Kinder und Jugendliche in Armut


Hausarbeit, 2001
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Jugendphase

3. Der Armutsbegriff
3.1 Definition
3.2 Der ressourcentheoretische Ansatz
3.3 Der Lebenslagenansatz
3.4 Sichtbare Armut
3.5 Bekämpfte Armut
3.6 Verdeckte Armut
3.7 Andere Armutsindikatoren
3.8 Armut auf Zeit

4. Ausmaß der Kinder-und Jugendarmut in verschiedenen Familienformen
4.1 Alleinerziehende
4.2 Kinderreiche Familien
4.3 Ausländer

5. Auswirkungen der Armut auf Kinder und Jugendliche
5.1 Psychische Konsequenzen
5.2 Gesundheitliche Konsequenzen
5.3 Soziale Konsequenzen
5.4 Konsequenzen in der Bildung und kognitiven Entwicklung
5.5 Konsequenzen durch Reaktionen gegen sich selbst und gegen andere

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit dem Zweiten Weltkrieg steigt der Wohlstand in Deutschland zwar stetig an, dennoch gibt es unbestritten Armut.

Die bundesdeutschen Regierungen verleugneten jedoch jahrelang, dass ein Großteil der Bevölkerungsschicht in Armut lebt, von der besonders immer mehr Kinder und Jugendliche erfasst werden.

Bei „Jugendarmut“ handelt es sich um ein relativ neues Thema, das vor ein paar Jahren noch nicht aktuell war bzw. ihm nur eine geringe Beachtung geschenkt wurde.

Die Problematik der Kinderarmut hingegen ist in Deutschland schon länger bekannt, so dass über eine entsprechend große Anzahl von statistischen Erhebungen und soziologischen Veröffentlichungen zu diesem Thema verfügt werden kann.

Dies liegt darin begründet, dass Kinderarmut wesentlich einfacher zu erkennen und zu erfassen ist als Jugendarmut.

Während Kinder in der Regel mit ihren Eltern in einem Haushalt leben, führen viele Jugendliche bereits einen eigenen Haushalt, auch wenn dieser teilweise noch finanziell von den Eltern abhängig ist.

Ein anderer Grund für die Vielzahl an Publikationen ist sicherlich, dass das Thema Kinderarmut im Vergleich zur Jugendarmut in den Medien ein wesentlich größeres Interesse findet und besser zu vermarkten ist. So sind traurige Kinderaugen beim Medienkonsumenten effektiver einsetzbar als pubertierende Teenager.

Insofern findet die Jugendarmut in der Öffentlichkeit nicht die gleiche Beachtung wie die Kinderarmut.

Da es schwierig war, Veröffentlichungen und statistische Erhebungen zum Thema Jugendarmut zu finden, gehe ich im Rahmen dieser Hausarbeit hauptsächlich auf die Kinderarmut ein, obwohl als anfängliches Thema Jugendarmut beabsichtigt war.

2. Die Jugendphase

Was ist Jugend?

Dieser Lebensabschnitt wird in sämtlichen Theorien über die Jugendphase in den modernen westlichen Gesellschaften als zentrale Übergangsphase von der Kindheit zum Erwachsenenalter beschrieben.

Eingeläutet wird diese Phase durch die Pubertät, also körperliche und psychische Veränderungen, und ist somit eindeutig bestimmbar.

Schwieriger wird es, wenn man das Ende der Jugendphase festlegen möchte.

Die Jugendphase wird dazu passend von Klaus Hurrelmann (1995) als Lebensabschnitt definiert, der „durch ein Nebeneinander von noch unselbständigen, quasi kindheitsgemäßen, und selbständigen, quasi schon erwachsengemäßen Handlungsanforderungen charakterisiert ist.“ (S.46)

Das Ende der Jugendphase ist somit erreicht, wenn eine eigenverantwortliche Selbständigkeit erreicht ist. Dieser Zeitpunkt ist von vielen verschiedenen Einflüssen abhängig ( Kultur, Religion, sozialem und finanziellem Status usw.).

3. Der Armutsbegriff

Um das Ausmaß von Kinder- und Jugendarmut einzuschätzen, gehe ich zunächst auf eine Abgrenzung des Armutsbegriffes ein und untersuche, wie Armut in Deutschland definiert wird, d.h. woran Armut festgemacht wird.

3.1 Definition

Die Definitionen und Abgrenzungen des Armutsbegriffes sind vielzählig. Einen Konsens gibt es nicht. Das liegt daran, dass Armutsdefinitionen politisch-normativ bedingt sind.

Drei Grundaspekte hinsichtlich der Armut in Deutschland sind jedoch unbestritten:

a) Armut in Deutschland ist nicht mit Armut in Entwicklungsländern vergleichbar. Sie ist sowohl räumlich als auch zeitlich bedingt, d.h. dass Armut nicht zu einer bestimmten Zeit als ein Problem für die gesamte Gesellschaft auftritt. In Deutschland ist lediglich ein kleiner Teil der Gesellschaft von Armut betroffen, die überwiegend auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt ist.

b) Armut ist vielschichtig. Sie stellt nicht nur ein ökonomisch-materielles, sondern auch ein soziales, kulturelles und psychisches Problem dar.

Neben weiteren Aspekten der Unterversorgung wie Gesundheit, Bildung, Erwerbsstatus kommt es zu einem Ausschluss der Armen von der Partizipation am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben.

Armut ist in manchen Teilgruppen der Bevölkerung weiter verbreitet als in anderen. Hierzu zählen alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern, kinderreiche Familien und vor allem die verschiedenen Gruppen von Zuwandererfamilien.

c) Armut ist in Deutschland kein absolutes, sondern ein relatives Problem.

Absolute Armut bedeutet die Bedrohung der Existenz eines Menschen durch Hunger, Obdachlosigkeit oder Krieg. Der in absoluter Armut lebende Mensch ist vom Tod bedroht.

Absolute Armut ist insofern eher ein Problem von Entwicklungsländern. In westlichen Industrienationen ist sie nahezu verschwunden.

Deshalb erscheint es sinnvoller, Armut als relativen Begriff zu betrachten. Relativ, weil es eigentlich unmöglich ist, eine objektive Armutsgrenze zu ziehen.

Der Begriff relative Armut definiert die Armut in Abhängigkeit zum Wohlstandsniveau der Gesellschaft. Er bestimmt also kein Existenzminimum. Hierbei geht man von einem ressourcentheoretischen Ansatz aus.

3.2 Der ressourcentheoretische Ansatz

Hierbei wird Armut als eine Unterausstattung an monetären (sämtliche Einkommen) bzw. nicht monetären Ressourcen (Ergebnisse hauswirtschaftlicher Produktion) verstanden.

Materielle Mittel stellen den wesentlichen Faktor für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Befriedigung von Bedürfnissen dar. Fehlen diese, kann es zu Ausgrenzung und Armut in nicht materiellem Sinn kommen.

Empirische Studien fokussieren sich jedoch fast ausschließlich auf eine Ressource, nämlich das verfügbare Einkommen.

Demzufolge liegt die offizielle Armutsgrenze (Sozialhilfegrenze nach dem Bundes-sozialhilfegesetz) sowie die 50%-Einkommensgrenze bei 50% oder weniger des Durchschnitteinkommens eines vergleichbaren Haushalts.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kinder und Jugendliche in Armut
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Pädagogik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V16732
ISBN (eBook)
9783638214841
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder, Jugendliche, Armut
Arbeit zitieren
Kristina Schmitz (Autor), 2001, Kinder und Jugendliche in Armut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16732

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