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Welchen Zweck haben die Eigennennungen des Königs vom Odenwald und kann man anhand dieser einen durchgängigen Stil erkennen?

Titel: Welchen Zweck haben die Eigennennungen des Königs vom Odenwald und kann man anhand dieser einen durchgängigen Stil erkennen?

Hausarbeit , 2024 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Leonard Dürrwald (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vom König vom Odenwald stammen verschiedenste Gedichte, welche in der wissenschaftlichen Forschung derzeit kaum Beachtung bekommen haben. Seine Themen sind dabei die alltäglichsten Dinge, wie beispielsweise Tiere, Stroh und Bärte. Doch stammen von ihm auch zwei gesellschaftskritische Gedichte über den Sittenverfall und das Wideräffen, sowie zwei Fabeln. In diesen Gedichten fällt auf, dass sich der König vom Odenwald häufig selbst in den verschiedensten Formen nennt. Genau diese Eigennennungen werden in dieser Arbeit genauer analysiert. Denn diese können als bewusstes stilistisches Mittel vom König vom Odenwald eingebaut worden sein oder aber auch unbeabsichtigte Einschübe sein. Die Fragestellung für diese Arbeit lautet deshalb: Welchen Zweck haben die Eigennennungen des Königs vom Odenwald und kann man anhand dieser einen durchgängigen Stil erkennen? Es werden dafür jedoch lediglich die Tiergedichte über die Kuh, das Huhn und das Ei, die Gans, das Schaf und dem Schwein betrachtet. Um einen Kontrast zu schaffen, wird außerdem die Rede vom Wideräffen analysiert, um einen Vergleich zwischen den Tiergedichten und einem gesellschaftskritischen Gedicht zu schaffen. Außerdem werden nur direkt Nennungen des Königs von sich selbst betrachtet und indirekten Nennungen vom ihm nicht beachtet. Ebenso zu beachten ist, dass die Texte eine hohe Mündlichkeit haben, was die Texte für das Publikum nahbarer machen. In der folgenden Arbeit wird der König vom Odenwald auch teilweise nur König genannt, womit er gemeint ist. Der Aufbau der Arbeit ist wie folgt. Zuerst werden die einzelnen Tiergedichte einzeln analysiert, um die unterschiedlichen Wirkungen der Eigennennungen des Königs vom Odenwald darstellen zu können und eventuelle Unterschiede zwischen diesen erkennen zu können. Dabei wird zuerst die Einleitung, dann der Hauptteil und dann der Schluss eines jeden Gedichts getrennt betrachtet. Nachdem ein Zwischenfazit zu den Tiergedichten dargelegt wird, wird als nächstes das Kontrastgedicht vom Wideräffen analysiert. Abschließend werden die Tiergedichte mit der Rede vom Wideräffen verglichen und ein Fazit gezogen. Wichtig zu beachten ist dabei, ob und inwiefern sich die Tiergedichte ähneln und man diese als eine Gruppe für einen Vergleich heranziehen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Nennungen und Selbstdarstellungen
    • 2.1 Rede von der kuewe
    • 2.2 Rede von dem huon und dem ey
    • 2.3 Das Lob der Gänse
    • 2.4 Rede von dem Schaf
    • 2.5 Rede vom dem swin
  • 3. Zwischenfazit zu den Tiergedichten
  • 4. Rede des kunges von dem widereffen
  • 5. Vergleich der Tiergedichte und dem Gedicht vom Wideräffen
  • 6. Fazit
  • 7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eigennennungen des Königs vom Odenwald in seinen Gedichten. Das Hauptziel ist es, den Zweck dieser Selbstbezeichnungen zu ermitteln und festzustellen, ob sich anhand dieser ein durchgängiger Stil erkennen lässt. Die Analyse konzentriert sich dabei auf direkte Nennungen des Königs in ausgewählten Tiergedichten sowie einem gesellschaftskritischen Gedicht, der „Rede vom Wideräffen“, um Kontraste und Gemeinsamkeiten im Stil zu identifizieren.

  • Analyse der Eigennennungen des Königs vom Odenwald
  • Untersuchung von fünf Tiergedichten (Kuh, Huhn und Ei, Gans, Schaf, Schwein)
  • Analyse der „Rede vom Wideräffen“ als Kontrastgedicht
  • Identifikation von Stilmerkmalen wie Komik, Ironie und Wertevermittlung
  • Vergleich der verschiedenen Gedichttypen hinsichtlich des Einsatzes von Eigennennungen
  • Betrachtung der Mündlichkeit und Publikumswirkung der Texte

Auszug aus dem Buch

2.2 Rede von dem huon und dem ey

Zum Anfang der Rede, erzählt der König vom Odenwald über sich selbst. Er fängt in den ersten beiden Versen damit an, dass er gerne dichten wöllte, wenn er vom dichten mehr verstehen würde. Er sagt damit aus, dass er selbst kein guter Dichter sei und deswegen nicht dichten wolle. Doch wolle er dann trotzdem dichten, egal was ihm deswegen passiere. Als Begründung dafür führt er an, dass er mit seiner Dichtkunst um die Gunst der edlen Herren und der Ritter werben möchte. Schlussendlich fängt er dann mit dem Dichten, so gut wie er eben kann, an. Er macht sich und seine Kunst damit schlechter. Durch das Betonen, dass er sich selbst nicht als guten Künstler versteht, senkt er die Ansprüche des Publikums an sich selbst. Dennoch möchte er damit bei den Herren landen, was im Widerspruch steht und auf Mitleid anspielt. Jedoch kann es auch sein, dass er sein Schaffen weniger als Kunst ansieht, sondern weiß, dass er banale Alltagssituationen und alltägliche Gegenstände zum Inhalt seiner Gedichte macht. Doch dadurch, dass er mit dieser Kunst eine eigene Nische gefüllt hat und sich damit einen Namen gemacht hat, werden er und seine Kunst als etwas sehr Gutes angesehen und er kann damit um die Gunst der edlen Herren werben. Deswegen möchte er auch dabeibleiben und so dichten, wie er es kann. Was ebenso auffällt ist, dass er in der Überschrift über das Huhn und das Ei „da vindet man rede manigerley“ sagt, dann aber erstmal über etwas anderes, angefangen bei den Jahreszeiten ab V.10, dichtet.

Dies scheint zumindest anfangs etwas widersprüchlich, da man zu dem Zeitpunkt nicht weiß, wie das Gedicht weitergeht. Nachdem der König vom Odenwald in der Einleitung über andere Themen als das Huhn und dem Ei erzählt, sagt er abschließend in V.51, dass er nun alles aufgeben wolle. Das kann sich auf den Inhalt und den damit verbundenen Stil beziehen. Er möchte nun den Natureingang beenden, welcher sehr poetisch geschrieben ist. Dieser weicht damit sehr stark vom üblichen Stil des Königs vom Odenwald ab. Er kann damit ausgedrückt haben, dass er zurück zu seinem üblichen Stil kommen möchte und die poetische Dichtung „aufgeben“ will. Er zeigt, dass er auch in einem anderen, poetischeren Stil dichten kann. Das macht er entweder, weil er zeigen möchte, dass er auch so dichten kann, oder um dadurch eine Komik aufzubauen. Er erzählt in dem Natureingang über sehr viele andere Vögel und begründet deren Existenz damit, dass sie das Gegacker der Hühner durch ihren Gesang mildern. Dadurch, dass das sehr abstrakt ist, wird damit eine Komik aufgebaut, die sehr gut zum bisherigen Stil des Königs passt.

Im Hauptteil des Gedichtes betont der König vom Odenwald direkt am Anfang in den V. 58 und 59 zweimal, dass es ihm sehr wichtig ist, darüber zu sprechen und dass sich Männer und Herrinnen mit dem Thema auseinandersetzen sollen. Entweder ist es ihm wichtig, dass sich alle damit beschäftigen, oder es ist ein weiteres Mal ironisch gemeint. Dadurch, dass es ein alltägliches Thema ist, haben sich die Zuhörer bereits mit dem Gedichteten des Königs auseinandergesetzt. Aber gerade weil es so alltäglich ist, kann es auch sein, dass er das wieder präsenter machen möchte und das Huhn und das Ei wieder

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt den König vom Odenwald und seine Eigennennungen vor, formuliert die zentrale Forschungsfrage nach deren Zweck und stilistischer Konsistenz und skizziert den Aufbau der Arbeit, die sich auf Tiergedichte und die „Rede vom Wideräffen“ konzentriert.

2. Nennungen und Selbstdarstellungen: Hier werden die Eigennennungen in fünf Tiergedichten (Kuh, Huhn und Ei, Gans, Schaf, Schwein) individuell analysiert, wobei die unterschiedlichen Funktionen – von humoristisch bis hin zu überzeugend und lehrreich – herausgearbeitet werden.

3. Zwischenfazit zu den Tiergedichten: Dieses Kapitel fasst die bisherigen Erkenntnisse über die Eigennennungen in den Tiergedichten zusammen und hebt hervor, dass diese nicht einheitlich sind, sondern verschiedene Zwecke wie Belustigung, Lob oder Botschaft erfüllen.

4. Rede des kunges von dem widereffen: Die Analyse dieses Kapitels konzentriert sich auf die Eigennennungen in der „Rede vom Wideräffen“ und interpretiert diese primär als Mittel zur Wertevermittlung und sozialen Kritik, im Gegensatz zur vorwiegenden Unterhaltung in den Tiergedichten.

5. Vergleich der Tiergedichte und dem Gedicht vom Wideräffen: In diesem Abschnitt werden die Eigennennungen in den Tiergedichten und der „Rede vom Wideräffen“ miteinander verglichen, um Gemeinsamkeiten in der Überleitungsfunktion und deutliche Unterschiede im beabsichtigten Zweck (Belustigung vs. ernsthafte Kritik) aufzuzeigen.

6. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Tiergedichte hinsichtlich des Zwecks der Eigennennungen keine einheitliche Gruppe bilden und kein durchgängiger Stil erkennbar ist; die Nennungen dienen je nach Gedicht der Belustigung oder Wertevermittlung, wobei die Betonung der Verse entscheidend ist.

Schlüsselwörter

König vom Odenwald, Eigennennungen, mittelalterliche Dichtung, Tiergedichte, Rede vom Wideräffen, Stil, Komik, Ironie, Selbstironie, Wertevermittlung, soziale Kritik, Mündlichkeit, Gattungsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Eigennennungen des „Königs vom Odenwald“ in seinen Gedichten, um deren Zweck und stilistische Merkmale zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Selbstreferentialität in mittelalterlicher Dichtung, die Gattungen der Tiergedichte und gesellschaftskritischen Dichtung sowie die Analyse von Komik und Ironie als stilistische Mittel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die primäre Forschungsfrage lautet: „Welchen Zweck haben die Eigennennungen des Königs vom Odenwald und kann man anhand dieser einen durchgängigen Stil erkennen?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textanalytische und komparative Methode angewendet, bei der spezifische Gedichte des Königs vom Odenwald auf die Art und Funktion seiner Eigennennungen hin untersucht und miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die detaillierte Analyse der Eigennennungen in fünf Tiergedichten (Kuh, Huhn und Ei, Gans, Schaf, Schwein) und der „Rede vom Wideräffen“, gefolgt von einem Zwischenfazit zu den Tiergedichten und einem abschließenden Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie König vom Odenwald, Eigennennungen, Tiergedichte, Rede vom Wideräffen, Stil, Komik, Ironie, und Wertevermittlung charakterisieren die Arbeit.

Welche Rolle spielt die Ironie in den Eigennennungen des Königs vom Odenwald?

Die Ironie spielt eine wichtige Rolle, insbesondere in den belustigenden Tiergedichten, wo sie dazu dient, den banalen Inhalt witzig zu gestalten und das Publikum zu unterhalten, während sie in ernsteren Gedichten weniger präsent ist.

Inwiefern unterscheiden sich die Tiergedichte von der "Rede vom Wideräffen" hinsichtlich des Zwecks der Eigennennungen?

Die Tiergedichte nutzen Eigennennungen oft zur Komik und Belustigung, während die „Rede vom Wideräffen“ sie primär zur Unterstreichung von Werten und gesellschaftskritischen Botschaften einsetzt.

Gibt es einen durchgängigen Stil in den Eigennennungen des Königs vom Odenwald?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass kein durchgängiger Stil in den Eigennennungen des Königs vom Odenwald erkennbar ist, da ihr Zweck stark variiert und von Belustigung bis hin zur Wertevermittlung reicht.

Welche Gedichte dienen eher der Belustigung und welche der Wertevermittlung?

Die Gedichte über die Kuh, das Huhn und das Ei sowie das Schwein dienen eher der Belustigung, während die Gedichte über die Gans und das Schaf sowie die „Rede vom Wideräffen“ stärker auf Wertevermittlung und ernsthafte Botschaften abzielen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Welchen Zweck haben die Eigennennungen des Königs vom Odenwald und kann man anhand dieser einen durchgängigen Stil erkennen?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Professur für Germanistische Mittelalterforschung mit Schwerpunkt Digital Humanities und Neue Medien)
Veranstaltung
PS-Mediävistik II: Von Hühnern, Kühen und Schweinen – Die Reden des Königs vom Odenwald
Note
2,0
Autor
Leonard Dürrwald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
19
Katalognummer
V1675723
ISBN (PDF)
9783389167373
ISBN (Buch)
9783389167380
Sprache
Deutsch
Schlagworte
König vom Odenwald Eigennennungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leonard Dürrwald (Autor:in), 2024, Welchen Zweck haben die Eigennennungen des Königs vom Odenwald und kann man anhand dieser einen durchgängigen Stil erkennen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1675723
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Leseprobe aus  19  Seiten
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