Phraseologismen in mündlichen Fußballspielkommentaren

Dargestellt an Beispielen aus "Alle Spiele, alle Tore" (Premiere)


Hausarbeit, 2009

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Gegenstand, methodisches Vorgehen und Ziel

2 Charakteristik von Texten der Sportberichterstattung

3 Bedeutung von Phraseologismen in Sportberichten

4 Vielfalt von Phraseologismen in der Sportberichterstattung
4.1 Form
4.2 Arten
4.3 Verwendung
4.4 Funktion

5 Fazit und Ausblick

Literatur

1. Gegenstand, methodisches Vorgehen und Ziel

Ich beschäftige mich in meiner Arbeit mit dem Thema: „Phraseologismen in mündlichen Fußballspielkommentaren, dargestellt an Beispielen aus Alle Spiele, alle Tore (Premiere)“. Dies ist eine Sportsendung, die die Höhepunkte des jeweiligen Spieltages darbietet und kommentiert

Meine These ist diesbezüglich, dass Phraseologismen in der Sportberichterstattung eine große Variabilität aufweisen. In diesem Zusammenhang werde ich mich mit der Form, den Arten, der Verwendung und den Funktionen dieser beschäftigen.

In meiner Arbeit werde ich so vorgehen, dass ich zuerst die Textsorte eingrenze, sie näher charakterisiere und danach die Bedeutung der Phraseologismen in diesem Kontext erläutere.

Die Bedeutung des empirischen Teils liegt insbesondere darin, dass ich zeige inwieweit Phraseologismen variabel in der Spieltaganalyse eingesetzt werden. Daraufhin habe ich meinen Textkorpus nach Formen, Arten, Verwendungen und Funktionen strukturiert, um die Vielfältigkeit der verwendeten Phraseologismen zu demonstrieren. Es sollen möglichst viele Beispiele verwendet werden, sodass ebenso die Breite und die verschieden realisierten Variationen der Phraseologismen demonstriert werden.

Bei der Form unterscheide ich, welche Arten es von Modifikationen gibt, also inwieweit Sportphraseologismen überhaupt modifiziert bzw. variiert werden.

In dem nächsten Unterpunkt möchte ich untersuchen, ob nur Sportphraseologismen eingebaut werden, oder dazu noch andere Gruppen zum Ausdruck kommen.

Bei der Verwendung lege ich Wert auf die unterschiedlichen Bedeutungen, die bei Phraseologismen verwendet werden. Sie können durch den Sport Bedeutungsveränderungen oder gar eine andere Bedeutung aufweisen, als die Ursprüngliche des Ausgangsphraseologismus.

In dem letzten Unterpunkt meines empirischen Teils widme ich mich den Funktionen. In diesem Themenfeld ist für mich entscheidend mit welcher Intention die Idiome eingesetzt werden und welche Gefühle sie bei dem Rezipienten hervorrufen.

Nach diesen Untersuchungen beschäftigt sich das letzte Kapitel meiner Hausarbeit mit der Frage, ob meine Anfangsthese verifiziert oder falsifiziert werden kann oder ob dies nicht klar abgrenzbar ist.

2. Charakteristik von Texten der Sportberichterstattung

Die Sprache im Sport lässt sich in drei Gruppen gliedern: Sportsprache, Sportjargon und Sprache der Sportberichterstattung.

Die Sportsprache wird als Fach- und Sondersprache klassifiziert und grenzt sich klar von dem Sportjargon, den überwiegend Fußballspieler verwenden, ab. Wie Dankert (1969:2) feststellt, wird die Sportsprache weiterhin deutlich abgesetzt von der Sprache der Sportberichterstattung, von der man annimmt, dass sie ihr eigenes Vokabular entwickelt habe.

Die Sprache der Sportberichterstattung wird im nachfolgenden Abschnitt weiter charakterisiert und präzisiert.

Die Aufteilung dieser erfolgt in drei Medien: Presse, Rundfunk und Fernsehen.

Bei der Berichterstattung im Fernsehen hat der Kommentator eine nachgestellte Funktion, da er schwer mit der Plastizität und Aussagekraft des Bildes konkurrieren kann. Er tritt daher in den Hintergrund, nimmt eine zum Spiel begleitende Position ein und führt den Zuschauer durch das Spiel.

Man unterscheidet bei der Fernsehreportage zwischen dem Originalbericht und dem zeitversetzten Bericht, auf welchen sich meine Analysen beziehen.

Das Spiel ist dabei auf 5 bis 6 Minuten gekürzt und enthält die wichtigsten Szenen dieses Ereignisses. Wie Dankert (1996:107) bemerkt, ist der Zuschauer mit einer Fülle von Höhepunkten konfrontiert, die ohne ein Kommentar nicht nachvollziehbar wären. Der Kommentator hat die Möglichkeit sich im Vorhinein auf das Bild einzustellen und kann diesem deswegen in bestimmten Aspekten Konkurrenz machen. Durch sein Vorwissen ist er fähig Spannung, Witz und Dramatik in eine Szene hineinzulegen, um bewusst bestimmte Gefühle bei dem Zuschauer zu evozieren. Von den Bildern soll und muss, durch diese Begleitung, eine Faszination ausgehen. Das setzt voraus, dass die Bilder intensiver interpretiert und verdeutlicht werden, als bei einem Originalbericht. Bild und Kommentar sind bei dieser Übertragungsform perfekt aufeinander abgestimmt und somit tritt der Kommentator immer souverän und fehlerfrei auf.

3. Bedeutung von Phraseologismen in der Sportberichterstattung

Durch die Charakterisierung der zeitversetzten Fernsehreportage sieht man, inwieweit Phraseologismen eine Rolle spielen könnten.

Der Kommentator muss sich dieser bedienen, um dem Bild mehr Ausdruck und Lebendigkeit zu verleihen. Idiome haben die Fähigkeit Ereignisse möglichst knapp und präzise zu verdeutlichen und Sachverhalte zu schildern, was ohne sie nicht möglich wäre. Das ist für die Fernsehreportage von Vorteil, da dort die wichtigsten Szenen auf wenige Sekunden zusammen geschnitten sind und somit ideal geschildert werden können. Dankert (1969:108) schreibt dazu: „Der geraffte und rasch gesprochene Kommentar stört das visuelle Erlebnis beträchtlich, und charakteristischerweise neigt der Kommentator auch zu effektvolleren Metaphern und zu einer ausgewogeneren Syntax, als es sonst in der Fernsehberichterstattung zu beobachten ist.“

Der Kommentator besitzt durch Phraseologismen die Möglichkeit die monotonen und langweiligen Grenzen von ständigen Wiederholungen der Spielernamen aufzubrechen und dadurch Farbe in das Spiel zu bringen. Daraus folgt, dass er die Aufmerksamkeit des Zuschauers erreicht und ihn aktiv in das Spiel einbindet und miterleben lässt. Das gibt ihm weiterhin das Gefühl er sei im Stadion gewesen.

Durch die Vorbereitung des Sprechers auf das Spiel, kann man davon ausgehen, dass es bei ihm keine versprochenen sowie unbewusst veränderten Phraseologismen auftreten. Sie beschränken sich überdies nur auf eine einzige Szene, weshalb man davon ausgehen muss, dass keine, durch Phraseologismen bedingte, Textkohärenz auftritt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Phraseologismen eine bedeutende Rolle in der Sportberichterstattung einnehmen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Phraseologismen in mündlichen Fußballspielkommentaren
Untertitel
Dargestellt an Beispielen aus "Alle Spiele, alle Tore" (Premiere)
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Phraseologismen
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V167555
ISBN (eBook)
9783640846146
ISBN (Buch)
9783656690405
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
phraseologismen, fußballspielkommentaren, dargestellt, beispielen, alle, spiele, tore, Interview, Fußball, Kommentare, interviews, Phraseologie
Arbeit zitieren
Dave Schröter (Autor), 2009, Phraseologismen in mündlichen Fußballspielkommentaren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167555

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