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Anomalien als Erklärung für wirtschaftspolitischen Reformstau

Title: Anomalien als Erklärung für wirtschaftspolitischen Reformstau

Seminar Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lars Spickers (Author)

Economics - Finance
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll anhand von Anomalien menschlichen Entscheidungsverhaltens aufzeigen, wie es zu Reformblockaden und somit zu einem Reformstau kommen kann. Dazu wird zunächst das klassische Rationalmodell des homo oeconomicus vorgestellt und seine Grundannahmen näher erläutert. Im Folgenden werden die Erkenntnisse der Behavioral Economics, im speziellen die der Prospect Theory, dargelegt und die im Rahmen der deskriptiven Entscheidungstheorie untersuchten Anomalien und Heuristiken bzw. systematische Fehler beschrieben. Aufbauend darauf werden ihre Auswirkungen in den Reformkontext übertragen, um abschließend Möglichkeiten aufzuzeigen die ergriffen werden können, den Reformwiderständen entgegenzutreten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Modell des Homo Oeconomicus

2.1 Axiome

2.1.1 (a) Rationalität

2.1.2 (b) Vollständige Informationen

2.1.3 (c) Eigennutzmaximierung

2.2 Ökonomischer Imperialismus

2.3 Fazit

3 Behavioral Economics

3.1 Das Ultimatumspiel

3.2 Prospect Theory

3.3 Anomalien

3.3.1 Verlustaversion

3.3.2 Besitzeffekt

3.3.3 Status-quo bias

3.3.4 Sunk Cost Effekt

3.4 Heuristiken und systematische Fehler

3.4.1 Repräsentativitätsheuristik

3.4.2 Verankerungsheuristik

3.4.3 Verfügbarkeitsheuristik

3.4.4 Framing Effekt

4 Zum Einfluss der Psychologie auf die Wirtschaftspolitik

4.1 Welche Auswirkungen haben Anomalien auf den Reformstau?

4.1.1 Verzerrte Informationsprozesse

4.1.2 Die Auswirkung der Nutzenfunktion

4.1.3 Verlustaversion als Reformhindernis

4.1.4 Status quo bias Tendenz

4.2 Wann sind Reformwiderstände rational bzw. irrational begründet?

5 Wege aus dem Reformstau

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für den politisch oft beklagten "Reformstau", indem sie klassische ökonomische Erklärungsmodelle durch Erkenntnisse der verhaltenswissenschaftlich orientierten Behavioral Economics ergänzt. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern psychologisch bedingte Entscheidungsanomalien menschliches Verhalten bei Reformprozessen beeinflussen und wie diese Widerstände erklärt sowie überwunden werden können.

  • Gegenüberstellung des klassischen Homo Oeconomicus und realen menschlichen Entscheidungsverhaltens.
  • Analyse der Prospect Theory und relevanter Verhaltensanomalien wie Verlustaversion und Status-quo-Bias.
  • Untersuchung von Heuristiken und kognitiven Verzerrungen als Ursache für rationale oder irrationale Reformwiderstände.
  • Ableitung von Strategien zur Überwindung von Reformblockaden durch prozedurale Gerechtigkeit und Reformexperimente.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ultimatumspiel

Werner Güth, Rolf Schmittberger und Bernd Schwarze waren die ersten Wissenschaftler, die das Ultimatumspiel experimentell erforschten. Dazu wählten sie 42 Wirtschaftsstudenten aus, die in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt wurden. Die erste Gruppe nahm die Rolle der Proposer, die zweite Gruppe die der Responder ein. Jeder Proposer sollte nun einen bestimmten DM-Betrag c zwischen sich und dem Responder aufteilen. Diesen Betrag x, der einen beliebigen Wert zwischen 0 ≤ x ≤ c annehmen konnte, bot er anschließend dem Responder an. Dieser hatte zwei Entscheidungsalternativen. Entweder er akzeptierte das Angebot und erhielt den Betrag x und der Proposer den Betrag c-x oder er lehnte es ab, was zur Folge hatte, dass beide leer ausgingen. Der Einsatz, den es zu teilen galt, variierte in diesem Experiment zwischen 4,00- und 10,00 DM. Eine Woche später wurde das Spiel mit denselben Teilnehmern noch einmal wiederholt.

„Indivisibility of money implies that there is a minimal positive amount ε of money“. Bezieht man diese Aussage in seine Überlegungen ein, so müssten die Ergebnisse dieses Experiments, im Sinne des strikt rational handelnden und eigennutzmaximierenden homo oeconomicus, eindeutig sein. Die optimale Entscheidung des Proposers ist es einen Betrag von c-ε für sich in Anspruch zu nehmen und die des Responders jeden positiven Betrag anzunehmen. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Phänomen des „Reformstaus“ und Zielsetzung der Arbeit, die psychologische Anomalien als Ursache für Reformwiderstände zu beleuchten.

2 Das Modell des Homo Oeconomicus: Darstellung des klassischen Menschenbildes der Ökonomie, seiner Grundannahmen (Rationalität, Information, Eigennutz) und seiner Grenzen bei der Analyse menschlichen Verhaltens.

3 Behavioral Economics: Einführung in das Wissenschaftsfeld der Verhaltensökonomik, Vorstellung der Prospect Theory sowie Analyse psychologischer Anomalien und Heuristiken.

4 Zum Einfluss der Psychologie auf die Wirtschaftspolitik: Anwendung der verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Reformkontext und Untersuchung der Frage nach rationalen versus irrationalen Reformwiderständen.

5 Wege aus dem Reformstau: Erörterung von Lösungsansätzen für die Politik, wie prozedurale Gerechtigkeit, Reformexperimente und geschickte zeitliche Gestaltung von Reformen.

6 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit zur effizienteren Gestaltung von wirtschaftspolitischen Reformen.

Schlüsselwörter

Reformstau, Homo Oeconomicus, Behavioral Economics, Prospect Theory, Verlustaversion, Status-quo-Bias, Heuristiken, Entscheidungsverhalten, Rationalität, Reformfähigkeit, Framing Effekt, Eigennutzmaximierung, Politische Ökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, warum notwendige wirtschaftspolitische Reformen trotz hoher volkswirtschaftlicher Relevanz häufig auf massive Widerstände stoßen und blockiert werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Der Fokus liegt auf der Gegenüberstellung von klassischer ökonomischer Theorie (Homo Oeconomicus) und den Erkenntnissen der Behavioral Economics, insbesondere im Hinblick auf psychologische Verzerrungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie psychologische Faktoren wie Verlustaversion oder der Status-quo-Bias zu einem „Reformstau“ führen und welche Handlungsmöglichkeiten die Politik hat, um diese Blockaden zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse verhaltensökonomischer Studien, um psychologische Mechanismen in einen ökonomischen Kontext zu transferieren.

Was ist der Schwerpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil werden zunächst das klassische Rationalmodell und anschließend die Erkenntnisse der Behavioral Economics (Anomalien, Heuristiken) erläutert, bevor diese direkt auf wirtschaftspolitische Implementierungsprobleme angewendet werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Reformstau, Verlustaversion, Status-quo-Bias, Behavioral Economics, Prospect Theory und rationale Irrationalität.

Wie unterscheidet sich der „Erfahrungsnutzen“ vom „Entscheidungsnutzen“ im Reformkontext?

Der Entscheidungsnutzen ist der ex ante erwartete Wert, während der Erfahrungsnutzen der tatsächlich eintretende Nutzen ist; Menschen neigen dazu, ihre Anpassungsfähigkeit an neue Bedingungen zu unterschätzen, was zu übermäßigen Widerständen führt.

Warum sind Reformgewinner oft weniger sichtbar als Reformverlierer?

Da Reformgewinner im Vorfeld oft schwer zu identifizieren sind, während Reformverlierer (Status-quo-Inhaber) besser organisiert auftreten, schwächt die Anonymität der Gewinner die politische Durchschlagskraft von Reformargumenten.

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Details

Title
Anomalien als Erklärung für wirtschaftspolitischen Reformstau
College
University of Duisburg-Essen  (Methodenlehre und Finanzwissenschaft)
Course
Seminar: Budget, Besteuerung und Regulierung zugleich Finanzpolitik
Grade
1,7
Author
Lars Spickers (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V167524
ISBN (eBook)
9783640850631
Language
German
Tags
Homo Oeconomicus Behavioral Economics Prospect Theory Reformstau Anomalien Ultimatumspiel Spieltheorie Wirtschaftspolitik Verlustaversion Endowment Effect Status-quo bias Heuristiken Kahneman Tversky
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Spickers (Author), 2010, Anomalien als Erklärung für wirtschaftspolitischen Reformstau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167524
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