Die Abbildung des Sale-and-lease-back im Jahresabschluss


Seminararbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

A. Einleitung und Aufbau

B. Grundlagen
1. Was ist Sale-and-lease-back?
2. Welche Motive hat ein Leasingnehmer?

C. Bilanzierung im Jahresabschluss nach HGB
1. Wer hat zu das Leasinggut zu bilanzieren?
a) Operating Leasing
b) Finanzierungsleasing
2. Fallbeispiel
a) Buchungen beim Leasingnehmer
b) Buchungen beim Leasinggeber
c) Auswirkung auf die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

D. Unterschiede zwischen HGB und IFRS

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Sale-and-lease-back

Tabelle 1: Vollamortisationsleasing bei mobilen Gütern

Tabelle 2: Bilanz und GuV des Leasingnehmers

Tabelle 3: Bilanz und GuV des Leasinggebers

A. Einleitung und Aufbau

Kreditklemme, Liquiditätsengpass und Insolvenzgefahr sind einige Schlagworte, die die Wirtschaftsnachrichten angeheizt durch die Finanzkrise füllen. Die rest- riktivere Kreditpolitik der Banken - spätestens seit den Kreditvergaberichtlinien nach Basel II - verschärft zusätzlich die Kapitalbeschaffung für Unternehmen durch Bankkredite.liegt es nahe, dass viele kleine und mittelständische Un- ternehmen den Forderungen der Banken mangels Kreditsicherheiten nicht ge- recht werden können.

Die Sale-and-lease-back-Transaktionen stellen eine alternative Finanzierungs- form dar, die die Liquidität der Unternehmen erhöht und ihre Handlungsspiel- räume vergrößert. Auch bei expandierenden Unternehmen gehören Sale-and- lease-Geschäfte zur gängigen Praxis, denn Wachstum geht stets mit einem verstärkten Bedarf an liquiden Mitteln einher. Diese Finanzierungsart findet fer- ner bei solide aufgestellten Unternehmen aus steuerlichen oder bilanzpoliti- schen Motiven Einsatz.

Das Ziel dieser Seminararbeit ist es, das Sale-and-lease-back als Sonderform des Leasings mit Fokus auf die bilanzielle Abbildung nach HGB vorzustellen.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema werden die Motive angesprochen, die einen Leasingnehmer dazu bewegt, sich für Sale-and-lease-back- Gestaltung zu entscheiden. Im Hauptteil wird vertieft auf die Bilanzierung im Jahresabschluss nach HGB eingegangen. In einem Fallbeispiel wird der Ver- fasser die Auswirkung einer Sale-and-lease-back-Transaktion auf die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung exemplarisch mit den dazugehörigen Bu- chungen aufzeigen. Im letzten Kapitel werden die Besonderheiten zwischen den Rechnungslegungsvorschriften nach HGB und IFRS hervorgehoben.

B. Grundlagen

Zur Einführung in das Thema Sale-and-lease-back soll an dieser Stelle kurz auf die Begriffsbestimmung des Leasing allgemein eingegangen werden. Darauf folgen grundlegende Informationen zur Sale-and-lease-back. Dieser Betrachtung folgen einige typische Beispiele für Motive von Sale-and-lease-back aus Sicht des Leasingnehmers1.

1. Was ist Sale-and-lease-back?

Unter Leasing versteht man die „vertraglich festgelegte, entgeltliche Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes durch einen Leasinggeber an einen Leasingnehmer“.2 Bereits ca. 350 v. Chr. hat Aristoteles festgestellt: „Der Reichtum besteht vielmehr im Gebrauch als im Eigentum“.3

Sale-and-lease-back stellt eine Sonderform des Leasings dar und ist eine in der Unternehmenspraxis häufig zu beobachtende Vertragsgestaltung zur Freisetzung von gebundenem Kapital.4 Anders als bei einem konventionellen Leasing befindet sich das zukünftige Leasinggut bereits im Eigentum des zukünftigen Leasingnehmers. Dieser veräußert nun das Leasinggut an eine Leasinggesellschaft, um es danach gleich wieder zurück zu mieten.

Der Sale-and-lease-back-Vertrag besteht also aus zwei separaten Verträgen. Der erste Vertrag ist ein klassischer Kaufvertrag nach § 433 BGB, bei dem das rechtliche Eigentum an einem Vermögenwert an den Käufer und zukünftigen Leasinggeber übergeht. Der zweite Vertrag ist ein Leasingvertrag, der die weitere wirtschaftliche Nutzung desselben Vermögenswerts regelt. Der ursprüngliche Eigentümer wird dadurch zum Leasingnehmer.5

Abbildung 1 stellt die Beziehungen beim Sale-and-lease-back-Geschäft grafisch dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Sale-and-lease-back1

Es kann sich hierbei um neu angeschaffte Vermögenswerte handeln, aber auch um Vermögenswerte, die über einen längeren Zeitraum Eigentum des bisherigen Eigentümers bzw. zukünftigen Leasingnehmers waren. Der Leasingnehmer ist zugleich auch Lieferant des Leasinggutes.2

Im Grunde genommen ist Sale-and-lease-back für jedes denkbare Wirtschaftsgut möglich, wobei vorrangig Vermögensgegenstände mit einem hohen Marktwert wie Immobilien oder Industriemaschinen Anwendung finden.

Das Entscheidungskriterium für die Leasingfähigkeit eines Wirtschaftsgutes ist seine Fungibilität, d.h. ein Leasinggegenstand muss so beschaffen sein, dass der Leasinggeber ihn auch nach Ablauf der vereinbarten Leasingzeit weiterverwerten kann, sei es durch Weitervermietung oder durch Verkauf.3

2. Welche Motive hat ein Leasingnehmer?

Im Folgenden wird der Verfasser die Beweggründe des Leasingnehmers zum Abschluss eines Sale-and-lease-back-Vertrages analysieren und die wesentli- chen Motive darstellen. Auf die Motive des Leasinggebers wird an dieser Stelle nicht eingegangen; Die sind wie bei allen privatwirtschaftlichen Unternehmen die Gewinnerzielung. Beim Leasingnehmer liegen meist wirtschaftliche, steuer- liche und/oder bilanzielle Motive für Sale-and-lease-back-Gestaltungen vor.

Unabhängig davon welche Leasingform der Sale-and-lease-back-Gestaltung zugrunde liegt, es setzt immer gebundenes Kapital im Anlagevermögen frei. Durch die Veräußerung und gleichzeitige Anmietung von Vermögensteilen wer- den liquide Mittel verschafft, ohne die Verfügungsgewalt über das veräußerte Vermögen zu verlieren. Das freigesetzte Kapital kann entweder zur Tilgung von Verbindlichkeiten oder zur Finanzierung von Investitionen verwendet werden.1

Liegt der Verkaufswert eines Leasinggegenstandes über dem Buchwert, so werden durch die Veräußerung stille Reserven aufgelöst und Buchgewinne rea- lisiert.2 Werden bspw. die Erlöse zum Abbau der Verbindlichkeiten eingesetzt, so nimmt sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite der Bilanz ab. Die Reduzie- rung der Bilanzsumme kann zweierlei Folgen haben. Die Bilanzverkürzung durch Sale-and-lease-back kann bewirken, dass ein Unternehmen in Bezug auf die handelsrechtlichen Publizitätsvorschriften in eine andere Größenklasse ein- geordnet wird und somit von der Publizitätspflicht befreit wird.3 Darüber hinaus wird die Bilanzstruktur durch eine höhere Eigenkapitalquote verbessert.4

Die teilweise künstliche Verbesserung diverser Bilanzkennzahlen wirkt sich auf dem ersten Blick positiv auf die Bilanzstruktur aus. Die Annahme einer automa- tischen Verbesserung des Ratings bei der Vergabe von Krediten durch Banken ist nicht gänzlich falsch. Auch wenn die Aktivierung des Leasinggegenstandes beim Leasinggeber erfolgt und dadurch überhaupt nicht in der Bilanz des Lea- singnehmers auftaucht, hat der Leasingnehmer im Jahresabschluss diesen Tatbestand im Anhang nach § 285 Nr. 3 HGB zu vermerken.1 Zwar gehen eini- ge Banken bereits dazu über, bei der Kreditvergabe nicht nur die Bilanzrelatio- nen zu betrachten, sondern das Unternehmen als Ganzes unter die Lupe zu nehmen.2 Doch in der Praxis spielen die Bilanzkennzahlen noch immer eine dominante Rolle.

Oft wird Sale-and-lease-back mit der Rückkaufsoption auch als eine Alternative zum Bankdarlehen gesehen. Häufig verlangen die Leasinggeber keine Sicher- heiten für diese Finanzierung, da das Leasinggut selbst die Sicherheit darstellt.3 Weiterhin wird ein steuerlicher Effekt erreicht, da die Leasingraten bei korrekter Gestaltung des Leasingvertrages in voller Höhe als Betriebsausgaben in der Gewinn- und Verlustrechnung absetzbar sind.4 Der Gewinn des Unternehmens wird dadurch geschmälert. Hieraus folgt, dass auch die zu zahlenden Steuern in Form von Körperschafts- oder Einkommensteuer und Gewerbesteuer sinken.

So wie jede Medaille zwei Seiten hat, so darf man auch bei Sale-and-lease- back die Risiken nicht aus den Augen verlieren, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Entscheidet sich ein Unternehmen aus der Not heraus für Sale-and-lease-back ist die Gefahr groß, dass das Wirtschaftsgut unter seinem eigentlichen Wert verkauft wird.5 Der Leasingnehmer verliert zudem seinen Sta- tus als rechtlicher Eigentümer am Leasingobjekt und kann an zukünftigen Wert- steigerungen insbesondere bei Immobilien nicht teilnehmen, es sei denn er hat eine Kaufoption am Ender der Grundmietzeit vereinbart.6 Während der unkünd- baren Grundmietzeit stellen die zu entrichtenden Leasingraten einen Fixkosten- block dar. Probleme ergeben sich insbesondere wenn die Leasingaufwendun- gen nicht durch die Umsatzerlöse kompensiert werden können. Kommt der Leasingnehmer in Zahlungsverzug kann der Leasinggeber den Vertrag fristlos kündigen und evtl. Schadensersatzansprüche geltend machen.

[...]


1 Nachfolgend werden nur Unternehmen als Leasingnehmer betrachtet.

2 o.V. (rechnungswesen-portal.de, 20.10.2010)

3 Spittler (Leasing, 2002),17.

4 Vgl. Stiegler (mittelstandswiki.de, 21.10.2010)

5 Vgl. Weißenberger (IFRS, 2007),428.

1 Eigene Darstellung.

2 Vgl. Büschgen (Praxishandbuch, 1998),455.

3 Vgl. Spittler (Leasing, 2002),28.

1 Vgl. Wieser (competence-site.de, 21.10.2010)

2 Vgl. Wieser (brainguide.de, 22.10.2010)

3 Vgl. § 1 PublG.

4 Vgl. Bender (Kompakt-Training, 2001),90.

1 Vgl. Siebert (Sale-and-lease-back, 2009),23.

2 Vgl. Hofbauer und Bergmann (business-wissen.de, 23.10.2010)

3 Vgl. Stiegler (mittelstandswiki.de, 21.10.2010)

4 Vgl. Peters und Schmid-Burgk (Leasinggeschäft, 2007),12.

5 Vgl. Vgl. Riehm und Riehm (Bankkredit, 2009),138.

6 Vgl. o.V. (Srbg.de, 21.11.2010)

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Abbildung des Sale-and-lease-back im Jahresabschluss
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Veranstaltung
Accounting
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V167577
ISBN (eBook)
9783640841875
ISBN (Buch)
9783640842070
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abbildung, sale-and-lease-back, jahresabschluss, leasing
Arbeit zitieren
Ramazan Topal (Autor), 2010, Die Abbildung des Sale-and-lease-back im Jahresabschluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167577

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