Seit dem Zweiten Weltkrieg steigt der Wohlstand in Deutschland zwar stetig an, dennoch gibt
es unbestritten Armut.
Die bundesdeutschen Regierungen verleugneten jedoch jahrelang, dass ein Großteil der
Bevölkerungsschicht in Armut lebt, von der besonders immer mehr Kinder und Jugendliche
erfasst werden.
Bei „Jugendarmut“ handelt es sich um ein relativ neues Thema, das vor ein paar Jahren noch
nicht aktuell war bzw. ihm nur eine geringe Beachtung geschenkt wurde.
Die Problematik der Kinderarmut hingegen ist in Deutschland schon länger bekannt, so dass
über eine entsprechend große Anzahl von statistischen Erhebungen und soziologischen
Veröffentlichungen zu diesem Thema verfügt werden kann.
Dies liegt darin begründet, dass Kinderarmut wesentlich einfacher zu erkennen und zu
erfassen ist als Jugendarmut.
Während Kinder in der Regel mit ihren Eltern in einem Haushalt leben, führen viele
Jugendliche bereits einen eigenen Haushalt, auch wenn dieser teilweise noch finanziell von
den Eltern abhängig ist.
Ein anderer Grund für die Vielzahl an Publikationen ist sicherlich, dass das Thema
Kinderarmut im Vergleich zur Jugendarmut in den Medien ein wesentlich größeres Interesse
findet und besser zu vermarkten ist. So sind traurige Kinderaugen beim Medienkonsumenten
effektiver einsetzbar als pubertierende Teenager.
Insofern findet die Jugendarmut in der Öffentlichkeit nicht die gleiche Beachtung wie die
Kinderarmut.
Da es schwierig war, Veröffentlichungen und statistische Erhebungen zum Thema
Jugendarmut zu finden, gehe ich im Rahmen dieser Hausarbeit hauptsächlich auf die
Kinderarmut ein, obwohl als anfängliches Thema Jugendarmut beabsichtigt war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Jugendphase
3. Der Armutsbegriff
3.1 Definition
3.2 Der ressourcentheoretische Ansatz
3.3 Der Lebenslagenansatz
3.4 Sichtbare Armut
3.5 Bekämpfte Armut
3.6 Verdeckte Armut
3.7 Andere Armutsindikatoren
3.8 Armut auf Zeit
4. Ausmaß der Kinder-und Jugendarmut in verschiedenen Familienformen
4.1 Alleinerziehende
4.2 Kinderreiche Familien
4.3 Ausländer
5. Auswirkungen der Armut auf Kinder und Jugendliche
5.1 Psychische Konsequenzen
5.2 Gesundheitliche Konsequenzen
5.3 Soziale Konsequenzen
5.4 Konsequenzen in der Bildung und kognitiven Entwicklung
5.5 Konsequenzen durch Reaktionen gegen sich selbst und gegen andere
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß und die Auswirkungen von Armut auf Kinder und Jugendliche in Deutschland. Dabei steht die theoretische Einordnung des Armutsbegriffs sowie die Analyse spezifischer Risikofaktoren und Lebensumstände im Vordergrund, um die daraus resultierenden psychischen, sozialen und bildungsspezifischen Konsequenzen aufzuzeigen.
- Definition und theoretische Ansätze zur Armutsforschung
- Armutsrisiken in unterschiedlichen Familienkonstellationen
- Auswirkungen materieller Deprivation auf die Persönlichkeitsentwicklung
- Zusammenhang zwischen Armut, Bildungschancen und sozialer Integration
- Strategien und Reaktionen von Kindern und Jugendlichen im Armutskontext
Auszug aus dem Buch
3.2 Der ressourcentheoretische Ansatz
Hierbei wird Armut als eine Unterausstattung an monetären (sämtliche Einkommen) bzw. nicht monetären Ressourcen (Ergebnisse hauswirtschaftlicher Produktion) verstanden. Materielle Mittel stellen den wesentlichen Faktor für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Befriedigung von Bedürfnissen dar. Fehlen diese, kann es zu Ausgrenzung und Armut in nicht materiellem Sinn kommen.
Empirische Studien fokussieren sich jedoch fast ausschließlich auf eine Ressource, nämlich das verfügbare Einkommen.
Demzufolge liegt die offizielle Armutsgrenze (Sozialhilfegrenze nach dem Bundessozialhilfegesetz) sowie die 50%-Einkommensgrenze bei 50% oder weniger des Durchschnitteinkommens eines vergleichbaren Haushalts.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Armut in Deutschland und erläutert, warum die Autorin ihren Fokus aufgrund der Datenlage primär auf Kinderarmut statt auf Jugendarmut legt.
2. Die Jugendphase: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Jugend anhand soziologischer Ansätze und beschreibt die Jugendphase als einen Übergangsabschnitt von der Kindheit zum Erwachsenenalter.
3. Der Armutsbegriff: Hier werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen wie der ressourcentheoretische Ansatz und der Lebenslagenansatz sowie verschiedene Formen von Armut, wie sichtbare und verdeckte Armut, dargelegt.
4. Ausmaß der Kinder-und Jugendarmut in verschiedenen Familienformen: Dieses Kapitel analysiert, welche familiären Strukturen, insbesondere Alleinerziehende und kinderreiche Familien, ein erhöhtes Armutsrisiko aufweisen.
5. Auswirkungen der Armut auf Kinder und Jugendliche: Es wird untersucht, wie sich Armut auf die psychische, gesundheitliche und soziale Entwicklung sowie auf den Bildungserfolg junger Menschen auswirkt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Gefahr einer generationsübergreifenden Verfestigung von Armut durch Resignation und mangelnde Perspektiven.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Jugendarmut, Sozialhilfe, Armutsrisiko, relative Armut, Lebenslagenansatz, soziale Ausgrenzung, Bildungschancen, ökonomische Deprivation, Familienform, Sozialhilfestatistik, Kinder- und Jugendbericht, Sockelarmut.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Situation von Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland von Armut betroffen sind, und analysiert deren Lebensumstände.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Armut, die Identifikation von Risikogruppen innerhalb der Familie und die Auswirkungen materieller Not auf die Entwicklung der Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Ausmaß und die Konsequenzen von Kinder- und Jugendarmut zu schaffen und die wissenschaftliche Debatte dazu aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie statistische Daten, insbesondere den 10. Kinder- und Jugendbericht und Daten des Statistischen Bundesamtes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Armutsbegriffe, untersucht das Armutsrisiko in unterschiedlichen Familienformen und erörtert die negativen Folgen für die psychische und soziale Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kinderarmut, Armutsrisiko, relative Armut, soziale Exklusion und Bildungsbenachteiligung.
Warum unterscheidet die Autorin zwischen "sichtbarer" und "verdeckter" Armut?
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass Armut nicht immer sofort als Obdachlosigkeit erkennbar ist, sondern viele Betroffene ihre Ansprüche aus Scham oder Unkenntnis nicht geltend machen.
Welche Bedeutung hat der Lebenslagenansatz für Kinder?
Der Lebenslagenansatz ist entscheidend, da er zeigt, dass Armut bei Kindern nicht nur durch das fehlende Einkommen der Eltern bestimmt wird, sondern durch eine Beeinträchtigung in vielen Lebensbereichen.
- Quote paper
- Kristina Schmitz (Author), 2001, Kinder und Jugendliche in Armut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16732