Eine kurze Abhandlung über Karl Rahner


Seminararbeit, 2008

22 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Biographie
1.1 Person Karl Rahner
1.2 Epoche

2 Theologie
2.1 Transzendentale Anthropologie
2.2 Soterologie
2.3 Christologie
2.4 Inspiration der Schrift

3 Wirkungsgeschichte

4 Beurteilung

1 Biographie

1.1 Person Karl Rahner

Karl Rahner wurde am 5. März 1904 in Freiburg geboren und starb am 30. März 1984 in Innsbruck.[1] Sein Vater war Studienrat und seine Mutter war Hausfrau und Tagesmutter. Karl Rahner hatte noch sechst weitere Geschwister. Er selbst beschrieb seine Familie mit den Worten:

„Ich wuchs in einer - ich möchte sagen - normalen, mittelständischen, christlichen Familie auf.“[2] Zwei seiner Brüder studierten Medizin, einer wurde Lehrer an einer kaufmännischen Schule, seine Schwestern heirateten und wurden Hausfrauen. Sein älterer Bruder Hugo Rahner trat auch dem Jesuiten Orden bei wie er und studierte Theologie.[3]

Karl Rahner trat nach seinem Abitur am 20. März 1922 in die Gesellschaft Jesu (Jesuiten) in Feldkirchen (Österreich) ein. Dann begann Karl Rahner am 27. März 1924 das Philosophiestudium. Sein erstes Jahr verbrachte er in Feldkirchen und das zweite und dritte in Pullach. In dieser Zeit beschäftigte er sich sehr stark mit Kant und mit Joseph Maréchal. Joseph Maréchal hatte versucht die transzendentale Methode von Kant für den thomistische Erkenntnislehre fruchtbar zu machen. In diesen ersten Jahren bestimmte der Orden Rahner dazu das er einmal die Geschichte der Philosophie in Pullach unterrichten sollte.

In den Jahre 1927 - 29 ging Rahner einer Praktischen Tätigkeit nach wie es bei den Jesuiten üblich war, zwischen dem Philosophie und Theologiestudium. Im Jahr 1929 begann Rahner dann mit seinem Theologiestudium in Valkenbach. In diesem Studium interessierte sich Rahner sehr stark ihr die Mystik der Kirchenväter.[4] Dann empfing Rahner 1932 die Priesterweihe und wurde dann nach einem stillen Jahr 1934 wieder zum Philosophiestudium nach Freiburg geschickt. Dort studierte Rahner unter Heidegger was ihn maßgeblich prägte. Rahner verfasste seine Dissertation „Geist und Welt“ und reichte sie bei Martin Honecker ein, doch dieser lehnte diese Arbeit ab, weil er sie ihr historisch zu ungenau und unsystematisch hielt. Nach diesem Ereignis wurde vom Jesuiten Orden bestimmt das Karl Rahner Theologiestudieren sollte.nahm er 1936 in Innsbruck das Theologiestudium auf und dort promovierte und habilitierte er in kürzester Zeit. Dabei griff Rahner auf seine Kenntnisse über Mystik der Kirchenväter zurück. Seine Doktorarbeit hatte den Titel:[5]

Der Ursprung der Kirche als zweiter Eva aus der Seite Christi des zweiten Adam. Eine Untersuchung über den typologischen Sinn von Joh. 19,34.[6]

Zudem nahm auch Rahner 1937 seine Lehrtätigkeit auf. In diese Zeit entstand seine Ausarbeitung über den „Menschen als potentiellen Adressaten der Offenbarung Gottes“[7]. Diese Ausarbeitung wurde dann 1941 publiziert unter dem Namen „Hörer des Wortes“[8]. Diese Ausarbeitung wurde maßgeblich für die Theologie von Rahner.[9] In den Kriegsjahren zwischen 1939 und 1944 hielt sich Rahner in Wien auf und ging dort Lehr- und Seelsorglichentätigkeiten nach. Dann übernahm er 1945 in Mariakirchen die Seelsorge für Einheimisch und Flüchtlinge. Im Jahr 1945 wurde er dann wieder nach Pullach berufen um dort Dogmatik zu lehren. 1948 war er wieder in Innsbruck um dort zu Unterrichten und im Jahr 1949 wurde er auch dort zum ordentlichen Professor berufen.[10] Die nächsten 15 Jahre im Leben von Karl Rahner waren dann durch eine sehr hohe Produktivität gekennzeichnet in denen er sehr viele Werke verfasste. Seine Hauptwerke waren die „Schriften zur Theologie und das Werk „Quaestiones disputatae“, zudem wurde er Mitherausgeber der zweiten Auflage des „Lexikons für Theologie und Kirche“.[11] Von 1962 - 1965 nahm dann Karl Rahner als Peritus am II. Vatikanischen Konzil teil und beeinflusste es maßgeblich. Von 1964 - 1967 lehrte Karl Rahner dann in München[12] Religionsphilosophie und christliche Weltanschauung[13]. Dann wechselte er aber schon 1967 nach Münster um dort als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte zu dozieren. In Münster blieb Rahner dann bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1971. Karl Rahner lebte dann noch bis zu seinem Tod 1981 in München.[14]

1.2 Epoche

Die Epoche in der Karl Rahner lebte war gekennzeichnet von zwei Weltkriegen, dem Wiederaufbau in den 50iger Jahre und dem Wirtschaftswunder Deutschlands in den 60iger und 70iger Jahren. In dieser Zeit erlebte Karl Rahner in seiner Kindheit die Kaiserzeit und den ersten Weltkrieg, in seiner Jugend die Weihmacher Republik und als Erwachsener den Aufstieg der Nazis und den zweiten Weltkrieg. Nachdem die Deutschland dann 1945 kapituliert hatte erlebte Karl Rahner wie sich Deutschland von den Strapazen des Krieges wieder erholte und in zu dem viel gerühmten Wirtschaftwunder der Neuzeit wurde.

2 Theologie

2.1 Transzendentale Anthropologie

Die Theologie Rahners ist in ihrem Kern Anthropologisch ausgerichtet. Sie ist auf den Menschen fixiert.sagt Karl Rahner selbst über seine Theologie das jeder Satz über Gott auch ein Satz über den Menschen ist. Nach Karl Rahner kann man noch nicht einmal anders über Gott reden, als wenn man über den Menschen redet.[15] Aus diesem Grund müssen wir zuerst die Anthropologie von Rahner verstehen. Dies geht aber nur aus seinem Transzendentalen Ansatz heraus. Dieser Ansatz stellt die Erkenntnisbemühungen dar im Bewusstsein der endlichen Vernunft, dabei werden die eigenen Menschlichengrenzen nicht Außeracht gelassen sondern fließen in die Überlegungen mit ein. Dabei geht die theologische Reflexion über die Transzendenz, anders als die Philosophische, davon aus das sich der dreieinige Gott selbst offenbart und dem Menschen so neue Erkenntnisse vermittelt.[16] Dabei bedeutet Transzendenz soviel das er den Menschen, aus seinem Wesen heraus, immer in der Phase der Wandlung begriffen sieht.[17] Er sieht den Menschen immer zwischen zwei Welten stehen in denen er sich zurecht finden muss.[18] Er erfahrt endliche Erfahrungen und erkennt daraus das ewige göttliche. Dabei kann Gott nie direkt erfahren werden, außer in der Mystik. Gott wird normalerweise vom Menschen nur darin erfahren indem er sich selbst von seiner Wesenmitte aus vollzieht und so gleichzeitig offen wird zur Absolutheit Gottes hin und so realisiert er damit die Transzendenz von sich aus auf Gott. Um das in einem Bild auszudrücken. Der Mensch ist alleine im dunkeln und erkennt weder sich selbst noch Gott.

Gott ist dann das Licht, doch dieses Licht ist so grell das der Mensch nicht direkt zu Gott sehen kann, doch im Licht Gottes erkennt der Mensch sich selbst und auch Gott (Licht). Dabei wird Gott in der Liebe zum Nächsten erfahren. Rahner nennt dies das „Urerlebnis“. Der Mensch erfährt Gott indem er sich absolut einem andern Menschen verschreibt und ihn absolut liebt.ist nach Rahners Theologie Gott ein Geheimnis und kann nur direkt in der Mystik erfahren werden. Doch der Mensch erfährt Gott indirekt indem er durch Gott einen anderen Menschen liebt.[19] Dabei kann der Mensch nur den ersten Schritt tun und versuchen Gott zu finden, also sich auf die Suche zu begeben. Die endgültige Erkenntnis von Gott wird dann durch die Selbstmitteilung Gottes dem Menschen vermittelt. Dabei hört der Mensch nicht auf Mensch zu sein sondern der suchende Mensch wird so von der Selbstmitteilung Gottes zu seinem Ziel geleitet.[20]

2.2 Soterologie

Aus diesem Grundgedanken heraus kommt auch die eigentliche Mitte seiner Theologie. Diese spiegelt sich in der Erfahrung der Gnade wieder. Dabei stellt Karl Rahner die Gnade nicht als eine geschaffene Gnade dar sondern Gott selbst in seiner Mitteilung zu uns ist die Gnade.[21]ist Gott selbst die ungeschaffene Gnade. Der Mensch ist nach Karl Rahner ein unbegrenztes Eröffnet-Sein, dass sich danach sehnt von Gott ausgefüllt zu werden.[22] In dieser Weise schenkt sich Gott der gesamten Menschheit um sich so mitzuteilen. In diesem Sinne ist Gnade, die Freiheit des Menschen in das Geheimnis Gottes eingeweiht zu werden und ihn so zu erfahren. Das Heil definiert Rahner mit den Worten:

[...]


[1] Vgl. Bernd Jochen Hilberath, „Karl Rahner“, in: Hans Dieter Betz u. a. (Hgg.), Die Religion in Geschichte und Gegenwart: Handwörterbuch für Theologie undReligionswissenschaft, Band 7 (Tübingen: J. C. B. Mohr, 41998), Sp. 23

[2] Herbert Vorgrimler, „Karl Rahner verstehen: Eine Einführung in sein Leben und Denken“ (Freiburg im Breisgrau: Herder Verlag, 1985),65

[3] Vgl. Ebd.,64 - 66

[4] Vgl. Herbert Vorgrimler, „Karl Rahner verstehen: Eine Einführung in sein Leben und Denken“ (Freiburg im Breisgrau: Herder Verlag, 1985),67-72

[5] Vgl. Ebd., S.78 - 83

[6] Ebd.,83

[7] Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978), S.111

[8] Ebd.

[9] Ebd.

[10] Vgl. Herbert Vorgrimler, „Karl Rahner verstehen: Eine Einführung in sein Leben und Denken“ (Freiburg im Breisgrau: Herder Verlag, 1985),89-93

[11] Vgl. Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978), S.111

[12] Vgl. Vgl. Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978), S.111

[13] Vgl. W. J. Bittner, RahnerKarl (1904 - 1984, in: Helmut Bckhand u.a. (Hgg.), Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Bd. 3 (Wuppertal, Zürich: R. Brockhaus, 1994),1645

[14] Vgl. Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978), S.111

[15] Vgl. W. J. Bittner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Helmut Bckhand u.a. (Hgg.), Evangelisches Lexikonfür Theologie und Gemeinde, Bd. 3 (Wuppertal, Zürich: R. Brockhaus, 1994),1646

[16] Vgl. Bernd Harbeck-Pingel, Transzendenz II: II. Systematisch-theologisch,), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 33 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978),771

[17] Vgl. Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978), S.113

[18] Vgl. Karl Rahner, „Ich glaube an Jesus Christus “ (Benziger Einsiedeln: Benziger Verlag, 1968),.13

[19] Vgl. Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978),113

[20] Vgl. Bernd Harbeck-Pingel, Transzendenz II: II. Systematisch-theologisch,), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), TheologischeRealenzyklopädie, Bd. 33 (Berlin, New York: Walter deGruyter, 1978),772-773

[21] Vgl. Karl Lehmann, Rahner (2) Karl, in: Walter Kasper u.a. (Hgg), Lexikon für Theologie und Kircher, Bd. 8 (Freiburg im Breisgen: Herder Verlag ,31999),807

[22] Vgl. Harald Wagner, RahnerKarl (1904 - 1984), in: Gerhard Krause u.a. (Hgg.), Theologische Realenzyklopädie, Bd. 28 (Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1978), S.113

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Eine kurze Abhandlung über Karl Rahner
Veranstaltung
Studiengang zum Master of Arts in Theology
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V167580
ISBN (eBook)
9783640841899
ISBN (Buch)
9783640840274
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bibel, Hermeneutik, Karl Rahner, Biografie, Theologie, Transzendentale Anthropologie, Soterologie, Christologie, Inspiration der Schrift, Wirkungsgeschichte, Epoche
Arbeit zitieren
Volker Rahm (Autor), 2008, Eine kurze Abhandlung über Karl Rahner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167580

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