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Das Erlernen von Angst im Kontext der Klassischen Konditionierung

Titre: Das Erlernen von Angst im Kontext der Klassischen Konditionierung

Dossier / Travail , 2001 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Kristina Schmitz (Auteur)

Pédagogie - Psychologie pédagogique
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Ein Schüler, der immer schon gern zur Schule ging und seit der Grundschule recht
fleißig und strebsam ist, zeigt eine auffällige Begabung für Mathematik. Im Laufe
der Pubertät verlagern sich jedoch seine Interessen und er beginnt, die Schule zu
vernachlässigen. Das führt dazu, dass er besonders von seinem Mathematik-Lehrer
immer häufiger getadelt wird. Als Reaktionen auf diese Tadel entwickelt der
Schüler mit der Zeit sowohl eine Abneigung gegenüber dem Fach Mathematik als
auch Angst seinem Lehrer gegenüber.
Ein anderes Fallbeispiel:
Hat man beim Zahnarzt schlechte und vor allem schmerzhafte Erfahrungen
gemacht, kann allein der Anblick des Bohrers bei manchen Patienten die gleiche
reflektorische Ausweichreaktion auslösen wie die eigentliche Anwendung des
Geräts.
Darüber hinaus vermag der weiße Kittel eines Verkäufers im Supermarkt bei einem
kleinen Kind unter Umständen genauso Angst auszulösen wie der Arzt, der einige
Zeit zuvor eine Spritze verabreicht hat.
Durch diese Fallbeispiele wird ein zentrales Muster der Lernpsychologie
veranschaulicht: die Klassische Konditionierung.
Die Erforschung dieser Form der Konditionierung wurde über einen langen
Zeitraum hinweg als Schlüssel zum Verständnis erlernten Verhaltens bei Tier und
Mensch und zur Überwindung unerwünschten sowie zur Förderung positiven
Verhaltens gesehen.
Lerntheoretische Prinzipien nehmen eine wichtige Rolle in der menschlichen
Interaktion ein.
Im folgenden werde ich versuchen, mich zuerst mit Lernen, der Klassischen
Konditionierung im allgemeinen und dem Reiz-Reaktions-Lernen zu befassen.
Anschließend möchte ich das Erlernen emotionaler Reaktionen, besonders das
Erlernen und Verlernen von Angst, schwerpunktmäßig erfassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Lernen ?

3. Das Klassische Konditionieren

4. Das Reiz-Reaktions-Lernen

4.1. Reiz und Reaktion

4.2. Das Erlernen emotionaler Reaktion

4.2.1 Das Erlernen von Angst

4.2.1.1. Der Fall Albert

4.2.2. Das Verlernen von Angst

4.2.2.1. Der Fall Peter

4.2.3. Das Bedingen von Angst

4.3. Kritik an den Experimenten

5. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen der klassischen Konditionierung, insbesondere in Bezug auf das Erlernen und Verlernen emotionaler Reaktionen wie Angst. Ziel ist es, die lerntheoretischen Mechanismen zu beleuchten und ihre Bedeutung sowie Grenzen im pädagogischen Kontext zu diskutieren.

  • Grundlagen und Definitionen des Lernbegriffs
  • Mechanismen der klassischen Konditionierung nach Iwan P. Pawlow
  • Die Konditionierung emotionaler Reaktionen am Beispiel des "kleinen Albert"
  • Methoden zur Angstreduktion durch Gegenkonditionierung (Fall "Peter")
  • Kritische Reflexion der Anwendbarkeit lerntheoretischer Experimente in der Erziehungspraxis

Auszug aus dem Buch

Der Fall Albert

Der kleine Albert war zum Zeitpunkt der Untersuchung, die sich über mehrere Monate erstreckte, zwischen 9 und 13 Monaten alt.

In der ersten Phase des Versuchs wurde geprüft, ob Albert, wie erwartet, bei überraschend dargebotenen lauten Geräuschen eine Angst-Reaktion zeigte. Diese Verbindung zwischen einem unkonditionierten Reiz (plötzlicher Lärm) und einer unkonditionierten Reaktion (Angst-Reaktion) wurde bestätigt.

Auch seine Reaktionen auf eine weiße Ratte, ein Kaninchen usw. wurden getestet. Der kleine Albert zeigte sich den Tieren gegenüber interessiert und zutraulich.

Einige Zeit später begann das Konditionierungstraining. Dem Kind wurde mehrmals die Ratte (neutraler Reiz) gezeigt, wobei jedes Mal hinter seinem Rücken ein lautes Geräusch (unkonditionierter Reiz) erzeugt wurde. Dieses Geräusch löste im allgemeinen eine Angst-Reaktion (unkonditionierte Reaktion) aus.

Nach wenigen Kopplungen zwischen Ratte (neutraler Reiz) und Geräusch (unkonditionierter Reiz) begann der kleine Albert, schon allein beim Anblick der Ratte zu weinen und sich abzuwenden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt anhand von alltagsnahen Fallbeispielen in die Thematik der klassischen Konditionierung ein und skizziert das Forschungsinteresse.

2. Was ist Lernen ?: Dieses Kapitel definiert den Lernbegriff aus verschiedenen psychologischen Perspektiven und grenzt ihn von anderen Verhaltensänderungen ab.

3. Das Klassische Konditionieren: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die historischen Ursprünge der klassischen Konditionierung, insbesondere die Arbeiten von Iwan P. Pawlow, erläutert.

4. Das Reiz-Reaktions-Lernen: Dieser Hauptabschnitt vertieft die Mechanismen der Reiz-Reaktions-Kopplung sowie das gezielte Erlernen und Verlernen von emotionalen Reaktionen wie Angst.

5. Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung der Lerntheorien für die pädagogische Arbeit zusammen und betont das Potenzial der Gegenkonditionierung.

Schlüsselwörter

Lernpsychologie, Klassische Konditionierung, Reiz-Reaktions-Lernen, Angst, Gegenkonditionierung, Verhaltensänderung, Iwan P. Pawlow, Kleiner Albert, Fall Peter, Lerntheorien, Pädagogische Psychologie, Extinktion, Reizgeneralisierung, Reizdiskrimination, Verhaltenstherapie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die psychologischen Mechanismen des Lernens im Rahmen der klassischen Konditionierung und deren Einfluss auf die Entstehung und den Abbau emotionaler Reaktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Prozess des Lernens, die Prinzipien der klassischen Konditionierung, Fallbeispiele aus der psychologischen Forschung sowie die Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse auf die Erziehungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ängste durch Konditionierung entstehen und wie diese mittels Gegenkonditionierung im erzieherischen oder therapeutischen Kontext wieder abgebaut werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der lernpsychologischen Fachliteratur und veranschaulicht die Prinzipien anhand bekannter psychologischer Experimente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Reiz-Reaktions-Kopplung, der Analyse der Experimente mit "Albert" und "Peter" sowie der kritischen Diskussion über die Anwendbarkeit von Laborergebnissen auf komplexe Alltagssituationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Klassische Konditionierung, Angst, Gegenkonditionierung, Reiz-Reaktions-Verbindung, pädagogische Psychologie und Lerntheorien.

Warum ist der "Fall Albert" für das Thema so bedeutend?

Der Fall Albert belegt, dass emotionale Reaktionen wie Angst nicht angeboren sein müssen, sondern unter Laborbedingungen durch Kopplung von Reizen erlernt werden können.

Wie unterscheidet sich die Gegenkonditionierung von der bloßen Konditionierung?

Während bei der klassischen Konditionierung eine Angst-Reaktion aufgebaut wird, dient die Gegenkonditionierung dazu, eine bereits bestehende aversive Reaktion (z.B. Angst) durch die gezielte Kopplung mit einem angenehmen Reiz abzubauen.

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Résumé des informations

Titre
Das Erlernen von Angst im Kontext der Klassischen Konditionierung
Université
LMU Munich  (Institut für Pädagogik)
Cours
Lehren und Lernen
Note
1,3
Auteur
Kristina Schmitz (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
16
N° de catalogue
V16730
ISBN (ebook)
9783638214827
Langue
allemand
mots-clé
Erlernen Angst Kontext Klassischen Konditionierung Lehren Lernen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kristina Schmitz (Auteur), 2001, Das Erlernen von Angst im Kontext der Klassischen Konditionierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16730
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Extrait de  16  pages
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