Flow-to-Equity-Verfahren


Seminararbeit, 2011

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Grundlegende Definitionen
2.1 Der Begriff des Wertes einer Unternehmung
2.2 Ertragsbegriff

3 Grundlagen der DCF-Verfahren

4 Flow-to-Equity-Verfahren
4.1 Prognose der Cash Flows
4.2 Stellhebel der Value Creation

5 Der Equity-Ansatz im Vergleich
5.1 Equity-Ansatz vs. Ertragswert-Methode
5.2 Zur Positionierung des Equity-Ansatzes

6 Beispiel

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Zu Beginn der 1990er Jahre rückte der Fokus der Unternehmensbewertung wieder verstärkt in den Fokus der betriebswirtschaftlichen Forschung. Dies lag zum einen an der großen medialen Beachtung von Unternehmensübernahmen und zum anderen an wichtigen Impulsen in der Auslegung des Discounted-Cashflow-Ansatz (DCF-Ansatz) von Miller/Modigliani (1961) hin zu einer strategischen Unternehmensbewertung.1 Vor allem Unternehmensberater und InvestmentBanker propagierieren ihren Einsatz.2 Die Finanztheoretiker legen besonderen Wert in der Diskussion auf ein zeitstetiges Kalkül zur Bewertung von Cashflows während praktische Anwender häufig rechtliche und steuerliche Aspekte diskutieren.3

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Netto-Methode der DCF-Verfahren, dem sogenannten Flow-to-Equity-Verfahren oder Equity-Ansatz. Es wird nach Darstellung einiger Grundlagen auf die Berechung eingegangen und das Verfahren mit den anderen zur Verfügung stehenden Methoden verglichen. Am Ende folgt ein Beispiel an dem die Erläuterungen nachvollzogen werden können. Im Rahmen der Arbeit kann leider nicht auf eine Berücksichtigung der deutschen Unternehmenssteuern im Equity-Ansatz eingegangen werden, da dies den Umfang wesentlich erhöhen würde.

2 Grundlegende Definitionen

2.1 Der Begriff des Wertes einer Unternehmung

„Unter dem Wert eines konkreten oder abstrakten Objektes wird der in Geld ausgedrückte Nutzen verstanden, den das Objekt 1. aufgrund seiner Eigenschaften sowie 2. aufgrund der prinzipiellen Umstände für eine größere Anzahl von Personen stiftet.“ Der Wertbegriff sieht also von einmaligen, außergewöhnlichen Umständen oder von einer sehr individuellen Situation ab. Die eigentlichen Aspekte des Objektes, der typische Investor und die prinzipiellen Umstände sollen als wertbestimmende Faktoren definiert werden.

2.2 Ertragsbegriff

Literatur und Bewertungspraxis haben im Laufe der Zeit unterschiedliche Ertragsbegriffe entwickelt. Die zukünfig erwarteten Erträge des Unternehmens werden allgemein als Nutzen für den (potenziellen) Eigner angesehen. Diese Zukunftserträge werden u.a. auch als „Vorteilströme“, „Zielbeiträge“ oder „Zukunftserfolge“ aus dem Unternehmen bezeichnet.4 Als zutreffende Vorgangsweise wird die Orientierung an künftigen Zahlungsströmen (Casflows) erachtet. Für die vorliegende Arbeit sind die Netto-Aussch ü ttungen von besonderer Bedeutung. Hierbei werden grundsätzlich nur die Zahlungen zwischen Unternehmer und Eigner als bewertugsrelevant erachtet.5 Deren Berechnung ist Teil des nächsten Kapitels. Im Umgang mit Netto-Ausschüttungen liegt eine isolierte Betrachtung vor, da externe Synergien des Unternehmens nicht berücksichtigt werden. Als Voraussetzung für die erfolgreiche Berechnungen nennen Mandl/Rabel:6

- eine umfassende Erfolgs- und Finanzplanung,
- Annahmen über die künftige Kapitalstruktur,
- eine Planung der künftigen Ausschüttungen, Kapitalrückzahlungen sowie

Kapitalzuführungen an bzw. durch den Eigner

Für die Unternehmenswertberechnung mit anderen Verfahren als dem Equity-Ansatz sind andere Ertragsbegriffe von Bedeutung. Folgende Ertragsbegriffe werden unterschieden:

- Netto-Cashflows beim (potenziellen) Eigner
- Netto-Ausschüttungen aus dem Unternehmen
- Einzahlungsüberschüsse des Unternehmerns
- Periodenerfolg des Unternehmens
- Residualgewinn des Unternehemens

Aus theoretischer Sicht repräsentieren allein die Netto-Cashflows (NCF) beim (potenziellen) Investor den richtigen Ertragsbegriff, während alle übrigen Definitionen mehr oder weniger starke Vereinfachungen im Vergleich zu diesem theoretisch richtigen Etragsbegriff stellen.7

3 Grundlagen der DCF-Verfahren

Die Discounted Cash Flow Verfahren als kapitalmarktorientierte Bewertungsverfahren haben zum Ziel den Marktwert des Eigenkapitals, d.h. den Shareholder Value, zu ermitteln.8 Alle Varianten der DCF-Verfahren haben ihren Ursprung in den Investitionsrechenarten. Als Synonyme für die DCF- Verfahren werden häufig auch die Begriffe „Wertsteigerungsanalyse“ oder „Shareholder Value- Verfahren“ gebraucht.9

Die Bestandteile der DCF-Verfahren sind zukünftige Cash Flows, die durch einen marktwertorientierten Kapitalkostensatz diskontiert werden. Dabei handelt es sich um Renditeforderungen der Kapitalgeber.10

Der IDW-Standard unterscheidet drei Varianten der DCF-Verfahren: Das Konzept der gewogenen durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted-Average-Cost-of-Capital-Ansatz, WACC-Ansatz), das Konzept des angepassten Barwerts (Adjusted-Present-Value-Ansatz, APV-Ansatz) und das Konzept der direkten Ermittlung des Werts des Eigenkapitals (Equity-Ansatz).11 Der Total Cash Flow-Ansatz (TCF-Ansatz) stellt eine Unterform des WACC-Ansatzes dar und spielt in der Bewertungspraxis eine untergeordnete Rolle, so dass dieser Ansatz im Vergleich keiner näheren Betrachtung unterliegt. Unterschiede zwischen den Verfahren bestehen hinsichtlich der zu diskontierenden Cashflow-Größen, des Diskontierungssatzes und der Berücksichtigung von Kapitalstrukturänderungen.12

Die Unternehmen werden als Investitionsobjekte betrachtet, die den Eigentümern Mittel in Form von Dividenden oder Zinsen zufließen lassen. Diese Mittelzuflüsse stellen im deutschsprachigen Raum den Ertrag und im angelsächsischen Raum den Cash Flow als Zukunftserfolgswerte dar.13 Dabei wird der Unternehmenswert nicht anhand von Werten der im Unternehmen vorhandenen Aktiva oder Passiva ermittelt, sondern die aus der Nutzung resultierenden finanziellen Vorteile für die Eigentümer bewertet.14

Ziel der Unternehmensbewertung ist es einen Grenzpreis zu bestimmen, der die zukünftigen Zahlungsströme des Unternehmens abbildet. Dabei enstpricht der Unternehmenswert dem Barwert aller dem Investor zustehenden Netto-Einnahmen.

4 Flow-to-Equity-Verfahren

Beim FTE-Ansatz handelt es sich um ein Nettoverfahren, wobei der Wert des Eigenkapitals im Gegensatz zu den Bruttoverfahren direkt ermittelt wird.

Der Marktwert des Eigenkapitals wird unmittelbar bestimmt, indem die Cashflows an die Eigentümer (Flow to Equity) mit deren risikoäuquivalenter Renditeforderung diskontiert werden.15 Im Rahmen des Flow-to-Equity-Verfahrens werden die erwarteten, residualen Zahlungsüberschüsse bewertet, nach Bedienung der vorrangigen Ansprüche aller anderen Beteiligten (Fremdkapitalgeber, Fiskus und Anteilseigner).16

Da das FTE-Verfahren den Wert des Eigenkapitals direkt bestimmt, müssen in der Cashflow- Berechnung also alle Zahlungen, die nicht an die Eigner des Unternehmens fließen, abgezogen werden. Zu diesen Zahlungen gehören Steuern, Zinsen, Investitionen und Kredittilgungen.17

Die Formel zum Flow-to-Equity-Verfahren lautet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für die Ermittlung gilt somit:

Barwert der Flows to Equity

+ Marktwert des nicht betriebsnotwendigen Vermögens

= Marktwert des Eigenkapitals (Shareholder Value)

Die Flows to Equity stehen nur den Eigenkapitalgebern zu und umfassen Dividenden, Kapitalerhöhungen und Kapitalherabsetzungen.18 Aus diesem Grund wird er mit der risikoadäquaten Renditeforderung der Eigenkapitalgeber rEK diskontiert.19

[...]


1 Vgl. Schäfer/Schässburger (2001), S. 86

2 Vgl. Schindler (2002), S. 773

3 Vgl. Breuer/Schumacher (2004), S. 119

4 Vgl. Mandl/Rabel (2002), S. 53

5 Vgl. Mandl/Rabel (2002), S. 54

6 Vgl. Mandl/Rabl (2002), S. 54

7 Vgl. Mandl/Rabel (1997), S. 33

8 Vgl. Serfling/Pape (1996), S. 57-64

9 Vgl. Schultze (2001), S. 206

10 Vgl. Mandl/Rabel (1997), S. 123

11 Vgl. IDW 2002, S. 2

12 Vgl. Ballwieser (2004), S. 81

13 Vgl. Peemöller (2002), S. 44

14 Vgl. Ballwieser (2004), S. 8

15 Vgl. Lukas (2004), S. 93; Mandl/Rabl (2002), S. 368f.

16 Vgl. Braun (2005), S. 63

17 Vgl. Braun (2005), S. 63

18 Vgl. Braun (2005), S. 63

19 Vgl. Baetge et al. (2002), S. 309

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Flow-to-Equity-Verfahren
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V167477
ISBN (eBook)
9783640851782
ISBN (Buch)
9783640851690
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
flow-to-equity, fte, equity-ansatz, equity-verfahren, dcf-verfahren, nettomethode, unternehmensbewertung, corporate finance, bwl
Arbeit zitieren
André Glodde (Autor), 2011, Flow-to-Equity-Verfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167477

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