagene Hühner, ein schwarzer Hahn gegenüber
dem verprügelten Bettler, eine weiße Taube bei der Heilung einer Kranken
Buñuel, Luis (1950): Los Olvidados. Film

Screenshot 6:Schlachtung eines Huhns
Meirelles, Fernando/ Lund, Kátia (2002): City of God. Film

Screenshotfolge 7: Das Appartement
Meirelles, Fernando/ Lund, Kátia (2002): City of God. Film

1. Einleitung

„Las grandes ciudades modernas, Nueva York, Paris, Londres, esconden trás edificios, hogares de miseria que albergan niños mal nutridos, sin higienes, sin escuela. Semillero del futuro de delincuentes. La sociedad trata de corregir de este mal, pero el éxito de sus esfuerzos es muy limitado. Sólo en un futuro próximo pueden ser el indicado de derecha de niños y adolscentes para que sean utiles para la sociedad. México, la gran ciudad moderna, no desexcepciona esa regla universal. Por eso esta película basa en hechos de la vida real. No es optimista y deja la solución a las fuerzas progresivas de la sociedad.“[1]

Mit diesem Zitat beginnt die Einführung des mexikanischen Films Los Ol- vidados „Die Vergessenen“, der von Luis Buñuel im Jahre 1950 gedreht wurde. Eine Stimme aus dem Off weist hier auf die Universalität des Dramas hin und die Städte New York, Paris und London sind zu sehen. So ist es nicht verwun- derlich, dass der von Fernando Meirelles und Kátia Lund gedrehte brasiliani- sche Film City of God „Die Stadt Gottes“ (Originaltitel: Cidade de Deus) diesel- be Thematik enthält, obwohl er viel später, nämlich im Jahre 2002, erschien. Diese beiden Filme sollen nun die Grundlage meiner Studienarbeit darstellen.

Beide Filme basieren auf genau recherchierten, wahren Begebenheiten, die in den Slums von Mexico-City und in Cidade de Deus, einer Trabantenstadt für Flüchtlinge im Vorort Jacarepaguá in Rio de Janeiro, stattfinden. Die Armenviertel sind geprägt von Gewalt, Drogen und Jugendkriminalität, was darauf zurückzuführen ist, dass die Kinder und Jugendlichen von der Gesellschaft und dem Staat im Stich gelassen wurden.

Dabei war das 20. Jahrhundert doch vor allem durch einen wirtschaftli- chen Aufschwung, technische Neuheiten und Reformen des Bildungssystems gekennzeichnet. In den 40er Jahren erfuhr Mexiko das Goldene Zeitalter der mexikanischen Filmindustrie, worauf die vielen Filme Buñuels zurückzuführen sind. Doch das 20. Jahrhundert war auch vom Zweiten Weltkrieg und der mexi- kanischen Revolution geprägt. Im Vordergrund stand die Suche nach der natio- nalen und auch individuellen Identität. So hinterließen die kulturellen, politi- schen und wirtschaftlichen Veränderungen bei der mexikanischen Bevölkerung Spuren, die jedoch kaum oder gar nicht die unteren Bevölkerungsschichten er reichten. Obwohl Brasilien keine Revolution erfuhr, ging es dort unter ähnlichen elenden Umständen zu, da „mit der Abolition [der Sklaverei] der Kampf gegen die ungleiche Integration in die moderne Gesellschaft - von der Beseitigung der wirtschaftlichen Ungleichheiten bis zur Anerkennung der kulturellen Besonder- heiten [- begann].“[2] Die unteren Bevölkerungsschichten wurden an die Ränder der Großstädte verdrängt und mussten dort in Baracken leben, die im extremen Gegensatz zu den neu errichteten Gebäuden als Folge der wachsenden Urba- nisierung standen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es nun herauszustellen und zu analysieren, auf welchen verschiedenen Arten und Weisen und in welchem Maße die beiden Filme, Los Olvidados und City of God, im Vergleich die elenden Zustände der Straßenkinder in den Slums beschreiben. Hierzu werde ich die filmtheoreti- schen Hintergründe und die filmästhetischen Besonderheiten der beiden Filme vergleichen, nachdem ich kurz die Charakteristika und Themen wiedergegeben habe. Zum Schluss werde ich in einer kurzen Zusammenfassung des Ver- gleichs auf die Bedeutung der beiden Filme für die damalige bzw. heutige Ge- sellschaft eingehen und ein Fazit ziehen.

2. Hauptteil

2.1. Charakteristika und Themen der Filme

2.1.1. Los Olvidados

Wie schon in der Einleitung erwähnt, handelt es sich bei Los Olvidados „Die Vergessenen“ um einen mexikanischen Kinofilm, der 1950 von dem spanischen Regisseur Luis Buñuel gedreht wurde. Die wahren Begebenheiten ereignen sich in den Slums von Mexico-City, wo Buñuel alles genauestens recherchierte und später versuchte realitätsnah zu verfilmen.

So ist das Hauptthema des Films die untere Bevölkerungsschicht, die in den Slums lebt, an die das Absurde und Irrationale im alltäglichen Leben und die verborgenen Wünsche, Träume und Leidenschaften der Protagonisten an- knüpfen. Die Grundbedürfnisse wie z. B. das Essen und die Sehnsucht nach Elternliebe spielen dabei eine große Rolle, da die Eltern meist nicht mehr leben oder sich nicht um ihre Kinder kümmern, sie verstoßen oder einfach alleine las sen. Ein weiteres Thema ist die Sexualität, die Buñuel, wie in all seinen Filmen, aufgrund seines Fußfetischismus„ mit nackten Füßen symbolisiert.

Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen der im Grunde gutherzige Junge Pedro de Urdemalas, der es trotz allen Bemühungen nicht schafft seinen Weg in das normale und anständige Leben zu finden, und der ältere Jaibo, der seine Kriminalität einfach nicht zurückhalten kann. Anhand der dargestellten Schick- sale dieser beiden Jungen, die durch einen Mord aneinander gebunden sind, und anhand der Schicksale der anderen Straßenkinder, gelingt es Buñuel welt- weit auf dieses universelle Problem aufmerksam zu machen. In diesem Film gibt es weder das reine Gute noch das reine Schlechte. Buñuel zeigt bewusst die guten und schlechten Seiten der Charaktere, um zu verdeutlichen, wie sie durch ihre Lebensumstände, durch ihre mehr oder weniger vorhandenen Fami- lien und durch die Gesellschaft zur Kriminalität gedrängt werden, und dass es kaum einen Ausweg aus diesem elenden Kreislauf gibt.

So beschreibt das folgende Zitat sehr gut den Charakter des Films: „Los Olvidados, Kinder die lieben, aber nicht geliebt werden. Heranwachsende Mörder, hingemordet.“[3] Von der Gesellschaft vergessen und ihrem eigenem Schicksal überlassen, können auch die Gutwilligen nicht dem bösen Gefüge ihrer Lebensumstände entfliehen.

2.1.2. City of God

Gedreht von Regisseur Fernando Meirelles und Co-Regisseurin Kátia Lund geht es auch in dem brasilianischen Kinofilm City of God „Die Stadt Got- tes“ um die Schicksale krimineller Jungendlicher. Dass der Film im Jahre 2002 gedreht wurde und in den Kinos erschien, deutet daraufhin, dass das Thema immer noch aktuell ist, obwohl sich die Geschehnisse des Films in den 60ern, 70ern und 80ern Jahren ereignen. Auch hier werden wahre Begebenheiten wiedergegeben. Das Drehbuch orientiert sich an dem gleichnamigen Roman von Paulo Lins. Es wurden mehrere hundert Jungendliche aus den Elendsvier- teln von Rio zu einem mehrmonatigen Theater-Workshop eingeladen und auf ihre späteren Rollen vorbereitet, um eine größere Authentizität zu erreichen.[4]

Das Hauptthema ist die Stadt selbst, in der Aggressivität, Gewalt und Drogenhandel regieren, die durch Machtgier hervorgerufen werden. Auch in diesem Film spielt die Sexualität eine große Rolle und wird hier meist durch Vergewaltigungen oder bezahlten Sex ausgedrückt.

In City of God dreht es sich auch um zwei Jungen, die ihr Leben in ver- schiedene Richtungen lenken. Der gutmütige Buscapé, der auch gleichzeitig als Erzähler den Film leitet, wird am Ende Photograph. Locke dagegen findet als Drogenhändler und Bandenboss nach einem Bandenkrieg seinen Tod. Anhand einer Reihe von kurzen Geschichten wird das Leben der heranwachsenden ju- gendlichen Kriminellen auf ihren Weg zur Gewalt, zu der Welt der Drogen und zum Verbrechen in den oben erwähnten drei Jahrzehnten wiedergegeben. Auch hier siegt nicht das Gute. Auf brutalste Weise wird die Gnadenlosigkeit der Kriminellen dargestellt. So wird skrupellos herum geschossen und ermor- det, Frauen werden vergewaltigt, Geschäfte und Banken ausgeraubt. Und das schon ab einem Alter von nur drei, vier Jahren - als Mitglied der Zwergenban- de. „Diese ist in der Realität als die gefährlichste Bande von Rio, Comando Vermelho[5], bekannt, die auch im wahren Leben eine Todesliste führt.“[6] So hört die Kindheit in der Stadt Gottes schon sehr früh auf und man wird schon von klein auf mit der Kriminalität konfrontiert.

2.2. Filmtheoretische Hintergründe bzw. Filmische Gestaltungsmittel

2.2.1. Los Olvidados

Luis Buñuel entdeckte seine Liebe zur Filmemacherei in Paris und ge- wann dort erste Einblicke in die technische Realisation von Filmen. In den USA verfeinerte er sein Können und machte sich dort mit der amerikanischen Film- technik vertraut. In Mexiko erreichte er schließlich den Höhepunkt seiner Karrie- re und drehte dort die meisten seiner Filme (insgesamt 20 von 34, darunter Los Olvidados [1950], Él [1952] und Nazarín [1958]).[7]

[...]


[1] Buñuel, Luis. (1950). Los Olvidados. Film.

[2] http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000001051/08_kap7.pdf, S. 119.

[3] Eder, Klaus (Hrsg.): Luis Buñuel. S. 74.

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/City_of_God_%28Film%29. [Abgerufen am 28.08.2010 um 16:37 Uhr.]

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Comando_Vermelho. [Abgerufen am 30.08.2010 um 18:27 Uhr.]

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/City_of_God_%28Film%29. [Abgerufen am 28.08.2010 um 16:37 Uhr.]

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Bunuel. [Abgerufen am 29.08.2010 um 17:16 Uhr.]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Los Olvidados & City of God im Vergleich
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
1910-2010: Das andere Mexiko – vom Revolutionsroman zum Hypertext der Zapatisten
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V167290
ISBN (eBook)
9783640840977
ISBN (Buch)
9783640839612
Dateigröße
921 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
olvidados, city, vergleich
Arbeit zitieren
Aylin Battal (Autor), 2010, Los Olvidados & City of God im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167290

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