Auf den folgenden Seiten soll die Entwicklung der Kunstepoche der Renaissance in Spanien vorgestellt und analysiert werden. Nach der Klärung des Begriffes der Renaissance sowie einem kurzen historischen Abriß dieser Zeit soll anhand von ausgewählten Künstlern die Entwicklung dieser Epoche unter besonderer Berücksichtigung ausländischer und religiöser Einflüsse untersucht werden. Durch Darstellung der in Spanien entstandenen Stile sowie Künstler und Kunstwerke aus den Bereichen der Architektur, Skulptur und Malerei soll ein Eindruck der Vielfalt der Kunst der spanischen Renaissance vermittelt werden. An dieser Stelle soll erwähnt sein, daß die ausführliche Darstellung aller spanischen Renaissancekünstler und Kunstwerke den Rahmen meiner Arbeit gesprengt hätte.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Zur Entstehung der Renaissance
1.1 DER BEGRIFF „RENAISSANCE“
1.2 GESCHICHTLICHER HINTERGRUND
1.3 AUSLÄNDISCHE EINFLÜSSE
2. Zum Problem des Renaissancebegriffes
2.1 DIE VIELFALT DER RENAISSANCE
2.2 DIE BESONDERHEITEN DER KUNST DER RENAISSANCE IN SPANIEN
3. Kunst und Religion
4. Die Kunst der spanischen Renaissance
4.1 STILRICHTUNGEN DER SPANISCHEN RENAISSANCE
4.1.1 Isabella-Stil
4.1.2 Der Platereskstil
4.1.3 Der puristische oder klassische Stil
4.2 DIE ARCHITEKTUR
4.3 DIE SKULPTUR
4.4 DIE MALEREI
5. Schluß
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der spanischen Renaissance unter Berücksichtigung historischer, religiöser und ausländischer Einflüsse. Ziel ist es, die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen in Architektur, Skulptur und Malerei aufzuzeigen und die Besonderheiten der spanischen Kunstepoche kritisch zu analysieren.
- Historische Einordnung der Renaissance in Spanien
- Einfluss der katholischen Kirche auf die Kunstentwicklung
- Analyse spezifischer Stilrichtungen (Isabella-Stil, Platereskstil, Klassik)
- Vergleich zwischen spanischen und italienischen Renaissance-Konzepten
- Untersuchung von Schlüsselwerken der Architektur, Skulptur und Malerei
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Der Platereskstil
Der Platereskstil (plateresco) hielt sich in Spanien nicht länger als 50 Jahre. Er ist ein eigenständig entwickelter Baustil, der von der italienischen Kunst des 15. Jahrhunderts beeinflußt wurde. Der Begriff leitet sich von „Plata“ (Silber) ab und weist auf die reichhaltigeren Verzierungen im Vergleich zum italienischen Renaissancestils hin, die der Arbeit eines Silberschmiedes „platero“ gleichen. Der auch als „überschwenglich dekorativer“ Stil bezeichnete plateresco behandelt Stein so, als ob er wie Silber schmiedbar wäre.
Die Merkmale des Platereskstils sind unter anderem die Verbindungen von Kurven verschiedener Richtungen, der Eselsrückenbogen, der Korbbogen und die Simsbänder, die eine Reaktion gegen die hohen Spitzbögen der Gotik bedeuten, die kannelierten und gedrehten Säulenschäfte, Medaillons mit Köpfen, die Türme (Torrejones) und die Wappenschilder.
Für den Platereskstil gilt die Fassade der Universität von Salamanca (um 1516-1529) als Musterbeispiel: Gebrochene Kurven und Gegenkurven, flache elliptische Bögen, kannelierte oder gedrehte Säulen, Medaillons mit Porträtköpfen, Wappen und die Betonung abstrakter Muster anstelle von figurativer Skulptur sind Stilmerkmale der Fassade.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Einführung in das Thema und Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Analyse der spanischen Kunstepoche.
1. Zur Entstehung der Renaissance: Klärung des Renaissance-Begriffes, historischer Kontext und Darstellung der ausländischen Einflüsse auf die spanische Kunst.
2. Zum Problem des Renaissancebegriffes: Diskussion über die Vielfalt und die spezifischen Besonderheiten, die eine Einordnung der spanischen Renaissance im Vergleich zum italienischen Modell erschweren.
3. Kunst und Religion: Analyse der Rolle der Kirche als einflussreiche Patronin, die den religiösen Charakter der Kunst in Spanien bewahrte.
4. Die Kunst der spanischen Renaissance: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Stilrichtungen, Architektur, Skulptur und Malerei der Epoche.
5. Schluß: Zusammenfassendes Resümee, das die Eigenständigkeit und Vielfalt der spanischen Renaissance betont.
Schlüsselwörter
Renaissance, Spanien, Kunstgeschichte, Architektur, Skulptur, Malerei, Platereskstil, Isabella-Stil, Katholische Kirche, Religion, Italienischer Einfluss, Mudéjar, Kunststil, Klassizismus, Kunstdenkmäler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Kunstepoche der Renaissance in Spanien zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die stilistische Entwicklung, der Einfluss der Kirche auf die Kunstschaffung sowie der Austausch mit ausländischen (insbesondere italienischen) Künstlern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Begriff der spanischen Renaissance zu definieren und aufzuzeigen, wie Spanien trotz starker kirchlicher Tradition eine eigenständige künstlerische Identität entwickelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt einen kunsthistorischen Ansatz, bei dem ausgewählte Künstler und Bauwerke exemplarisch analysiert werden, um ein umfassendes Bild der Stilepochen zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Stilrichtungen wie dem Platereskstil, der Architektur, der Skulptur und der Malerei sowie die Rolle religiöser Ikonographie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind neben der Renaissance selbst auch Begriffe wie Platereskstil, Mudéjar, religiöse Devotionsmalerei und der Einfluss der italienischen Klassik.
Wie unterscheidet sich der Platereskstil von der italienischen Renaissance?
Der Platereskstil zeichnet sich durch eine extreme, silberschmiedartige Dekordichte aus, die im starken Kontrast zur harmonischen und maßvollen Monumentalität der italienischen Renaissance steht.
Warum blieb die spanische Kunst so stark religiös geprägt?
Die Kirche fungierte als "Patronin der Künste" und wirkte als Kontrollorgan, das Themen vorgab und säkulare Tendenzen zugunsten religiöser Inhalte begrenzte.
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- Sina Friedreich (Author), 1999, Die Entwicklung der spanischen Kunst in der Renaissance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16750